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Sonntag, 16. März 2014

Endorphin-Junkie

bin ich geneigt zu glauben ;-(

Letzte Woche lese ich bei einem Lauf-Kollegen im Blog, er freue sich auf den ersten Wettkampf seit 5 Monaten.
Wie haltet ihr das aus?
Das geht gar nicht!


Mein letzter offizieller Wettkampf war im Dezember 2013 beim Siebengebirgsmarathon. Dann der Edersee-Lauf im Januar 2014.
Mir fehlt das!
  • die Nervosität
  • der Endorphineinschuss
  • der Startschuss
  • die Kollegen an meiner Seite
Und alle nur ein Ziel: endlich los, um endlich das raus zu lassen, was man die letzten Wochen in sich aufgebaut hat.
Ist das Sucht? Ich glaube schon!


Letzte Woche ist mir das auch ohne Wettkampf passiert.  Auf einmal, nach fast 70 km und langsam aufkommenden Schmerzen am Ar...
Ganz plötzlich.  Unverhofft. Tränen schießen in die Augen und es nicht vom Gegenwind :-)


Auf einmal bist du mit allem um dich herum zufrieden.

  • der Fahrtwind
  • die Umwelt
  • das Rad unter deinem Po
  • die Geschwindigkeit
  • die Sonne
  • die Kälte
  • die Schmerzen
Ein Schauer läuft über den Rücken und das einzige was du dir wünschst ist: lass es nie aufhören!
Bitte, bitte, bitte.

Und dann frage ich mich: wie kann man ohne?

Nachdem ich nun definitiv neue Ziele definieren musste, bin ich mit dem plötzlich ausgebrochenen, viel zu frühen, Frühling sehr glücklich. So werde ich von meiner Laufpause abgelenkt und kann Ausdauer auf dem Rennrad sammeln.



240 km in der Woche waren ganz ordentlich. Das ist schon mal ne gute Basis für das hoffentlich bald wieder mögliche Laufen.

Wie immer muss einmal in der Woche der Edersee sein. Einfach abschalten und genießen.

Niederwerbe

Am Strandbad

Blick in Richtung Staumauer

Blick in Richtung Halbinsel Scheid

Das ist Urlaub für die Seele :-)

Und dann kam noch am Freitag der Auftrag die bessere Hälfte von der Arbeit abzuholen, da sie den Firmenwagen nutzen kann und ihr Auto ja Heim muss. Also das Sinnvolle mit dem Notwendigen verbunden und mit dem Rennrad durch den Berufsverkehr nach Kassel in die Innenstadt.
Das macht schon Spaß, wenn du schneller mit dem Rennrad bist, als die gestressten Autofahrer :-)

Dabei noch eben den Herkules von hinten genommen :-)


Herkules auf seinem Oktagon
Das Höhenprofil war knackig und bring was für das Durchhaltevermögen :-)


Höhenprofil Kassel
Von Ehlen, 330 üNN, in nur 5 km auf 600 üNN auf den Essigberg im Habichtswald. Das ist hart. Aber guuuut :-)

So ist die Woche also mal wirklich ohne Laufen abgelaufen :-) und da pünktlich zum Wochenende das Wetter umschlug werden 2 Tage pausiert. Auch nicht schlecht zur Regeneration!

Auf den Touren diese Woche wurde wurde mir die Verwahrlosung unserer Umwelt allerdings so richtig bewusst und mir gingen das Gedicht von Heinrich Heine "Denke ich an Deutschland" und der Liedtext der Puhdys "Ich will nicht vergessen" durch den Kopf. Wenigsten frei nach diesen:


Denke ich an Deutschland bei der Tour
kommt´s mir ganz schön seltsam vor.
Ich kann nicht mehr die Augen schließen
und seh den Müll in Gräben fliegen.

