Sonntag, 29. Dezember 2013

Mehr als 42.195 ...

sagte das Gefühl diese Woche.
Kenn ihr das? Wenn sich ein Gedanke in euch festsetzt und ihr so von ihm ergriffen seid, und er euch nicht mehr loslässt? Du schläfst damit ein, du wachst damit auf, du hörst es beim Laufen ...

So langsam habe ich alle als "Gut" bewerteten, literarischen Motivation unterstützende Bücher zum Thema gelesen. Nun sollte es so langsam ans Tun gehen.

Montag:
startete wie die letzte Woche abschloss; mit einem Lauf <20k.
Damit wollte ich diese Woche auf über 100 km kommen, doch es kam anders.



Es sollte meine übliche Strecke werden nur dieses Mal entgegengesetzt, wegen der Abwechslung und so ...
Ich machte den Trinkrucksack klar, steckte Riegel und Rosinen ein und machte mich auf den Weg.

Ich verließ Züschen in Richtung Heimarshausen und bog auf die "Alte Wiese" ab, zuerst ein Mal nur Berg auf. 
So hatte ich nach 4 km fast 190 pos. hm und folgte den Wegweisern Richtung Bergheim auf einem tollen Singel-Trail.



Ich fand wieder sehr schöne Grenzsteine, die das Fürstentum Waldeck vom Bistum Paderborn und Mainz trennten.



Ich musste unweigerlich an +uli benke denken, seinen Besuch in Nordhessen und unsere gemeinsame Tour um den Edersee. Dabei hatten wir den historischen Grenzsteinpfad oberhalb Naumburgs gekreuzt und gemeint, diesen mal abzufahren. Vielleicht klapp es in 2014?

In Bergheim angekommen folgte ich rechtsseitig der Hauptstraße dem Waldweg in Richtung Böhne. Unterwegs merkte ich, wie mir der Schweiß den Rücken in die Hose lief.
Da es mit 9°C recht warm war, hatte ich mich für die kniefreie Hose und die Komressionsstulpen entschieden. Ich dachte, das kann nicht sein, dass die Hose die Nässe so schlecht abgibt.
Ja und was soll ich sagen? Nicht der Schweiß war es! Zu hause stellte ich fest, dass die Trinkblase ein Loch hat. Shit.
Zum Glück hatte ich seiner Zeit gleich Ersatz bestellt :-)

Schön war es trotzdem mit 21,6 km, 520 pos. hm und ner Pace von 6:06 in den Adidas Kanadia TR4.

Dienstag:
Weihnachten und Anreise der Schwiegereltern! Ganz cool bleiben und noch einen kleinen Lauf :-)

Also kleine schnelle Runde 60 min in den Brooks-Flundern PureDrift und Waden zur Verzweiflung bringen :-)
Hat sogar geklappt. 12 km in 5:00 min/km sind in den Schuhen ein Garant für tagelanges Spüren der Wadenmuskulatur!!!

Am Abend dann unser gemeinsam vorbereitetes Festmahl: Hirschgulasch in Rotweinsauce, Rotkraut und Klossternchen und einem lecker französischen Rotwein. Und somit den Mittwoch als Lauffrei besiegelt!

Mittwoch:
siehe Weihnachtsfestessen --> Lauffrei!!!

Dafür lecker Familienessen in Fritzlar in "das Nägel"
Nach langem Leerstand hat sich der neue Inhaber innerhalb kürzester Zeit einen guten Namen in Fritzlars sonst recht trostlosen Gastronomie gemacht.
Das Elend aller deutschen Städte: Döner-Bude, Pizzeria, Grieche, goldenes M. Und sonst?
Deutsche Küche höchstens noch auf Malle oder vielleicht noch mal bayrisches Brauhaus. Boa, wie ich es hasse. Deutsche Küche besteht nicht nur aus Weizenbier, Grillhaxe und Brezel!

So kann deutsche Küche auch aussehen:



Und gesund: gegrillter Lachs auf Zucchini und Rotebeetereis und abschließend Palatschinken mit Haselnusscreme (irgendwie müssen die Kalorien ja reinkommen).

Und der halbe Markplatz von Fritzlar ist auch wieder sichtbar:




Donnerstag:
musste dann das lecker Essen von den Hüften.
Also früh raus, in die 2. Haut und einen neuen <20k in Angriff genommen.



Da es nicht ganz so zeitig war, und der Tag bereits erwachte, verzichtete ich auf die Stirnlampe und nahm nur die Heckleuchte mit, und auch die konnte ich nach gut 1:00 Stunde ausschalten.

Es ging hoch nach Lohne, weiter unterhalb des Leichenkopfes nach Dorla und nach Wehren. Ich folgte also der Runde aus der vergangenen Woche, mit der Hoffnung heute auf den Wind verzichten zu dürfen. Ich wurde allerdings enttäuscht.
In Haddamar blies mir der selbe kalte Wind entgegen und ich war froh, als ich Fritzlar erreichte und mich hinter den Bäumen und Sträuchern verstecken konnte.
In Geismar verdrückte ich einen halben Riegel und musst feststellen, auf nüchternen Magen loslaufen ist OK, aber um die Leistung beizubehalten und nicht bei km 15 einzubrechen, ist es ungemein wichtig, dem Magen etwas Arbeit zu zuschanzen :-)
Auf Flüssigkeit verzichtete ich heute mal auf Grund von ist nicht :-(

Was aber bei dem Lauf noch geschah, war die Verfestigung des Gedanken an meine erste Ultradistanz.

Seit August habe ich so viele Bücher zum Thema gelesen:

Dean Karnazes "Der Ultra-Marathon-Man"
Kilian Jornet "Lauf oder Stirb"
Wolfgang Olbrich "Handbuch Ultralauf"
(in dem ich übrigens einen meiner Kunden wiederfand, herzlichen Dank!)
sowie:

Norman Bücher "Extrem"
Joe Kelly "Hysterie des Körpers"
und zu letzt:

Andreas Dörfler "Durch die Wüste" und 
Werner Sonntag "Mehr als Marathon"

Und genau letzteres lies mich am 2. Weihnachtsfeiertag nicht mehr los.
Da meine bessere Hälfte arbeiten musste, der Sohn bei seiner Freundin nächtigte und die Tochter mit Freund zum Ski-fahren in Österreich sind, stand der Entschluss fest:

Morgen, Peter, ist deine ersten Ultradistanz fällig!!!

