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Montag, 24. August 2020

ein Läufer ...

 der nicht läuft, bei dem läuft´s nicht 😩

So fühl man sich als Läufer wie abgeschoben auf´s Abstellgleis 😕Weggeworfen, wie ein paar ausgelatschte Schuhe, im Wald stehen gelassen, ausrangiert.

2019 ein Jahr voller Hindernisse und Rückschläge.
2020 wollte der Gnü wieder angreifen.

Zurückfinden zu alter Leidenschaft. Aber wie sagt man so schön? Leidenschaft ist es, wenn es Leiden schafft.

Und Leiden hat es genug geschafft.

Unzählige Trainingspläne angegangen.

Viele Wettkämpfe in der Planung gehabt und dann doch den Plan zerrissen. Den Wettkampf abgesagt oder gar nicht erst starten können.


2020 dann nun der Supergau, wenn man so will.

Die Wettkampfplanung aller dahin, im Winde verweht, im Vorhaben aufgelöst, abgesagt, verboten.


2020 einzig den Lahntallauf noch vor der Pandemie als Wettkampf, wie man es kennt, absolviert und dann einen nach dem anderen aus den Zielen gestrichen. Wat ein Mist. Ein riesen sch...

Nicht die Startgebühr, die man vielleicht eingebüßt, umsonst gezahlt hat, nein.

Alle Hoffnung, allen Ehrgeiz, allen Fleiß, alle Disziplin, die man in die Vorbereitung hat einfließen lassen, waren umsonst.


Nun gut. Man geht als Läufer, der mit Sicherheit auch ein wenig unter Sucht leidet, so und so laufen.
Aber das Ziel ist doch immer sich mit anderen zu treffen. Freunde wieder zu sehen und dann die Leistung unter Beweis zu stellen.

Eine Urkunde und eine Medaille nach Hause bringen. Mit Stolz vorzeigen zu können, was man erreicht hat, weil man fleißig war und das eine oder andere leckere Steak nicht gegessen hat.

Nun gut. Beim Kuchen hört bei mir ja bekanntlich die Freundschaft auf. Auf den werde ich nie verzichten 😂


Aber doch ist´s ärgerlich.

Aber so ist im Kopf gereift, sich mal wieder ein wenig mehr mit dem Blog zu befassen und eine lange im Hinterkopf getragene Idee umzusetzen.

Nun kann ich das Ergebnis präsentieren:

Unter den Zielen sind nun alle, seit Start meiner Läufer-Leidenschaft, absolvierten Läufe chronologisch geordnet und absteigend sortiert 😊


Nach Jahren aufgeführt und dem Namen des Wettkampfes, mit Streckenlänge und ob abgelaufen, sind dort auch die dazugehörigen Urkunden verlinkt 😉

Vielleicht mag der eine oder andere (auch die weibliche Form) mal reinsehn und ein Statement hinterlassen!? Ich würde mich sehr darüber freuen.


Ja. Aber was geht nun im verbleibenden 2020 noch ab?

Das ist eine gute Frage 😏

Alle meine Vorhaben wurden COVID-19-bedingt abgesagt und ich denke, auch wenn das eine oder andere Bundesland noch keine abschließende Absage ausgesprochen hat, werden keine Wettkämpfe mehr stattfinden. Und so bleibt die Frage offen, ob man sich noch anmelden soll, oder ob man sich das sparen kann?


Mir bleibt nur die Hoffnung, dass mein ganz geheimes privates Vorhaben stattfinden kann.
Davon werde ich berichten, wenn es erledigt ist und ich kann euch versprechen, das wird spannend 😉

Mehr werde ich nicht verraten und wünsche allen von ganzem Herzen: bleibt gesund und ganz lieben Dank für das Lesen meines Blog und immer dran denken:
Wer sich bewegt, bewegt was!

Und wenn es nur verrückte Ideen sind 😉


Ich verbleibe mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Samstag, 27. Juli 2019

Freundschaften ...

sind wichtig und müssen gepflegt werden 😍



Zu kurzlebig ist die heutige Zeit und mit den sozialen Netzwerken vergeht sie noch schneller.
Aber soziale Netzwerke sind auch eine Chance alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen, sich wiederzufinden und vor allem sie zu pflegen.


So wie in der letzen Woche als Alex, den 
ich (leider) 1983/84 aus den Augen verlor, aus dem Nichts auftauchte.