Denke ich an Deutschland ist mir auch nach Schrein.
Da fliegt der Müll in unsre Wälder rein.
Dann seh ich Graffitis an meiner Wand.
Hier bin ich geboren, ist das noch mein Land?
Leute! Ich warte auf den Moment, wo Mutter Natur euch den Scheiß in die Autos zurück schmeißt.
Ganz ehrlich: sied ihr noch ganz dicht?
Wer kommt denn auf die Idee, Pfandflaschen aus dem Fenster zu werfen? VOn dem Mc D. Futter mal ganz zu schweigen. Aschenbecher werden an der Kreuzung ausgeleert und der Hit war am Freitag zwischen Elbenberg und Merxhausen: da hat doch tatsächlich einer seine Kücheneckbank im Wald ausgesetzt.

Als unsere Kinder klein waren, haben wir sie so erzogen, dass das Bonbonpapier in der Hosentasche verschwindet und daheim entsorg wird. Wenn ich unterwegs einen Riegel esse, auf dem Rad oder beim Laufen, wandert das Papier auch wieder mit Heim. Ich hätte ein schlechtes Gewissen.
Habt ihr eins?  Was hat man euch beigebracht? Unglaublich. Das scheint ein echter Volkssport zu sein.

Somit wird die Welt also Rund und wir sind wieder beim Sport und Wehmut kommt auf.
Wäre ich doch am Sonnabend nach Frankreich unterwegs gewesen für den Trail du Petit Ballon mit +Michael Mankus. Aber Pustekuchen.
Das habe ich mir endgültig aus dem Kopf geschlagen und hoffe Ende März wenigstens wieder so weit fit zu sein, um in Venlo einen Halbmarathon mit +Thomas Schöneberg zu laufen.
Am 21.03. sollen die Einlagen fertig sein und ich werde mal testen, wie es sich damit läuft.

In diesem Zusammenhang musste ich nun meine Zieldefinition für 2014 anpassen. Schade!

Am Sonntag stand wie immer der Wochenabschlussspaziergang mit der besseren Hälfte auf dem Plan und bereits am Donnerstag hatte ich den Märzenbecherweg zwischen Oberurff und Bergfreiheit dazu ausgewählt.
Mit etwas Widerwillen willigte die Liebe dann doch ein und so erkundeten wir mal was Neues :-)


200 pos. hm auf 8 km waren ganz knackig und die ersten Buschwindröschen konnten wir auch schon entdecken.


Der Weg führte die ersten 3 km nur bergauf und hätte besser Beschildert sein können.

Märzenbecherweg

Kellerwaldsteig
Unterwegs haben wir dann noch einen in Vergessenheit geratenen Hochsitz gefunden.


Schöne Bilder gab es diese Woche ja bereits zuhauf.
Wie zum Beispiel aus dem Sauerland.

Sauerland am Dienstag (Attendorn)
Sauerland am Mittwoch (Rothaarsteig)
In diesem Sinne danke ich euch fürs Lesen und verbleib mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik

Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 2. März 2014

Ich will ...


  • Laufen
  • Wind im Gesicht spüren
  • Vögelgezwitscher hören
  • Rehe auf der Lichtung sehen
  • Frühlingsluft riechen
  • mich bewegen
  • Pfützen um gehen
  • Pfützen durchlaufen
  • Matsch bis zum Ar...
  • Beine voller Dreck
  • ...

So viel, was ich will. Und doch so wenig, um glücklich zu sein :-) 

"Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach".

Fühle ich mich fit wie nie zuvor, sagt das Fußgelenk "Nein".

Blöder Mist. Steht in 14 Tagen doch der 1. Ultra-Trail an.
Was freue ich mich drauf, auf den Trail du Petit Ballon in Frankreich mit Michael, Hanz, Frank und ...

Doch soll es scheint´s nicht sein :-( Später mehr dazu.


So startete in dieser Woche der 10-Wochen-Plan zum Marathon sub 3:15 für Kassel gem. Hr. Steffny.

Montag:
Laufpause, aber dafür Alternativtraining mit dem Rennrad.