Kennt ihr das? Wenn sich etwas in euer Gehirn eingebrannt hat und euch nicht mehr loslässt? Die Gedanken um nur dieses eine Ziel kreisen? Du ganz fest daran glaubst, dieses doch so außergewöhnliche Ziel erreichen zu können? Diese Leistung, die andere nur mit Kopfschütteln oder ungläubigen Blick einzuschätzen wissen?

Beim Weihnachtsessen mit der Familie kamen wir auf das Thema. Ich habe es bewusste vermieden anzuschneiden, da ich weiß, wie mein Umfeld reagiert. Nur die liebe Schwiegermutter musste ja aus einer Zeitschrift einer großen Krankenkasse anfangen, wie gefährlich doch Laufen sei und wie viele sich dabei ernsthaft verletzten, bis hin zu nie wieder Sport ...
Bla bla bla.
Und? Wo hat die Umfrage stattgefunden? Im Krankenhaus. Richtig! Da sind nur Kranke.

Hat schon mal einer eine Umfrage gestartet, im Startbereich eines Stadtmarathons? Nee. Da stehen 8.000, 30.000, 45.000 totkranke Läufer und warten darauf auf den nächsten 42.195 km zusammenzubrechen und als Helden in die Laufgeschichte einzugehen.
So ein Quatsch!!!

Millionen und aber Millionen Menschen geht es durch das Laufen besser, sie können sich beschwerdefrei bewegen, sind überhaupt beweglich, ernähren sich Gesund, ohne Gesundheitsapostel zu werden.
Also Leute. Lassen wir die Diskussion und last mir einfach das, was mir echt Spaß macht! Bewegung an der frischen Luft, in der Natur und das am liebsten ganz lange!!!

Und das tat ich denn auch am 

Freitag:
wir standen gemeinsam auf, genossen unser Frühstück, was wir gern lang und ausgiebig gemeinsam tun. Meine Liebe fuhr auf Arbeit, die Welt retten und ich breitete mich und den Laufrucksack auf meinen großes Abenteuer vor.

+Michael Mankus gab mir noch ein paar gute Tipps mit auf den Weg, wofür ich sehr dankbar bin.
Ich machte mir 2 Käsesandwiches, schnitt einen Apfel in 1/4-Teile, kochte Früchtetee und begann den Rucksack zu packen.

10:45 Uhr war es dann so weit. Ich hatte die 7/8 Hosen, die Kompressionsstulpen und 3 Lagen obenrum an. Auf den Kopf die obligatorische Mütze und Handschuhe. Nicht wegen der Kälte, aber ich hasse es, wenn es zieht. Und ziehen sollte es noch genug :-(
Die Windjacke steckte ich noch in den Rucksack und los ging der Gnü aus Zü.

Ich verließ Züschen Richtung Heimarshausen und schon nach 1000 m wollte ich wieder umkehren. Verlaufen!
Anstatt gerade aus, bog ich auf die "Alte Wiese" ab. Depp! Zurück, denn durch die feuchten Wiesen wollte ich nicht. Ich hatte schließlich noch wenigsten 49 km vor mir.

Hinter Heimarshausen ging es in den Wald. Immer schön bergauf, die ersten 5 km und 180 hm, bis Königshagen. Hier folgte ich der Straße nach Böhne und verdrückte den ersten Riegel, wie von Michael empfohlen. Auf der Höhe angekommen hatte ich den Blick frei für mein Ziel:
den Peterskopf oberhalb des Edersee und bei 540 üNN.



Doch bis dahin waren es noch schlappe 15 km :-)
Also weiter, dem fiesen Wind entgegen. 
Man, man, man. So eine Sch... Es war so eisig und geradewegs ins Gesicht, sodass meine Nase anfing weh zutun. Und das schlimmste Windstück folgte noch.
Hinter Böhne ging es auf den Hasengartenweg in Richtung Liesensruh. Ich nutze auch hier wieder jede Strauchgruppe, um dem Wind zu entkommen, aber viele waren es leider nicht :-(




Es ging die folgenden 6 km fast eben bis ins Goldwäscherdorf Affoldern.

Hinter der Ederbrücke fing dann endlich der Kellerwaldsteig an und der Eingang zum Nationalpark tat sich auf. Genau darauf habe ich mich gefreut, wenn auch die folgenden 8km nur bergauf von 215 üNN auf 540 üNN gehen sollten.



Aber der Weg lohnt sich und ist ein Traum für jeden ambitionierten Läufer.



Zwischendurch, auf einem etwas ebenerem Teilstück schob ich auch den 2. Riegel in den Verdauungstrakt. Ich gehe davon aus, dass zum Essen Gehpausen gestatte sind?!

Und dann dann war es so weit: Ich hatte das vollbracht, was ich mir nie hätte vorstellen können. Ich habe den höchsten Punkt im Kellerwald zu Fuß erlaufen. Wäre es nicht so eisig kalt und stürmisch gewesen, ich hätte Tränen in die Augen bekommen.

Der Wind war so stark, dass ich mich hinter dem Funkmast verstecken musste, um ein Foto zu machen. Selbst hier fiel mir das ruhig Halten des Handys sehr schwer.



Noch ein kurzer Wink in die Landschaft, bald bin ich mit den Leuten der Lauf-Com in der Nähe, machte ich mich wieder auf den Weg. Es war noch nicht ganz die Hälfte geschafft.

Ich umrundete das obere Staubecken in Richtung Tannendriesch und folgte den Schildern "Kleinern".
Man, ich war schon so oft mit dm MTB hier ober, aber zu Fuß... Das ist ne ganz andere Dimension.



Am Tannendrisch sollte dann die erste längere Verpflegungspause bei km 27 kommen. Mit Sandwich, Apfel und Füße hoch im Unterstand :-)
Ich genoss die 10 min und mein Sandwich in der Ruhe um mich her. Warum ist eigentlich keiner unterwegs, frage ich mich. Die Sonne kommt ab und zu mal raus, es ist trocken und für Dezember ...

Also, hopp. Auf, Peter, du hast noch 25 km vor dir und einfacher werden die sicher nicht :-(

Der Abstieg begann und die Füße hatten nach der Pause irgendwie nicht wirklich Lust. Schwer kam ich wieder in Gang und bergab war auch nicht so der Brüller.

Oberhalb von Emdenau musste ich den Nationalpark verlassen.



Ich bedauerte sehr, dass ich auf den Asphalt musste, und würde es am Abend in den Fußgelenken zu spüren bekommen :-(

Es folgten 2 km auf der Hauptstraße bis Kleinern, bis ich mich wieder seitwärts in die Büsche schlagen konnte und etwas abseits der Straße dem Wesebach bis Gifflitz folgte.



Der Blick zurück, auf die soeben verlassene Höhe, gibt einen kleinen Vorgeschmack auf unseren Edersee-Lauf.