Zum einen war mein Weggang aus Radeberg nicht unschuldig, wie auch diese doofe Mauer damals, hinter die man flüchtete 😨

Doch wenn man sich nach fast 35 Jahren wiederfindet, findet man auch ganz viele Erinnerungen wieder, die man vergessen hat und die durch das damals fehlende Equipment nicht dokumentiert werden konnten 😢


Ja. Es ist Fluch und Seegen gleichzeitig, diese Handydaddelei 😖


In unserem Urlaub in der Türkei haben meine Frau und ich einstimmig festgestellt, dass unsere Kinder irgendwie mehr Kontakt zu Mama und Papa hatten. Eine schönere Kindheit hatten?
Junge Familien waren ständig am Handy, die Kiddies spielten irgendwie allein und hatten wenig bis keine Aufmerksamkeit.


Wenn ich auf dem Rad sitze, sehe ich so oft Mamas mit Kinderwagen und/oder Hund, die, anstatt mit dem Kind zu reden, zu spielen, sich zu beschäftigen, auf ihr Handy glotzen. Blind durch die Welt dösen 😢


Also ich will mich nicht ausklammern und behaupten das ich ein Heiliger bin in der Beziehung. Ich bin sicher auch oft (zu oft) am Handy. Aber wenn wir gemeinsam unterwegs sind, ist das Ding meist beiseite oder ganz minimal in Verwendung. Zum Einfangen schöner Erinnerungen, z. B.




oder von leckeren Kuchen- und Eisbildern.






Ja davon habe ich in der Tat genug 😂😂😂


Aber zurück zu den Erinnerungen.

Das tolle ist doch, wenn man nach Jahren alte Bilder durchforsten kann und die Erinnerung zurückkommt.
Die gemeinsamen Urlaube in Holland, in Schweden, in der Türkei.







(Nein. Ich bringe keine Bilder meiner Kinder, auch wenn das sehr lustig wäre)


Ja. Ich hatte mir 2003 eine Digitalkammera geleistet und inzwischen die Sicherungen von CD in die Cloud verschoben.
Wie oft müssen wir lachen, wenn wir unsere Jugendbilder und die Bilder der Kinder sehen.


Schade, dass die Zeit vor 1989 
in digitaler Form nicht mehr auffindbar ist.

Ich denke wir würden aus dem Lachen über Klamotten, Frisuren und den schwarz/weiß-Aufnahmen nicht mehr raus kommen 😂

Unsere Erlebnisse im Freibad Radeberg, wenn wir Nachts über den Zaun stiegen 😲

Oder die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht beim Knutschen im Heuschober 😍
Oder den ganzen anderen Blödsinn, den wir damals verzapft haben.
Aber nie mit Zerstörung oder randalieren. Einfach nur Jungenstreiche 😉


Schöne Zeit ...


Und auch heute haben wir eine schöne Zeit. Nur anders. Nicht so unbekümmert, mehr Sorgen und Stress vielleicht 😨

Aber wir können sie festhalten und uns erinnern.
Wenn wir zum Beispiel unvorstellbares erreicht haben.



An Freunde, die uns ein Stück des Weges begleitet haben, oder zu solchen Sachen anstifteten 😂




und gemeinsam die Herausforderung angegangen ist.




gemeinsam neue Wege beschritten hat.




zusammen froh war, das Ziel erreicht zu haben.





oder den ersten Ultra überhaupt überlebt hat.



Ja, Freundschaften sind mir sehr wichtig und wenn ich es schaffe und einrichten kann, verabrede ich mich spontan zu einer gemeinsamen Runde.






Denn wie mein heutiges Zitat sagt:

"Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei, wie tausend Feinde zu unserem Unglück."

Darum hoffe ich, dass ich es auch in Zukunft schaffe mich mit dem einen oder anderen zu treffen. Und wenn man dann das gemeinsame Hobby noch mit einem Stück Kuchen verbinden kann ...




Dann gibt es noch die Freundschaften, die man ganz unverhofft schließt.

Vor 3 Jahren sah ich bei meiner Laufrunde einen, den ich auf die Distanz mit einem anderen verwechselt hatte und doch sind wir über diese Zeit immer in Kontakt, auch wenn Falk fast mein Sohn sein könnte 😉

Durch seine Aktivität im ortsansässigen Triathlonverein versucht er mich immer mal wieder zu neuen Herausforderungen anzustacheln, aber Zeitfahren?
Nee, dazu bin ich zu ehrgeizig und würde mich dann schon darauf vorbereiten wollen, was aber meist durch andere Ziele nicht klappt.