Von Züschen via Fritzlar an der Eder entlang nach Wabern. Auf der Wiese neben dem Radweg sucht schon wieder Meister Adebar nach Fröschen. Ist aber schon zeitig eingetroffen, Meister Schwarzrock, wahrscheinlich hatte er in der Zeitung vom milden Winter gelesen :-)

34 km mit reichlich Gegenwind und Sonnenschein :-)) Sehr schön! Unterwegs bekam ich allerdings Gewissensbisse für das anstehende Intervalltraining und nahm das Tempo etwas raus.

Dienstag:
erstes Intervalltraining der Saison.
3 km Einlaufen und dann 4 x 2000 m mit 4 Minuten Pause. 




Die Splittingtabelle lässt hoffen:
für das Erste IT kann ich doch recht zufrieden sein:
4:26  4:26
4:09  4:25
4:00  4:22
4:14  4:35

Beim 3 km Auslaufen spürte ich allerding wieder das Stechen im linken Sprunggelenk.
Das kann doch nicht wahr sein!  4:30 Pace ohne Thema und dann ... So eine Sch...


Mittwoch:
Laufpause :-(
Lange genug habe ich es vor mir hergeschoben: ich habe einen Termin beim Orthopäden für meine Füße gemacht.
Um genau zu sein, habe ich 3 Termine: 2 hat mir die bessere Hälfte bei Spezialisten für Sportmedizin in Kassel organisiert, aber erst Mitte März und im Mai. Und ich habe einen für kommenden Dienstag. Sollte zur ersten Diagnose doch mal reichen. Ich bin gespannt. Wenn ich dem erzähle, was ich alles vorhabe, weist er mich in ne geschlossene Abteilung ein, befürchte ich. Also Parole: Maul halten :-)

Donnerstag:
Auf dem Plan standen 70 Minuten Dauerlauf im GA1.

Mit den Salomon Speedcross3 ging es auf den Haustrail. Ist zwar nicht der Plan für Kassel, aber Frankreich steht ja immer noch im Kalender.
Nach 50 Minuten war klar: Abbruch!!!
Zum ersten Mal in meiner Laufkariere habe ich abgebrochen. Keine Chance, den Plan zu Ende zu bringen, ohne Schaden anzurichten.



Aber bevor hier was schlimmeres passiert!

Freitag:
Endlich Freitag, endlich kein Autofahren, endlich alle Anfragen der Woche abarbeiten und den Schreibtisch leerräumen. War aber auch Krass. Ich verschweige mal lieber die km, aber es war 4-stellig :-(

14:00 Uhr alles erledigt; Telefonliste abgearbeitet, Berichte geschrieben, Termine für die kommende Woche fixiert, Hotel für Mittwoch gebucht und somit saß der Gnü aus Zü 14:30 auf dem Rennrad und war mal wieder auf dem Weg durch den Chattengau.

Ich habe meine Ultra-Runde aus dem Januar abgefahren und dachte sehnsüchtig an die Pellkartoffeln. Danke noch mal für den tollen Tipp +Michael Mankus 



Die Reben auf dem Böddiger-Berg sind geschnitten und alles ist aufgeräumt. Nur irgendwie hatte ich keine Lust zum Fotografieren; war so in Gedanken und musste zum ersten Mal eingestehen, das ich keine echte Lust zum Radfahren verspürte.

Ich bin zum Läufer mutiert!

Wirklich! Das ist Krass! Ich war ja eigentlich mehr der Radfahrer und habe das Laufen doch eher als Alternative zum Radeln gesehen. War ich letztes Jahr nach dem Kassel-Marathon noch froh, endlich aufs Rad steigen zu können und erst im August in die Laufvorbereitung auf Essen einzusteigen, war durch die Community, die vielen Läufe und durch die Motivation für den Edersee-Lauf genau das passiert. Ich liebe das Laufen!