Ich freu mich so drauf und +Martına Strauß hat es bereits erfasst, dass das kein Spaß ist, wenn ich so viel hm-Training betreibe :-)

In Gifflitz musste dann noch ne kleine Pause sein, wegen Stein im Schuh und bevor der was anrichtet ...
Weiter ging es relativ unspektakulär nach Bergheim auf dem Ederradweg in Richtung Wellen.
Zwischendurch wurde Riegel N°3 verdrückt und was ich sagen muss: ich kann das süße Zeug nicht mehr sehen! Wie kann man sich aller 30 min ein Gel in den Kopp drücken? Ich würde ko...

In Wellen angekommen hatte ich den letzten Berg vor der Brust. Und ich bin ehrlich: ich hätte gern auf ihn verzichtet!
Nützt aber nichts. Ich muss ja drüber!

Und ehrlich geht es weiter: mit Gehpausen bin ich hoch. 500 m Laufen, 500 m Gehen. 500 m Laufen, 500 m Gehen. Dann hatte ich auch die letzte Herausforderung geschafft. Ich war oben und konnte nach rechts die Straße verlassen und wieder Waldweg genießen.

Vorbei an der Donareiche und am Johanneskirchenkopf ging es abwärts nach Züschen.



Das letzte Foto entstand und Züschen winkte am Horizont. Die letzten 3 km waren angebrochen.

Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, wenn das Ziel in greifbarer Nähe ist und du musst trotzdem weiter? Es ist eine Gratwanderung zwischen Stolz, Freude, Glück und Aufgabe.

Unter Wettkampfbedingungen und inmitten anderer Läufer wirst du abgelenkt, Zuschauer motivieren dich und die Verpflegungs- und Wasserpunkte bringen Abwechslung. Aber so ...

UNd doch wurde es vollbracht:
51 km in 5:28 Std. plus 26 min Pause, 1022 pos. hm und den Brooks PureGrit.



Und einfach nur Stolz auf das Erreichte!

Eine Nacht später: alles IO. Keine Beschwerden, bis auf die Fußgelenke, aber das können sie auch, bei der Belastung.
Das Fazit zur 1. Ultradistanz: es geht!

Nun kann ich mich also auf den Edersee-Lauf am 19.01.2014 mit den lieben Verrückten aus der Google+ Community Running / Laufen konzentrieren.
Die Vorbereitungen dazu sind so gut wie abgeschlossen. Alle haben eine Unterkunft, neue Schuhe und motiviert sind eh alle :-)
Am 30.12. werde ich die Strecke mal mit dem MTB abfahren. Die bessere Hälfte muss arbeiten und ich habe frei :-)

Sonnabend:
habe ich wieder auf +Michael Mankus gehört und bin zum Lockerungslauf meine kleine Joggingrunde abgetrabt. Und ehrlich währt am längsten: mit 2 Gehpausen :-)



Aber 40 min mit 6:00 min/km und den Saucony Jazz16 taten wirklich sehr gut und beim Puls muss ich sagen: die Regenerationszeiten werde kürzen.

Wenn ich an meinen ersten Marathon denke: da brauchte ich fast 2 Wochen, bevor ich wieder laufen konnte. Nach dem 2. in Dresden 2012 saß ich den Rest des Tages im Sessel und war froh, dass ich mich nicht bewegen musste.

Nach meinem ersten Landschaftsmarathon im Siebengebirge bin ich noch 3 Stunden heim gefahren und eine Woche später bereits mit Michael und Thomas auf NRWs höchsten Berg gelaufen.

Und so bleibt nur auf den Einwand der Schwiegereltern zurück kommend: Fragt nicht die, die krank sind! Fragt die, die sich kontinuierlich, diszipliniert und mit Fleiß auf ihre Vorhaben konzentrieren und realistische Ziele setzten.

Als die besten Beispiele möchte ich hier mal auf +Jürgen Weinreich und +Sigmar Schwalbach verweisen.
Gerade Jürgen hat noch in Essen im Oktober am Baldeneysee gemeint, wie unvorstellbar diese Strecke sei und nun: 30 km.
Oder Sigmar: 38 km. An der Wasserkuppe etwas kleinlaut vor den vor uns liegenden 20 km :-).

Topp, Jungs!!! Bin echt Stolz auf euch.
Nur bitte: macht nicht den Fehler und lasst euch unkontrolliert mitreisen. Es wäre echt schade, wenn ihr krankheitsbedingt pausieren müsstet.

Sonntag:
Langer Lauf mit Günter. Er meldete sich nach den Festtagen wie vereinbart und so gab es keine Ausrede. Danke, ich hätte sonst verzichtet :-)

7:15 Uhr mit Stirnlampe und Heckleuchte in der kalten Nacht und ohne Lust. So stand ich da und kein Günter. Mist, wieder entgegen laufen. Na, so habe ich wenigstens 800 m Vorsprung und bin schon mal in Richtung Betriebstemperatur :-)

Und wie das so ist, nach so einer Woche, gab es eine Menge zu erzählen. Läufer sind doch echt verkappte Frauen:
Quatschen über Schuhe, Essen und Klamotten ...


Immerhin sind wir doch noch 18 km in gemütlicher Quatschpace von 5:45 min/km und den Brooks PureCadence2 bis Elbenberg (heißt wirklich so, auch wenn keine Elben hier wohnen) gelaufen.
Aber motiviert geht anders.

Dafür haben wir einen tollen Sonnenaufgang erlebt und das ist das, wofür wir es tun: die Natur "laufend" erleben :-)


Und hier dann noch die sehr einfache und fast langweilige Strecke, die ich darum nur mit Partner laufen kann:


Auf dem Heimweg bog ich natürlich zum Bäcker ab und gemeinsam mit der besseren Hälfte genossen wir unser einsames Frühstück (Tochter im Ski-Urlaub und Sohn schläft auswärts).

So kam ich auf meine bisher beste Wochen-km-Lauf-Leistung:


Unglaublich. Das hätte ich nie erwartet und Anfang des Jahres hätte ich jeden, der das vorhergesagt hätte für verrückt erklärt.

Inzwischen scheinen auch die meisten der Edersee-Lauf-Teilnehmer begriffen zu haben, was der Lauf bedeuten wird: Vorbereitung!
Ein Teilnehmer meldete sich heute Morgen besorgt zu den zu laufenden km.
Freunde! Nochmal! Gemeinsam ist das Zauberwort. Wir werden zusammen starten und zusammen am Rehbach landen.