So haben wir es doch wenigstens geschafft, uns in meinem kurzfristigen Hitzefrei zu einer gemeinsamen Rennradrunde zu verabreden und meinen ersten 100er in 2019 abzukurbeln.

Ach war das herrlich.
Ohne Stress und vollkommen entspannt trafen wir uns in Geismar und umrundeten gemeinsam unseren "Dorfteich".


An der Uferrandstraße ging es in Richtung Niederwerbe mit dem Zwischenziel Herzhausen  zur Kuchentheke 😃
Radfahrer sind da alle gleich 😉


Natürlich wurde unterwegs auch mal angehalten und unser schönes Nordhessen in Bits und Bytes eingefangen.
Schließlich wollen wir uns auch noch in 20 Jahren daran erinnern.



In Herzhausen dann der geplante Zwischenstopp bei leckerem Mohnkuchen und einheimischem ISO-Getränk 😍

Anders, wie erwartet hatten wir auf dem Heimweg wieder einmal Gegenwind und waren froh, uns in der Eder erfrischen zu können.



Die letzen Kilometer führten uns dummerweise auf der Straße zwischen Wellen und Geismar zurück und unsere einhellige Meinung war (mal wieder): es scheint ein Sport für manchen Autofahrer, so dicht wie möglich an Radlern vorbei zu fahren 😱
Sorry: ihr seid alle nicht ganz dicht 😤
Und wenn man darüber nachdenkt, wie oft junge Mamas mit Kind im Auto dabei sind ...
Da fragt man sich, ob sie darüber nachdenken, das ihre Sprösslinge eines Tages in unsrer Situation sein könnten. Wohl nichts 😟

Die 100 habe ich voll gemacht und wie das immer so ist, wenn man mit Triathleten zusammen ist, kommen doofe Ideen und ich habe anschließend wirklich noch ne kleine 6er Runde in den Laufschuhen gedreht 😱
Aber: es tat gut und könnte ...
Nee 😃

Alles in allem machen mich solche Sachen sehr glücklich und ich bin sehr froh so viele liebe Freunde durch den Sport kennengelernt zu haben, denn einer trägt mehr zu unserem Glück bei wie tausend (dumme Autofahrer) zu unserem Unglück (hoffen wir mal, dass es nie in einem Unglück enden möge).

So danke ich in erster Linie allen Freunden, die ihre Zeit opfern, um gemeinsames zu erleben und allen anderen für das Lesen meines Blog und kann bestätigen:
Wer sich bewegt, bewegt was!
und wenn es Schmetterlinge im Bauch sind 😍


Ich verbleibe mit freundschaftlichen und sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 2. Dezember 2018

Sendepause ...

kann man es irgendwie nennen 😡



Die Ziele für 2018 sind im wahrsten Sinne des Wortes "abgelaufen"  und es heißt nun Ruhe einkehren lassen und den Füßchen eine Regenerationsphase gönnen.
Wobei 😉
Ultra-runner regenerieren im Schlaf 😃



In dem Zusammenhang sein noch mal erwähnt: wer sich in meinem Blog auf die Seite der Ziele verirrt, dem sei gesagt, dass man beim Klick auf die Veranstaltung direkt auf die Seite des Veranstalters gelangt, wer mag 😉

Ja und so ist 2018 eben durch und das letzte Ziel erreicht: der Twistesee-Adventsmarathon in Bad Arolsen-Wetterburg.

Mein letzter Wettkampf und 53. Marathon/Ultra-Marathon sollte in der Nähe zu Gnü´s Revier stattfinden und hoffentlich nicht in einer Winterschlacht enden, denn ich schrieb ja bereits, dass alles nach Oktober nicht mehr meins ist und "eigentlich" im Oktober Schluss sei, mit der Wettkampfzeit. Aber ...

2015 bin ich zum ersten Mal am Twistesee gestartet und ein Ergebnis von 3:18 machen mich auch heute noch sprachlos, denn meine langen Kanten und das Treppentraining haben mich zwar ausdauernder gemacht, aber auch deutlich langsamer.
Im Training versuche ich mal einen kleinen Sprint einzubauen und komme da auch auf eine Pace von 3:50/km, aber die "Cooldownphase" ist schon länger geworden...