Nach Essen folgte 2013 der Siebengebirgsmarathon, am 27.12. meine erste Ultradistanz zum Peterskopf oberhalb des Edersees und durch den Kellerwald nach Hause, 8 Tage später der zweite 50 km-Run und am 19.01.2014 der Edersee-Lauf mit vielen lieben Freunden. Das Rennrad war beiseite gerückt. Auch meine Frau merkte das bereits und stellte fest, das ich erstaunlich wenig fahren würde. Und nun? Bin ich zwangsläufig wieder im Sattel!

Die Monatsstatistik war aber so schlecht nicht, trotz Fußprobleme:



Dabei im Einzelnen:
150 km gelaufen
200 km Rennrad
22 km MTB
10 km Nordic Walking [kann als einmaliger Test abgehakt werden :-( ]

Sonnabend:
mit meinem alten Radkumpel Kai verabredet, 11:00 Uhr Start und ab auf die erste gemeinsame Runde 2014



Wir flogen, durch Rückenwind getrieben, in den Habichtswald nach Naumburg, unterhalb der Weidelsburg entlang.



Über Ippinhausen ging es ins Hugenottendorf Leckringhausen und weiter nach Landau und Elleringhausen ins Arolser Land.



In Nieder-Waroldern führte der Weg wieder zurück ins Waldecksche, nicht ohne eine ordentliche Rampe für uns bereit zu halten.
Ich ließ Kai ziehen und versuchte meinen Tritt zu finden. War ein hartes Stück Arbeit und es kamen ja noch einige Anstiege bis Heim, wir hatten erst 38 km hinter und somit erst die Hälfte geschafft.

Vor genau einem Jahr sind wir hier auch lang. Nur damals mit Schnee, -10°C und wenn wir schon in Erinnerungen schwelgen; an genau diesem Tag hatte sich unsere Tochter selbst um einen Aushilfsjob gekümmert und ist nun schon ein Jahr im Ferienhof Schneider dabei. Na wenn das kein Grund zum Feiern ist :-)



Und damals auch mit Kai :-)



Wie die Zeit vergeht! Seit Montag ist sie nun schon im Besitz eines Führerscheins und bemüht sich unser Auto heile zu lassen und Sohnemann ist schon fast auf seinem Roller festgewachsen :-) Man, Man, Man. Aus Kindern werden Leute :-)

Wir flogen den Abhang runter nach Netzte und entschlossen uns, auf den Radweg auszuweichen. Die alte Bahntrasse von Korbach nach Waldeck ist inzwischen fertig und gut zu fahren, wenn die Freizeitradler nicht die Strecke belagern :-)

Vorbei am alten Bahnhof "Waldeck" fuhren wir in Richtung Edersee bis nach Affoldern und folgten der Eder bis nach Wellen.



Hier musste ich dann echt die Zähne zusammenbeißen. Ist Kai doch permanent mit dem Rad unterwegs, er fährt täglich seinen Arbeitsweg, ob es regnet, schneit, oder die Sonne brennt, bin ich doch in 2014 noch nicht wirklich zur Bergziege mutiert. Das war ein hartes Stück Arbeit und ich war froh, als der Berg hinter mir und die Abfahrt nach Züschen vor mir lag.

So kamen wir immerhin auf 78 km bei 1114 pos. Höhenmetern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,5 km/h.
Nicht schlecht Herr Specht :-)



Was folgte war Gartenarbeit und Entspannen auf der Couch und Planung für den Sonntag, allerdings Ergebnisoffen :-)

Sonntag:
stand wieder der Spaziergang mit der besseren Hälfte an. Sonnenschein, Frühling und bitte; heute nicht wieder die Standardrunde!
Ich konnte sie zu neuen Wegen überreden, den ich mir heute früh beim Aufwachen schon ausgedacht hatte:
Knorreichenstieg in Erinnerung an den gemeinsamen Edersee-Lauf mit den Freunden am 19.01.2014. Da war für so manchen/e die Welt noch in Ordnung, gesundheitstechnisch.

