Sonntag, 3. November 2013

nu isses passiert ...

denke ich und summe so vor mich hin:
"Du hast ja ein Ziel vor den Augen,
damit Du in der Welt dich nicht irrst,
damit Du weißt, was Du machen sollst,
damit Du einmal besser Leben wirst."

Aber das Warum kommt am Freitag.


Wochenstart am Montag:


mit Laufpause.

Dafür um so mehr Stress daheim. Verliert die bessere Hälfte doch ihr Portemonnaie.  Shit. Karten sperren, Rennerei. Ist ja fast wie auf dem Trainingsplan: langer Dauerlauf ;-)
Leider nur sitzend am Telefon :-(


Dienstag:
ExtremAutoFahring ;-(
220 km ins bergische Land
430 km ins bayrische Land


Oh Mann.

Dafür hatte ich die Lauftasche als erstes in den Kofferraum gelegt. Hat man wenigstens keine Ausrede :-))
Angekommen in Amberg, Zimmer beziehen, Peter umziehen und ab mit dem Jungen an die frische Luft. Auto-Stress ablaufen.


Sonntag fiel der lange Lauf zu Gunsten des Wandertags mit der besseren Hälfte aus und wollte heute nachgeholt sein.

Ich wollte an die 20 km laufen mit besonderem Augenmerk auf die Armarbeit und Fuß-Disziplin.
Bis km 6 alles im Lot, außer dem GPS-Signal, das war irgendwie schon in Feiertagslaune in Bayern.
Dann traf ich einen Lauf-Kollegen, mit dem ich vor etwa einem Jahr schon mal hier gelaufen bin.

Ja Hallo und bla bla bla, ihr kennt das ja. Läufer sind ein bisschen wie Frauen. Nicht nur für jeden Lauf Schuhe im Regal, auch quatschen und schnattern wie selbige,  so dass in 5 km alle Wettkämpfe des letzten Jahres mit Endzeiten, Einbrüchen und ausführlicher Analyse besprochen sind ;-)
Dann ist er auch noch ein Lauf-Kollege eines Arbeitskollegen.
Die Welt ist schon klein.




Unterm Strich 18 km

Pace 5:20 min/km
Saucony Jazz16 (mit Blutfleck)

Am Abend lecker mit meinem lieben Kollegen Ralf aus Dresden in der Pizzeria Trattoria Rustica eingekehrt und so viel zu erzählen gehabt:-) Toller Abend. Lieben Dank, falls Du dies lesen solltest!


Mittwoch:

Super tollen Termin mit Kunden und sehr erfolgreich. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Zum Mittag hat uns der werkseigene Koch vom feinsten mit Salat und Riesengarnele, Kalbsfilet und Dessert verwöhnt, so dass ich natürlich noch mal Laufen musste.


Und weil die Runde gestern so schön war:




Noch ein mal 17 km

Pace 5:18 min/km
Saucony Jazz16 (immer noch mit Blutfleck)und dieses Mal mit Stirnleuchte und Hecklampe, bevor ich in Bayern von den Mountenbikern überfahren werde, die auch kein Licht haben :-((
Kann dan den Ramsauer schon ein bisschen verstehen. So viel Geld sollte sein!

Zu Abend im Kupferpfandl den nächsten leckeren Fleischklops verdrückt.


Donnerstag:

Laufpause. Dafür eine super Marathonsitzung gehalten, wieder vom Koch verwöhnt (siehe oben) und 17:00 Uhr in Richtung Hessen aufgebrochen.
Den Weg schien sich halb Bayern vorgenommen zu haben :-(

Freitag:

durften die Hessen ran und das Land vor der Pleite retten :-)

Aber das war nicht das heutige Highlight!

Wie sage ich immer? Ziele definieren und aufschreiben.
So hatte ich für den heutigen Tag einen Termin seit Wochen im Kalender stehen: Anmeldestart für den 14. Müritz-Lauf rund im den größten See Deutschlands.
Und nu isses passiert! 



Ich bin für meinen 1. Ultra angemeldet! 78 km AM STÜCK!!! Ich glaube, ich habe sie nicht alle. Wie ich das der besseren Hälfte beibringen soll, weiß ich auch noch nicht. Die Strategie dazu wollte ich mir beim Laufen überlegen.

Aber irgendwie lief es heute nicht so gut.




Puls zu hoch, die Füße zu schwer. 

Aber diese Tage gibt es nun mal und einen Einfall hatte ich auch nicht. Kommt Zeit, kommt Rat!

Wir saßen dann irgendwie alle zusammen und fingen an, den Urlaub für 2014 zu planen. Ha, das ist die Chance :-)

Also: Ich hatte dann, dann und dann vor dort, dort und dort zu laufen. Ach und dann könne wir doch gleich ein paar Tage gemeinsam ohne Kinder die Mecklenburgische Seenplatte länger mit unserer Anwesenheit quälen. Und? Ohne Diskussion! Super gemacht Peter :-))

Sonnabend:
die bessere Hälfte musste schaffen, der Sohn pennt, die Tochter ist beim Freund. Also schnell die hausmännische Pflicht erledigen und raus!

Vorher wollten ich mit +Guıdo Strauß seine Idee des Updates der Community-Rubriken abstimmen.
Das möchte ich hier mal ausdrücklich sagen; das war seine Idee und dafür möchte ich ihm an dieser Stelle mal Danke sagen :-)

12:00 Uhr dann die Trinkblase gefüllt, Energieriegel und Rosinen in den Rucksack, denn heute sollte es mal ein bisschen anspruchsvoller werden.

Bis zum 7GM sind nur noch 35 Tage und so einen echten Trainingsplan hatte ich mir nicht erstellt. Dieser Lauf soll mein erster Landschaftslauf werden, ohne Zeitvorgabe. Mir geht es darum, zu erkennen, was geht und wie es geht. Aber für die 796 pos. hm sollte man schon etwas tun :-)) und nachdem die Anmeldung für den Müritz-Lauf amtlich ist ...

Da auf meiner sonstigen Trail-Runde die Herren der bewaffneten Waldaufsicht Jagt auf meine gutmütigen Freunde, das Reh und das Wildschwein, machten, musste ich auf eine neue Runde ausweichen.