Mit meiner lieben Frau, untrainiert und keine begeisterte Läuferin, unterstütz sie mich aber in der Vorbereitung so gut sie kann, sind wir heute die letzten 10 km unseres Laufes abgegangen. Fast wenigstens.

Hier die Bilder als Collage dazu:


Der Aufstieg zur Kanzel startet bei 240 üNN


und somit sind es auf ca. 2 km 100 hm. Das sollte machbar sein.

Und er Blick auf die Sperrmauer wird uns alle belohnen:


Und wir waren oben :-)


Gegenüber, am Horizont noch mal mein Ziel vom Freitag, meiner 51er Runde ;-)


Abwärts geht es wieder runter zur Sperrmauer, eine Runde um den Hammerberg in Richtung Rehbach fast flach und auf gut laufbaren Waldwegen sollte alles machbar sein.


Ja. Freunde. Das war sie nun die Mega-Woche des Gnü aus Zü.
Was bleibt, ist wie immer der obligatorische Blick auf den Countdown.


Mal sehen, ob da im März noch was dazu kommt. Der +Michael Mankus fragte da was an :-)

Ich verbleibe mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht EU-Staaten und bedanke mich fürs Lesen und freue mich, wenn du wieder kommst

Der Gnü aus Zü

Montag, 23. Dezember 2013

lieber hässlich beim Laufen ...

als chic und Tot :-(

Schrieb ich diese Woche in den Post von +Petra S 

Nun bin ich vielleicht etwas toleranter, wenn es um Sportler geht, als andere Autofahrer. Liegt unter Umständen daran, dass ich ca. 75.000 km dienstlich mit dem Auto unterwegs bin und so als Vielläufer und Täglichsportler beide Seiten kenne.

Von daher ärgert es mich, wenn ich Abends durch eine Stadt fahre und so manche/n Läufer/in sehe, oder eben nicht.
Auch wenn es Straßenlampen gibt; die machen euch nicht sichtbar.

Tut euch und anderen einfach den Gefallen und lasst euren Verstand leuchten, indem an euch was leuchtet.

Die derzeitigen Hilfsmittel sind inzwischen stylisch, klein und leicht.




Die Stirnleuchte H7 von Led Lenser mit 180 m Reichweite und 170 Lumen sitzt perfekt und mit ca. 54 Std Leuchtdauer sind die Akkus auch noch umweltfreundlich, da aufladbar. Und das bei gerade 117 g. Allerdings bei knapp 70,-€ nicht günstig, aber sehr zu empfehlen.

Als Heckleuchte habe ich mir die Nathan LED-Lauflicht Strobe Light 5071N angeschafft. Die tut an der Laufmütze angezwickt genau das, was sie soll: Autos, von hinten kommend, darauf hinweisen: hier ist einer!!! Allerdings mit Knopfzelle nicht gerade umweltfreundlich, aber dafür ein echtes Leichtgewicht für knapp 10,-€

So, denn mal genug Schleichwerbung :-)
Gelaufen bin ich diese Woche auch, und zwar immer mit Beleuchtung!

Montag:
ins Autohaus den Wagen aus der Inspektion holen. Das geht auch kürzer, aber als Läufer nimmt man schon gern mal nen Umweg in Kauf ;-)

Der direkte Weg sind 10 km, aber wenn man schon mal beizeiten aus dem Büro verduften kann ...

Ab in die 2. Haut und hoch auf den Berg Richtung Wellen. 260 pos. hm bei 2,8 km sind schon mal ne Nummer, so ganz aus der Kalten heraus, aber um so zufriedener bist Du, wenn es bergab geht und bis Fritzlar der Radweg eben sich durch Edertal schlängelt.

Das war also der 3. Lauf in Folge <20 km. Geil. In den Brooks PueCadence2 und ner Durchschnittspace von 5:20 min/km traf ich pünktlich vor Geschäftsschluss bei meinem Sonntagslaufpartner Günter ein und konnte den Wagen im Empfang nehmen; unter zweifelndem Blick von Günni :-)

Dienstag:
Große Präsentationsrunde bei meinem Top-Kunden und so Laufen stand hinten an. Aber Stabi muss sein nach son nem Hammertag

Situp, Liegestütze und Kniebeugen. Bei 247 Wiederholungen bist du fast so platt, wie nach einem schnellen Lauf :-)

Mittwoch:
keine Ausrede: Laufen!
Wieder in die 2. Haut. Beleuchtung vorn und hinten und auf und ab Richtung Geismar - Fritzlar - Haddamar - Züschen und noch nen Abstecher nach Heimarshausen. Die 20 sollten wieder zusammenkommen.




Bäng! Geschafft. 20 km in 5:12 min/km und den Brook PureCadence2.

Die Pure-Serie ist sowas von toll, ich habe endlich den perfekt zu mir passenden Schuh gefunden. Danke +brooksrunningDE 

Donnerstag:
Letzer Außentermin im Sauerland und was steht am Wegesrand? Ein Tannebaum! Der hat ein Schlildlein am Zweig und winkt ganz aufgeregt: "Peter, nimm mich mit!"
Ja sicher doch. Bei meinem Halbmarathon in Bestwig hatte ich doch schon gesagt, dass dieses Jahr ein echter Sauerländer im Wohnzimmer steht.
Also ausgesucht, eingepackt und Glücklich sein 2.0. Dickes grins

Ja und gelaufen ist der stolze Baumbesitzer natürlich auch noch. Und was glaubt ihr wieviel?
Genau! 20 km.



Aber dieses Mal mit einem anderen Ziel: langsam in ner Zielpace 6:00 min/km für unseren Edersee-Lauf, der in genau 4 Wochen stattfinden wird.

In den Brooks PureGrit ging es auf meinen Haus-Trail Richtung Wellen, rund um den Hermannsberg, zu den 3 Eichen Richtung Geismar.
Und manchmal ist es gut, wenn man sich auskennt! So verzichtete ich auf die Mitnahme von Flüssigkeit und machte kurzerhand am Sauerbrunnen Pause und konnte mich an frischen Quellwasser laben :-)




Leider sind die mir sonst zur Verfügung stehenden Quellen im Wald alle winterfest verpackt und so muss ich wohl oder übel das Trinken mittragen :-(

Schön war´s. Und um die 20 voll zu bekommen habe ich die Runde über Lohne etwas ausgedehnt.
Auf den letzten Metern hat die Stirnlampe den Dienst versagt. Dunkel wurde es. Aber bis nach Hause war es zum Glück nicht mehr weit. Ab und zu müssen die Akkus mal an Netz. So wie meine auch!

Freitag:
letzter Arbeitstag im Büro. Letzten Amtshandlungen und dann 2 Wochen mal nichts mit Job!