12:00 Uhr ins Auto, Kinder verteilt und 13:00 Uhr waren wir in Vöhl und ab ging es auf den Urwaldstieg.


Hier kommen so viele Erinnerungen auf; hier liefen Regine, Guido, Martin, Thomas, Oliver, Heiner, Jürgen und ich gemeinsam weiter und verabschiedeten uns damals von Helena, Sylwia und den Fellschnautzen.

Auch meine Frau und ich schlugen den Weg über die kleine Furtein und liefen gemütlich den Weg aufwärts bis zum Abzweig auf den Knorreichenstieg.


Nach ein paar 100 Meter wurde der breite Weg zum Singletrail und die bessere Hälfte und ich folgten dem Weg weiter.


Der Ausblick auf den Edersee ist einmalig.



Aber wir waren nicht ganz allein und musste eine Familie überholen, die genug Lärm für ne ganze Wandertruppe machten. Leute; wir sind im Wald, da will ich meine Ruhe haben.
Bald waren sie weit hinter uns und wir konnten die Natur genießen.


Als wir den Pfad hinter uns hatten und obiges Bild entstand, und wir nicht den Weg nach Scheid einschlugen, sondern am See dem Wanderweg folgten, war es traumhaft still um uns her.
Man hörte lediglich die Wasservögel und vom anderen Ufer, aus der Banfebucht, einen Specht das Holz nach Würmer bearbeiten.

Der See lag ganz still.



Als Heimweg nahmen wir den, mir noch unbekannten Weg direkt am See, unterhalb des Knorreichestieges. Schön ruhig und der Blick frei über den Edersee. Rechts klammern sich die Wurzen bizarr in die kragen Hänge.




In den Höhlen werden sich sicher Fledermäuse oder vielleicht sogar Eulen eingenistet haben!?

Dann mussten wir leider einen Toten finden. Ich glaube er hätte überlebt, wenn er den Spruch von Emil Zátopek "Vogel fliegtFisch schwimmtMensch läuft" gekannt hätte :-)


Junge! Du bist der der schwimmt, ich der der läuft. Wenn es mal wieder geht :-(

Nach fast 8 km und 2 Stunden hatten wir die Runde geschafft und meine Frau meinte: "Das könnte eine neue Lieblingsrunde werden".
Na Gott sei Dank!!!


Hier die Runde mit fast 240 pos. hm. Mal sehen, wie es der Guten morgen geht :-)
Nach unserer Runde letzte Woche, die Kaskaden beim Herkules hoch, hatte sie bis Mittwoche Muskelkater in den Wadeln *grins*


Oft haben wir über den Lauf mit den Jungs und Mädels um den Edersee gesprochen und immer wieder kamen wir zum selben Ergebnis: das war ein sehr schönes Event und wird noch sehr lange in unseren Köpfen bleiben.
In meinem auf jeden Fall!

Ein letzter Blick auf den Edersee:


und die einsamen Wassersportler:


Das muss für die kommende Woche reichen, als Motivation!

Ja, das war mal wieder die Woche des Gnü aus Zü, der mit banger Erwartung dem Dienstag entgegenfiebert. Ich hoffe, die Diagnose wird nicht allzu niederschmetternd und euch anderen wünsche ich nur das Beste.

Mit sportlichen Grüßen verabschiedet sich der Gnü aus Zü und danke fürs Lesen, ob im Bett, auf der Couch, im Zug oder sonst wo. Ich hoffe ihr bleibt mir Treu :-)

Sonntag, 2. Februar 2014

Kopf hoch ...

und Arsch in den Sattel

ging es mir am Freitag bei meinen Ausflug zum Edersee durch den Kopf.

Nicht ganz freiwillig, wollte ich doch lieber Laufen, musste ich das Rennrad anstrengen und musste an den Song von Jupiter Jones denken. Vielen Dank, Jungs. Ihr seid mir inzwischen liebe Begleiter geworden bei meinen Touren durch das Vertriebsgebiet. Tolle Texte, tiefsinnig und manchmal erst bei 2. Mal zu verstehen. Aber gut!