Aber ich freute mich auf den Twistesee, auch wenn ich am Wettkampfmorgen eher müde und zerschlagen aus dem Bettchen kroch. Die bessere Hälfte stand liebenswerter Weise mit mir auf und gemeinsam frühstückten wir.
Ich hatte irgendwie keinen Antrieb. Kennt ihr das? Und Chefin meinte "dann lass es sein!".
Nein. Das kann der Gnü dann auch wieder nicht. Zu viele Freunde und Wegbegleiter hatten sich angemeldet und ich freute mich besonders Corinna und Alex zu treffen.

Nach 40 Minuten war ich am Startort und hatte doch echt Glück, direkt vor der Tür einen Parkplatz in dem rar gesäten Angebot zu ergattern.

Kaum in der Halle angekommen traf ich auch schon Gerhard, der sein Marathon-Debüt gerade an der doch nicht ganz so einfachen Strecke geben wollte.

Ich empfing meine Startnummer, der Transponder und den Adventskalender, über den ich mich wirklich freue 😊


Gleich darauf hatte ich Corinna und Alex erspäht und wir begrüßten uns freudig.


Corinna hatte sich für den Frühstart entschieden und musste gleich los und Alex übergab mir ihre liebe Plätzchenschale 💜


Ganz lieben Dank, aber so kann man seine Mitläufer aus ausknocken 😂

Ich traf noch so einige andere, die mir dieses Jahr des öfteren über den Weg gelaufen sind, oder mit denen ich den einen oder anderen Kilometer gemeinsam abgehöppelt bin.
Zum Beispiel Jürgen und Martin von Bilstein-Ultra und Stefan vom Brocken-Marathon die ich auf der Strecke auch mehrmal ein- und überholte.

Mein neues Handicap ist doch tatsächlich das Wasserlassen geworden. Ich denke, wenn das nicht wäre, könnte ich bestimmt 5 Min schneller sein.
Wer muss auch schon nach jedem VP raus? Bis km 21 brachte ich es tatsäcjlich auf 4 Mal 😩.


Nach kurzweiliger quasselei mit Alex hieß es auch für uns so langsam an den Start zu schleichen.

Den Weg dahin legte ich mit Stefan und seiner Frau zurück, die freundlicherweise immer mal an der Strecke auftauchte und mich in Bits und Byts einfing.

Pünklich 10:30 Uhr erfolgte recht unspektakulär das Startsignal und wir liefen an der rechten Uferseite entlang 42,195 km entgegen.

Um aber ganz ehrlich zu sein: die ersten 3 Kilometer musste ich wirklich hart mit mir kämpfen, nicht auszusteigen. Manchmal ist es halt so. Da kommt keine Freude auf und man würde am liebsten einfach die Startnummer abreißen und stehen bleiben.
Aber wie sagte Margitta mal? Wer einmal DNF hat, der tut es leichter wieder. Nein, das werde ich dann doch nicht tun und hoffte auf den verbleibenden 39 km den Spaßfaktor noch zu treffen.


Naja. Zur Strecke gibt es nicht viel zu sagen: Nordhessisch halt 😊
Waldautobahn und freie Feldpassagen, auf denen der Wind teilweise übel waren.
Aber! Es kam zum Glück die Sonnen hinter den Wolken vor, wenn sie auch nicht mehr zum Wärmen taugte. Aber so kalt, wie ein Dezember sein könnte, war es zum Glück nicht.
Zum Glück!
Denn Herr Gnü, der sonst so penible Taschenpacker, hat doch tatsächlich seine ComresSport Unterhose vergessen und musste so in ner normalen Baumwollslip auf die Distanz.

Oh nein. Das kann böse enden dachte ich. Wenn kalt wird, wirdßs kalt am A...
Und von der Chance sich einen Wolf zu laufen wollen wir mal ganz schweigen.
Zum Glück hatte ich Vaseline dabei und konnte so wenigsten was gegen das Wundlaufen tun, was gut geholfen hat 😉


Bei Kilometer 21 hatte ich zu Beginn der 5 Kilometer-Schleife um den Jeppenteich Corinna eingeholt und konnte ihr so für die nächsten 21 alles gute wünschen.


Wenn ich mir überlege, wie oft ich hier schon mit dem Rad lang bin ...

Irgendwie habe ich auf der ganzen Strecke nicht wirklich den Spaßfaktor getroffen, der eigentlich aufkommen sollte, wenn ich durch Wald und Flur hecheln darf und so war ich wirklich froh, als Kilometer 31 erreicht war und es "nur" noch bergab hieß.


Ich ließ es einfach nur noch laufen, auch wenn ich meine Bergabspezialitäten nicht wirklich ausspielen konnte 😩

Auf den letzten 2 Kilometern überholte mich, mit dem Ziel vor Augen, auch noch die Frau mit ihrem langen Zopf 😊, die ich unterwegs eingesammelt hatte.
Frauen sind eben die besseren Läufer!