Ich startete in Züschen mit Richtung Heimarshausen. Diesen Weg bin ich schon oft mit dem MTB gefahren und hatte die Idee, den Weg mal abzulaufen. Aber irgendwie fehlte immer der Mut.

Nach ca. 5 km waren die 1. 170 hm im Kasten. Vorbei an der Heidenbluteiche folgte ein 3 km langer Abwärtslauf nach Königshagen.


Hier musste ich mich das erste Mal entscheiden: zu Fuß kurz halten, oder wie mit MTB?
Ich entschied mich für die kürzere Strecke, die zum Schluss aber genau so lang war :-( Egal!

Weiter ging es in Richtung Böhne. Hier, auf der Kuppe hinter dem Ortsausgang von Königshagen hat man einen tollen Blick auf die Ausläufer des Kellerwaldes.


Am Rand der Hügelkette erkennt man das untere Staubecken bei Affoldern und ohne Nebel hätte man den Peterskopf auf 540 m ünN besser erkennen können.
Ich ließ die Straße rechts liegen und lief den kleinen Teerweg weiter, ohne zu wissen, wo er lang ging.
Aus dem Teerweg wurde eine Schotterpiste, aus dem Schotter ein Feldweg, bis er schließlich genau in diesem endetet. Nun gut, hab ja extra die ADIDAS Kandian TR4 angezogen :-)
Quer durch ein trockenes Flussbett und ich hatte wieder Waldweg unter den Füßen, allerdings auch gefühlte 10 kg Feld. Pause! Schuhe abklopfen!


Weiter, ein paar km lagen schließlich noch vor mir.

Geht es euch auch so, dass ihr etwas nervös seid, wenn ihr neue Strecken lauft, unbekanntes Gebiet so zu sagen?
Also ich merke das sehr deutlich am Puls und am Kopfkino.

Ein Stück folgte ich der Landstraße in Richtung Bergheim, bis mir dies auf dem Asphalt zu doof wurde und ich schlug mich wieder querfeldein zum Waldweg durch, den man von der Straße aus sehen konnte. Diesem folgte ich bis Bergheim und fand ihn ausgesprochen schön.

Im Ort konnte ich einen wohl letzten Farbtupfer einfangen:


Und einen Blick auf den jüdischen Friedhof:


In Bergheim selbst dann wieder kurz unentschlossen: weiter über den Radweg an der Eder entlang, oder wieder ab in den Wald. Wald hieß die Entscheidung, was sich als richtig gut herausstellen sollte, aber nur für die hm :-))

Am Wochenendimbiss folgte ich den Schildern "Thermalquelle" und "lieh" mir beim Bauern noch einen Apfel, da meine Rosinen ihr Dasein schon hinter sich hatten. Der war sehr lecker!

Das Zeichen auf dem Boden kannte ich. Dies wird mich Heim tragen:


Aber da sollten noch "ein paar hm" vor mir liege. Nämlich die nächsten 5 km mit 200 positiven. Ich war schon stark am Ende und musste öfter für ein "Foto" anhalten :-))



Die "7 Buchen" habe ich mehrfach gezählt. Stimmten!

Weiter ging es dem Weg folgend durch die "Hühnerpfalz". Es war ein richtig toller Weg, schön gedämpft zu laufen durch die vielen Blätter.

Dann hatte ich es geschafft:

Am Waldesrand offenbarte sich der Blick nach Züschen hinein. So langsam wurde es auch Zeit. Die Trinkblase war fast leer und einen Riegel hatte ich auch schon gegessen. Die Strecke hat irgendwie schon geschlaucht.

Nach dem Beenden der Aktivität wusste ich auch warum:

22 km
540 pos. hm
2:15 h mit 12 min. Pause.
Das war immerhin noch eine Pace von 6:00 min/km. Genau wie geplant.
Aber die hm waren so nicht gewollt. Egal, gemacht ist gemacht!


Nur noch raus aus den Klamotten, unter die warme Dusche und Kaffee mit der besseren Hälfte :-)

Sonntag:
war in soweit mal nichts geplant, aber da hatte ich wohl vergessen, das unsere Austauschschülerin aus Polen kommt. Sch...
4:30 Uhr aufstehe und in Kassel abholen.
Gemacht und wieder zurück in die Kiste. Der Lauf hatte mich wohl doch mehr gefordert, als ich mir anfänglich zugestehen wollte.

Zum Wochenabschluss folgte natürlich wieder der sonntägliche Spaziergang mit der besseren Hälfte. Nicht lang, aber der eisige Wind ließ auch nicht wirklich mehr zu.




Noch ne Runde durch den Schlosspark der Garvensburg gedreht und heim.

Die Wochenleistung war ja so schlecht nun auch nicht, für ohne Plan :-)
4 x Laufen
1 x Wandern
In Summe 80 km in KW 44 und dazu noch in 2013 die 6000 km-Marke geknackt. Alles zusammen, bevor hier wieder Missverständnisse aufkommen. 2013 bereits 2230 km gelaufen und 3370 km mit den Rennrad/MTB können sich doch sehen lassen. Das bedeutet, das die 7000 km noch zu knacken sind :-)

Ja. Ansonsten war die Woche sehr erfolgreich; privat, sportlich und auch beruflich konnte ich wichtige Meilensteine setzten für das nächste Jahr. Letztlich sichert uns das unsere sportlichen und privaten Ziele. Und das macht es ja aus: alles irgendwie unter einen Hut zu bringen!

Was kommt nächste Woche? Mit Sicherheit nicht so viele km, wie in dieser, aber einiges muss ich noch tun, da am Sonntag der 4. Airport Run "RUNWAY 06" mit +Thomas Höttecke in Paderborn auf dem Plan steht und bis zum Siebengebirgsmarathon und Edersee-Lauf ist´s so lang nun auch nicht mehr hin.

Bleibt der Blick auf den Countdown für 2013:


In diesem Sinne danke ich fürs Lesen und freue mich, wenn Du wieder kommst.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht EU-Staaten

Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 27. Oktober 2013

Reinkarnation ...

dachte ich so, als mir der Post der letzten Woche durch den Kopf ging.
War die letzte Woche noch vom Job dominiert, wendete sich diese Woche das Blatt und mein Bewegungsdrang stand wieder im Vordergrund :-) Auch dem Urlaub sei Dank!