Starten wir am Montag. Das kann ich nämlich kurz machen. Bis Donnerstag hielt ich mich strikt an die selbst auferlegte Laufpause.
Das linke Sprunggelenk macht so arg zu schaffen, dass ich, um nicht die Jahresplanung zu gefährden, dem Fuß Ruhe verordnet habe. Und alle die mich kennen, wissen, dass das fast einer Freiheitsberaubung gleich kommt.

Früher hießen wir "Zappelphillipp" und wurden nach draußen geschickt uns auszutoben. Heute gibt es da eine medizinische Begründung und Diagnose und man verschreibt Pillen. Ist ja auch besser vorm PC und TV geparkt zu werden und mit Tabletten ruhig gestellt zu sein. Nichts für ungut, Leute. Es gibt sicher auch ernst zu nehmende Fälle, die anders nicht, oder nur schlecht, zu behandeln sind.
Ich bin leider ein anderer Typ. Ich nehme keine Tabletten und kuriere mich und meinen Körper lieber auf natürlichem Weg.

So, genug und bevor hier einer Lamentiert: es ist meine ganz persönliche Meinung.

Als ich am Donnerstag durch das Sauerland in Richtung Winterberg fuhr, bei strahlendem Sonnenschein und wunderschön schneebedeckter Landschaft, konnte ich den Arsch einfach nicht mehr still halten und musst raus. Ich habe es schon während der Fahrt gemerkt, wie es mich raus zog.


Auffahrt nach Winterberg aus Richtung Oberkirchen kommend
Kaum gelandet, umziehen, die Adidas Kanadien TR4 an die Füße und ab auf den Haus-Trail.

Mein kleines Züschen über die "Alte Wiese" verlassen und um den Hermannsberg gelaufen. Bis hierher ist alles gut. Die Füße freuten sich und der Peter ja sowas von mit :-)

Die Wellener Straße an den 3 Eichen überquert und weiter Richtung Geismar. Hier merkte ich aber auch schon wieder das Gelenk. Sch...

Also Tempo raus und etwas gemächlicher. Schon besser, aber nicht gut. Fazit: weitere Ruhe oder was kann man noch ändern?



Trotzdem war es sehr schön und die 16 km vergingen wie im Flug.

Am Abend dachte ich dann auf der Couch über eine Änderung der Laufschuhtypen nach. Vielleicht kam das ganze Problem des Knöchels ja auch von Überanstrengung, falsche Schuhe ...

Für den Petit Ballon war ich seit dem Edersee nicht mehr ganz sicher, ob die Brooks PureDrift die richtigen Schuhe sind. Ein toller Schuh, ohne Frage, aber die Ausstattung seitlicher Noppen für sicheren Tritt haben mir am Abstieg von der Kanzel gefehlt. Ist der Schuh auch prima geeignet strack geradeaus nen Downhill zu laufen, so schlecht ist er aber auch, wenn du seitlich weggehst.

Einen Salomon wollte ich ja schon immer haben. Letzte Woche konnte ich mich ja nicht durchringen. Aber heute!
Also bestellte ich mir am Donnerstag als Belohnung für einen Topp abgeschlossenen 1. Monat des Vertriebsjahres die Salomon Speedcross3.

Glücklich und voller Erwartung ging ich zu Bett und träumte von meinem Ultra-Trail in Frankreich, den ich mit neuen Schuhen laufen werde :-)

Freitag:
in Hessen Zeugnisausgabe und somit 10:30 Uhr die Kids aus der Schule abholen. Und wieder so tolles Wetter und da ich meine Aufgabenliste schon sehr fleißig abgearbeitet hatte, machte ich 14:30 Uhr kurzen Prozess und verschloss das Homeoffice. Hat schon Vorteile :-)

So saß ich, um den Fuß zu schonen, auf meinem Rennrad und genoss den Sonnenschein, trockene Straßen und ohne Wind, dafür mit den Textzeilen von oben im Kopf :-)

Mein kleines Einod verließ ich dieses Mal in Richtung Wolfhagener Land nach Naumburg und bog hier ab in Richtung Netze.
Toller Anstieg und, um nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen, lies ich es gemütlich angehen.