Wo Männer an den Anstiegen gegangen sind, sind Frauen gelaufen 👍

Dann war es endlich geschafft und ich konnte die Stopptaste drücken.

Nach 3:51:03 hatte ich die 42,195 Kilometer im Sack und freute mich über die Medaille und das gesunde Finisher-Buffet aus Schoko-Küssen und Glühwein 😂



Endlich mal was vernünftiges 😂😂😂
Und die Sonne kam auch wieder hinter den Wolken vor 


Somit ist das Jahr nun abgelaufen und die letzte Medaille schmückt die Wand an Gnü´s kleiner Fitnessecke


Nach einer kurzen Dusche unter wiederbelebenden Eiswasserstrahl 😷

Ging´s noch mal an das All you can eat-Buffet zur Stärkung.


Alex kam hinzu und gemeinsam warteten wir auf Corinna, denn ohne mich für den Plätzchenteller zu bedanken, wollte ich natürlich nicht verduften.

Wir quasselten noch ein bisschen und dann machten wir uns alle auf den Heimweg.

Was mir aber beim Lauf noch durch den Kopf ging: mich mal von ein paar abgelaufenen Schuhen trennen zu müssen.


Also tat ich das und sage euch Adios Amigos. So viele Kilometer sind wir gemeinsam durch "Dick und Dünn" gegangen. Haben Anstiege erklommen und sind manchmal halsbrecherische Donwnhills hinabgepfeffert. Danke euch für eure treuen Dienste 😊

Die Ausbeute den Jahres kann sich auch sehen lassen und so manche Medaille erfüllt mich ein bisschen mit Wehmut.


Rouffach beim Trail Petit Ballon zum Beispiel oder die von den Bergischen 5. Diese besonders, denn immer, wenn ich im Bergischen Land unterwegs bin, muss ich zwangsläufig an diesen tollen Lauf denken und mit welch liebevoller Hand er vorbereitet wurde. 2020 wieder? Mal sehen.

Nun ist also erste einmal Schluss und Ruhe kehrt ein und die Vorbereitungen für das große Event 2019, TBT TeneriffaBlueTrail, laufen und der eine oder andere Lauf sind bereits fest im Plan eingetragen, wer ihn lesen mag.

Euch sage ich ganz lieben Dank für das Lesen meines Blog und kann euch nur wieder bestätigen:
Wer sich bewegt, bewegt was!

Und wenn es manchmal Gedanken ans Aufgeben sind ...

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Montag, 29. Oktober 2018

Abbuzze ...



Auch wenn das nicht mein Lieblingsfilm ist und Badesalz nicht gerade zu meinen Favoriten zählt, war es doch das erste, was mir am Sonntag im Ziel durch den Kopf ging 😳 

Doch von Anfang ...

Im letzten Jahr hatte ich den Röntgenlauf nicht beendet und bin bei km 42 raus.

Mehr als enttäuscht und mit wirren Gedanken im Kopf und habe ich mir die Worte von damals sehr zu Herzen genommen:

Dies ist nicht die richtige Zeit für Fragen,
und auch nicht die richtige Zeit für Tränen.
Dies ist nicht die Zeit zu schlafen, jetzt wo wir gerade kämpfen,

und dies ist nicht die Zeit zu sterben.

(Fury in the Slaughterhouse)

Ich habe einiges geändert, um nicht von den Gedanken gequält zu werden und mich letztlich auf meine 3. Teilnahme in Remscheid sehr gefreut.

Die Vorbereitung lief mit dem Brocken-Marathon und dem Marathon auf dem RothaarSteig nahezu perfekt.

Zudem sollte es fast ein kleines Klassentreffen werden, denn es hatten sich viele der Teilnehmer der Bergischen 5 angemeldet.

Katja, die Gewinnerin, wollte kommen, die Rennmaus Sabine, Tanja und ihr Henning, der schon die Strecke von Duisburg nach Remscheid zu Fuß zurücklegte. Das ist mal als Warmlaufen zu bezeichnen 😂
Ebenso hatte sich Britta und Andreas angekündigt.

Meine liebe Treppenfreundin Tanja, die ich leider verpasst, und Micha aus HH, der ebenfalls noch ne Rechnung offen hatte, waren gemeldet.
Am Freitag erreichte mich die Meldung von Ingmar, dass er erkältungsbedingt absagt und auch unser Klassenlehrer Oli sagte leider sehr kurzfristig ab.