Montag:
beendete ich die Renovierung und tat die letzten Handgriffe. Einzig die sonst unbeanspruchten Muskeln des sitzenden Außendienstes taten kräftig weh.
Das schreit nach besserer Nutzung der +Runtastic Apps, die es ja nun zur Genüge gibt :-)

Die bessere Hälfte ist zufrieden und die Katzen hat ihren angestammten Platz auch wieder eingenommen und pennt auf dem Sofa :-) Was soll sie auch sonst tun, bei dem Mistwetter heute?




Dienstag:

hörte ich im Radio, dass die Weinlese am Böddiger Berg starten soll. Jupp, da hat der Gnü aus Zü doch gleich ein Ziel für´s schon zu lange nicht genutzte Rennrad.



Eine tolle Runde durch den Chattengau solltes es geben.


In Züschen gestartet ging es nach Fritzlar. Hier betreibt die Firma Hengstenberg eine Konservenfabrik und derzeit fahren die Traktoren unablässig Kohl hinein. Hat zur Folge, dass es wie immer im Herbst nach Sauerkraut riecht.

Weiter ging es nach Wabern. Südzucker hat hier eine Zuckerrübenfabrik. Auch hier fahren derzeit die Bauern beständig ihre Ernte rein. Wonach riecht es dann? Nach kandierten Zucker. Eh, da bekommst du erstmal mächtig Appetit :-) und denkst an den Weihnachtsmarkt (in 8 Wochen ist es soweit).




Weiter ging es Richtung Felsberg. Vorbei an mehreren Fischteichen und einen tollem Blick auf die Felsberg




Traumhaft.


Genau so traumhaft ging die Tour weiter auf dem Ederradweg nach Böddiger, um die Weinleser sehen zu können.




Ich bin dieses Jahr ja schon so einige km den Böddiger-Berg, am kleinsten Weinberg Nordhessens, vorbeigekommen und wollte es nicht verpassen, zu sehen, wie die Trauben geerntet werden.



Leider waren die Leser schneller fertig, was bei der Größe des "Weingutes" und den vielen fleißigen Helfern ja auch kein Wunder ist.

Ich folgte dem Ederradweg weiter bis Neuenbrunslar und Deute. Von da an ging es schon fast wieder heimwärts Richtung Gudensberg. Eine kleine Extraschleife über Edermünde/Besse musste aber noch sein. Wie der Name sagt, mündet hier die Eder in die Fulda um sich später bei Hann. Münden in die Weser zu ergießen.


Hinter Kirchberg kam der letzte Anstieg nach Lohne und der Blick zurück in den Habichtswald und den Hessentum bei Niedenstein.

Mittwoch:
sollten dann die Laufschuhe wieder ran.
Auch wenn ich keinen Marathon mehr in 2013 auf Zielzeit laufen möchte, sind die Ziele doch definiert. Und eines heiß: 08.12.2013 Siebengebirsmarathon mit +Michael Mankus und +Horst Strelzig 

Ich nutze den "Haustrail", um die Brooks PureGrit mal wieder ins Gelände zu entführen.


Immerhin habe ich es auf eine zügige Pace von 5:22 min/km bei 450 hm gebracht. Und das bei fast 20 km. Prima, das sieht gut aus denke ich bei mir.

Donnerstag:
weil das am Mittwoch so geil war, gleich noch mal.
Das war aber eine Fehleinschätzung und zuviel erwartet :-(

Als Schuh wählte ich heute mal den ADIDAS Kanadian TR4 und nahm die Trinkblase auf den Rücken.
Der Lauf am Mittwoch machte mir mal wieder deutlich, dass das Trinken gerade bei der Pace und den hm wichtig ist.


Kurz vor dem Zieleinlauf mussten mir auch noch ein paar Spaziergänger begegnen. Manche Gesichter sprechen Bände, auch wenn man nichts sagt! Aber eure Gesichter sagten mir ganz klar, was ihr von mir denkt, mit meinem Trinkrucksack und durchgeschwitzt.
Aber wenn Ihr wüsstet, was ich von euch denke ...

Ich schaffte "nur" 15km mit 400 hm, aber dafür einer Pace von nur 6:00 min/km. Na und? Gemacht ist gemacht!

Freitag:
dafür nur ein lockeres 60 Minuten Dauerläufchen in den Brooks Defyance6. Neue sind in Planung, aber das 4. Paar in diesem Jahr? Die bessere Hälfte reißt mir den Kopf ab!


Ganz easy 11km in einer Pace von 5:11 min/km und ganz entspannt daheim gelandet.

Sonnabend:
standen mal keine häuslichen Verpflichtungen an und die bessere Hälfte schickte mich mit dem Rad los. Kommt ja selten genug vor, aber manchmal muss man die Gelegenheit eben beim Schopf packen.

So machte ich das MTB klar und wollte mal wieder an den Edersee, hoch zum Peterskopf. 
An diesen hatte ich ja noch schlechter Erinnerungen, als ich mir beim letzten Erklimmen eine üble Erkältung eingefangen hatte.

Ich für von Züschen über Heimarshausen in Richtung Königshagen. Oberhalb Böhne hat man den ersten Blick runter nach Affoldern zum unteren Staubecken (im Vordergrund), hoch auf den Peterskopf (rechst am Bildrand neben der Schneiße die Bergkuppe) und weit hinein in den Kellerwald (links hinter dem Staubecken).


Ich bin jedes Mal von dem Anblick fasziniert.

In Affoldern wurden neue Kellerwald-Tore aufgestellt.


Ein beschwerlicher Aufstieg beginnt hier :-)
Von 210 m ünN kommend geht es die folgenden 6 km hoch auf 540 m ünN. Und das über nasses Laub und unbekannten Untergrund.



Aber wenn man am oberen Staubecken angekommen ist, wird man mit einem tollen Ausblick belohnt.


Links unten sieht man den Edersee und und am Fuße des Berges das Terrassenhotel (im Schatten der Wolke). Hier werden mit der Com zum Edersee-Lauf auf den Kellewaldsteig abbiegen :-) Man, wie ich mich darauf freue :-)
Im Hintergrund des Sees ist auf der Bergspitze der Funkmast vom "Hohem Gras" bei Kassel erkennbar. Rechts daneben, neben der Schneiße, kann man den Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe erkennen.