Auf der Höhe zwischen Netze und Waldeck angekommen hat man einen phantastischen Blick in den Kellerwald und hoch zum Schloss Waldeck. Nur bei der Kälte, 2°C, hatte ich keine Lust auf Fotos :-)

Weiter ging es rauf zum Schloss und bevor man es wirkliche erreicht, kommt der Abzweig hinab zum Edersee. Mit 60 km/h habe ich es dann gut laufen lassen, aber kalt vom Gegenwind erreichte ich den Einstiegspunkt von Claudia.

Ach, da kommen schon wieder Erinnerungen hoch.
Hier musste ich einfach das Handy für ein paar Bilder rausholen.


Blickrichtung Staumauer

Blickrichtung Halbinsel Scheid (links, unter der Sonne)

Schloss Waldeck
Es ist einfach zu schön hier :-)

Ich blieb an der Uferrandstraße stehen, lümmelte mich auf das Geländer und sah im See einem Haubentaucher zu. Ich hätte ewig stehen können. Kein Mensch, kaum Autos, kein Wind ... Stille!

Die Gedanken gingen mal wieder zurück. Vor 2 Wochen sind wir hier lang. Es hat sich so viel getan und das Erlebnis scheint so lange so weit weg :-( Seufz!

Da ich aber keine Beleuchtung mit hatte, musste ich mich sputen und lies die Gedanken frei, für den Flug über den See. Bey!

Ich machte mich auf den Weg durchs Edertal nach Mehlen und überlegte, wie weit ich die Runde ausdehnen sollte. Keine Entscheidung, unschlüssig.
In Wellen musste ich mich dann Entscheiden. Auf Grund eingefrorener Zehen nahm ich den direkten Weg über den Berg nach Züschen und verließ das Edertal.

Nach ca. 2 h hatte ich die fast 50 km geschafft und war mit mir, der Welt und allem mal wieder sehr zufrieden. Und 680 pos. hm sind ja auch nicht von schlechten Eltern :-)



Sonnabend:
das ersehnte Eintreffen der Salomon stand an.
Pünktlich, wenn alle anderen mit ihrer Arbeit durch sind, kommt dann auch mal die Bundes Post :-) 14:30 Uhr!!!

Und was soll ich sagen? Ich habe mich gefreut, wie ein keines Kind.



Sie sind da und der Gnü aus Zü weg :-)

Schatz, bin gleich wieder da. Ich muss mal ganz schnell die neuen Testen :-) Und schon war ich raus.

Und die Salomon sind echt der Hammer.
Ich habe noch nie so wenig Angst beim Downhill-Laufen und so viel Spaß gehabt.
Die Speedcross3 haben so einen tollen Grip. Egal ob seitwärts oder schnur geradeaus.



Ich konnte es mir echt nicht verkneifen, den Weg zu verlassen und es so richtig krachen zu lassen.
Man kann es auf dem Bild nicht wirklich gut erkennen, aber zwischen den beiden Bäumen durch kommt anschließend ein grün zu erkennender Abhang, ca 3 Meter tief und auf den Baum zwischen den beiden durch zu, kann man wieder den Weg in der kleinen Schlucht erkennen. Sau geil war das!



Hier kann man das vielleicht noch mal sehen :-)
So nahm ich auf den knapp 9 km jedes Dreckloch mit und sah zum Schluss so richtig fein aus. Nur die Salomon nicht mehr :-(
Dafür sind sie aber drin schön trocken geblieben und der Knöchel fand es auch irgendwie OK.

Der Entschluss steht fest: Ihr werdet mich durch den Elsass tragen und meinen ersten offiziellen Ultra-Trail in Rouffach in Frankreich mit 50 km und 2100 hm mit mir bestreiten :-)

Und als zusätzliches Highlight diese Woche: ich stehe endlich in der Teilnehmerliste :-)
Alle Befürchtungen um sonst, +Michael Mankus :-) Ich bin also an Bord und freue mich riesig auf unseren gemeinsamen Lauf. Nur bitte: gib mir ne Chance und lass ein paar Berge übrig!



Die Salomon hatten die Feuertaufe ganz gut bestanden und die
8,7 km in 5:30 min/km bei 191 pos. hm waren so schlecht dafür nicht :-)

So bin ich fast geneigt als Fazit für die 2 Wochen anhaltenden Schmerzen das falsche Schuhwerk zur Verantwortung zu ziehen.
Ich bin in der Vorbereitung auf unseren Edersee-Lauf 50 km in den PureGrit auf den Peterskopf und 8 Tage später mit den PureCadence noch mal 50 km durch den Chattengau. Dabei bin ich aber auch umgeknickt auf den besch... Straßen in Nordhessen.
Den Lauf am Edersee habe ich bei 60 km wieder mit den PureGrit absolviert und denke heute: vielleicht zu hoher Umfang und vielleicht doch zu schnell zu flache Schuhe!?

Ich werde also wieder mal eine Stufe aufsteigen, in Bezug auf die Sprengung. Wenn auch der Salomon nicht 1 Stufe bedeutet, so bekam mir der Lauf doch gut und wird gleich wiederholt.

Sonntag:
da sich irgendwie die gemeinsame Laufrunde mit Günter nicht ergeben will, lass ich es halt auch sein :-(

Nach dem Frühstück schnürte ich wieder die Schuhe, die bessere Hälfte trieb mich irgendwie da zu an!? und so bekamen die Salomon schon wieder Auslauf.

Heute sollte es aber etwas langsamer mit ner 6:00 min/km-Pace sein. Ein bisschen Schonung benötigt der Fuß dann doch :-)

Wieder verließ ich Züschen über die "Alte Wiese", hielt mich heute aber rechts Richtung 3-Länder-Eck und bog erst, auf der Höhe angekommen ab, um den Hermannsberg mal aus ner anderen Richtung her zu umrunden. 


So waren es 75 min etwas zu schnell, aber noch im Rahmen. Und mit 290 pos. hm nicht der Elsass, aber ein Stück auf dem Weg zum Ziel.

Und dann kam noch der Sonntagsspaziergang mit der besseren Hälfte und der Tochter.
Diese hat am Freitag ihre Fahrprüfung und wollte noch mal das Einparken üben. Das Schöne mit dem Notwendigen verbunden und alle kamen auf ihre Kosten.

Und auch wenn die Tochter nicht mit sich und der Umwelt im Reinen ist: es war ok! Fand ich! Aber wie das immer so ist, die Eltern stehen eh immer auf der Seite der Kinder. 
Aber wehe, wenn der meine Kleine durchfallen lässt. Dann kann der mich aber kennen lernen :-))

Na und schöne Impressionen gab es natürlich auch wieder am See. Ich liebe den ja dermaßen was von, ich könnte hinziehen!

Zulauf des Bärentalsbach


Schloss Waldeck

Halbinsel Scheid
Egal wann, egal wo; hier ist es immer schön.

Was ab dieser Woche entfallen kann, ist der Blick auf den Countdown :-)
Der ist seit Januar im Blog integriert. Ihr findet ihn hier

So bleibt mir nichts weiter euch für das Lesen meines Blogs zu danken, ob im Bett als Nachtlektüre, im Studio, oder wo auch sonst.
Ich würde mich freuen, wenn Du wiederkommst und verbleibe mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik

Euer Gnü aus Zü