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Montag, 16. November 2015

Endspurt ...

Jahresendspurt so zu sagen :-)

Zum einen stehen die letzten Läufe an, zum anderen die Urlaubsplanung.
Beides geht ein Stück weit zusammen daher und wir versuchen die ambitionierten Ziele des Verrückten mit den Urlaubsfenstern der Kollegen unter einen Hut zu bringen. Nicht einfach ...

Inzwischen steht aber sowohl der Urlaubsplan als auch die Laufvorhaben fest und somit kann der Gnü wieder ruhiger schlafen. Wobei ...
Das Datum ist immer noch ein offener Punkt. Ich hoffe das Beste und halte es, wie ich es auch im Job halte:
Der größte Mist ist der Pessimist!
Widmen wir uns den letzten Wochen seit dem Brocken-Marathon.
Der ist nun auch schon wieder 4 Wochen her und die Wunden geleckt.
Hatte mich der 1. Halbmarathon wirklich an die Grenzen der Leidensfähigkeit gebracht, lies der 2. im Abwärtsflug des Gnüs Stärke unter Beweis stellen.
Aus dieser Sicht heraus habe ich mich gegen die Teilnahme an der Winterlaufserie in Ahnatal entschieden, wobei die sehr cool ist, und dafür die Winterlaufserie in Ippinghausen in den Plan entschieden.
Naja. Ein weiterer Grund war auch die Messe in Bad Salzuflen, die ich von Mittwoch bis Freitag inkl. Auf- und Abbau betreuen durfte und die im Anschluss stattgefundene Siegerehrung zum Nordhessencup2015.

auf der Bühne :-)
die beiden drittplatzierten AK40 (Michael)
und AK45 (ich) mit dem Sieger AK45 (Timo)
Ne schöne Veranstaltung, wenigstens für die Geehrten. Für meine liebe Frau, die mich mit viel Geduld begleitet hat, war es weniger unterhaltsam. Aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zum einen natürlich die Intervalltrainings mit den Tempoeinheiten in einem Wettkampf ersetzen zu können und zum anderen mit so einem Ergebnis abzuschneiden.


4. Platz AK45 über die 20km-Distanz
Nach dem Abend hatte ich absolut keine Lust auf den 1. Lauf in Ahnatal und verschob meine Tempoläufe also nach Ippinghausen 1 Woche später.

Am Sonntag stand nun der 1. Lauf zur WLS-Ippinghausen im Kalender und ebenso eine 35 km-Einheit für den Twisesee-Marathon in 2 Wochen.
Wie bringen wir das nun unter einen Hut? Richtig! Laufender Weise :-)
Am Abend wurde der Plan fixiert und ich habe eine Mitfahrgelegenheit bei der Laufgruppe-Züschen gefunden :-).  Also hin mit dem Auto und Heim zu Fuß.

Am Abend Generalstabmäßig den Alarmstuhl gepackt, was sich am Morgen als richtige Entscheidung herausstellte, denn ich hatte die Startzeit auf 9:15 Uhr im Kopf programmiert und war somit also etwas erstaunt, als es 8:45 an der Tür klingelte.
Also innerhalb von 3 Minuten stand ich vor der Tür und war zum Glück mit den anderen Wettkampfvorbereitungen schon fertig.

15 Minuten später trafen  wir auch schon in Ippinghausen ein, Parklatz und zack, hatten wir die Tickets gezogen. Einlaufen und nach 45 Minuten positionierten wir uns am Start. Da ich diese Strecke noch gar nicht kannte ging ich verhalten optimistisch an die Erwartungen.

Den Erzählungen zu folge sollte sie Trails enthalten und einiges an Höhenmetern. Nun, das war genau meins und ich war sehr gespannt.
Wie ich beim warmup schon feststellen konnte, schien das mit den Trails zu stimmen.


das lies keine Wünsche offen :-)
Nur leider wurde ich nach knappe 2 km auf den Boden der Tatsachen zurück geholt und fand mich auf den üblichen Waldautobahnen wieder. Immer diese Schönwetterläufer, ihre sauberen Schuhe und die Tränen im Gesicht, wenn der Schmodder ins Genick klatscht :-(
Also zu früh gefreut und mit den Höhenmeter hatte ich auch mehr erwartet. Nun gut. Alles in allem trotzdem eine schöne Strecke und auch die Distanz über 15 km hießen eine andere, neue, Strategie fahren, oder besser laufen, als bisher.

Wenn man sonst die 10km-Distanz läuft, kann man schon mehr Gas geben vom Start weg als auf 15 oder 20. Also ging ich es etwas vorsichtiger an und musste auch hier wieder das übliche Falschpositionieren der meisten Läufer feststellen. Egal, denke ich, die holst du eh. Und genau so kam es auch.
Einzig mein Widersacher vom NHC, Thorsten, machte mir Angst. Am Start fragte ich ihn noch nach seiner geplanten Zeit und nach der sub 1:05h-Ansage wollte ich mich schon gleich 2 Reihen weiter hinten aufstellen :-(

Ich hoffte insgeheim auf sub 70min. Aber sub 65 ... Das war ein Brett.

So fiel mitten in der Grübelei der Startschuss und ich vergas fast die Uhr zu starten oder loszulaufen oder beides :-)))

Über den Trail und auf die Autobahn ging es schon fast zu gut und ich wartete auf das Hochschnellen des Pulses. Das kam aber nicht und so konnte ich das Tempo noch ein bisschen forcieren. Thorsten blieb auf dem Trail noch hinter mir, aber bereits nach 3 km überholte er mich und ich konnte nicht ganz so folgen, wie ich es vielleicht gewünscht hatte, lies ihn aber nie weiter als 150 Meter vor mir :-)

Dann lief einer auf mich auf, der unbedingt einen Plausch halten wollte. Leute: das ist ein Wettkampf in der Kurzdistanz. Hier wird am Anschlag gelaufen ...
Er schien es zumerken und verstummte und wenig später fiel er zurück und versuchte dem Kollegen hinter mir eine Bulette ans Knie zulabern :-(

So ging es also mehr oder weniger entspannt durch den Habichtswald und hin und wieder durfte ich an den Lauf mit +Michael Kloß denken, da der Habichtswald-Steig so oft angezeigt wurde :-)

Wie das Leben so spiel gestaltete sich der Lauf nach hinten raus ganz anders:
Einige der losgebreschten konnten das anfängliche Tempo nicht halten und der Gnü aus Zü sammelte Plätze ein :-)
Das war ja mal so was von ... Super :-)
Der Abstand zu den Läufern hinter mir wurde stetig größer und der zu Thorsten immer kleiner und bei km 13 ist es dann passiert: ich hatte ihn. Auf dem Trail fand ich einen guten Punkt an ihm vorbei zu gehen und zischte noch rüber: "bleib dran!" Doch er hatte keine Reserve mehr wie er gestehen musste.
So kam der Sportplatz ins Blickfeld und es hieß noch mal aufpassen, denn hier muss eine äußerst gefährliche fast 180°Wende mit schätzungsweise 45°Gefälle genommen werden, was durch den Regen der letzten Stunden nicht einfacher wurde.
Dann die letzten 150 Meter auf dem Rasen und Stopp auf der Suuno.
Krass. Ich fasse es nicht! Alle erwarteten Ziele übertroffen: die Uhr zeigte 1:04:40h!
Thorsten kam fast 8 sek nach mir rein und wir klatschten uns für diesen Fight einfach nur noch ab.
So happy war ich schon lange nicht mehr, hätte ich sub 65 Minuten, wie ober schon geschrieben, nie erwartet.