Am Freitag war der Peter allein zu Haus. Da denkt er sich was feines aus, ist mein Motto, wenn die Chefin, die immer aufpasst, dass ich nicht übertreibe, mal nicht da ist.

Sie verließ mich übers Wochenende 😭 und der Gnü ...

Übertrieb es natürlich ...


Am Freitag nach ner anstrengenden Woche ab in die Laufschuhe und einen letzten Lauf.

Es lief so gut, dass daraus 18 hügelige km wurden.



Wenn´s aber auch so schee is...






Sonnabend ein paar wichtige Erledigungen gemacht und ab auf´s MTB.

Planlos durch Nordhessen und in Naumburg mal Richtung Hasenacker. Dann muss ich doch tatsächlich ein Schild vom "HabichtswaldSteig" entdecken und diesem folgen.
Die Folge war, dass auch die entspannte MTB-Runde mit 52 km hügeliger wurde, als geplant.



Dafür war ich mal wieder an der Elbe-Quelle 😍




Was eine schöne Ecke und der Gnü musste einfach sitzen bleiben und die Stille genießen.




Und was ganz fest steht ist, dass die Strecke für mein großes Ziel 2019, TeneriffaBlueTrail, unter die Laufschuhe genommen wird 😉




anstatt unter die schwarzen Pneus.


Am Abend ging es mit PePP (PetersEigenePastaParty) beizeiten in die Heija, denn 4:30 Uhr sollte der Wecker klingeln.




Wer mag, hier ist das Rezept:


KIDNEYBOHNEN Á LA AFRIKA


ZUTA­TEN:
5–6 Toma­ten
1 Dose Kidneybohnen
2 Zwie­beln
1 EL Son­nen­blu­menöl zum anbraten
1 EL Erdnussbutter
2 TL Sam­bal Oelek
1 TL Kumin (=Kreuzkümmel)
3 Knob­lauch­ze­hen
150 g Basmatireis
Salz, Pfef­fer
Den Reis kochen. Die Toma­ten gut waschen und in grobe Wür­fel schnei­den. Die Zwie­bel und den Knob­lauch (sepa­rat) fein hacken.
Das Öl in einer Pfanne erhit­zen und die Zwie­beln gla­sig düns­ten. Die Toma­ten hin­zu­fü­gen und das ganze bei mitt­le­rer Hitze ca. 5 Minu­ten „ein­kö­cheln“ lassen.
Jetzt den Kreuz­küm­mel, den Knob­lauch, das Sam­bal Oelek und natür­lich die Boh­nen hin­zu­fü­gen. Die Tem­pe­ra­tur noch­mal etwas hoch­fah­ren und die Erd­nuss­but­ter hin­zu­ge­ben. Das Ganze noch wei­tere 2–3 Minu­ten bei mitt­le­rer Hitze köcheln las­sen. Mit Salz und Pfef­fer abschmecken.
Den Reis auf den Tel­lern anrich­ten und die Soße drü­ber­ge­ben. Feeeeeer­tig! Karibu!


Wie immer ist die letzte Nacht doch eher nur ruhen, anstatt schlafen und so war ich vor dem Wecker munter.


5:00 Uhr ins Hotel Henry und bei vielversprechenden 2°C ging´s in Richtung Remscheid 😱



Oh ha, das Einpacke der Handschuhe und Mütze war doch eine kluge Entscheidung. Nur dass das noch nicht ausreichen sollte, stellte ich erst später fest 😕 Ich bin schon ein echtes Weichei geworden. Oder wer hat Ende Oktober schon die Sitz- und Lenkradheiung an 😱

7:00 Uhr landete ich überpünktlich an der Schwimmhalle und natürlich sichert zeitiges Kommen gute Plätze 😊

Empfang der Startunterlagen und schon gab es ein Gruppenbild, mit denen, die auch schon da waren.



Tanja, Katja und Henning waren wohl auch ein bisschen aufgeregt 😀
Leider sollte das (fast) das einzige Bild an dem Tag bleiben.

Es war einfach zu kalt und der schneidende Wind ließ die 3°C wie -2 bis -4°C empfinden.
Über meine Handschuhe von CompresSport hatte ich zum Glücke noch die wind- und wasserdichten Radhandschuhe gezogen, weil ich an den VP´s das verschütten der Getränke nicht auch noch dazu kommen lassen wollte. Es war ne gute Entscheidung.