Ich vertilgte meine Banane, während ein 2. Biker wortlos an mir vorbei fuhrt (Depp), und machte mich wieder auf den Weg.

Ich umrundete das Staubecken, um auf dem Weg zum Tannendrisch zu kommen.

Nach 2,5 km erreichte ich mein nächstes Ziel, was ich für den Kellerwald-Lauf geplant hatte.


Von hier aus ging es nur noch bergab bis Emdenau ins Wesetal.
Erfahrungsgemäß bläst hier immer ein Fön durch das Tal, sodass ich mit kräftigem Rückenwind und bestem Sonnenschein bis Giflitz flog.


Nun, es waren zwar "nur" 48 km, aber ich war echt froh, als ich den letzten Berg von Wellen nach Züschen geschafft hatte.


Nun nur noch Duschen und Kaffee mit der besseren Hälfte und leckerem Mohnkuchen :-)

Sonntag:
stand bereits fest: eine kleine Wanderung mit der besseren Hälfte. Wir waren schon sehr lange nicht mehr gemeinsam am Edersee und so machten wir uns beizeiten auf den Weg.

Ich packte kleine Flaschen und 2 Äpfel in den Trinkrucksack und lies die Blase daheim. Noch die dünne Windjacke und die Kellerwald-Karte dazu und ab ging die Post. Ich wollte mit der lieben Frau mal neue Wege beschreiten. Aber es ist eben nicht so einfach die Komfort-Zone zu verlassen:-)

Der Weg den ich geplant hatte war eben ein Wanderweg: Wiese, geschottert, Waldweg. Ohje. War das ein Drama. Ich werde nicht mehr dazu schreiben.

Wir kämpften uns durch den auffrischenden Wind auf dem Buchenblatt-Weg aufwärts in Richtung "Dicker Kopf". Entlang des Eschelbachs gingen wir der 400er Höhenmarke folgend in Richtung Westen.



Irgendwie ist der Wanderweg nicht optimal ausgeschildert und so musste ich mehrfach das Smartphone anstrengen, mir den Weg zu weisen :-( 
Was haben wir nur beim Bund gemacht, ohne Handy?

Irgendwann sichteten wir wieder mal einen Hinweis auf den Buchenblatt-Weg und kamen so zum Tannendrisch. Denn das sollte das Ziel sein.


Hier hat man ein Kohelmeiler-Modell nachgebaut.


Gern wäre ich noch weiter zur Banfe gelaufen, aber 1. waren die Beine schwer und 2. verhieß das Wetter nichts gutes: es zogen immer dunklere Wolken von Süd-West auf.
Also nahmen wir den Weg abwärts nach Emdenau und machten uns auf dem Heimweg.


Wir folgten bis Kleinern der geplanten Kellerwald-Lauf-Route und wurden auf der Straße angekommen schön eingweicht :-(

Die Runde sah dann so aus:


Im Edertal wurden wir dann mit einem tollen Regenbogen belohnt und waren doch froh wieder daheim zu sein :-)


So liegt eine Woche voller Aktivitäten hinter mir und die nächste wird genau das Gegenteil bringen: Dienstreise und Kundentermine :-(
Aber der Laufbeutel kommt mit nach Amberg. Wie immer :-)

Bleibt der Blick auf den Countdown:


Das heißt: in 2 Wochen werde ich +Thomas Höttecke dann endlich mal kennen lernen und die Zeit bis zum 7GM vergeht ja auch wie im Flug.

In diesem Sinne danke ich fürs Lesen und freue mich, wenn Du wieder vorbei kommst und verbleibe mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik

Euer Gnü aus Zü

Dienstag, 22. Oktober 2013

Metarmophose

denke ich am Donnerstag so ...

Während Erwin, der in der AK55 in Essen sich mit 3:00:53 in der Marathondistanz den 3. Platz sichern konnte, sich die Wunden in der Türkei leckt, bin ich mal wieder zum Workaholic mutiert ;-(

Irgendwie muss man ja das Geld für seine Hobbys verdienen und so habe ich in der Woche 1 nach Essen das Training hintenan gestellt und mich voll in die Arbeit gestürzt. In der Wochensumme kam ich so auf 55 Stunden aber nur auf 22 Trainingskilometer :-((
Und am Wochenende sollte es noch schlimmer kommen.

Montag:
Von echten Schmerzen will ich nicht reden. Vorsorglich habe ich mir aber den Tag im Büro reserviert. Ist ja nicht so, dass man hier nichts zu tun hätte :-)
Nach erfolgreicher Telefonakquise und Terminplanung dachte ich mir, dass die Oberschenkel vom Sitzen nicht besser werden.
Also ne kleine Runde zum Lockern gedreht.


Ganz locker 6,5 km mit den Brooks Defyance6 und ner Pace von 5:45 min/km

Dienstag:
Powerworkday 6:00 - 18:20 und Laufpause :-(

Mittwoch:
Wiederholung vom Vortag aber mit Laufen :-))


Fahrtspiel auf meiner kleinen Haustrailstrecke.
8 km mit einer Durchschnittspace 5:20 min/km mit den Brooks PureGrit.
Die Defyance6 sind Geschichte und müssen dringend ersetzt werden.

Donnerstag:
Den Termin vom Dienstag in Worte fassen. Unglaublich: ich saß von 14:00 Uhr bis 21:30 Uhr dran :-(
Danach war ich einfach nur noch TOD

Freitag:
Endlich bei der besseren Hälfte das Versprechen eingelöst: nach meinem Marathon in Essen wird das Wohnzimmer renoviert!


So, dann hätten wir das Geheimnis auch gelüftet. Obwohl mir alle eure Hinweise gefallen haben, und die meisten waren echt witzig :-)

Nach den Vorbereitungen zum Renovieren hatte ich auch wieder keinen Bock mehr zum Laufen
:-(

Sonnabend:
richtig rangeglotzt und am Abend musste ich, trotz Muskelschmerzen die ich in noch keinem Marathon oder einer Vorbereitung darauf hatte, raus.

Das Wetter war einfach zu schön (und ich konnte nur immer wehmütig nach draußen schielen).


Die Belohnung folgte auf den Fuß


Ich liebe den Herbst. Die Luft ist so sauber, riecht nach nassem Laub und wenn die Buchenwälder anfangen zu brennen ...

Und die Wildgänse sind nun auch schon auf dem Weg in den Süden.
Heißt: der Winter kommt.



Sonntag:
hatte ich eigentlich erst einen längeren Lauf geplant.
Aber was soll ich sagen?
Es ging nicht!
Wirklich. Mir taten sowas von die Oberschenkelrückseiten weh. Das ständige Hinknien, Schieferplättchen schneiden, Auf, rauf auf die Leiter, runter von der Leiter, von vorn ...

Aber eins war: das Marathondebüt von +Thomas Klähn in Dresden.
2012 bin auch ich hier gestartet und wollte in meiner Heimatstadt Sub 3:30 laufen.
Aber ersten kam es anders und 2. als man denkt ...

1.
2 Runden, musste ich lernen, bedeuten besondere mentale Vorbereitung, die ich nicht vorweisen konnte.

2.
Brücken. Die muss man auch trainieren. In Dresden sind 3 Brücken 2 x zu erklimmen und diese Brückenköpfe können steil sein!

3.
Gruppe suchen. In der 2. Runde läuft man das Käthe-Kollwitz-Ufer Richtung "Blaues Wunder". Ich hätte es wissen müssen, als Dresdner: Gegenwind. Aber wenigstens das hatte ich mir bis Essen behalten und konnte wie bereits berichtet am Wendepunkt bei km 15 die Gruppe nutzen, um gegen den Wind etwas besser an zu kommen.

Aber +Thomas Klähn hat gefinisht. Und das Zählt. Klasse Thomas! Bald sehen wir uns auf unserem Com-Lauf am Edersee :-))

Was ist das Fazit der Woche?
Man muss auch mal dem Sport Sport sein lassen und seine Versprechen erfüllen!
Heute sitzen wir im frisch renoviertem Wohnzimmer, neue Farbe, neue Lampen, neues Design und neue Heimkinoanlage. Hat sich echt gelohnt und die bessere Hälfte ist auch wieder befriedigt.
Wobei: fragt sie doch heute: "Wann machen wir denn das Schlafzimmer? Und Küche könnte auch ..."
Eh, also weißt du! Da reichst du den kleinen Finger. Schwupps, ist der Arm samt der linken Körperhälfte wech ...

Bleibt der Blick auf den Counter, denn Ziele sind dazu da, eingehalten zu werden. Und wie macht man das? Definieren und AUFSCHREIBEN!!!


Denn als nächstes treffe ich endlich +Thomas Höttecke in Paderborn und dann steht ja auch noch der 7GM im Dezember mit +Michael Mankus an.

Und die Vorbereitungen laufen ja schon auf Hochtouren für unseren Edersee-Lauf. Dank +Jürgen Weinreich gibt es inzwischen eine Teilnehmerliste, die sich schon füllt mit Hotelbuchungen und Mitreisenden. 
Den Shuttle-Bus habe ich nun auch schon reserviert und somit ist die Grobplanung abgeschlossen.
Ich freu mich riesig drauf und noch mehr würde ich mich freuen, wenn die besseren Hälften der Teilnehmer/innen auch recht zahlreich mit kommen würden.
Wir (Läufer) sind ja nun schon ein sehr eingeschworener Haufen und sicher ist es bei anderen so wie auch bei mir, dass die Liebe immer mal wieder argwöhnisch nach links blickt, was man da so schreibt und postet. Von daher fände ich es schon wichtig, wenn es nicht nur ein Com-Lauf wird, sondern ein kleines Fam-Treffen!

Bis zur nächsten Woche verbleibe ich mit sportlichen Grüßen

Euer Gnü aus Zü

Montag, 14. Oktober 2013

es kommt auf die Sicht der Dinge an ...

das ist das Fazit der vergangenen Woche :-)
Wie komme ich darauf? Das kam so ...

Wie immer begann die letzte Woche vor meinem Herbst- und Saison- und Städtemarathonabschluss mit der Erholung und mentalen Vorbereitung auf den Sonntag.


10 Wochen bedeuten eine enorme Belastung auf uns alle. Nicht nur der Athlet, das Material, nein auch das soziale Umfeld haben einiges zu ertragen.


Montag: Laufpause. Diese hielt ich in den zurückliegenden Wochen auch ein und sind mir gut bekommen.


Dienstag:

60 min Dauerlauf in einer Zielpace 5:30 min/km. Das ganze, klar zum Testen, in den Saucony Jazz16.



Die Brook Defyance6 sind definitiv durch, also müssen am Sonntag die Saucony ran. So der Plan ...


Mittwoch:

letztes Intervalltraining im Marathontempo
3 x 1500 m
Zielpace 4:35




Ich habe es ja nun wirklich lieben gelernt, dieses Intervalltraining und konditionell bin ich deutlich besser geworden. Nicht nur die Freude am schnelleren Laufen, auch die Möglichkeit des längeren schnellen Laufens ist deutlich zu spüren. Ach, ihr werdet mir fehlen, ihr Intervalleinheiten :-)


Donnerstag:

vorletztes Jogging 50 min. mit Steigerungen. 
in einer Zielpace von 6:00 min/km habe ich immer noch nicht herausgefunden, worin die Steigerung bestehen soll. Also habe ich die mir schon bekannte Haus-Trail-Strecke rausgesucht und die Brooks PureGrit in den Wald verführt:-)




Na die haben sich vielleicht gefreut. Bei leichtem Nieselregen und 9°C war es eine echte Freude durch den Wald und um die Pfützen zu eiern.


Freitag:

Laufpause und so langsam auf den WK mental vorbereiten.

Die mentale Vorbereitung haben wir, meine bessere Hälfte und ich, uns dann im Kino und "Sein letztes Rennen" reinziehen wollen.

Nur wer denkt, hier einen Film über das Marathonlaufen mit doofen Sprüchen al´a Hallervorden präsentiert zu bekommen, der irrt. So auch ich/wir.

Der wirklich einzige für uns gewinnbringende Teil des Film ist die Aussage: "wer stehen bleibt, hat schon verloren!"

Na gut; das wissen wir ja schon länger. Und was vlt. noch als Fazit des Films herausgehört werden kann: wir (Läufer/Marathonis/Extremisten) werden nie verstanden. Im Film in der Form von mit Inhaftierten Bewohnern des Altenheims, und bei uns allen anderen, das soziale Umfeld :-)

Alles in allem ein toller Film über das Alt werden in Würde und der gegenseitigen Akzeptanz für alle Splins, die wir uns im Lauf eines Lebens angewöhnen.


Im Anschluss haben wir die Jugend von Kassel im Enchilada beobachtet und haben leider feststellen müssen: wir werden Alt. Ohne weitere Kommentare bitte!!!


Sonnabend:

Nach einer erholsamen Nacht und für mich ausschlafen bis 7:45 Uhr, gemeinsamem Frühstück ohne Kids (waren alle Außerhalb nächtigen) rückte die Abreise immer näher.




Die Taschen standen gepackt im Flur und die Nervosität stieg. Bis meine bessere Hälfte dies auch schon merkte und mich raus jagte :-)


Also dann mal das MTB in den Kofferraum, denn ich will mein Auto in Essen stehen lassen --> bin ja zum Laufen da :-)


12:00 Uhr gings los. Bis Bochum kein Thema und dann: Vollsperrung A40 wegen Brückenabriss. OK. Kein Stress. Mit einer Stunde Verspätung bin ich dann doch endlich im Hotel Brendeney angekommen.

Und gleich beim CheckInn den ersten Laufkollegen getroffen.

Zimmer bezogen, Sachen gerichtet und ab mit dem Rad und der Handy-Navigation zum Baldeneysee.


Ich hatte mich ja schon im Vorfeld so sehr auf Essen gefreut: Villa Hügel, Krupp, Industriekultur.

Und wie ich so der Navi folge lese ich auf einem Hinweisschild:



Geil Man, ich bin endlich in der Nähe des so geschichtsträchtigen Ortes.


Nächste Querstraße rechts abbiegen, sagt Susi. OK. Dunkle Straße durch einen Wald: Berenderger Mark. Und was kommt dann?

Der Hintereingang zum Gästehaus.



Und wieder denke ich: wenn mir vor 24 Jahren mal einer erzählt hätte, ich fahre hier dran vorbei und werde in weniger als 12 Stunden einen Marathon in Essen laufen, den hätte ich für vollkommen durchgeknallt erklärt, oder man hätte uns beide eingesperrt!!!


Weiter geht es den Berg abwärts und so langsam kommen Zweifel auf, ob die Wahl des Rades für den Weg nach dem Lauf zum Hotel die richtige sei.


Vorbei ging es weiter an einem netten Kleinod "Zur Kluse".




Im Sommer und bei Sonnenschein bestimmt eine nette Lokalität: hier muss man im Sommer also noch mal mit der besseren Hälfte her!

Und dann stand ich endlich am morgigen Startbereich:




Und viele fleißige Hände waren mit dem Aufbau beschäftigt, so auch am Ziel:




Ach ja: und Messe gab es auch :-(




Das war ja schon fast lächerlich für eine Stadt mitten im Pott. Und dabei liebe ich es vorm Event den Geist des Ortes auf mich wirken zu lassen. 3 Modelle Schuhe und ein paar Klamotten an einem Stand.

Also mal ehrlich; da ist ja in der nordhessischen Provinz Kassel der Teufel los. OK, ich bin voreingenommen, aber Kassel ist für mich wirklich eine supertoll organisierte Veranstanltung (bin ja auch schon wieder gemeldet).

Bei der Startunterlagenausgabe ist dann auch noch irgendwie untergegangen, dass ich einen eigenen Champion-Chip habe. Das haben die netten Damen und Herren aber wirkliche sehr kulant und kostenlos geändert. Also das will ich hier aber auch gleich ausdrücklich sagen: für das Umfeld und die Messe und sonstiges kann der Veranstalter sicher nichts, aber die Organisation war wirklich gut, wenn man endlich die Sporthalle gefunden hatte :-)




Zwischendurch noch ein paar Eindrücke vom See gesammelt; ist ja schon ne Chice Gegend, gell?!




Nur das Wetter dürfte gern etwas besser werden. Es war recht kalt und trüb. Nieselregen macht ja nichts, aber bitte etwas wärmer.

Aber wie heißt es so schön: 1. kommt es anders ud 2. als man denkt?!

Beim Käffchen und Kuchen habe ich dann den Laufkollegen aus dem Hotel neben mir stehen und schon kommen wir ins Gespräch. Er kommt aus Hünfeld bei Fulda und heißt Erwin. Da hatten wir auch schon ein Thema: Wasserkuppen-Lauf. Fachsimpeln über dies und das, persönliche Ziele (er Sub 3:00 und ich Sub 3:15)und so weiter. Irgendwie verstanden wir uns sofort und da lag es nah, dass wir uns für die gemeinsame Joggingrunde verabredeten und machten uns wieder auf den Weg zum Hotel.




Da Erwin in einem Laufverein ist, konnte er mir nun endlich auch mal Tipps zum Jogging mit Steigerungen geben. 
Also in 6:00 min/km Pace einlaufen und dann kurze Sprints mit 150 m reichen. Aha! Besten Dank!

Einen Termin hatte ich dann noch: Pasta-Party am See.

Nach dem Duschen und Blick an den Himmel: mit dem Auto. So ein Mist. Im Nachhinein stellte sich das aber als ein guten Zufall heraus.
Ich nutze nämlich die Zeit zu einem Abstecher zur:

Villa Hügel :-))


Ich dacht, das kann doch nicht sein, hier darf man einfach so einfahren!




Na gut, dann mal so weit wie man kommt. Und ich kam ganz weit.

Auf einmal stehe ich kleines Würstchen vor der Krupp-Villa. Ich fasse es nicht, ich bekomme Gänsehaut.




Das kann man doch nicht mehr steigern! Doch, man kann!




Schicken wir doch gleich noch Graf Zeppelin vorbei. Leute! Echt! Gleich ka... ich mir in die Hose. Das gibt es doch gar nicht.




Und da steht er: Alfred Krupp. Für mich einer der innovativsten Unternehmer, die in Deutschland gelebt haben. Jaja, jetzt kann man auf die Kriegsmaschinerie und Rüstungsindustrie der Vergangenheit kommen, das will ich hier nicht in Abrede stellen und auch nicht bewerten. Für mich war die unternehmerische Sicht der Dinge viel wichtiger: Kindergärten, Krankenkasse, Einkaufsgenossenschaften... 

Und nun mal ganz weit ausgeholt: das hat doch einer in der DDR kopiert. Betriebskindergärten und Konsum gab es bei uns auch, und subventioniert wurden auch die Dinge des täglichen Bedarfs :-)



Anblick

Einblick
Ausblick
Nach einer kleinen Runde an dem historischen Gemäuer vorbei bin auch schon weiter zur Pasta-Party, nicht ohne mir zu versprechen: hier müssen wir mal länger her.

Ja, aber was ich dann erleben musste, hat den Eindruck von der Marathon-Messe nur noch verstärkt.

Pasta: ja
Party: nein

Wat dat denn? Riesen Zelt, 6 Mann/Frau. Gibt es nichts mehr, oder was ist los?
Also Freunde: 5,-€ für ne Portion Pasta fand ich ja ehrlich auch schon heftig, vielleicht liegt es ja da ran. Ich rede mir ein, dass schon alle durch waren und ich zu spät komme. Aber nachdem, was noch in den Chafing-Dishes war ...
Aber es war wirklich seeeehr lecker, von daher hat es sich schon gelohnt und war günstiger als im Hotel für 12,-€. Und satt geworden bin ich auch :-)

Und dann kam die Erkenntnis meines Lebens und der Post zum Titel:

Am Nachbartisch saß eine Familie, sie dunkelhäutig, kleiner süßer Fratz dabei, wie Mama und Papa weiß mit ner Äthiopien-Jacke, sprachen französisch und da war ich dann nicht mehr im Bild :-) Aber sie waren sehr süß zu beobachten. Irgendwann ging Papa Nachschlag holen und wir kamen am Tresen ins Gespräch.

Er ist der Zugläufer für den Favoriten Florian Neuschwander. Seine Aufgabe: ihn in 1:09 über die ersten 21km zu bekommen. Autsch, das tat weh :-(

Aber dann sagte er etwas sehr interessantes: er hat sehr großen Respekt vor den Freizeitläufern, die 3 Stunden und länger laufen. Er/Sie (die meisten Athleten) sind dazu nicht in der Lage. Nach 1:20 Std sei der Akku leer.
Das ist ja ein Ding: wir werden von denen also genau so beobachtet, wie wir uns an ihnen orientieren und uns fragen, wie geht das? In der Zeit diese Strecke!

Es hat somit wirklich was mit der Sicht der Dinge zu tun, der Eine kann nicht so lang, der Andere nicht so schnell. So muss/kann eben nur jeder nach seiner Leistungsfähigkeit!!!

Diese Aussage ging mir am nächsten Tag auf den 42.195 km immer wieder durch den Kopf, und lässt mich auch heute noch nicht los.

Nach meiner 2. Portion Pasta bin ich wieder ins Hotel, und habe meine Klamotten hergerichtet. Ich habe es wenigstens versucht, denn die Wetteraussichten ließen eine endgültige Planung am Abend nicht zu. Regen bis 11:00 Uhr, ab 11:00 sonniger und Wind mit 11 km/h.
Also das wird ne harte Nummer. Ich hasse es, wenn es zieht und so dick anziehen will man sich ja auch nicht.



Na denn, ab in die Kiste und gute Nacht Essen: bis Morgen.


Wie immer unruhig geschlafen, 5:00 Uhr hellwach und draußen ...
Regen. Sch...

Bis zum Frühstück noch im Bett rumgewälzt und leider kein HR-Fernsehen, also auch kein Ironman Hawai.
Eigentlich wollte ich wegen des Regens mit Erwin zum Start fahren, aber es hörte auf, zu regnen. Prima, dann also doch mit dem Rad.

8:15 Uhr machte ich mich dann auf den Weg. Ich war froh, dass ich alles an Klamotten für wirklich jede Jahreszeit dabei hatte.
Fliesjacke an, Softshell drüber, Winterlaufmütze auf den Kopf und Handschuhe an!!! Wirklich: Handschuhe.

4 km und 8 Minuten später rollte ich durch den Start-Bereich :-) über die Brücke Richtung Umkleide.
Und was entdecke ich da an einem Hinweisschild?


Der Jakobsweg. Mitten durch Essen. Ich bin Platt. Gerade lese ich "Zwei Esel auf dem Jakobs-Weg" von Tim Moor. Sehr unterhaltsam. Zufälle gibt es. Und der nächste Zufall lässt nicht lang auf sich warten.
Ich wollte mich ja mit +Jürgen Weinreich treffen. Wir haben uns bis jetzt im realen Leben noch nicht getroffen und hatten den Startbereich als Treffpunkt vereinbart. Als ich durch einen kleinen Grünstreifen fuhr: plötzlich ein Gesicht, ein Blick: Jürgen? Peter? Jippie. Endlich. In der Realität angekommen und ich denke vom ersten Satz an: gleiche Wellenlänge.

Und wir hatten so viel zu erzählen. Über Com-Shirt-Aktion, Com-Aufkleber, Wasserkuppen-Lauf und der anstehende Edersee-Lauf. Dies und Das, die Unterstützung innerhalb der Com und die vielen Motivationen. Und das Dasein von Jürgen war meine Motivation heute. Danke noch mal, dass du da warst, mich abgelenkt hast und auf meine Klamotten-Tasche aufgepasst hast :-)) Super lieb von dir und natürlich auch Danke, dass deine Frau dich hat gehen lassen :-)

Und dann passierte was ganz unerwartetes. Ich kuck so in die Menschen an der Seite, kurzer Blickkontakt, nichts gedacht und auf einmal: " sag mal, bist du nicht Peter?" Steht doch +Sonja Holtrichter vor uns. He, das ist ja Klasse. Mini-Com-Treffen und auch noch unverhofft.


Kurzer Snack, sie läuft in der Staffel und nach den besten Wünschen geht es auch schon fast los.

Ich positionierte mich in der Nähe des Zug- und Bremsläufers, denn ich hatte ja ein Zeil: Sub 3:15. Darauf hatte ich trainiert, das war der Plan.
Na und irgendwann kam dann endlich auch der Startschuss und die 910 Marathonis setzten sich in Bewegung. Insgesamt nahmen ca. 3000 Läufer und Läuferinnen teil.

Der Zugläufer trabte los und irgendwie fand ich es zu schnell. Ich konnte zwar locker laufen, aber bei km 1 und dem Blick auf die Uhr wurde mein Gefühl bestätigt: 4:15 min/km. Buff, zu schnell. Was jetzt? Mithalten, oder zurückfallen und den eigenen Stiefel? Ich entschied mich fürs mithalten. Das sollte sich mal wieder als Fehler herausstellen.

Vom Ziel ging es in östliche Richtung weg auf die B224 Richtung Solingen, bogen dann links über eine Brücke nach Werden ab. Durch den Ort ging es unter Beifall und Kirchenglockengeläut wieder an den Baldeneysee Richtung Kupferdreh.
Bis km 13 hatten wir uns bei 4:20 min/km eingepegelt und näherten uns dem Wendepunkt bei km 15 auf der B227.
Hier kamen uns bereits die Favoriten entgegen. Alter. Die hatten ein Tempo drauf. Und mein Tischnachbar von der Pasta-Party vorn weg. Super Schritt. Da komme ich nie hin :-(

Nach dem Wendepunkt ging es straff gegen den Wind. Wir fanden uns im Windschatten und hielten uns ganz rechts der Straße, um den Windschatten der Bäume auch noch zu nutzen. Aber diese knapp 3 km haben echte Kraft gekostet. Die Pace ging merklich nach oben. Bei km 22 waren wir nur noch bei 4:40 min/km und es sollte noch besch... werden.
Wir kamen wieder am Startbereich vorbei und +Jürgen Weinreich hat es irgendwie geschafft, mich in Bild und Ton festzuhalten.

Es ging in die 2. Runde. Und das, das ist nun mal gar nicht mein Ding. Das ist mir ja bereits in Dresden zum Verhängnis geworden und sollte sich auch hier weider als mein mentales Problem darstellen.
Am Ende von Werden hatte ich irgendwie meinen Zugläufer hinter mir gelassen und so kämpfte ich mich bis km 28 allein durch. 
Ich hatte für Essen und dem Tempo bedingt meine Taktik geändert und bin während des Trinkens weitergelaufen und musste also häufiger an die Wasserstelle. Bei km 28 verpasste ich aber die reichende Hand und musste ohne weiter. Nächster VP sollte aber erst kurz vor km 35 kommen. Also durchhalten.
Dann holten mich auch noch der Zugläufer ein. Was ist das denn? Der ist frisch, der ist neu. Die wechseln hier die Brems- und Zugläufer. Das ist ja der Hit. Die sollten sich mal was in Kassel abkucken. Ne, ne, ne

Aber es war eigentlich schon egal. Bei der Wende am km 15 ist glaube ich meine Socke verrutscht und bei km 36 wurde es am linken großen Onkel warm :-( Sch... Offen!!!
Erst war es ja nur unangenehm, aber bei km 38 war es fast nicht mehr zu ertragen. Peter, sach ich mir: Halt durch. Und als ob das nicht reicht, wurde meine Trinktaktik auch noch mit dem anderen Blasendruck betraft. Bei km 38 musste dann diese auch noch entleert werden. Pipi-Pause :-(
Die Zielzeit Sub 3:15 war nicht mehr zu halten. Abschminken. Haken drunter.

Bei 39 kam mir dann Florians Zugläufer entgegen. Ein kurzes Hallo und aufmunternde Worte halfen aber nicht mehr wirklich.

So sehnte ich nur noch das Ende herbei und war heilfroh das Schild zu sehen.


Hier hörte ich, obwohl ich schon fast vorbei war, Jürgen, der mich auf den letzten Metern noch mal anstoßen wollte. Per Video für die Nachwelt festgehalten.

Letzte Kurve um die Tribüne und dann war es geschafft. Die Zieluhr zeigte 3:17:xx und war nicht per Gedankenübertragung zum stehenbleiben zu bewegen, genau so wenig, als das einer die letzten 2 km weggestrichen hätte :-(

Also die wirklich letzten Körner mobilisiert, das wenigstens die 18 fällt. Und es hat geklappt.
Das amtliche Endergebnis meldet 3:17:53. Peng. Deutlich unter 3:20 aber trotzdem am geplanten Ziel vorbei.
Egal! Ich bin letztlich doch sehr zufrieden und glücklich mit der erreichten Zeit.

Im Zielbereich traf ich dann +Jürgen Weinreich wieder, der mich natürlich zu der Leistung herzlich beglückwünschte. Leute, ich bin doch nur einfach gelaufen. Mit ein wenig Übung könnt ihr das auch.
Als vorläufige Erinnerung bleibt ein tolles Bild und die vielen netten Worte :-)))



Noch ein Finisher-Foto und dann musste ich dringend aus den nassen Klamotten raus.


Wir hätten wirklich noch so viel zu erzählen gehabt. Um so mehr freuen wir uns auf unseren Edersee-Lauf im Januar 2014.

Wir trennten uns im Bereich des Starts. Jürgen musste zur S-Bahn nach Duisburg und ich musste ja mal irgendwie unter ne Dusche. Upps, da lag ja noch ein Berg mit dem Rad vor mir. Aber ich habe es geschafft :-)

Gegen 16:00 Uhr verließ ich dann mit Medaille um den Hals Essen Richtung Heimat.
Die lieben warten ja auch noch auf den Sieger :-)

Auf so einer Autofahrt geht einem dann ja so einiges durch den Kopf.
Was kommt jetzt?
Was sind die nächsten Ziele?

Ja und ein Beschluss steht fest: das war die letzte Jagt nach neuen persönlichen Bestzeiten.
Die nächsten Läufe werden neue Ziele haben, Landschaft, Natur, Ultra, Trail :-)

Was bleibt ist der Blick auf den Countdown:


Somit bleibt mir nur allen zu Danken für die tolle Unterstützung, den moralischen Beistand während der letzten 10 Wochen der Vorbereitung auf dieses Event und für das Lesen meines Blogs.

Wie der in Zukunft weiterlebt? Ich kann es noch nicht sagen. Er wird nicht sterben, das ist sicher ...

Danke fürs Lesen und kommt bitte wieder.

mit sportlichen Grüßen

Euer Gnü aus Zü