1. Lauf WLS Ippinghausen

Alle Daten zum Lauf gibt es natürlich wieder beim Klick aufs Bild :-)



Ich wartete noch auf den Rest der Züscher Läufer und empfing alle nacheinander im Ziel. So kamen nach und nach Günter, Iris, Sonja, Peter auf der 15km-Distanz ins Ziel und Antje und Frank feuerten uns mit Simone am Eingang zum Stadion kräftig an. Vielen Dank dafür :-)

Glücklich und zufrieden mit dem erreichten machte ich nach der Verabschiedung von der Züscher-Gang laufend auf den Heimweg. Und  unter uns gesagt: die Gesichter der auf dem Sportplatz anwesenden sprachen Bände: wer läuft nach einem WK noch mal freiwillig 15 km nach Hause? Ich!

Also die nassen Klamotten in den Rucksack, ein Gel und einen warmen Tee in den Kopf und Adios Amigos


los geht´s
In den ersten Jahren meiner Läuferkariere nutze ich schließlich des öfteren diese Strecke in der Vorbereitung und so gab es auch keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten.
Natürlich wurde ich unterwegs von den Züschern überholt: erst Nico, den ich Montags in der Gymnastik treffe, dann Iris und zu guter letzt fuhr Günter hupend an mir vorbei.
Und nach 15 km hatte ich meinen Trainingsplan für diese Woche erfüllt, meine 30 km abgelaufen und wie versprochen war ich 13:00 Uhr zu Hause :-)
Perfekter Sonntag, so zu sagen!



Auch hier wieder alles beim Klick und ich beginnen so langsam in die Regeneration über zu gehen.

Was bleibt ist natürlich wie immer euch, ihr lieben Leser zu danken, dass ihr mir so fleißig folgt und ich kann euch nur immer wieder ans Herz legen: 
Wer sich bewegt, bewegt was!
Ich verspreche es euch. Egal ob im Sport, im Job oder bei was auch immer. Erfolg hat wer ihm entgegen geht, anstatt auf ihn zu warten!

In diesem Sinne. Bleibt Gesund und mir gewogen
Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 7. September 2014

Zeitreise ...

durch Mecklenburg Vorpommern.
So könnte man die Entspannungswoche nach dem Abenteuer Ultra-Lauf in Waren an der Müritz nennen.

Von Anfang an.
Wir verließen Waren nach dem Frühstück und machten uns auf den Weg an die Ostsee zum ersten kinderfreien Urlaub seit unserer Hochzeit. Komisches Gefühl, so ohne dem üblichen Gemähre und ungezwungen durch die Welt zu kommen. Na ja, Welt nicht ganz, aber doch schon irgendwie :-)

Unterwegs musste ich den Hausverwalter anrufen und der war nicht gerade erfreut, hatte ich durch die Euphorie das Telefonat am Sonnabend erfolgreich verdrängt. Er hatte den Samstagnachmittag vergeblich auf uns gewartet, wurde aber über die Woche wieder friedlicher :-)

Angekommen und Häuschen eingeräumt, versprach die kommende Woche spannend zu werden.
Ohne vernünftiges Netz, in der relativen Einsamkeit. Wie soll ich denn meinen Blog schreiben? Wie soll ich Verbindung halten? Oh ha, das wird ja was!

Heute, mit 2 Wochen Abstand sag ich mal so: "Ich will hier weg!"
Leute es geht! Man kann auch ohne, und nach ein paar Tagen hatte ich mich daran schon mal gewöhnt.

Was gab es Lauftechnisch?
Nicht viel. Denn nach den 75 km muss man sich mal ne Pause gönnen. Und das hatte ich meiner Liebsten auch versprochen und das Rennrad daheim gelassen. Laufklamotten waren ja gezwungener Maßen dabei, sollten aber nicht genutzt werden.

Sollten! Denn bereits am Sonntagnachmittag drehte ich eine Auslaufrunde von 7 km und die war irgendwie gut, aber doch auch unrund.
Wer schon mal nen Marathon gelaufen ist, der weiß wovon ich spreche und so wollte ich es dann endgültig für den Rest der Woche lassen.

Wir genossen die Tage am Bodden im Fischland Darß sehr. Ruhe, keine Verpflichtungen, keine Aufgaben.
Großes Grundstück mit direktem Zugang zum Bodden und allein. Einzig das Wetter ließ es nicht zu, den Zugang entsprechend zu nutzen. Aber die Aussicht am Abend, die Sonnenuntergänge und der Blick vom Frühstückstisch in die Stille der Natur waren einfach überwältigend.


stürmisch am Sonntag

friedlich am Montag

traumhaft täglich :-)
Der Vorteil des kinderfreien Urlaubes bestand darin, das Mama und Papa sich nicht mit der täglichen Nahrungssuche beschäftigen mussten, oder mit Eventplanung, sondern einfach spontan sein durften. Und das waren wir.

Am Sonntag erkundeten wir erst einmal die nähere Umgebung und fanden im Hafen in Bodstedt schon mal eine wunderbare Anlaufstelle.


Chillen im Alten Hafen Bodstedt
Fangfrischer Fisch am Büdchen, Urige Hafenkneipe mit Preisen aus vergangenen DDR-Tagen und so was von Lecker ...

Aber Abseits; ach du Alarm!
War die Hauptstraße durch Fuhlendorf nach Bodstedt mit ausreichender Förderung der EU und anderer Subventionstöpfen richtig chic, so fühlte man sich, wie eingangs erwähnt, um 30 Jahre zurück versetzt.

Waren wir die 1. Hälfte unseres bisherigen Daseins im anderen Teil Deutschlands aufgewachsen, wohlbehütet und mit vielen schönen Kindheitserinnerungen, fiel in der 2. Hälfte die bisherige Heimat kaum noch ins Gewicht; Urlaubstechnisch wenigstens.
Soli und Skandalmeldungen informieren mehr Schlecht als Recht über den Fortschritt des Wiederaufbau. Aber ich sage mal so: "blühende Landschaften" sind leider noch nicht durchgehend zu finden. Im Laufe der Woche sollten wir die schwarzen Subventionslöcher noch finden, aber es gibt Ecken ...