Was kann ich sonst erzählen? In der Sporthalle gesellte sich ein Typ zu uns und stellte ein paar anfänglich komische erscheinende Fragen: Der wie vielte Marathon das sei? Wie viele Schritte man da wohl mache?
Auf was wir uns am meisten freuen würden?
Und so weiter und so weiter. Auf meine Frage, ob er auch mit liefe, stellte sich heraus, dass er im Auftrag der örtlichen Kirche eine Ansprache halten würde.
Okay ...

Ich machte mich auf den Weg zum Startbereich und hatte ihn schon vergessen, als ich ihn reden hörte.
Und was hörte ich?
Viele Antworten auf seine Fragen.
Das uns jemand an die rechte Hand nehmen werde und uns bei den vor und liegenden 65.000 Schritten führen würde.
Uns bei den zu bewältigenden 63 km begleiten und auf uns achten werde.
Es folgte ein abschließendes Gebet.
Wieder dieses Gefühl und unweigerliche Nässe um die Nase, auch als Atheist.

Was bewegt Menschen, uns mit diesen Worten auf den Weg zu schicken und wieso begleiteten mich die Worte von Armin die nächsten 6 Stunden?



Ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Zeilen liest und danke dir sehr für deine Worte 😌
PS: es waren 67.500 Schritte.
Ich lag also ganz gut 😉

8:30 Uhr fiel der Startschuss und mit Katja und Bine sortierten wir uns weiter hinten ein, um den Halbmarathonis den Vortritt zu lassen. Aber es ist wie immer: sie ziehen einfach.
Unser Plan war eigentlich ein ruhiger Jahresabschlusslauf.

Der 10 km Split zeigt, was ich meine:



Es lief einfach zu gut und die ersten 10 km fühlte ich mich wirklich sehr gut.

Bei km 8 erblickte ich zum ersten mal das Pilgerschild und dachte an Armin, und dass das auch etwas war, worauf ich mich freue.



Ja. Ich gestehe, dass ich ihm im Vorbeilaufen einen Kuss aufdrückte, denn auch mein Haus steh am Jakobsweg, wenn auch nur an einem Zuweg.

Wie auch dieses Bild vom Etappenlauf von den Bergischen 5 stammt, stammen auch viele Erinnerungen von da:
vorbei an den vielen ehemaligen Schmieden und Kotten und am Gasthaus Zillertal.






Es war wirklich schön. Schön kalt 😖
Auch wenn gegen 9:30 Uhr die Sonne raus kam und uns, wenn auch nicht an der rechten Hand führend, so  doch gefühlte 1000e Kraniche begleiteten. Pünktlich zur Zeitumstellung verließen sie uns gen Süden und gern wäre ich mit ihnen gezogen.

Wir aber mussten gegen einen fiesen Wind ankämpfen der nur im Wald weniger zu spüren war, doch wenn wir diesen verließen echt sehr übel war.
Aber es nützt ja nichts zu jammern, selbst wenn man genug Grund gehabt hätte.

Und den hätte ich bestimmt gehabt. Habe ich Depp mir doch am Freitag dummerweise ein Stück vom Schneidezahn abgebissen. Und ob das nicht schon blöd genug wäre, beiße ich mir bei den vor Kälte tauben Lippen auch noch so derbe drauf, dass es die nächsten 10 km sehr stark geblutet hat, was es auch nicht einfacher machte. Also wurde das nachführen von fester Nahrung eingestellt und der EnergyCake von 7:30 Uhr musste reichen 😲
Reicht er natürlich nicht, bei ca. 6500 verbrannten cKal. 😯
Was sich ebenfalls in der immer langsamer werdenden Pace wiederspiegelte.

Nur noch ins Ziel kommen war mein Ziel. 
Kilometer 42. Das Halbmarathonziel im Schwimmbad Eschbachtal htte ich mit der gleichen Zeit wie im Vorjahr nach 4:11 h erreicht und in dem Wissen nun noch mindesten 2 Stunden vor sich zu haben, war schon sehr hart. Aber aussteigen war keine Option, wenn ich an die Tränen zurückdenke und das Gefühl, die anderen weiterlaufen zusehen ...

Kilometer 50 und passieren von Bergisch Born, die Erinnerung an einen hier ansässigen Kunden und dem Wissen, jetzt auf eine zähe Asphaltpassage auf dem alten Bahndamm nach Marienheide zukommen, machten es auch nicht einfacher.
Ich überholte einen Läufer der Feuerwehr in Ausrüstung und Sauerstoffflasche auf dem Rücken. Anerkennendes Schulterklopfen und ich kämpfte mich weiter.