Aber Laufen geht immer. Nur nicht immer so weit und zu spät war ich auch schon dran.
So nutzte ich doch wenigstens die letzten kalten Sonnenstrahlen und drehte eine schnelle Standard-Runde nach Geismar.

Schön schnell und fast flach, was in Nordhessen so eben mal flach ist (180 m).
Dafür mit ner Traumpace von 4:55 min/km und das 60 min durchgehalten. Aber in den Brooks PureCadence2 ist das auch kein Wunder :-)



Sonnabend:
Hätte ich im Quadrat Ko... können. Man, war das ne Nacht. Ich konnte nicht schlafen, hatte Magenschmerzen und Sodbrennen und der Fisch vom Abendessen wollte wohl doch lieber schwimmen, als verdaut zu werden.
Also fiel zum ersten Mal seit einer Ewigkeit das Laufen aus!
Shit. Das gibt es doch gar nicht. Doch! Es wurde bis zum Nachmittag nicht so weit besser, als das ich mich zum Laufen aufraffen hätte können.

Dafür habe ich unsere Weihnachtsgans Auguste für den 4. Advent vorbereitet, denn da werden die lieben Kleinen mit ihrem Freund und Freundin bei uns zum Mittag sein :-)

Sonntag:
Und: 
Willst du genießen diesen Schmaus, musst du noch mal raus.
(Nicht so ein feiner Reim, wie von +Oliver Wiesner oder den anderen Dichter der Edersee-Lauf-Truppe)

7:00 Uhr raus in die Dunkelheit (ich dachte die Tage werden wieder länger ab dem 21.12.?) Stirnlampe und Heckleuchte auf und ab mit mir in die regenfeuchte Nacht. Zum Glück hörte es auf zu regenen, als ich los bin.

Was stand auf dem Plan? Richtig! <20km.

War ein hartes Stück Arbeit, da ich am Sonnabend nichts gegessen hatte und so die Speicher fast leer waren, aber um die Glykogenspeicher mal richtig an den Rand des Wahnsinns zu treiben, war das schon mal eine Möglichkeit.

Jaja. Ich bin nicht verrückt, bevor hier Einwände kommen: ich habe einen kleinen Snack in Form von einer Traubensaftschorle vorm Start getrunken (400 ml) und einen Energieriegel hatte ich auch dabei gehabt.

Ohne Günter ging es Richtung Lohne, runter nach Kirchberg und rechts ab an die Gleicherner Mühle, unterhalb des Leichenkopfes (schon beim Namen schauerts einen), in Richtung Dorla. Es folgte eine flache Strecke nach Wehren und hier stand die Entscheidung: weiter nach Werkel und über Fritzlar (25km) oder neue Strecke testen?
Die Entscheidung fiel auf letzteres. Und die sollte ich noch bereuen.

In Wehren bog ich rechts ab, durch die Höhle nach Haddamar. Auf der Höhe traf es mich wie ein Schlag. 
Lief ich doch die ganze Zeit im Tal, so traf mich der Ostwind eiskalt ins Gesicht. Auch wenn das Thermometer 5°C sagte, der Wind war eisig.
Aber es hilft ja nichts, nach Hause musste ich, die Gans ...

Ich kämpfte echt mir mir und gegen den Wind. Irgendwann hatte ich Haddamar und immer noch in einer erstaunlichen Pace von sub 5:30 min/km. Das hatte ich nicht erwartet.

Nächste Entscheidung: Abbruch und Heim, oder wie geplant die 20km? Weiter! Aufgeben ist keine Option, dachte ich.

In Haddamar also wieder raus aus dem Tal und hoch in Richtung Prinzenstraße. Au, Man. Der sch... Wind. Der meint es aber echt nicht gut mit mir. Weiter gegen dich! Du machst mich nicht fertig, du nicht!

Buff vor den Mund, Kinn war inzwischen Steif gefroren, und so trabte ich gen Fritzlar, die Doppelspitze des Doms vor Augen.


Weiter ging es von Fritzlar nach Geismar und hier sollte der Energieriegel dran glauben. Nur gut, dass der dabei war!

Die letzten 7 km verliefen wieder im Tal. entlang der Elbe :-)
Ja, nich nur in Hamburg und Dresden gibt es eine. Nein! Auch in Hessen. Von Naumburg/Ippinghausen kommend fliest sie durch mein kleines Züschen und mündet in der Eder bei Geismar.
Da habe ich doch  glatt eine Idee! Von der Quelle zur Mündung! Jupp. Das werde ich mal ablaufen. Schön Trail und Querfeldein! 2014! Du kannst kommen.

Na, und irgendwann hatte ich das Ortsschild von Züschen erreicht, Abstecher zum Bäcker und frische Brötchen geholt und dann hatte ich meinen 4 Lauf < 20 km in der Tasche bzw. abgelaufen.


23 km in 5:25 min/km und den Brooks PureCadence2 waren doch sehr gut, für so einen Lauf nach solch einem verkorksten Tag!

Mittags wurde die Gans erfolgreich vertilgt und nichts blieb übrig, außer der gefüllte Bauch und der wurde mit einem schnellen Gang zum Sauerbrunnen zum Advendspunsch reduziert und ich torkelte nach einem Glühwein mit der besseren Hälfte wieder Heim.

Was bleibt ist wie immer der Blick auf den Countdown:


Ja. Und dann stellen wir fest: Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis zum ersten Mega-Event des Jahres.

Die Orga ist soweit wie möglich abgeschlossen und jeder hat einen Platz in einem Auto zum Transport an den Startpunkt, alle eine Decke für die Nacht und die Plätze fürs leibliche Wohl sind bestätigt. Heißt, alles im Plan und so kann das Jahr ruhig beendet werden. Ich freu mich, alle endlich zu treffen!

Das heißt auch in der letzen Woche des Jahres die 100km-Marke ankratzen um dann ins tapering zum Edersee-Lauf über zugehen. Zusammenfassend bleibt zu sagen: alles im Lot und et looft janz jut!

Vielen Dank fürs Lesen und komm bitte wieder.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht-EU-Staaten

Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 15. Dezember 2013

im Partnerlook durch NRW ...

kamen am Sonnabend die Kommentare aus der Community Running / Laufen bei Google+.
Übrigens die beste zu diesem Thema und dazu noch die, die andere unterstützt.

Aber starten wir am Montag:
locker den Frust vom Siebengebirge weggelaufen.



6 km in dem Brook Defyance6 und ner Zielpace 6:00 min/km. Und so langsam habe ich die "Niederlage" vom Sonntag dank der Unterstützung der Com verdaut und als Lerneffekt verbucht. Letztlich war es ja nun so schlecht wirklich nicht. Unter 4:00 h ist OK. Und schöne Bilder gab es auch noch :-)



Und das ich die letzten 3 km echt nur gekämpft habe, das sieht ja keiner auf dem Bild :-)



Hauptsache es sieht locker und entspannt aus :-)

Dienstag:
Laufpause mit den schon fast zur Routine gewordenen Stabi-Übungen.


Mittwoch:
wollte die bessere Hälfte noch mal in das skandinavische Bettenhaus und der Peter denkt: coole Strecke und die Liebe hat Unterstützung und nen Aufpasser.
So habe ich die Laufklamotten unter gezogen und wir sind zusammen nach Bad Wildungen. Sie hat neue Kopfkissen bekommen und ich meinen Lauf :-) Fazit: alle zufrieden und zu Hause gab es gemeinsam Kaffee und Plätzchen.



Eigentlich sollte die Strecke von Wellen über den Berg direkt heim gehen, aber irgendwie hat mich +Runtastic voll verarscht und blieb bei 2,4 km stehen und wollte auch nicht mehr neu starten
:-(
Also zu Hause die Strecke manuell nachgetragen.

Aber meine neuen Brooks Cadance 2 aus Aegidienberg sind einfach nur geilomat.

So waren es 19 km mit ner Pace von 5:30 min/km bis Fritzlar und über Geismar nach Hause.

Donnerstag:
wollten ein paar Pakete zur Post und die bessere Hälfte nach Fritzlar. Klasse. Kann man also wieder mit nem lockeren home-run verbinden.
So waren es 10 km mit 5:30 min/km in den Saucony Jazz16

Und es ist noch etwas wirklich großartiges Passiert:
wir haben alle zusammen einem lieben Mitglied der Community eine riesen Überraschung gemacht und ihm und seiner Familie zu unserem Community Edersee-Lauf eine Übernachtung spendiert. Dazu sind Freunde da, sich zu helfen, wenn es mal eng ist. Und die Freude, über das unerwartete Geschenk war so groß, dass es für die Schenkenden genau so ergreifend war, wie für die Beschenkten.

Wir werden also alle am 19.01.2014 in Fritzlar zusammenkommen, bei unserem Com-Come-Together, werden über die vielen tollen Laufmomente aus 2013 berichten und wahrscheinlich das Gefühl haben, sich schon ewig zu kennen, um dann am Sonntag 60 km um den Edersee zu flitzen :-) Das wird so großartig und ich freue mich schon sehr darauf.

Freitag:
Urlaub, Laufpause, Weihnachtsshopping und Weihnachtsmarkt mit der lieben Frau in Kassel.
War lange besprochen und so gab es keine Ausrede




Sonnabend:
so richtig geplant war es meinerseits ja nicht, aber es war im Hinterkopf: +Michael Mankus und sein 16-Berge-Lauf.
Wir hatten mal darüber gesprochen, dass ich in NRW seinen Höchsten mitlaufe und der 14.12. stand mal zur Diskussion. Also kurzfristig zugesagt nachdem meine bessere Hälfte grünes Licht gegeben hatte. 
Wir hatten schließlich die Weihnachtseinkäufe am Freitag sehr entspannt und Stressfrei abgehakt :-) und ich war auch ganz lieb!

Also Treffpunkt und Uhrzeit waren abgestimmt und nach dem Frühstück auf ins Upland nach Willingen, der letzten Stadt Hessens vor NRW. Ankunft pünktlich 9:40 Uhr und wer kommt gerade von der Tanke? Michael. Punktlandung. Parktplatz beim Lidl angesteuert und siehe da +Thomas Pagenkämper war auch schon da. Nach einem kurzen Hallo und in die Laufklamotten steigen ging es auch schon los in Richtung Langenberg.

Ich hatte immer gedacht der Kahle Asten sei der höchste Berg in NRW, aber wieder was dazu gelernt.
Das Wetter sollte laut der Prognose trocken bleiben, musste aber revidiert werden: es fing pünktlich zum Start an zu scheien. Richtig dicke Flocken, aber Shit happens.

Michael und Thomas hatten die Strecke ins Handy geladen und ich konnte entspannt hinterher trotten :-)


Und die Strecke war so richtig nach meinem Geschmack. Schön durch den Wald, über verschneite Eisplatten, von denen ich doch direkt mal eine ausmessen musste. Zum Glück ist nichts passiert und alle sind heile geblieben.







Nach knapp 6,5 km hatten wir den Langenberg erklommen und standen, bzw. hockten, auf 943 üNN



Da standen/hockten wir nun, im Partnerlook in NRW. Aber darauf habt, glaube ich, erst ihr uns aufmerksam gemacht :-) und geplant war es nicht. Sieht aber chic aus! Gelle?

Die Route wäre noch schöner gewesen, wenn der Nebel nicht gewesen wäre, und man sogar noch mehr vom Sauerland gesehen hätte. Aber so sahen wir: nüschde!

Es ging dann dann weiter über den Uplandsteig und Teile des Rotharrsteigs in Richtung Willingen zum Ettelsberg. Unterwegs erklommen wir noch nen kleinen Berg: den Clemensberg.




Ein Soldat im 2. Weltkrieg hatte sich vorgenommen, sollte er seine Heimat je wieder sehen, ein Kreuz auf dem Clemensberg zu errichten. Und er hat es :-)

Wir folgten wieder den Schildern des Uplandsteiges in Richtung Hochheide und Ettelsberg. 

Schade, dass die Ski-Saison noch nicht eröffnet war, da noch nicht ausreichend Schnee lag. So mussten wir mit den Nasen vorlieb nehmen, die schon mal zu Party ohne Skifahren gekommen waren und durften uns deren dumme Sprüche anhören. Doofes Volk, im Häschenkostüm auf nen Berg zum Saufen zu kommen. Tzzz!

Doch wie das immer ist: irgendwann ist auch der schönste Weg zu Ende (warum eigentlich? Man könnte ja noch weiter laufen!!!).
Wir legten uns ein bisschen trocken und kehrten im REWE zu einem Kaffee und Gebäck ein. Aber auch hier kommt leider die Zeit zum Abschied nehmen. Michael musste weiter ins Saarland, zum Lauf auf den Dollberg mit +Horst Strelzig  und Thomas und ich machten uns wieder auf den Weg zu den Lieben daheim.
Geile Sache war es auf jeden Fall und muss unbedingt wiederholt werden :-)

Am Abend habe ich mich dann mal wieder mit Günter zum langen Lauf verabredet.

Und noch was ganz tolles ist passiert:
Die Karten für Aida Night of the Proms mit +Sylwia Weinreich und +Jürgen Weinreich sind bestellt. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend am 29.11.2014. Wenns nur nicht so lange hin wäre :-(

Sonntag:
da war es also so weit: lange haben wir keine Gelegenheit für ein gemeinsames Läufchen gehabt, der Günter und ich :-( 
Und älter ist er nun auch schon wieder geworden. 57 lenzen und immer noch Topfit. Und heute auch noch sein längster Lauf im 58-sten Lebensjahr geworden :-) Mann, mann, mann!


25 km in den Brooks PureCadence2 in ner Traumpace 5:40.

Und wie das dann immer so ist, wenn man sich lange nicht gesehen hat: es gibt viel zu berichten und man merkt nicht, wie die Zeit vergeht und die km dahinfließen.

Na und mit der besseren Hälfte stand natürlich nach ausgiebigem Frühstück und Kinder verteilen auch noch ne Runde an:



Schön an der Eder entlang, vorbei an den Streuobstwiesen in den Eder-Auen.



In der Höhe Ungedanken kamen wir leider im Naturschutzgebiet nicht weiter und mussten die gleiche Strecke Retour nehmen. Schade!



in der Eder sahen wir dann noch eine Schwanenfamilie:


So ist wieder eine Woche auf dem Weg zum Edersee-Lauf und meinem großen Ziel "Utra" "abgelaufen". Und nach dem Marathon im Siebengebirge vergangenen Sonntag, bin ich ganz zufrieden, mit den 80 Lauf-km der Woche. Die Richtung stimmt, nun muss das Ziel nur noch erreicht werden.

So bleibt auch in dieser Woche der Blick auf den Countdown:


So danke ich dir für lesen und freue mich, wenn du wieder kommst.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht EU-Staaten

Euer Gnü aus Zü

Montag, 9. Dezember 2013

laufend leben ...

ging es mir die ganze Woche durch den Kopf.
Warum? Keine Ahnung.

Als ich vor nun fast 4 Jahren, am 07.03.2010, das Rauchen aufgab, hatte ich auch keine Ahnung, wo das enden wird.


Ich startete im Dezember 2010 mit der Idee im Kopf: nächstes Jahr wirst du 42, lauf doch einfach 42 km! und meldete mich für den Kassel-Marathon an.


Heute weiß ich, dass die von 0auf42-Idee nicht so prall war. Das Sprichwort sagt dazu doch: "Gut Ding will Weile haben!"


Der Erste wurde ein Halber, aber Blut war geleckt und ich laufe immer noch. Und das inzwischen wirklich mit Leib und Seele und viel schlimmer: mit jedem Gedanken bin ich dabei. Ich schwanke zwischen: es ist Hobby und "mach dein Hobby zum Beruf".

Aber ich bin auch Realist. Ich bin zu Alt und habe zu spät die Langstrecke für mich entdeckt, um es zum Unterhaltserwerb zu nutzen. So bleibt nur das was ich inzwischen am Liebsten tu: so oft wie möglich laufen: täglich Laufen; laufend (er)leben!

Die letzte Woche, vor meinem ersten Landschaftsmarathon im Siebengebirge, ist angebrochen und als Überschrift steht Tapering drüber.


Montag:

Fest im Plan: Gymnastik mit Liegestütz, Situps und Kniebeugen.

Dienstag:


flotten Dauerlauf in den Saucony Jazz16 auf dem Plan. Hat auch Sau(cony) viel Spaß gemacht.
1:00 h mit ner Pace von 4:45 min/km hingelegt.



Mittwoch:
Echte Pause, auch keine Gymnastik. Punkt! Keine Zeit :-(

Donnerstag:
War die Gymnastik wieder fällig. Liegestütz, Situps und Kniebeugen.
Es geht aufwärts und ich habe die ersten Level der Situp- und Liegestütz-App beendet. Auf zu neuen Zielen :-)

Freitag:



Kleine Joggingrunde mit ner Zielpace von 6:00 min/km in den Brooks PureGrit. 1:06 h und fast 13 km. War schon wieder zu schnell. Hauptsache am Sonntag klappts. Wobei, da habe ich ja noch gar keinen Plan, was Zeit und Geschwindigkeit angeht.
Et kütt wie et kütt.

Sonnabend:



noch mal ein leines Jogging, um die Muskulatur zu lockern vom Tapering der Woche. Und, um sie zu spannen, kleine Steigerungen eingebaut. 4 x um 4:20 min/km und den Puls hochgejagt. Entspannt im Nieselregen ausgelaufen und daheim noch der Liegestütz-App nachgegeben :-)

Die bessere Hälfte ist zur Weihnachtsfeier mit den Kollegen, Sohnemann mit Freundin beim Weihnachtsshopping und Tochter ist mit Papa allein zu Haus.

So war ich bei meiner kleinen Pasta-Party wenigstens nicht allein.
Vollkornpenne mit Lachs in Sahnesauce. Lecker hat der Papa gekocht :-)

Was noch ansteht ist die Tasche für Sonntag packen.



Klamotten trocknen noch, die Utensilien laut Packliste sind verstaut und 5:00 Uhr geht´s auf die Spur nach Aegidienberg.
220 km heißen fast 2:30 h Autofahrt quer durchs Land nach Marburg, Gießen, auf die B49 an meiner Studienheimat Weilburg vorbei auf die A3 Richtung Königswinter.
Aber was soll´s. Wat mut dat mut.



Sonntag:
Und dann war sie dran. Die berühmte letzte Nacht vor einem Lauf. Und sie war immer, lang und schlaflos. Irgendwann bin ich dann wohl doch nach dem 4 Toilettengang eingeschlafen und um so erschlagener war ich als mich der Wecker sanft hoch riss :-)

4:30 Uhr. Ab ins Bad, Müsli ind en KOpp und 5:05 saß ich im Auto. Aber nicht wirklich Topfit, eher zerknittert, missmütig und schlecht drauf. Und die Fahrt über wurde es nicht besser.
Ziel Adresse Peter-Staffel-Straße, Aegidienberg ins Navi und ab.

Anschrift war aber nicht Startunterlagenausgabe, sondern Start. Also im Regen das Bürgerhaus suchen. Mann, mann, mann. Das kann man ja besser organisieren. Irgendwann hatte ich es dann nach ner Ehrenrunde und bekam sogar den "letzten" Parkplatz. Glück gehabt, das erste Mal an dem Tag, sollte aber auch das letzte Mal gewesen sein :-(

Nach dem Empfang der Startunterlagen gönnte ich mir noch einen Kaffee und ein Käsebrötchen und einen Bummel über die "Marathon-Messe" ein Stand von Brooks und Schwuppdiwupp, war der Peter mal eben wieder 70 Euronen los und hatte ein paar neue Laufschuhe. Wie mache ich das der besseren Hälfte klar? 



Brooks PureCadence 2. Das 3. Paar aus der Pure-Serie ist meins!

Ist mein Weihnachtsgeschenk, Schatz, dann musst du dir nicht deinen süßen Kopf zerbrechen. HiHi. Ob sie das auch so sieht?

Irgendwann folgte das Umziehen und Warmlaufen und ab an den Startpunkt.



Irgendwie wusste ich ja, dass das Siebengebirge ein Gebirge ist, aber was ich am Horizont erblickte, war nichts was mich erheitern konnte:



Da gab es erst mal Berge und Täler und noch mehr Berge und wieder Täler.
Die Angaben der Höhenmeter der Marathon-Strecke schwankten auch zwischen 650 und 970 hm. Und die Aussicht tendierte eher zu letzterem.


Punkt 10:00 Uhr erfolgte der Startschuss und die knapp 409 Teilnehmer setzten sich in Bewegung.

Ziemlich schnell ging es durch den Ortskern wieder vorbei am Bürgerhaus und ich konnte mich gut im Läuferfeld einsortieren. Ich merkte schon, dass das Tempo etwas hoch war, aber noch hatten wir keine 2 km hinter uns und sicher würde es sich auseinander ziehen und langsamer werden.

Bei km 1,5 hatte ich meinen Kollegen, der vor meinem Auto 3 Kippen in 20 min. vernichtete, wieder vor mir und wir kamen ins Gespräch. Er sei Ultraläufer und Marathon laufe er unter 3h. Wat? Irgendwas mache ich ja wohl falsch. Und ich machte einiges falsch.

Ich setzte mich bei km 3 ab und ließ es den ersten Berg abwärts so was von laufen. Ich fühlte mich gut und bin fast geflogen. Aber wie sagt das Sprichwort nach dem hohen Flug ...?

Dann kam der erste Anstieg bei km 4,6 und 230 ünN. Es folgten 170 pos. hm auf 4,5 km. Oben war ich tot.



So tot, dass ich mir die Zeit für einen Klick auf die Kamera gönnte, um die sensationelle Aussicht über das Siebengebirge festzuhalten. Wenn ich gewusst hätte, dass das Tot wirklich tot bedeutet wird, ich hätte ne Fotosession draus gemacht. Denn ...

Es folgten kurze knackige An- und Abstiege, die in Summe in etwa dem entsprachen, was ich zu Hause Trainiert konnte. Man kommt ja zum Glück aus dem nordhessischen Bergland. Aber das überstieg eindeutig mein Leistungsspektrum.

Und dann kam ...
Es kam nichts mehr. Ab km 17 war der Ofen aus. Ich habe das so noch nie erlebt. Es war absolut kein Körnchen mehr da, was ich hätte rauspressen können. Was tun? Aufgeben? Nie und nimmer! Das ist für mich zu keiner Zeit, in keiner Situation meines Lebens eine Option. Das kommt nicht in Frage! Nur auf der Trage des DRK und festgebunden!!! Also weiter!



Das Profil zeigt glaube ich ganz gut, was ich falsch gemacht habe:
Wie ein blutiger Anfänger habe ich auf dem ersten Drittel mein Pulver verschossen. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Nach 4 gefinishten Marathons, 4 perfekt absolvierten Halbmarathonläufen und klasse Wertung im Nordhessen-Cup, da stehe ich in meiner AK auf Platz 13 gesamt, habe ich die Anforderungen an einen Landschaftslauf doch einfach falsch eingeschätzt.

Es ist kein 10 km Rennen, was nach 42 min vorbei ist und wenn was weht tut, gehts schon mal eine kurze Zeit gut. Das war absoluter Quatsch mein lieber Freund.

Es folgte ein unglaubliches Kopfkino mit den bittersten Vorwürfen, dem stetigen Versuch neu anzugreifen, aber keine Chance. Die Beine waren leer. Es blieb nur der Kampf nicht den gesamten km von Hinweisschild zu Hinweisschild zu gehen, sondern ab und zu mal ich Trab zu verfallen.
Und es war so deprimierend! Überholt zu werden von so vielen, wo doch sonst ich der Überholer bin. Als dann auch noch mein Raucher an mir vorbei zog, war auch der letzte Funken ausgeblasen.

Ich war froh an jeder Verpflegungsstation gut gelaunte Rheinländer zu treffen, die immer ein nettes Wort, eine Überraschung, in Form von Glühwein, bereithielten und sich alle Mühe gaben uns zu motivieren.

Naja und irgendwann hatte ich die verfluchten 42.195 km im Siebengebirge hinter mir. die letzen 2,5 km konnte ich dann mit Hilfe zweier Holländer etwas abgelenkt in fast locker Laufschritt und meiner Lieblingspace von 5:30 min/km ins Ziel wackeln.

Die gesamte Strecke findet ihr hier.

Was bleibt ist die Erfahrung und eine Medaillie als Beweis, wenigstens angekommen zu sein, gefinisht zu haben.



Und was hier auch gesagt werden muss, ist die Topverpflegung bei dieser Veranstaltung.
Am Ziel gab es Brühe, Apfelsaftschorle, Cola, Wasser, Iso, Laugenbröchen, Trockenobst, Äpfel, Bananen und Nüsse. Das habe ich noch nie erlebt. Das war Spitze!

OK. Was heißt das für mich?
An meinem Motto: laufend leben! werde ich nichts ändern.
Ich hatte auf der gesamten Strecke keine Schmerzen, keine Krämpfe nur Hunger und war einfach leer. Im großen und ganzen bin ich bereit und in der Lage solche Herausforderungen zu bewältigen. Mit Disziplin und Bedacht ist es genau das, was ich in Zukunft laufen will: Landschaft, Trail und Ultra.

Damit bin ich am Ende mit meine Events für 2013 und auf dem Weg zu neuen Zielen in 2014.
Daher hier der Blick auf den Countdown:



Das heißt, nicht nachlassen zu trainieren, denn der Edersee-Lauf ist so lange nicht mehr weg und 60 km mit ca. 1100 hm setzten Fleiß voraus. Und wie sagt man so schön: "Auf die Dauer überholt der Fleißige das Talent"!

So bleibt mit Danke zu sagen, dass du hier warst und ich freue mich, wenn du wieder kommst.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht EU-Staaten.

Euer Gnü aus Zü