Oben: Sommerkino, leider wegen Krankheit geschlossen :-(
ul: DDR-Plattenweg zum KONSUM :-)
ur: der KONSUM :-)

Feriensiedlung
Dann fanden wir eine alte, verfallene Feriensiedlung. Mensch! Was wären wir früher froh gewesen einen Urlaubsplatz an an der Ostsee in so einem Bungalow zu bekommen. Echt Schade. Ich finde, hier sollte man investieren!

Den Weg zum "KONSUM" musste ich filmen, einmalig :-)



Und? Genossen? Sehr feines geholper :-)

Am Montag war das Wetter nicht mehr so stürmisch, wie am Anreisetag und wir machten uns auf, um in Prerow einen Strandbummel zu machen. Ach, was war das schön!
Windig, aber nicht so rau, wie Holland, genossen wir es sehr.


Strandgenuss
Dienstag stand Kultur auf dem Plan, denn wenn man schon hier ist, sollte man es nutzen und unser Ziel hieß Insel Rügen zu den Kreidefelsen.

Nach einer nervenaufreibenden Fahrt quer über die Insel hatten wir es dann doch geschafft und machten uns per Pedes auf den Weg zur Viktoria-Aussicht, von wo aus man den besten Blick auf den Königstuhl haben soll.

Durch den Nationalpark Jasmund ging der gut ausgeschilderte Wanderweg durch dichten Buchenwald was für Kühle sorgen würde. An heißen Tagen, aber heute ...



ol: Warten auf Zutritt
ur: Fahrt über die Rügenbrücke

Nach etwas mehr als 30 Minuten kommt man, leider nicht allein, an die Viktoria-Aussicht und darf nach Schlangestehen endlich auf die Plattform :-)

Aber der Blick lohnt :-)



kleines Bild: der Königsstuhl


großes Bild: der Königsstuhl

Unten gingen Menschen spazieren, also muss es einen Abstieg geben. Suchen und finden und nutzen :-)
485 Stufen führen hinunter und unten wird man vom Meer begrüßt und vielen Menschen :-( die auf der Suche nach dem Ostseegold, Bernsteinen, oder wenigsten nach einem Hühnergott sind.
Ich schließe mich an und finde derer 4 Stück. Na, wenn das kein Glück bringt.



Nach kurzen Verweilen ging es die Stufen wieder hinauf und ich konnte es nicht lassen: ich bin gerannt :-)
Zwischen erstaunten und schnaufenden Touris hindurch nam ich in riesen Schritten die 485 Stufen und hatte ne neue Idee!
2015 sächsischen Mt. Everest!? Neue Ziele hat er ja! Nur ob sie umgesetzt werden? Schaun mer ma :-)

Mittwoch und Donnerstag kehrte der Sommer zurück an die Ostsee und die Liebste und ich genossen die 2 herrlichen Tage in Prerow hinter der Strandmuschel, welche ich noch im Tempel DECATHLON erstanden habe. Geiles Teil und während andere wild mit dem Aufbauen der Standardteile beschäftigt waren, lagen wir schon Tiefenentspannt im Sand :-)


Windschutz und so einfach 
Danke an dieser Stelle :-)

Freitag nutzten wir zum letzten Kulturtripp, denn nach Stralsund und ins Oceaneum wollten wir unbegingt.
Und hier sahen wir dann die Investitionen über den Soli und Fördergelder.
Oh man. Ich übertreibe mal ein bisschen. Aber jedes 2 Haus hat ne Tafel: Ausgezeichnet mit dem Wiederaufbaupreis, gefördert durch Gelder von xy ...



Liebevoll ist die gesamte Stadt renoviert, inkl. der Stadtmauer und die letzten paar Ecken kommen sicher auch noch dran.
Die Frage, die allerdings bleibt, ist die: Wann wird in den gebrauchten Bundesländern investiert?





Den letzten Abend ließen wir im lieb gewonnen "Alter Hafen" in Bodstedt ausklingen.
Die gesamte Woche bestand eigentlich nur aus Schlemmen, Seele baumeln lassen und in den Tag hinein leben. Muss ja auch mal sein und wir haben die Zeit so sehr genossen.

Un da das ein Laufblog sein soll, hier noch die Ergebniss der Woche:
Sagenhafte 28 km :-)
Prust! Das ist der geringste Wochenumfang seit ...?

Dafür war der Monatsabschluss gar nicht so übel:



880 km Rennrad
222 km Laufen

Was folgte ist das übliche: Abreise, Urlaubsrückreiseverkehr zum Wahnsinnigwerden und Erholungseinbruch.

Ich will wieder zurück!!!

Vielleicht in 2015? Neuer Start an der Müritz? Plan ist offen, aber vorstellbar :-)
In diesem Sinne waren es schöne Tage in MacPom und eine WIederholung kann gut sein.

Die erste Woche nach dem Urlaub stand unter dem Arbeitevielundlangestern und einer Dienstreise nach Amberg, nicht ohne die Laufklamotten im Gepäck.

Dienstag schaffte ich es dann tatsächlich die Montur überzustreifen und in Amberg eine 15km-Runde zu drehen. Der erste lange Lauf seit dem Ultra.


Dienstags in Bayern
Die kompletten Daten gibt es hier.

Das war es dann auch für das Laufdress in Amberg; ich habe es nicht noch einmal geschafft. Termine, Termine, Termine :-(

Freitag konnte ich endlich meinen neuen Dienstwagen im Empfang nehmen und so war der Nachmittag mit Einräumen und Einrichten des Space Shuttle verplant, denn am Montag muss er wieder abheben, der Gnü aus Zü. Die Urlaubszeit ist vorbei und der Termin ist wieder voll :-)

Irgendwie wollte ich aber auch noch Laufen, aber so richtig Bock hatte ich dann doch nicht und das Wetter mit 27°C und gefühlten 90% Luftfeuchtigkeit waren auch im Wald nicht förderlich. Gemacht ahbe ich es trotzdem :-)


Waldrunde im tropischen Regenwald ;-(
Die komplette Runde findet ihr hier.

Und dann kam endlich der Sonnabend.
Der stand zunächst unter dem Gartenbaustern und am Abend unter dem Abendlauf in Baunatal und dem 16. Lauf der Nordhessencup-Serie 2014. Dies würde mein 8. Lauf in der Serie. 17 Läufe gibt es in Summe und 8 werden benötigt, um eben in die Wertung zu kommen. Derzeit Platz 10, würde ich gern noch 2-3 Plätze nach vorn kommen.

Statistisch gesehen stehen die Chancen nicht schlecht:
1. 2 Wochen sind seit dem letzten Wettkampf verstrichen, die sehr ruhig liefen
2. Baunatal ist ein flacher 4-Runden-Kurs

16:00 Uhr Abfahrt und 17:00 Uhr sollte Start sein.
Genügend Zeit also, um sich einzulaufen und mit dem Einen oder Anderen einen kleinen Plausch zu halten, war es ja auch der erste Lauf nach der Sommerpause. 
Wie erwartet traf ich Fred, der am Sonntag den Knast-run in Kassel bestreiten will und unverhofft traf ich +Jens Nähler 

Darüber freute ich mich sehr und es gab natürlich eine Menge zu besprechen.
Mit kleiner Verzögerung fiel der Startschuss und die 5- und 10km-Läufer setzten sich in Bewegung.
Oh ha. Was wurde ich schnell in die Volkslaufrealität zurück geholt!
Wer stand natürlich in den vordersten Reihen? Na klar, die Kinder (Start ab U12 für die 5k und U18 für 10k möglich) und die Langsamen.

So hieß es nach dem sehr geordneten und gemächlichen Start vor 14 Tagen heute wieder im Zickzack die ersten 200 Meter im Stadion, um den Ausgang sicher und Unfallfrei zu schaffen.
Aber der Ausgang! Der hatte es in sich. Fast eine 100° Kurve und auf nur 30 Meter mit 10% steil ansteigend, um danach, nach 800 Meter für 1000 Meter, stetig bergab zu gehen. Oh mein Gott! Und das 4 x? Ich muss gleich ko...
Das wird ein harter Kampf und ob ich mein Vorhaben halten kann stelle ich gerade in Frage :-(
Als ich nach km1 freundlich von meiner Suunto aus meiner Grübelei geweckt werde, traue ich kaum meinen Augen: 3:54 min/km. Alter! Bist du irre? Das ist zu schnell denke ich und versuche ein gemäßigteres Tempo zu laufen.
Km2. Piep. 3:53 min/km. Alter! Tempo raus!
Km3. Piep. 4:14 min/km. Das kommt schon eher hin. Schließlich kommen noch 7km und 3 x der Stadionausgang :-(
Ich fand langsam ins Rennen und bei km4 meldete die Uhr 4:08 min/km. OK. So jetzt weiter.
Kilometer für Kilometer wurde abgespult und die Suunto piepte:
km5 4:17
km6 4:15
km7 4:12
km8 4:27
km9 3:59

Die Streckenführung hätte besser sein, denn der Anstieg am Start und die Abwärtsstrecke sind nicht sehr dienlich. Auch bei km2 war eine echt besch... Schikane eingebaut.
Du kommst über einen sandigen Fußweg angehechelt, >90° Rechtskurve, um sofort 270° in eine Linkskurve einzulaufen, da hier über den Spielereingang ins Stadion zurück gelaufen wird. In der Runde 2 wäre ich hier fast in den Zaun geknallt :-(
Vorbei an den Umkleiden und durch einen Tunnel ins Stadion. Fast eine Runde rum und wieder den Höllenausgang. Eh. Bei der 3. Runde willst du nicht mehr. Nütz aber nichts!

In der 1. Runde überholte ich Fred bei km1,5 und er wünschte mir noch einen guten Lauf. Für ihn ist der WK am Sonntag wichtiger.

Ende der 2. Runde sah ich Jens gerade den Ausgang im Stadion nehmen, als ich vor den Zieltunnel kam. Das hieß etwa 200 Meter Vorsprung.
Beim Einlauf ins Stadion in Runde 3 verließ Jens schon wieder selbiges. Oh oh. Ich zu langsam? Er so schnell? Peter! Hüh! Und die Kontrolle der Rundenzeiten heute sagt, das Jens wohl mehr Reserven in der 3 Runde frei machen konnte, allerdings in Runde 4 ich auch noch was, wie das Ergebnis zeigt.

Nach dem 3. Stadiondurchgang war ich heil froh, diesen Anstieg hinter mir zu haben und ließ es die Abwärtsstrecke schön laufen. Ab jetzt hieß es Vollgas und holen was noch zu holen geht.
Ich sammelte noch ein paar der 5-km-Läufer/innen ein, die ihre 2. Runde schnauften. Toll gemacht. Denn nur wer es versucht, kann gewinnen. Alle anderen haben schon verloren :-))

Bei km9 verfiel ich mal wieder in Pressatmung und dachte: was sollst. Zeigs ihnen!
Letztes Mal Spielereingang, letztes Mal Tunnel!
"Achtung! Bahn frei!" rief ich. Fein machte man Platz und so kam ich gut aber völlig am Ende auf die Tartanbahn. Noch einer hampelte da vor mich rum. "Bahn frei!" stieß ich zwischen den Zähnen hervor und fast wäre ich auf der Rasenbegrenzung umgeknickt :-(
2-3 Schritte auf dem Rasen und dann zurück auf die Bahn und in den Zieltunnel. Letzte Anstrengung und Stopp.

Die offizielle Zeitmessung der Verantwortlichen meldet am Sonntag:
17. Platz gesamt und Platz 8 in der AK40 (ICH BIN 45) bei einer Zielzeit von:
0:41:26,7 h
Jippi! Neue persönliche Bestzeit!
Na wenn das keinen richtigen Schub in der Wertungsliste gibt ...
16. Lauf der Nordhessencup-Serie in Baunatal
Die Wettkampfdaten findet ihr hier.

Jens landete in der AK40 auf Platz 6 mit 1:12 Minute Vorsprung. Klasse und herzlichen Glückwunsch, sowie alles Gute für Frankfurt.

Schuhe aus und Auslaufen, zusammen mit dem Rest Fachsimpeln und schon musste ich los, denn die Mädels warteten daheim mit dem Essen. Zufrieden mit mir und meinem Lauf verabschiedete ich mich und machte mich auf den Heimweg.

Der Sonntag blieb Lauffrei, denn ich hatte keine Lust. So. Punkt. Ich darf auch mal faul sein!

Die Woche gibt es somit nur 37 km zu vermelden, was allerdings einer Steigerung zur Vorwoche um 10 km bedeutet :-)


Außer natürlich der obligatorischen Spazierrunde mit der Liebsten am Edersee und Streckeninspizierung für den Jahrhundertlauf am 19.10.2014. Und das sind nur noch 41 Tage!

Edersee bei Rehbach mit Blick nach Scheid
In diesem Sinne wünsche ich allen eine unfallfreie Trainingszeit und viel Erfolg allen Wettkämpfern im September.
Ich danke euch fürs Lesen meines Blogs und freue mich noch mehr, wenn ihr wieder kommt.

Mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik

Euer Gnü aus Zü

Und immer dran denken: Wer sich bewegt, bewegt was!

Sonntag, 22. Juni 2014

Lebe deinen Traum ...

aber träume nicht dein Leben, heißt es.

So oft fahre ich morgens auf der A44 in Richtung Dortmund und hinter mir, über Kassel, geht die Sonne auf. Der Nebel hängt im Habichtswald und nur der Hohe Dörnberg reckt seinen Gipfel raus. Gespenstig und doch anmutig zugleich.
Der kahle Berg mit seinen Wacholderheiden und Schluchten. So unnatürlich und nicht ins Bild passend. Und oft denke ich daran und träume davon, hier einmal zu laufen.

Am Donnerstag kam dann zum Glück Gevatter Zufall und beides spielt mir in die Hände und lässt mich meinen Traum leben ;-)
Mehr kommt weiter unten.

Wochenstart ist am Montag:
der beginnt mit Lauf- und Radfrei. Lauffrei wegen dem aufgeschlagenen Knie und Radfrei wegen des defekten Hinterrades. Das Neue soll aber am Mittwoch eintreffen. Also geht die Planung hin zum Mittwochstraining mit den Jungs vom SRC in Fritzlar. Vorfreude und so ...

Dienstag:
hatte das Knie schon nichts mehr zu melden und der Gnü schlüpfte in die  Laufklamotten.
Raus auf den Haustrail und hinter Heimarshausen in den Wald. Der Regen der letzten Tage und die aufkommende Sonne lässt den Wald duften und die Blaubeeren wachsen. Lecker! Müssen nur noch abgeholt werden :-)

Dienstags-Lauf
20 km in 5:23 min/km und den Salomon SpeedCross3, was schon fast meinem Ultra-Tempo nahe kommt. Oh man, das ist verdammt schnell :-( 

Der aufmerksame Leser wird eine Veränderung feststellen. Ich habe eine neue Auswertung bei Strava gefunden.
Da in der letzten Zeit bei Runtastic so einiges nicht mehr so läuft, wie ich das gern hatte, und sich Hersteller nicht mehr am Markt zu orientieren scheinen, sondern wild los programmieren oder Produkte auf den Markt werfen, die die Welt nicht haben wollte, muss man eben Konsequenzen ziehen.

Mittwoch:
Habe ich den bevorstehenden Feiertag im Büro genutzt, da die halbe Republik im Urlaub zu sein scheint :-(
Wie auf heißen Kohlen saß ich und wartete auf den Postboten, der meine neuen Laufräder liefern sollte ...
Nachdem mich der Mut schon fast verlassen hatte, klingelte es dann doch noch 15:30 Uhr an der Tür und ich konnte das Hinterrad noch montieren, die Kassette hatte ich zum Glück schon am Dienstag poliert und Mantel und Schlauch demontiert.

16:45 Uhr war das Rad wieder einsatzbereit und ich konnte mich umziehen, denn 18:00 Uhr wollte ich mal wieder zum Mittwochstraining mir dem SRC-Fritzlar. War ja schon eine Ewigkeit nicht mehr da, hat sich nie ergeben durch den Job und so ... Irgendwas ist ja immer :-)

17:15 Uhr machte ich mich auf den Weg über Hadamar, Werkel und Obervorschütz hatte ich noch Gelegenheit die Einstellungen der Schaltungen zu kontrollieren, ist ja blöd, wenn die Truppe sonst immer anhalten muss :-) Aber es kam ja noch viel beschissener, Entschuldigung!

18:00 Uhr waren Erwin, Wolfgang, Winni und Nina am Start und wir machten uns auf den Weg Günter noch einzusammeln.



Günter in die Mitte und ab, hieß die Tour heute Edersee.



In schneller Fahrt ging es raus aus Fritzlar in Richtung Rothelmshausen. Auf der Bundesstraße formierten wir uns in Reihe und mit 35 km/h ging es ordentlich zur Sache.
Wir bildeten ab Wega, meinem Unfallort vom Sonnabend, Formation 3 2er Gruppen und wechselten uns gut in der Führungsarbeit ab, sodass jeder mal in den Genuss des Gegenwindes kam :-(
Nur Nina verzichtete bei dem hohen Tempo gern, wie ich verstehen kann. Denn auch mir war es zu heftig und in Affoldern angekommen, haben sie und ich entschieden uns von der Truppe zu trennen und allein unser Ding zu fahren.
Alle gingen aber auf uns ein und wir wollten gemeinsam weiter in Richtung Sachsenhausen und von da in Richtung Fritzlar zurück. Soweit der Plan! Aber erstens kommt es anders und zweitens ...


Das letzte Bild entstand. Und gerade als ich die Kamera in die Tasche stecken wollte, komme ich ein bisschen von der Straße ab und auf die abgesenkten Bordsteine und ...
Klatsch! Lag der Gnü schon wieder auf der Nase.
Voll mit dem Kopf auf einen dicken Baumstamm der zum spannen der Auffangnetze hier liegt. Mit dem vollen Körpergewicht auf den Ellebogen und der lag schon in den Brombeeren. Autsch. Das tat echt weh und das Rad dann noch auf mich drauf.
Zum Glück konnten die Kollegen hinter mir ausweichen und es hat keinen von ihn in Mitleidenschaft gezogen. Kurzer Stopp, Klamotten richten, alles Heile und weiter ...

Aber nach 500 Meter musste ich erst mal raus. Ich sagte, sie sollten weiterfahren, ich drehe um, aber Wolfgang wollte mich nicht allein zurück lassen. Er meinte wenn was passiert, das könne er sich nicht verzeihen. Er lies sich aber auch nicht davon abringen und Nina schloss sich uns an und wir machten uns zu dritt auf den Heimweg.

Nina war ganz froh, gestand sie unterwegs, sie sei echt fertig. Es war schon sehr schnell.
Im lockeren Plauderton fuhren wir mit Rückenwind gen Wellen und kletterten den Anstieg nach Züschen rauf.
Mein Ellebogen tat verdammt weh. Ich bin voll mit dem vollen Körpergewicht drauf geknallt. Die Brombeeren hatte auch ihre Spuren hinterlassen. So ein Mist, verdammt. Ich glaube ich sollte das Radfahren wieder einstellen. 2. Sturz innerhalb von 4 Tagen sollte mir zu denken geben. Wolfgang beruhigte mich, sei ihm auch schon passiert :-)
Na das beruhigt ja echt ...


Zum Glück sah es schlimmer aus und die Klamotten und das Material sind unbeschadet durchgekommen :-)

Mittwochstraining
Na gut, Schwamm drüber und Hura; wir leben noch, gerufen.
Am Abend rief Günter noch an, um nach meinem Befinden zu fragen. Das ist ja nett. Ich sei ganz schön blass um die Nase gewesen, meinte er. Er hätte mich auch nicht alleine fahren lassen.
Also, noch mals vielen Dank an euch :-)

Donnerstag:
erst einmal nichts ...
Der Ellebogen tat doch ganz schön weh und irgendwie hatte ich auch keine echte Lust. Darf auch mal vorkommen.
Dafür waren mon Amour und ich Kinderlos und sind am Abend ins Parkhotel Bad Emstal zum Abendessen.
Hier fiel mir doch glatt ein Flyer über den Habichtswaldsteig in die Hand und schon war die Nacht gegessen :-(

Er spukte mir durch den Kopf und gegen 2:00 Uhr stand der Entschluss fest:
Freitag --> Habichtswaldsteig laufen!

Freitag:
Kinder unterwegs, mon Amour muss arbeiten und bei uns war der Server offline wegen Wartungsarbeiten, NRW und Hessen im Brückentag. Fein, fein.
Tee gekocht, Frühstück gemacht und nach dem gemeinsamen Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Zierenberg, dem Startpunkt des Habichtswaldsteiges.
10:50 Uhr Ankunft, Trickrucksack auf den Buckel, Ärmlinge über die Ärmchen und ab mit dem Gnü auf ein neues Abenteuer, und das sollte es wirklich werden.

Der gesamte Weg hat eine Länge von 85 km ohne Extrarunden. Von Zierenberg über den Herkules nach Schauenburg, Naumburg, weiter über Netzte bis nach Waldeck bis an die Staumauer.
Mein Ziel war erst einmal Naumburg und dann den Steig verlassen und die Straße über Altendorf nach Züschen. Wäre ca. 55-60 km.
Aber da hat der Gnü die Rechnung ohne dem Höhenprofil gemacht und um ehrlich zu sein, zu wenig lange Läufe seit dem Kellerwald-run mit Michael, Andreas und Jana am 18.05.2014. Die Rechnung bekam ich bei km 40 :-(

Aber Starten wir erst einmal am Freibad in Zierenberg. Die Route konnte ich von der Homepage runterladen und hatte sie ins Locus reingeladen, sodass ich auf eine Karte verzichten konnte.
Gleich am Start fehlte allerdings ein Hinweisschild und ich konnte zum Glück jemanden fragen. Links an der Schule vorbei und durch dem Park. OK. Wenn man es weiß ...

Park Zierenberg
Nachdem ich dann man die Wegweiser verstanden hatte,war es auch einfach :-)

immer dem Zeichen nach
Als erster Etappenort wurde der Schreckenbergtum ausgewiesen.
Bis dahin gab es traumhafte Singletrails die sich immer wieder in 180°-Schleifen durch die "blauen Steine" zogen.



Blick über Zierenberg
Wenn der Peter schon mal unterwegs ist ...
Nehmen wir den Turm doch glatt mit :-)

Schreckbergstum


Von hier ober eine herrliche Sicht ins Land und auch zur Eingangs erwähnten A44 zu Fuße der Hügel gegenüber.

Wieder runter über eine verdammt schmale Wendeltreppe und natürlich mit Kopfstoßen :-(


Und weiter geht es über schmale Pfade. Ich hatte zwar wohl Steig im Hinterkopf, aber es blieb in der Summe bei 80% Singletrail. Ein Traum, das muss ich ja mal sagen.




So langsam kam ich dem Dörnberg näher und der Wald machte Platz für die Wacholderheide, die mich schon so lang zu rufen schien.




Ich fragte mich so oft, auf dem Weg: "Warum in die Ferne schweifen? Das schöne liegt so nah!"
Wirklich: ich bin zwar noch nie in Österreich gewesen, auch das alpine Hochgebirge ist mir fremd, aber hier ist es so schön. Ich bin in 30 km da, kann laufen, muss nicht übernachten, und finde jeden Tag was Neues.

Nach weiteren 3 km kamen die Helfensteine in Sicht.
Eine bizarre Felsformation, nicht in die Landschaft passend, so rief doch auch sie wieder: komm hoch! Und ich bin hoch.
Bis hierher hatte ich bereits 1:00 h für die 8 km benötigt. Autsch. Das bringt meinen Zeitplan aber durcheinander. Macht nichts. Der Aufstieg hat sich gelohnt.





Wieder runter und über den Flugplatz weiter in Richtung Kassel.
Ich konnte es aber auch nicht lassen. Die Landschaft um mich herum forderte es fast: Foto, Foto, Foto!

Der Blick auf die Uhr holte mich auf den Boden der Tatsache zurück, das mein Ziel 16:00 Uhr zu Hause zu sein, so nicht mehr zu schaffen war. Aber eigentlich ...

Weiter ging der Weg. Gut beschildert folgte ich den Hinweisen Edersee/Kassel, nichts ahnend das er mich zum Herkules hinaufführen würde.
Zuerst kam aber ein sehr schöne Trail den Berg abwärts. Durch herabgefallenes Laub hatte sich ein wunderbar weicher Teppich gebildet, der auf natürliche Art die Schritte dämpfte.
Im Tal angekommen, kam ich das erste Mal auf Asphalt. In Summe bestand der Weg aus <90% Waldboden oder Feldwegen. Das sollte man bei der Wahl der Schuhe beachten und so hatte ich mit den Brooks Pure Grit2 genau ins Schwarze getroffen. Auch die Einlagen störten mich nicht, und die Zehen hatte ich wohlweislich wieder einzeln verpackt :-) Danke noch Mal an Margitta, für den Tipp.

Vorbei an Feldern ging es wieder einmal seicht aber stetig bergauf. Über dem Tal begleitete mich ein Habicht, was auch sonst, und hinter der nächsten Kurve sah ich gerade noch ein Reh ins Feld flüchten. Nordhessen hat aber auch echt was zu bieten, in der Tierwelt. Die Kinderstuben erwachen und kaum ein Lauf vergeht, wo man sie nicht sehen kann. Vorausgesetzt man hält die Augen offen!
Ich erinnere an die Füchse, das Rehkitz, nur wenige Tage danach und vergangenen Sonntag sah ich beim Laufen eine Waschbärenfamilie in Dorla die Straße kreuzen.

Ich kam Kassel immer näher und es begegneten mir tatsächlich auch Menschen :-)
Ich finde es ja immer mal schön, wenn man so unbedarft und auf Abenteuerbasis loslegt. Hin und wieder schaute ich doch auf dem Handy nach, ob ich noch auf der richtigen Fährte bin, denn der Habichtswaldsteig hat sehr viele Extratouren zu bieten und die wollte ich heute nicht mitnehmen.
Außerdem hatte ich bisher die meisten meiner Tracks mit dem Rad erkundet und war da einigermaßen sicher. Nur heute ...
In der Gegend bin ich noch nie gewesen. Ich kenne mich bis Ehlen aus, auch Zierenberg habe ich mit Kai schon durchquert. Das eigentliche Jagtrevier liegt aber am Edersee oder von Ehlen aus hoch zum Herkules.

Als nächstes Etappenziel stand der Silbersee auf den Wegweisern.


Silbersee

Basaltsteine
Natürlich musste der Gnü auch hier noch mal hoch, auch wenn es schon schwerer fiel, als vor einer Stunde :-(

Von hier aus ging es weiter an einem Steinbruch entlang in Richtung Herkules.
Es überkam mich eine Mischung aus Demut und Glücksgefühl, denn den Herkules zu erlaufen, das hatte ich mir noch nie vorgenommen und für heute eigentlich auch nicht geplant.
Über eine Heidelandschaft mit Wildgatter und Drehkreuzen kam ich dem Wächter über Kassel immer näher.


gleich

noch ein Stück
Und dann war auch dieses Ziel erreicht: Ich stand am Fuße des Oktagons und blickte auf die Wilhelmshöher Allee runter. Ergreifendes Gefühl :-)
Ich drückte die Pausentaste und nutzte den Windschatten zur Stärkung mit Banane, Gel und Käsetoast.


oberhalb Kassels
Es waren bis hier nur 18 km. Dafür hatte ich aber bereits 2:30 h benötigt und hatte schon ordentlich Höhenmeter gesammelt.

Nun hieß es Abstieg durch das Firnsbachtal. Leute! Kann man die Strecke eigentlich mit noch mehr Superlativen beschreiben? Es ist unglaublich. Ich fühle mich in die Berge, weit weg einer Großstadt, versetzt. Fast einer Klamm gleichkommend geht es in Richtung Schauenburg.


Firnsbachtal

Firnsbachtal
Am Ende des Tals hat es mich dann erwischt. Ich war so im Fluss, das ich ein Hinweisschild übersah und 350 Meter wieder bergauf zurück laufen musste. Uff.

In Schauenburg kam ich mal wieder in bekannteres Gelände. Hier bin ich schon mal mit dem Rennrad hoch. Noch mit meinem alten Stahlesel, aber hoch. Ich glaube die Steigung hat so an die 15-18%.

Drüber, über die Straße und nach 2 km wieder auf Wanderwegen angekommen. So langsam fing es an, das ich die Minimal-Schuhe spürte. Aber weiter.

Wieder bergauf, auf den nächsten Aussichtspunkt. Blick ins Land.
Auf 500 m üNN konnte man in Südöstlicher Richtung bereits das Volkswagenwerk Baunatal ausmachen und in westlicher Richtung mein "noch" Ziel Ippinghausen, die Weidelsburg. Aber es sollte anders kommen.


Baunatal Hertingshausen
Ich lief mal wieder bergab. Ich muss gestehen, so langsam verließ mich die Motivation. Der Weg hatte inzwischen doch mehr abverlangt, als ich eingestehen wollte.

Hinter Schauenburg wollte ich meinen Augen kaum trauen; Kamele :-)


im falschen Film :-)
Weiter!
Einer unsere Edersee-runner war in der Kindheit immer in Sand und hatte mich schon zu einem gemeinsamen Lauf eingeladen, der leider abgesagt werden musste. Er fragte auch nach Burg Falkenstein, die ich nicht kannte. Doch auf einmal hatte ich auch die noch erlaufen.



Der gesamte Habichtswaldsteig ist an verschiedenen Stellen mit Hinweisen und Informationstafeln bestückt, so das man auf solchen Touren sogar noch was lernen kann :-)

Immer wieder kamen Schilder: Emstal-Sand 3 km und Niedenstein 4,5 km. Am nächsten Schild war der Hinweis in entgegengesetzten Entfernungen. Bin ich doof? Das ist deprimierend! Ich musste mir das erste Mal eingestehen, keine Lust mehr zu haben.
Bei km 35 kam ich an eine Bank mit Blick auf Niedenstein.


Niedenstein
Ich setzte den Trinkrucksack ab, machte mich auf der Bank lang und legte die Füße hoch. Ach, tat das gut.

Dumm nur, das hier Regen aufzog und ich die Windjacke überziehen musste. Und die Laune wurde zusehens schlechter :-(
Ich kam ans Limit. Mit Gel und Traubenzucker und immer wieder kleinen Schlücken aus der Trinkblase versuchte ich mich mit Fencheltee zu motivieren. Aber ehrlich? Ich wollte das nicht mehr trinken!
Ich hatte Heißhunger auf was salziges und eine eiskalte Cola oder einen Energydrink!

Schluss, Ende, vorbei. Das wars. Was nun? Der Blick auf die Uhr sagte mir 16:10 Uhr. Bis Niedenstein 5 km. Bis Emstal-Sand 3. Gudensberg 14 von da mit Abkürzung aber noch 12 bis Züschen. Den Weg über Ippinghausen wollte ich mir nicht mal mehr vorstellen. Alle Wege hießen Ankunft nicht mehr vor 18:00 Uhr und noch 3 h? Keine Chance. Nee Gnü. Das ist nicht mehr drin :-(

Also! Entschluss gefasst und Glück gehabt. Unsere Tochter ist bei ihrem Freund in Sand und sollte 17:00 Uhr Heim gefahren werden. Anruf, Eingeständnis, Mitfahrgelegenheit :-) Jupp. Das war das Ende einer so stark begonnenen Tour. Aber das Ding hole ich mir noch. Versprochen!

Auf dem Weg zur Kirche in Sand kam ich noch an einem Supermarkt vorbei den ich erst einmal überfiel und meinem Heißhunger nachgab: Cola und Energydrink!

16:30 Uhr kam ich bei Töchterchen an und wir wurden heimgefahren. Danke!

Gepflegte Dusche, Klamotten waschen und nach einem Kaffee sah die Welt doch schon wieder ganz anders aus. Geärgert habe ich mich trotzdem :-(

In Summe sind es fast 100 Bilder geworden. Ihr findet sie unter diesem Link.

Die Tour hatte dann trotzdem passable 40 km mit ca. 1400 pos. hm. Und zu meiner Entlastung: der erste lange Lauf seit 18.05.


Habichtswaldsteig
Sonnabend:
Nichts! Einfach mal nichts :-)
Also mal keinen Sport. Dafür nach Kassel neue Laufschuhe für den Müritz-Lauf besorgen und mon Amour von Arbeit abholen.



Na mal sehen, was der Mizuno Connect taugt. Die Beratung im Laufladen war auf jeden Fall wieder spitze und die Tochter hat ganz brav den Schuhwahn ertragen :-)
Läufer und Schuhe sind aber auch echt ne Nummer ...

Sonntag:
stand der 12. Lauf der Nordhessencup-Serie in Obervorschütz auf dem Plan. Es gilt keinen mehr zu verpassen, wenn ich in die Wertung kommen möchte.
Nach 4 Läufen liege ich bereits in der Top20 und erwarte natürlich noch ein bisschen mehr ...

7:00 Uhr Weckerklingeln und raus aus den Federn. Schlecht geschlafen habe ich eh schon, also warum noch länger liegen bleiben?
Kaffee gekocht, Müsli hatte ich bereits am Abend vorbereitet (war inzwischen zu einem dicken Klumpen verkommen) und Smoothie standen auf dem Speiseplan. Irgendwie nicht gut. Das Müsli lag wie ein Klops im Magen und der rumorte ganz schön verdächtig :-(

Aber auch das habe ich vor Abfahrt erledigt und konnte einigermaßen beruhigt die 15 km Anfahrt antreten. Ich überlegte, ob ich die nicht mit dem Rennrad fahren sollte, entschied mich dann aber doch für das Auto, was sich als gute Entscheidung heraus stellen sollte.

Ankunft 8:40 Uhr am Sportplatz, dem neuen Start und Ziel. Startnummer gelöst und eingelaufen. Meldet sich der Darm doch noch mal. Mist. Zurück, Toilette suchen. Man, manche machen da aber auch ne Sitzung draus und lassen sich alle Zeit der Welt. Trippeln, hin und her und irgendwann wars frei :-)

9:20 Uhr langsames einfinden am Start, denn die 5 und 10 km-Läufer starten gemeinsam, es wird also voll.
Wie immer Lage sondiert, bekannte Gesichter ausgemacht und Punkt 9:30 Uhr fiel der Startschuss.

In 1,5 km sollten sich die 5er und 10er trennen. Das hieß also mal nicht überpacen und sein Tempo finden. Dumm nur, wenn sich wie immer, alle in die erste Reihe stellen :-(
Kennt man ja nun schon zur Genüge, es wird aber nicht besser. Also die ersten 1,5 km durchschlagen und einige überholen. "Achtung! Links vorbei" hieß das Kommando des Gnü aus Zü.
Das gelang auch ganz gut und die Pace bei km 1 zeigte 4:31 und bei km 2 4:42 min/km. Prima, denn das wird der erste Lauf auf relativ ebener Strecke sein.

Der Splitt der 5er und 10er funktionierte bestens und ich stellte fest, das heute nicht all zu viele vor mir sind! Bis jetzt also OK.


Es ging hinauf ins "Oberstes Holz" ein Waldstück zuwischen Obervorschütz und Cappel. Auch das kenne ich vom Radfahren. Mit Kai sind wir das Eine oder Andere Mal hier durch. Parallel zum Hinweg verläuft der Ars Natura, einem Kunstwanderweg mit inzwischen 700 km Länge.
Der Wald wird auch gern von Spaziergängern und Hundebesitzern genutzt, nur zu so früher Stunde waren wir Verrückten relativ allein im Wald :-)

Die Strecke verlief bis km 4 im Wald und kam dann auf einen Feldweg. Als Schuh hatte ich mich für heute für den Brooks Pure Drift2 entscheiden. Eine extrem flache Flunder und der perfekte Schuh um schnell zu sein.
Mit dem orthopädischen Einlagen kam der ansonst nur 160 g wiegende Schuh auf knapp 200 g. Wie eine 2. Haut hast du eher das Gefühl von einem Nichts am Fuß und die Sprengung von <4 mm zwingt dich förmlich zum Vorderfußlaufen.



Bis km 5,8 blieben wir auf dem Feldweg und uns blies ein leichter Wind entgegen. Hier erfolgte die Wende und so hatte ich die Chance die Läufer vor mir zu zählen. Juhu. Das waren nicht viele. Vielleicht 8-10. Das ist Spitzte.

Um die Pylone und wieder zurück. Mit Wind im Rücken gelang es mir schon mal 2 Läufer einzusammeln bevor wir in den Wald kamen. Einen kannte ich. Er hatte mich letzte Woche und auch schon in Melsungen stehen lassen. Heute also Revanche.

Wieder in den Wald. Die Getränkestationen lies ich aus und versuchte die sehr hohe Schrittfrequenz zu halten.

Viele Läufer, die ich sehe und auch überholte, machen ewig lange Schritte. Das gesamte Körpergewicht knallt auf die Gelenke und die Bandscheiben. Ich versuche immer mit kleinen kurzen Schritten zu laufen. Die Unterarme im Winkel <45° und getreu dem Motto: Am Daumenlutschen können, dann ist es richtig :-)

Die Frequenz liegt im Training meist bei 83-85 Schritte/min. Heute lag sie bei 93 im Mittel und 103 in der Spitze. Super!

Bei km 7,5 etwa verließen wir den Wald und kamen auf Asphalt. Die letzten km hieß es Gas geben, und einsammeln was geht, denn es geht nur bergab. Und ich lies es richtig laufen.  Der Zwischenstand meldete ein Pace von 4:14 bis 4:24 min/km und hier konnte ich die Zielzeit noch mal deutlich nach unten bringen.

Einen holte ich relativ einfach. Der 2. war hartnäckiger :-(
Der lies mich nicht vorbei. Der hatte einen straken Willen und blieb immer wieder dran. Ich erhöhte das Tempo, um vorbei zu kommen, er mit. Ich lies etwas nach, er auch. Man, das ist Taktik!

Irgendwann quetschte ich ein "Du gibst auch nicht nach?!" zwischen den Atemzügen heraus und er antwortete "Nee." Das aber war glaube ich sein Fehler. Denn er kam aus dem Takt. km 9 hatten wir bereits passiert und eine letzte Rechtskurve auf Asphalt. Er lief rechts hinter mir und zog nicht an. Der Asphaltweg ging rechts ab, auf das letzte Stück Schotter um nach 200 Meter in Gras überzugehen. Ich deutete ihm an, das es rechts abgeht. Ein "Ja" kam zurück, und wir flogen schier um die Kurve auf den Schotter.
Am Abzweig aufs Gras sah ich eine 5 km-Läuferin sich so dahin schleppen. Sie zwischen uns bringen war das Motto.
Ich zog an und bog vor ihm auf das Gras nach links ab. Zum Glück hatte es nicht geregnet und die Nacht hatte keinen Tau fallen lassen. So konnte ich mit den Flundern die letzten 50 Meter bis zum Sportplatz das Tempo halten und der Läuferin nur noch ein "Achtung!" in den Nacken pressen.

Am Eingang zum Sportplatz nutzte ich einen Pfosten, um mich galant daran um die Kurve zu schwingen und ging in die Endbeschleunigung.

Zielspurt, blick nach hinten, keiner da, Ziellinie und Taste gedrückt.

42:42!

Sauber. Startnummer 609 kam ca. 10 sek hinter mir und wir beglückwünschten uns zu dem phantastischen 2-Kampf. Super gemacht, Danke für ziehen in beide Richtungen.

Das ist das Schöne an den Volksläufen. Das ist zwar ein Wettkampf, aber ich hatte noch nie den Eindruck, das einer einem den Sieg über das Duell nicht gönnt.
So früh am Morgen hatte ich weder Hunger auf ne Bratwurst, noch auf ein Weizen, sondern wollte einfach nur noch sitzen.
Erschöpft, aber seeeehhhr zufrieden, trabte ich an der Sportplatzrand, dehnte die Muskulatur ordentlich aus und machte mich auf den Heimweg.

Der Rest des Tages wurde mit Drive-Office (Auto) saugen und Scheibenputzen verbracht und mir der Berichterstattung via Blog, den ihr gerade lest :-)

Der Wettkampf vom Sonntag:


12. Lauf Nordhessencup Obervorschütz
Und weil mir ja 10 km für einen Sonntag zu wenig sind ...

Gab es zum Wochenabschluss noch eine schnelle knackige Rennradrunde und die auch noch Unfallfrei :-)


Mal eben schnell noch fast 40 km in 1:30 h absolviert und nun am Ende :-)

Wochenübersicht
Eine sehr ereignisreiche Woche liegt hinter mir und zeigt: es gibt einig es zu tun, um die 75 km am Müritzsee zu erlaufen. 


Der Countdown läuft und der Gnü aus Zü auch wieder am Dienstag (oder Montag ...)

Ich danke allen fürs Lesen und verbleibe mit sportlichen Grüßen in die Weiten der Republik und immer schön in Bewegung bleiben, denn:

Wer sich bewegt, bewegt was!

Euer Gnü aus Zü