Montag, 14. Oktober 2013

es kommt auf die Sicht der Dinge an ...

das ist das Fazit der vergangenen Woche :-)
Wie komme ich darauf? Das kam so ...

Wie immer begann die letzte Woche vor meinem Herbst- und Saison- und Städtemarathonabschluss mit der Erholung und mentalen Vorbereitung auf den Sonntag.


10 Wochen bedeuten eine enorme Belastung auf uns alle. Nicht nur der Athlet, das Material, nein auch das soziale Umfeld haben einiges zu ertragen.


Montag: Laufpause. Diese hielt ich in den zurückliegenden Wochen auch ein und sind mir gut bekommen.


Dienstag:

60 min Dauerlauf in einer Zielpace 5:30 min/km. Das ganze, klar zum Testen, in den Saucony Jazz16.



Die Brook Defyance6 sind definitiv durch, also müssen am Sonntag die Saucony ran. So der Plan ...


Mittwoch:

letztes Intervalltraining im Marathontempo
3 x 1500 m
Zielpace 4:35




Ich habe es ja nun wirklich lieben gelernt, dieses Intervalltraining und konditionell bin ich deutlich besser geworden. Nicht nur die Freude am schnelleren Laufen, auch die Möglichkeit des längeren schnellen Laufens ist deutlich zu spüren. Ach, ihr werdet mir fehlen, ihr Intervalleinheiten :-)


Donnerstag:

vorletztes Jogging 50 min. mit Steigerungen. 
in einer Zielpace von 6:00 min/km habe ich immer noch nicht herausgefunden, worin die Steigerung bestehen soll. Also habe ich die mir schon bekannte Haus-Trail-Strecke rausgesucht und die Brooks PureGrit in den Wald verführt:-)




Na die haben sich vielleicht gefreut. Bei leichtem Nieselregen und 9°C war es eine echte Freude durch den Wald und um die Pfützen zu eiern.


Freitag:

Laufpause und so langsam auf den WK mental vorbereiten.

Die mentale Vorbereitung haben wir, meine bessere Hälfte und ich, uns dann im Kino und "Sein letztes Rennen" reinziehen wollen.

Nur wer denkt, hier einen Film über das Marathonlaufen mit doofen Sprüchen al´a Hallervorden präsentiert zu bekommen, der irrt. So auch ich/wir.

Der wirklich einzige für uns gewinnbringende Teil des Film ist die Aussage: "wer stehen bleibt, hat schon verloren!"

Na gut; das wissen wir ja schon länger. Und was vlt. noch als Fazit des Films herausgehört werden kann: wir (Läufer/Marathonis/Extremisten) werden nie verstanden. Im Film in der Form von mit Inhaftierten Bewohnern des Altenheims, und bei uns allen anderen, das soziale Umfeld :-)

Alles in allem ein toller Film über das Alt werden in Würde und der gegenseitigen Akzeptanz für alle Splins, die wir uns im Lauf eines Lebens angewöhnen.


Im Anschluss haben wir die Jugend von Kassel im Enchilada beobachtet und haben leider feststellen müssen: wir werden Alt. Ohne weitere Kommentare bitte!!!


Sonnabend:

Nach einer erholsamen Nacht und für mich ausschlafen bis 7:45 Uhr, gemeinsamem Frühstück ohne Kids (waren alle Außerhalb nächtigen) rückte die Abreise immer näher.




Die Taschen standen gepackt im Flur und die Nervosität stieg. Bis meine bessere Hälfte dies auch schon merkte und mich raus jagte :-)


Also dann mal das MTB in den Kofferraum, denn ich will mein Auto in Essen stehen lassen --> bin ja zum Laufen da :-)


12:00 Uhr gings los. Bis Bochum kein Thema und dann: Vollsperrung A40 wegen Brückenabriss. OK. Kein Stress. Mit einer Stunde Verspätung bin ich dann doch endlich im Hotel Brendeney angekommen.

Und gleich beim CheckInn den ersten Laufkollegen getroffen.

Zimmer bezogen, Sachen gerichtet und ab mit dem Rad und der Handy-Navigation zum Baldeneysee.


Ich hatte mich ja schon im Vorfeld so sehr auf Essen gefreut: Villa Hügel, Krupp, Industriekultur.

Und wie ich so der Navi folge lese ich auf einem Hinweisschild:



Geil Man, ich bin endlich in der Nähe des so geschichtsträchtigen Ortes.


Nächste Querstraße rechts abbiegen, sagt Susi. OK. Dunkle Straße durch einen Wald: Berenderger Mark. Und was kommt dann?

Der Hintereingang zum Gästehaus.



Und wieder denke ich: wenn mir vor 24 Jahren mal einer erzählt hätte, ich fahre hier dran vorbei und werde in weniger als 12 Stunden einen Marathon in Essen laufen, den hätte ich für vollkommen durchgeknallt erklärt, oder man hätte uns beide eingesperrt!!!


Weiter geht es den Berg abwärts und so langsam kommen Zweifel auf, ob die Wahl des Rades für den Weg nach dem Lauf zum Hotel die richtige sei.


Vorbei ging es weiter an einem netten Kleinod "Zur Kluse".




Im Sommer und bei Sonnenschein bestimmt eine nette Lokalität: hier muss man im Sommer also noch mal mit der besseren Hälfte her!

Und dann stand ich endlich am morgigen Startbereich:




Und viele fleißige Hände waren mit dem Aufbau beschäftigt, so auch am Ziel:




Ach ja: und Messe gab es auch :-(




Das war ja schon fast lächerlich für eine Stadt mitten im Pott. Und dabei liebe ich es vorm Event den Geist des Ortes auf mich wirken zu lassen. 3 Modelle Schuhe und ein paar Klamotten an einem Stand.

Also mal ehrlich; da ist ja in der nordhessischen Provinz Kassel der Teufel los. OK, ich bin voreingenommen, aber Kassel ist für mich wirklich eine supertoll organisierte Veranstanltung (bin ja auch schon wieder gemeldet).

Bei der Startunterlagenausgabe ist dann auch noch irgendwie untergegangen, dass ich einen eigenen Champion-Chip habe. Das haben die netten Damen und Herren aber wirkliche sehr kulant und kostenlos geändert. Also das will ich hier aber auch gleich ausdrücklich sagen: für das Umfeld und die Messe und sonstiges kann der Veranstalter sicher nichts, aber die Organisation war wirklich gut, wenn man endlich die Sporthalle gefunden hatte :-)




Zwischendurch noch ein paar Eindrücke vom See gesammelt; ist ja schon ne Chice Gegend, gell?!




Nur das Wetter dürfte gern etwas besser werden. Es war recht kalt und trüb. Nieselregen macht ja nichts, aber bitte etwas wärmer.

Aber wie heißt es so schön: 1. kommt es anders ud 2. als man denkt?!

Beim Käffchen und Kuchen habe ich dann den Laufkollegen aus dem Hotel neben mir stehen und schon kommen wir ins Gespräch. Er kommt aus Hünfeld bei Fulda und heißt Erwin. Da hatten wir auch schon ein Thema: Wasserkuppen-Lauf. Fachsimpeln über dies und das, persönliche Ziele (er Sub 3:00 und ich Sub 3:15)und so weiter. Irgendwie verstanden wir uns sofort und da lag es nah, dass wir uns für die gemeinsame Joggingrunde verabredeten und machten uns wieder auf den Weg zum Hotel.




Da Erwin in einem Laufverein ist, konnte er mir nun endlich auch mal Tipps zum Jogging mit Steigerungen geben. 
Also in 6:00 min/km Pace einlaufen und dann kurze Sprints mit 150 m reichen. Aha! Besten Dank!

Einen Termin hatte ich dann noch: Pasta-Party am See.

Nach dem Duschen und Blick an den Himmel: mit dem Auto. So ein Mist. Im Nachhinein stellte sich das aber als ein guten Zufall heraus.
Ich nutze nämlich die Zeit zu einem Abstecher zur:

Villa Hügel :-))


Ich dacht, das kann doch nicht sein, hier darf man einfach so einfahren!




Na gut, dann mal so weit wie man kommt. Und ich kam ganz weit.

Auf einmal stehe ich kleines Würstchen vor der Krupp-Villa. Ich fasse es nicht, ich bekomme Gänsehaut.




Das kann man doch nicht mehr steigern! Doch, man kann!




Schicken wir doch gleich noch Graf Zeppelin vorbei. Leute! Echt! Gleich ka... ich mir in die Hose. Das gibt es doch gar nicht.




Und da steht er: Alfred Krupp. Für mich einer der innovativsten Unternehmer, die in Deutschland gelebt haben. Jaja, jetzt kann man auf die Kriegsmaschinerie und Rüstungsindustrie der Vergangenheit kommen, das will ich hier nicht in Abrede stellen und auch nicht bewerten. Für mich war die unternehmerische Sicht der Dinge viel wichtiger: Kindergärten, Krankenkasse, Einkaufsgenossenschaften... 

Und nun mal ganz weit ausgeholt: das hat doch einer in der DDR kopiert. Betriebskindergärten und Konsum gab es bei uns auch, und subventioniert wurden auch die Dinge des täglichen Bedarfs :-)



Anblick

Einblick
Ausblick
Nach einer kleinen Runde an dem historischen Gemäuer vorbei bin auch schon weiter zur Pasta-Party, nicht ohne mir zu versprechen: hier müssen wir mal länger her.

Ja, aber was ich dann erleben musste, hat den Eindruck von der Marathon-Messe nur noch verstärkt.

Pasta: ja
Party: nein

Wat dat denn? Riesen Zelt, 6 Mann/Frau. Gibt es nichts mehr, oder was ist los?
Also Freunde: 5,-€ für ne Portion Pasta fand ich ja ehrlich auch schon heftig, vielleicht liegt es ja da ran. Ich rede mir ein, dass schon alle durch waren und ich zu spät komme. Aber nachdem, was noch in den Chafing-Dishes war ...
Aber es war wirklich seeeehr lecker, von daher hat es sich schon gelohnt und war günstiger als im Hotel für 12,-€. Und satt geworden bin ich auch :-)

Und dann kam die Erkenntnis meines Lebens und der Post zum Titel:

Am Nachbartisch saß eine Familie, sie dunkelhäutig, kleiner süßer Fratz dabei, wie Mama und Papa weiß mit ner Äthiopien-Jacke, sprachen französisch und da war ich dann nicht mehr im Bild :-) Aber sie waren sehr süß zu beobachten. Irgendwann ging Papa Nachschlag holen und wir kamen am Tresen ins Gespräch.

Er ist der Zugläufer für den Favoriten Florian Neuschwander. Seine Aufgabe: ihn in 1:09 über die ersten 21km zu bekommen. Autsch, das tat weh :-(

Aber dann sagte er etwas sehr interessantes: er hat sehr großen Respekt vor den Freizeitläufern, die 3 Stunden und länger laufen. Er/Sie (die meisten Athleten) sind dazu nicht in der Lage. Nach 1:20 Std sei der Akku leer.
Das ist ja ein Ding: wir werden von denen also genau so beobachtet, wie wir uns an ihnen orientieren und uns fragen, wie geht das? In der Zeit diese Strecke!

Es hat somit wirklich was mit der Sicht der Dinge zu tun, der Eine kann nicht so lang, der Andere nicht so schnell. So muss/kann eben nur jeder nach seiner Leistungsfähigkeit!!!

Diese Aussage ging mir am nächsten Tag auf den 42.195 km immer wieder durch den Kopf, und lässt mich auch heute noch nicht los.

Nach meiner 2. Portion Pasta bin ich wieder ins Hotel, und habe meine Klamotten hergerichtet. Ich habe es wenigstens versucht, denn die Wetteraussichten ließen eine endgültige Planung am Abend nicht zu. Regen bis 11:00 Uhr, ab 11:00 sonniger und Wind mit 11 km/h.
Also das wird ne harte Nummer. Ich hasse es, wenn es zieht und so dick anziehen will man sich ja auch nicht.



Na denn, ab in die Kiste und gute Nacht Essen: bis Morgen.


Wie immer unruhig geschlafen, 5:00 Uhr hellwach und draußen ...
Regen. Sch...

Bis zum Frühstück noch im Bett rumgewälzt und leider kein HR-Fernsehen, also auch kein Ironman Hawai.
Eigentlich wollte ich wegen des Regens mit Erwin zum Start fahren, aber es hörte auf, zu regnen. Prima, dann also doch mit dem Rad.

8:15 Uhr machte ich mich dann auf den Weg. Ich war froh, dass ich alles an Klamotten für wirklich jede Jahreszeit dabei hatte.
Fliesjacke an, Softshell drüber, Winterlaufmütze auf den Kopf und Handschuhe an!!! Wirklich: Handschuhe.

4 km und 8 Minuten später rollte ich durch den Start-Bereich :-) über die Brücke Richtung Umkleide.
Und was entdecke ich da an einem Hinweisschild?


Der Jakobsweg. Mitten durch Essen. Ich bin Platt. Gerade lese ich "Zwei Esel auf dem Jakobs-Weg" von Tim Moor. Sehr unterhaltsam. Zufälle gibt es. Und der nächste Zufall lässt nicht lang auf sich warten.
Ich wollte mich ja mit +Jürgen Weinreich treffen. Wir haben uns bis jetzt im realen Leben noch nicht getroffen und hatten den Startbereich als Treffpunkt vereinbart. Als ich durch einen kleinen Grünstreifen fuhr: plötzlich ein Gesicht, ein Blick: Jürgen? Peter? Jippie. Endlich. In der Realität angekommen und ich denke vom ersten Satz an: gleiche Wellenlänge.

Und wir hatten so viel zu erzählen. Über Com-Shirt-Aktion, Com-Aufkleber, Wasserkuppen-Lauf und der anstehende Edersee-Lauf. Dies und Das, die Unterstützung innerhalb der Com und die vielen Motivationen. Und das Dasein von Jürgen war meine Motivation heute. Danke noch mal, dass du da warst, mich abgelenkt hast und auf meine Klamotten-Tasche aufgepasst hast :-)) Super lieb von dir und natürlich auch Danke, dass deine Frau dich hat gehen lassen :-)

Und dann passierte was ganz unerwartetes. Ich kuck so in die Menschen an der Seite, kurzer Blickkontakt, nichts gedacht und auf einmal: " sag mal, bist du nicht Peter?" Steht doch +Sonja Holtrichter vor uns. He, das ist ja Klasse. Mini-Com-Treffen und auch noch unverhofft.


Kurzer Snack, sie läuft in der Staffel und nach den besten Wünschen geht es auch schon fast los.

Ich positionierte mich in der Nähe des Zug- und Bremsläufers, denn ich hatte ja ein Zeil: Sub 3:15. Darauf hatte ich trainiert, das war der Plan.
Na und irgendwann kam dann endlich auch der Startschuss und die 910 Marathonis setzten sich in Bewegung. Insgesamt nahmen ca. 3000 Läufer und Läuferinnen teil.

Der Zugläufer trabte los und irgendwie fand ich es zu schnell. Ich konnte zwar locker laufen, aber bei km 1 und dem Blick auf die Uhr wurde mein Gefühl bestätigt: 4:15 min/km. Buff, zu schnell. Was jetzt? Mithalten, oder zurückfallen und den eigenen Stiefel? Ich entschied mich fürs mithalten. Das sollte sich mal wieder als Fehler herausstellen.

Vom Ziel ging es in östliche Richtung weg auf die B224 Richtung Solingen, bogen dann links über eine Brücke nach Werden ab. Durch den Ort ging es unter Beifall und Kirchenglockengeläut wieder an den Baldeneysee Richtung Kupferdreh.
Bis km 13 hatten wir uns bei 4:20 min/km eingepegelt und näherten uns dem Wendepunkt bei km 15 auf der B227.
Hier kamen uns bereits die Favoriten entgegen. Alter. Die hatten ein Tempo drauf. Und mein Tischnachbar von der Pasta-Party vorn weg. Super Schritt. Da komme ich nie hin :-(

Nach dem Wendepunkt ging es straff gegen den Wind. Wir fanden uns im Windschatten und hielten uns ganz rechts der Straße, um den Windschatten der Bäume auch noch zu nutzen. Aber diese knapp 3 km haben echte Kraft gekostet. Die Pace ging merklich nach oben. Bei km 22 waren wir nur noch bei 4:40 min/km und es sollte noch besch... werden.
Wir kamen wieder am Startbereich vorbei und +Jürgen Weinreich hat es irgendwie geschafft, mich in Bild und Ton festzuhalten.

Es ging in die 2. Runde. Und das, das ist nun mal gar nicht mein Ding. Das ist mir ja bereits in Dresden zum Verhängnis geworden und sollte sich auch hier weider als mein mentales Problem darstellen.
Am Ende von Werden hatte ich irgendwie meinen Zugläufer hinter mir gelassen und so kämpfte ich mich bis km 28 allein durch. 
Ich hatte für Essen und dem Tempo bedingt meine Taktik geändert und bin während des Trinkens weitergelaufen und musste also häufiger an die Wasserstelle. Bei km 28 verpasste ich aber die reichende Hand und musste ohne weiter. Nächster VP sollte aber erst kurz vor km 35 kommen. Also durchhalten.
Dann holten mich auch noch der Zugläufer ein. Was ist das denn? Der ist frisch, der ist neu. Die wechseln hier die Brems- und Zugläufer. Das ist ja der Hit. Die sollten sich mal was in Kassel abkucken. Ne, ne, ne

Aber es war eigentlich schon egal. Bei der Wende am km 15 ist glaube ich meine Socke verrutscht und bei km 36 wurde es am linken großen Onkel warm :-( Sch... Offen!!!
Erst war es ja nur unangenehm, aber bei km 38 war es fast nicht mehr zu ertragen. Peter, sach ich mir: Halt durch. Und als ob das nicht reicht, wurde meine Trinktaktik auch noch mit dem anderen Blasendruck betraft. Bei km 38 musste dann diese auch noch entleert werden. Pipi-Pause :-(
Die Zielzeit Sub 3:15 war nicht mehr zu halten. Abschminken. Haken drunter.

Bei 39 kam mir dann Florians Zugläufer entgegen. Ein kurzes Hallo und aufmunternde Worte halfen aber nicht mehr wirklich.

So sehnte ich nur noch das Ende herbei und war heilfroh das Schild zu sehen.


Hier hörte ich, obwohl ich schon fast vorbei war, Jürgen, der mich auf den letzten Metern noch mal anstoßen wollte. Per Video für die Nachwelt festgehalten.

Letzte Kurve um die Tribüne und dann war es geschafft. Die Zieluhr zeigte 3:17:xx und war nicht per Gedankenübertragung zum stehenbleiben zu bewegen, genau so wenig, als das einer die letzten 2 km weggestrichen hätte :-(

Also die wirklich letzten Körner mobilisiert, das wenigstens die 18 fällt. Und es hat geklappt.
Das amtliche Endergebnis meldet 3:17:53. Peng. Deutlich unter 3:20 aber trotzdem am geplanten Ziel vorbei.
Egal! Ich bin letztlich doch sehr zufrieden und glücklich mit der erreichten Zeit.

Im Zielbereich traf ich dann +Jürgen Weinreich wieder, der mich natürlich zu der Leistung herzlich beglückwünschte. Leute, ich bin doch nur einfach gelaufen. Mit ein wenig Übung könnt ihr das auch.
Als vorläufige Erinnerung bleibt ein tolles Bild und die vielen netten Worte :-)))



Noch ein Finisher-Foto und dann musste ich dringend aus den nassen Klamotten raus.


Wir hätten wirklich noch so viel zu erzählen gehabt. Um so mehr freuen wir uns auf unseren Edersee-Lauf im Januar 2014.

Wir trennten uns im Bereich des Starts. Jürgen musste zur S-Bahn nach Duisburg und ich musste ja mal irgendwie unter ne Dusche. Upps, da lag ja noch ein Berg mit dem Rad vor mir. Aber ich habe es geschafft :-)

Gegen 16:00 Uhr verließ ich dann mit Medaille um den Hals Essen Richtung Heimat.
Die lieben warten ja auch noch auf den Sieger :-)

Auf so einer Autofahrt geht einem dann ja so einiges durch den Kopf.
Was kommt jetzt?
Was sind die nächsten Ziele?

Ja und ein Beschluss steht fest: das war die letzte Jagt nach neuen persönlichen Bestzeiten.
Die nächsten Läufe werden neue Ziele haben, Landschaft, Natur, Ultra, Trail :-)

Was bleibt ist der Blick auf den Countdown:


Somit bleibt mir nur allen zu Danken für die tolle Unterstützung, den moralischen Beistand während der letzten 10 Wochen der Vorbereitung auf dieses Event und für das Lesen meines Blogs.

Wie der in Zukunft weiterlebt? Ich kann es noch nicht sagen. Er wird nicht sterben, das ist sicher ...

Danke fürs Lesen und kommt bitte wieder.

mit sportlichen Grüßen

Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 6. Oktober 2013

Entspannung ist alles ...

denk ich mir und lass die letzten beiden Wochen vorm Herbst-Event ganz ruhig angehen.
Aber der Trainingsplan hat auch noch für die 9. Woche ein paar Aktivitäten, wenn auch reduziert auf 68 km.

Montag:
Laufpause und die brauch ich auch. Auch wenn die Mitstreiter der Com mich trösten wollten und Mut zusprachen. Vergeigt bleibt vergeigt. Haken drunter ;-((
Un dann noch das Ergebnis aus Berlin. Tsss. 2:03.23. Nenene

Dienstag:
Dienstreise zum Arbeitgeber und Abendessen mit Kunden. Also vorm Frühstück raus, den Lauf absolvieren und dann ohne Stress den Rest des Tages rum bringen.

70 min Dauerlauf mit einer Zielpace von 5:30 min/km. Das ganze in meinen Lieblingsschuhen von Brooks. Aber:
1. ist die Pace nicht mein Ding --> ich war schneller
2. habe ich den Eindruck, sind die Brooks fertig. Entweder habe ich mich an die flache Sprengung von den Saucony und den PureGrit gewöhnt oder die sind wirklich durch. Aber schon wieder neue?


Trotzdem war es ein toller Lauf.

Nach der Büroarbeit ins Auto und ab nach Amberg. Man kann ja unterwegs telefonieren.
Aber dann kam in Höhe Fulda auf der A7 Wehmut auf: Blick nach links. Was sehen meine Augen in der Sonne am Horizont glänzen? Das Radon auf der Wasserkuppe. Ach menno. Und der nächste Com-Lauf im Kellerwald ist noch so lange hin :-((

Trotzdem kann ich mir das Bild zur Erinnerung nicht verkneifen:



Mittwoch:
Laufpause. War nach dem ausgiebigen Abendessen im Kupferpfannl in Amberg auch mal gut :-)
Und die Heimfahrt mit 370 km und Ankunft 20:00 Uhr. Wann sollte ich den Laufen?

Donnerstag:
Vorletztes Intervalltraining
2 km Einlaufen
3 x 5000 m im Wettkampftempo bei einer Zielpace 4:35 min/km
2 km Auslaufen

Ich hasse es ja, mit dem Auto irgendwo hin zu fahren, um zu Laufen. Das widerspricht sich schon an sich. Aber da Essen auch flach ist und ich zu Hause keine wirklich flache Strecke anbieten kann, bin ich an die Eder.

Und muss sagen: So kann in Essen beim 51. RWE-Marathon Rund um den Baldeneysee nichts mehr schief gehen. Nur die Brooks ...
und leider verlor ich unterwegs mein Herz :-)) Sch...


Am Nachmittag sind wir dann mit meinem Rad-Kumpel Kai und den besseren Hälften mit dem Wohnmobil an die Standortschießanlage gefahren. Wird doch keiner auf uns schießen, haben ja kein Geld beim Bund :-)
Wir hatten uns wirklich lange nicht gesehen und so gab es viel zu schwatzen und nebenbei gab es auch noch Pilze. Lecker: das Abendessen war gesichert.
Nach unserer 1-stündigen Rund gabs lecker Kaffee und Kuchen campingmäßig in der Sonne und einem traumhaften Blick nach Fritzlar


Er reichte über den Dom von Fritzlar, über den Hessen-Turm in Niedenstein bis nach Kassel ins Hohe Gras. Ist die schönste Ecke für mich in Deutschland. So langsam bin ich hier nach nun 17 Jahren heimisch geworden.

Freitag:
Laufpause und ne Menge Arbeit im Büro, trotz Brückentag :-(

Sonnabend:
50 min Dauerlauf mit einer Zielpace von 5:30 min/km.
Die Brooks blieben heute mal stehen und ich führte die Saucony Jazz16 aus. Und was soll ich sagen: lief wie geschmiert.
Ich glaube ich werde die Brooks morgen beim letzten langen noch mal testen und dann die Festlegung für Essen treffen.

So ein Lauf im Regen hat ja was feines. Ich liebe das. Nass wirst du eh, die Straßen sind leer, keiner geht die auf den Nerv und die Luft ist einfach nur Phantastisch.


Den Rest des Tages verbrachte ich mit Vorbereitungseinkauf für den Renovierungsstress (muss jetzt wirklich sein nach meinem Essen-Marathon, habs der besseren Hälfte versprochen) und Döserei im Büro.
Und damit ich nicht wieder so ein Desaster erlebe, wie vergangenen Sonntag: bitte Pasta und Hühnchen!!!
Pasta gab es, aber Hühnchen wurde durch Lachs ersetzt. Lecker!

Sonntag:
letzter langer Lauf vor dem Event nächste Woche.
Am Abend den Laufrucksack mit der Trinkblase vorbereitet, die Tüte mit den Rosinen rein und Toiletten-Notfall-Set und die Stirnlampe geladen.

6:00 Uhr Wecker klingelt. Eigentlich unnötig, liege seit 5 wach.
6:20 Uhr raus und ab gehts. 
Natürlich wieder die Brooks an die Füße und nicht ganz so warm eingepackt, bei 13°C reicht ein kurzärmliges Unterhemd, langärmliges Lauftrikot und die Windjacke. Nach 5 km wird es schon verdammt warm, aber ausziehen ist nicht.
Und als Fazit zur neu angeschafften Stirnlampe von Zweibrüder LED Lenser H7R: einfach Klasse Teil. Wenn du hier rein siehst, bist du die nächsten 4 min blind :-)
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Der Plan sagte Steigerungen an, bei einer Pace von 5:45 min/km. Was soll das? Also Planänderung.

10 km mit Zielpace 5:30 min/km
10 km mit Zielpace 5:15 min/km
5 km mit Zielpace 5:00 min/km

Plan erreicht, aber die Brooks kommen definitiv nicht mit nach Essen. Mir wurden die Füße schwer und die Latschen klebten auf dem Asphalt.

Die Saucony werden mich in Essen zum Marathon-Ziel führen und die Wunschzeit sub 3:15 erreichen lassen.
Das heißt diese Woche verstärtk mit ihnen Laufen, wobei ja nicht mehr viel ansteht.

Ich muss auch echt gestehen: es reicht jetzt. 10 Wochen sind schon eine harte Zeit. Nicht nur für den Athleten, auch die Fam muss ganz schön einstecken.

Die letzte Woche bricht an und es stehen die letzten 72 km auf dem Plan.
Was sagt der Countdown:


6 Tage und die restlichen Stunden von heute. Dann zählts :-) Man, ich bin schon so aufgeregt!!!

Ja und unser kellerwald-lauf nimmt auch immer genauer Konturen an:
Dem Zieleinlauf am Rehbach und abschließender Stärkung in der Strandoase am Rehbach steht nichts im Weg und für einen warmen Klamottenwechsel ist auch gesorgt. Fehlt noch der Shuttelbus. Der kommt diese Woche an die Reihe :-))

In diesem Sinn bleibt der sportliche Gruß in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht-EU-Staaten

Danke fürs Lesen und komm bitte wieder

Euer Gnü aus Zü

Montag, 30. September 2013

Woche 8 ist "abgelaufen" ...

und der Speicher scheint leer ;-(

Montag: Mann. Die Woche fängt doch schon sch... an. Muss ich auch zum Wochenstart nach den Ergebnissen vom 32. Hochsauerland-Waldmarathon suchen? Der Hammer folgt, als ich lese, dass ich in meiner AK40 den 2. Platz erlaufen habe. Super! Woche gelaufen. Und ich war nicht bei der Siegerehrung.
OK. Schon im Blog geschrieben und nun Schwamm drüber. Ärgerlich war es trotzdem.
Laufpause. Strafe muss sein!

Dienstag:
60 min. Jogging mit ner Zielpace von 6:00 min/km.
Das ist ja nun wirklich das erste Mal, dass ich mich auf die Pace freue. Zu mehr währe ich auch nicht un der Lage gewesen.



Schwere Beine vom Sonntag und auch so fehlt irgendwie der Antrieb. Wenn ich gewusst hätte, wie die Woche endet :-(

Mittwoch:
70 min. Dauerlauf mit einer Zielpace von 5:30 min/km. Und ich dachte mir, weil die Brooks PureGrit so Klasse waren, nehme ich den Haustrail.



Wie immer etwas zu schnell, ich fühlte mich aber gut und so war es kein Problem.

Donnerstag:
90 min. Dauerlauf mit einer Zielpace von 5:50. Die Brooks Defyance6 geschnürt und los.
Was habe ich mich am Donnerstag noch gefreut, dass ich es inzwischen auf einen so niedrigen Puls gebracht habe.



Einen 135 Puls hätte ich zu Beginn meines ambitionierten Läuferlebens vor 3 Jahren nie zu erträumen gewagt. Und heute? Es geht.
Ich fühlte mich im Großen und Ganzen ganz OK, nur die Beine ...
Die sind immer noch so schwer. Was ist den los? Zum Glück ist am Freitag Laufpause!!!

Sonnabend:
Das Wetter so Klasse. Da muss man doch raus!!!
Morgens mal eben die häuslichen Pflichten erfüllt (Holzstall aufräumen, Wassertonne winterfest machen ...) und dann ab aufs Rennrad.




Für die Kollegen der Lauf-Com wollte ich doch schon mal ein paar Eindrücke für unseren Kellerwald-Lauf mit der Com am 19.01.2014 sammeln.



In Armsfeld in Richtung Hundsdorf die Urff aufwärts



Kirche in Hundsdorf



Hundsdorf in Richtung Hüddingen ins Wesetal



Im Wesetal zwischen Gellershausen und Kleinern. Hier wird wird der vorletzte Einstieg für unseren Lauf sein.



Das "K" solltet ihr euch schon mal einprägen :-))

Die Runde für unseren Community-Lauf findet ihr hier.

Zurück nach Züschen ging es durch Edertal.




Und dann kam der Sonntag:
Am Abend noch die Sachen gerichtet. 6:00 Uhr sollte der letzte lange Lauf der Vorbereitung auf Essen Rund um den Baldeneysee starten.
5:30 Uhr aufstehen, 6°C. Warm anziehen! Sirnlampe zum ersten mal auf den Kopf und noch wohlgemut und hoch motiviert auf die Strecke.
35 km in der Pace von 5:30 min/km und die letzten 10 in 4:50 min/km.
Züschen den Berg hoch in Richtung Lohne merkte ich schon, dass da was nicht stimmt. Der Puls war irgendwie zu hoch. OK, langsamer.
Runter nach Kirchberg und weiter bergauf nach Gleichen. Kurz vor Gudensberg konnte ich dann die Stirnlampe in den Laufrucksack packen. Bei der Gelegenheit noch einen schönen Sonnenaufgang über dem Chattengau eingefangen:



Weiter ging es von Gudensberg nach Obervorschütz, nach Dorla und weiter nach Werkel.
Hier kam der erste Einbruch. Die Hauptstraße hoch zum Radweg musste ich schon mal den Laufschritt verlassen. OK, dachte ich, kann ja mal passieren.

Weiter nach Fritzlar. Die Sonne auf dem Rücken tat sehr gut. Und obwohl sie bei 10° nicht gerade brannte, war es gut für den nassen Rücken.

In Fritzlar stand die Pacesteigerung an. Einen km habe ich geschafft. Dann musste ich das Tempo wieder rausnehmen. Geht nicht.
So eine Sch... Die Schuhe kleben auf dem Asphalt, der Puls schnellt in die Höhe, Atmung nicht zu kontrollieren. Also Schluss damit. Wieder runterkommen ist die Devise! Fritzlar hinter mich bringen und im Edertal noch mal versuchen.

Also am Kalkofen in die Ederauen und versucht wieder die Pace zu erhöhen. NEEEE! Wieder der selbe sch...

Trainingsplan vergessen und zu sehen, das ich Heim komme. Den letzten langen Lauf total vergeigt. Warum? Was ist los?

Die letzte Nacht schlecht geschlafen, am Abend falsch gegessen, Schokolade genascht, Wein getrunken.
Alles Gründe, aber keine Ausrede! Ich habe den letzten langen Lauf vergeigt!!!
In 8 Wochen das erste Mal, das ich vom Plan abweichen musste. Ist das Ziel sub 3:15h für Essen in Gefahr? Ich hoffe nicht!

Die Jungs und Mädels der Com, ganz besonders +Marietta Schuster und +Kurt Rebhandl geben Mut und Motivation.
Genau das ist es, was die Com ausmacht. Danke, ihr seid eine tolle Unterstützung :-))



Wie ihr seht: mehrere Gehpausen (grün)

Also machen wir einen Haken unter die Woche 8 und konzentrieren uns auf die verbleibenden 2 Wochen. Die werden deutlich ruhiger ablaufen. Woche 9 mit 68 km und die letzte Woche vor dem Marathon mit 72 km.

Heute noch mit der besseren Hälfte nach Kassel zum Herbstzauber in die Karlsaue. Naja, ist eigentlich auch immer das selbe, aber der Park ist schön.





Was bleibt ist der Blick auf den Countdown



Ach ja, und +Michael Mankus ist nun endlich auch mit einem Blog vertreten und wir laufen zusammen den Siebengebirgsmarathon :-)

In diesem Sinne. Danke fürs Lesen und komm bitte wieder.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht EU-Staaten

Euer Gnü aus Zü

Samstag, 28. September 2013

stell dir vor: du gewinnst, und gehst nicht zur Siegerehrung ...

so endete meine Woche 4 der Vorbereitung auf meinen Essen-Marathon Rund um den Baldeneysee

Beginnen wir aber wie immer Montags. Das ist nämlich recht einfach: da war Laufpause.

Und nach den 40 km auf die #wasserkupppe war das auch gut so :-)

Dienstag: 
70 min Dauerlauf mit Zielpace 5:30 min/km. Wie immer habe ich überpact, aber das kenne ich schon. Ich bekomme es einfach nicht hin :-(


Dafür habe ich meinen Puls echt über die letzten 3 Jahre deutlich nach unten bekommen.
Bin ich früher immer so bei 165-170 gelaufen, so lande ich heute regelmäßig <=140. Das ist echt ne Klasse Entwicklung. Bin Stolz auf mich.

Mittwoch:
Stand das allseits beliebte Intervalltraining an :-)
Inzwischen muss ich sagen, freue ich mich auf diese Abwechslung.
3 x 4000 m mit 8 min Pause im Marathontempo Zielpace 4:35 min/km.
Nach heutigem Stand bin ich fast geneigt zu sagen: das ist machbar.
Aber immer schön vorsichtig mit den jungen Pferden, denke ich mir. Am Sonntag kannst du ja mal testen, wie es geht!!!


Ich bin extra an die Eder gefahren, um auf flacher Strecke, wie in Essen zu erwarten, zu trainieren, obwohl ich es hasse, zum Laufen mit dem Auto zu fahren :-)
Wortspiel :-))

Donnerstag:
50 min Jogging mit Steigerung. Zielpace 6:00 min/km
Wer hat das erfunden? Was ist denn hier die Steigerung? Nicht einpennen? Jo, das hat geklappt, aber Steigern konnte ich hier nur die hm. Für den Sonntäglichen HM im Sauerland mussten auch mal so langsam die Brooks PureGrit ran. Die habe ich wirklich viel zu selten an den Füßen :-(


Freitag war dann mal wieder geprägt vom Fahrdienst für die Tochter. Wer plant eigentlich Stundenpläne? Freitags bis 17:00 Uhr und dann fährt kein Bus.
Ich sach nur: "Keine Bildung ist viel zu teuer". Von wem war der Wahlslogan? Ach so, ich glaube die sind am darauffolgenden Montag alle zurück getreten. Ist ja auch ne Art sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Upps, ich bin politisch abgewichen. Dabei halte ich mich an den Ratschlag meines Opas: "sauf dich voll und fress dich dick, nur halt das Maul von Politik!" Recht hatte er!

Sonnabend:
Schon wieder Jogging. 30 min mit der Zielpace 6:00 min/km. Ich kanns nicht mehr sehen/laufen!!!



Und da das nicht genug war, musste das MTB noch mal dran glauben :-)


Schön entspannt 35 km Richtung Waldeck und durch das Edertal zurück.

Dann, endlich Sonntag:

Die Nacht verlief wieder so, wie die Nacht verlaufen muss: unruhiges hin und her Wälzen. Das hat mit entspanntem Schlaf vor einem Wettkampf echt nichts zu tun. Aber man kennt es ja nun schon so langsam.
Vielleicht liegt es auch an der gepackten Tasche, die im Flur steht? Sollte da was ändern :-))

32. Hochsauerland-Waldmarathon

In Bestwig, oberhalb des Ruhrtals, wollte ich meinen Vorbereitungs- und Testlauf auf Essen stattfinden lassen. Das Ziel war, nicht wie im Frühjahr in Leipzig, eine lange Anreise mit Übernachtung. Ich wollte das etwas entspannter angehen. Und Bestwig ist knapp 120k m weg und mit 1,5 h Autofahrt im Rahmen des Möglichen, wozu habe ich den Firmenwagen zur privaten Nutzung?

Also 6:00 Uhr wecken, wie immer schnell durchs Bad und das altbewährte Wettkampffrühstück verdrückt.
Haferflocken mit Früchtejoghurt, am liebsten mit Kirschen, Kaffee und O-Saft oder Traubenschorle. Das bekommt mir und meinem Magen sehr gut und ist schnell verdaut.

Abfahrt am Wahltag 7:00 Uhr. Bedeutet reichlich Zeit am Wettkampfort zum Umziehen, Unterlagenempfang und Startnummernausgabe. 8:30 Uhr kam ich planmäßig in Föckinghausen an.
Ach du sch... Der Startpunkt liegt ja wohl über den Wolken. Warum fällt mir schlagartig Reinhard Mai ein?
Ich seh nur Nebel und die Bergspitze ist irgendwo da mittendrin :-(
Mir schwant böses!


Also umziehen und warm laufen:


Einer von denen wird bald im Wohnzimmer stehen. Ist auch schon wieder soweit denke ich; 12 Wochen noch :-((

Ich habe ja so ziemlich alles für jedes Wetter dabei, aber so richtig weiß ich nicht, was ich anziehen soll. 
Ich habe erst ein langes Unterhemd drunter, mein langärmliges Laufshirt und unser Com-Shirt drüber. Nach dem Einlaufen ist das aber irgendwie alles zu warm, also Com-Shirt aus. Sorry!

Dann folgte das, was mir noch nie passiert ist: ich hätte fast den Start verpasst. Das sollte aber nicht das Einzige belieben, was ich verpassen sollte. Zum Glück nur fast.
Wer hat das denn auch ausgeschildert. Stand auf einem Schild "Start 1,3km ->" 
Wer geht denn davon aus, das da auch noch eine Strecke mit 1,3 km läuft? 
Also schnellen Schrittes zurück und 1 min vor dem Startschuss einsortiert. Zum Glück waren nicht Massen am Start.
Die hm schienen einige abzuhalten. Für den HM waren laut Veranstalter 460hm zu absolvieren. Respekt, dachte ich so bei mir. 
Und dann stand da ein Bus aus Dänemark!!! Na die sind ja fast so Berggeil wie meine holländischen Freunde :-)

Also 10:00 Uhr pünktlich los und ab ging der Gnü aus Zü.
Vom Start wech bergauf, um ne Ecke links, nächste Ecke rechts und über ne Weide und schon waren wir auf der einsamen Runde.
Insgesamt würde ich sagen habe ich 20 Motivatoren an der Strecke gesehen. Das war schon echt ne harte Nummer. Motivation bekommst du also nur von dir selbst!!!

Die ersten 3 km ging es nur bergauf. Von 460 ünN auf 560. Die nächsten 5 km blieben, bis auf ein par kleine Sachen, fast eben (was man im Sauerland so als eben bezeichnen kann, haha).
Bei km 8  gings auf 600 m fast 100 neg. hm bergab.
Das war echt ein guter Tipp vom +Michael Mankus auf der #wasserkuppe. Seine Ratschläge konnte ich hier gut gebrauchen und habe sie auch konsequent umgesetzt. Knie heben und per tippel-Schritt den Berg abwärts. Das war ein Tempo. Ich habe ja sonst aus Verletzungsgründen immer Angst, aber heute ...

Bei km 11 habe ich den Wasserpunkt wie immer im Schritttempo verlassen. Das ist eine gute Angewohnheit, die Flüssigkeitsaufnahme ruhig anzugehen und so wenig zu verschütten und maximale Aufnahme zu garantieren.

Dann ging es von km 11 bis km 15 stetig bergauf. Das war harte Arbeit im Kopf. Du merkst wie du an die Grenze kommst, du weißt nicht, wie lange das noch so weiter geht, du hast keine Ahnung, wie du deine Kraft einteilen sollst. Streckenstudium, kommt mir in den Kopf. Sch... Warum habe ich mir die Strecke nicht besser angesehen.
Inzwischen kommen uns die ersten Marathonis entgegen. Alter die sind aber auch flott unterwegs, denke ich so bei mir.

Dann kommt wieder so ein Abstieg. Und ich höre meinen Hintermann. Der will mich einsammeln. Ich spüre, dass er mich holen will. Aber ich will nicht. Ich will vor dir bleiben.
Bei km 18 letzte Wasserstation. Was machst du? Strategie "gehen" und Risiko eingeholt zu werden, oder durchlaufen. Ich entscheide mich fürs gehen. Schnell den Becher geleert und weiter. Der Kollege musste wohl auch trinken. Er ist weg. Schei... Wo ist der? Da. Bei km 19 höre ich ihn wieder. Nicht umdrehen, Peter. Gib dir keine Blöße, "Lauf du Sau", denke ich, der hat keine Chance. Km 20. Wir sind nahe am Ziel. Wir sind auf dem Hinweg! Nicht mehr weit, Peter. Gib Gas. noch 1000 m. Die Weide ist erreicht. Motivatoren!!! 4 Erwachsene und 1 Kind. Sie klatschen. Wenn ihr wüsstet, wie gern ich euch ein Lächeln schenken würde! Aber ich spüren den Kerl im Rücken. 500 m. Links rum, rechts rum. Die Einfahrt zum Ferienpark Hollandia. Letzte Kurve links. Die Füße tippeln. Die letzen 200 m abwärts. Der Sprechen ruft meinen Namen: Startnummer 500: Peter Gnüchtel aus Züschen (nicht im Sauerland, das in Hessen)!
Jaaaaa. Das Einzige, was bleibt ist der rechte Arm. Der geht in die Luft. Du hast mich nicht bekommen, NEIN DU NICHT!!!

Ich habe es geschafft. Runtastic bleibt bei 1:37:09 stehen. Wie geil ist das denn. 460 hm und dann diese Zeit.

Ich komme am Ende des Platzes so langsam zu mir und wer kommt auf mich zu? Mein Schatten! Das ist anständig. Er bedankt sich, dass ich ihn so schön gezogen habe. Er war echt fertig, er konnte es nicht fassen, das er mich nicht bekommen hat. Ich sei ihm an den Bergabläufen immer wieder davon gelaufen. Ätsch!!!

Wir haben uns gegenseitig zum Erfolg gratuliert und sind sehr nett ins Gespräch gekommen. Er ist schon 2 x in Essen gestartet und hat mir zugesichert, mein Ziel zu erreichen, so wie ich heute gelaufen sei. Er sei das in PB 3:20 gelaufen. Die 3:15 hole ich mir locker. Na dann, sein Wort in Gottes Gehörgang :-)

Während des Laufes habe ich die Kälte gar nicht so gespürt, aber jetzt fing es an vom Rücke her kalt zu werden.
Also dann mal schnell zum Auto und Heim. Die bessere Hälfte wartet ja auch schon und so zog ich mich schnell um und verließ den Ort des Geschehens, was ich am Montag dann aber sehr bereuen sollte :-((


Wenigstens konnte ich schnell noch eine überglückliche Mama, deren Sohn mitgelaufen ist, dazu bewegen, ein Foto von mir zu machen:


Am Montag stehen dann die offiziellen Zeiten fest.
Und damit kommen wir wieder zum Post-Titel: Stell dir vor Du erläufst einen Podestplatz und gehst nicht hin!

Der Gnü aus Zü hat in der AK40 den 2. Platz belegt. So eine Sch...

OK. Schwamm drüber. Die 7. Woche der Marathonvorbereitung Rund um den Baldeneysee ist abgelaufen und Haken drunter. Verbleiben noch 3 Wochen bis zum Herbst-Event.

Inzwischen steht auch noch ein neues Highlight fest: Community-Lauf im Kellerwald 2014. Bei der Heimfaht mit +Michael Mankus ein bisschen gesponnen und schon ...
ist es passiert und die ersten 12 Leute aus der geilsten Com bei G+ haben schon zugesagt. Demnächst dazu mehr.

Bleibt wie immer der Blick auf den Countdown:


In diesem Sinne danke ich fürs Lesen und hoffe Du kommst wieder.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und angrenzende EU- und Nicht-EU-Staaten

Euer Gnü aus Zü