Zäh. Sehr zäh ging es weiter zum nächsten VP. Ich versuchte wenigstens ausreichend Flüssigkeit zu zuführen, auch wenn es leider nicht immer an allen VP´s warme Getränke gab, was natürlich im Wald und oft fern von Stromversorgungen, nicht zu erwarten war.
Trotzdem waren die Verpflegungspunkte wie immer gut besetzt und liebe Menschen kümmerten sich gut um uns. Wer stellt sich schon bei den Temperaturen freiwillig in die Landschaft und friert sich die Füße ab. Also man kann den Helfern nicht oft genug "Danke" sagen!!!


Gerade noch denke ich an Katja und schon kommt sie hinter mit angelaufen. Frisch, kaum zu erkennen, dass sie auch gegen die Bedingungen ankämpft.
Wir haben ein paar Worte gewechselt und ich musste sie ziehen lassen, wie ich schon zu früher Stunde Andreas habe ziehen lassen. Michael habe ich genau so wenig zu Gesicht bekommen, wie auch Jens schon wer weiß wo war.
Wie sich später herausstellte waren alle schon im Ziel zu dem Zeitpunkt und ich hatte immer noch ca. 3 km vor der Brust.
Von Spaß konnte schon lange keine Rede mehr sein und ich war tatsächlich am ernsthaften überlegen, warum ich mir so eine Sch... eigentlich antat.

Ich fühlte mich scheiße, wollte nicht mehr. Ich stellte meinen Start beim noch bevorstehenden Advendsmarathon am Twistesee in Frage, und ob ich nach dem großen Wunsch Teneriffa überhabt noch laufen möchte. Ich glaube hätte mir einer was besonderes geboten, ich hätte alle meine Laufklamotten in dem Moment verschenkt ...

Das letzte Stück und die letzten 1000 Meter.
Ein paar flinke kommen vorbei geschossen, haben ja nur 5 oder 10 km abzuhecheln und wir?
Es kommt noch eine Dame mit Ultra-Startnummer und will mich überholen. Aber nen. So weit lasse ich es nicht kommen.
"300 Meter vor Ziel nicht mehr!" Presse ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und gehe in die Endbeschleunigung.

Endlich. Letzte Linkskurve, letzte Rechtskurve und Micha ruft mir zu. Stopp.
Endlich Stopp.
Ich bekomme die Medaille um den Hals gehangen und es kommt keine Freude auf.
Ich will nur noch unter eine warme Dusche. 
Klatsche Katja ab, die lächelnd ihr Bier schlürft.
Ich habe darauf keinen Durst. Nehme das Teilchen, was wir gereicht bekommen, gehe zu Mich. Wechsel ein paar Worte und verdrücke mich unter die Dusche ...



6:35 Stunden für die 63,3 km waren für mich enttäuschend, wenn auch nicht für alle nachvollziehbar.
Aber ich hatte anderes erwartet und hätte das auch sicher unter 6 Stunden geschafft, wenn ...

Ja wenn.
Woran lag´s?
Wetter?

Die Marathons davor?
Der Lauf vom Freitag?

Die Radtour?

Ich würde heute, wo ich die Zeilen niederschreibe sagen: an einer Überlastung liegt/lag es nicht, denn ich habe keine Einschränkungen heute und könnte sicher laufen. Aber ich werde es nicht tun. Ich fühle mich gut. Es war vielleicht eine Mischung aus allen Einflüssen und eine Absage des letzten Wettkampfes habe ich inzwischen wieder verworfen 😲

Abbuzze ...
Weitermachen!



Schließlich war das Ergebnis gar nicht soooo schlecht 😉



Platz 74 der Männer bei insgesamt 308 Finisher und Platz 23 in der AK45 ist doch ganz passabel.

Allerdings stelle ich mal eine erneute Teilnahme in Frage, aber man soll ja niemals nie sagen.

Was ich sage ist Dankeschön, für das Lesen meines Blog und hoffe dass ich euch ein paar Eindrücke eines doch sehr harten Laufes vermitteln konnte.
Ich würde mich freuen, wenn ihr einen Kommentar hinterlasst und sage euch:
Wer sich bewegt, bewegt was!
Und manchmal sind es nur Lücken zwischen den Zähnen, die mein Zahnarzt heute wieder verschlossen hat 😁


Ich verbleibe mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü