Montag, 7. September 2015

Respekt ...

scheint aus der Mode gekommen zu sein :-(
Es ist schon sehr auffällig, das immer weniger Respekt gegenüber den Eigentum anderer gezeigt wird. Der fehlende Respekt begegnet mir an so vielen Stellen des Alltages.

  • Flüchlingsunterkünfte werden angezündet
  • Wände beschmiert
  • Müll in die Umwelt entsorgt
  • Lauf bei Veranstaltungen behindert
  • Radfahrer abgedrängt, in Gefahrensituationen gebracht
  • in vielen täglichen Situationen
  • Ich, ich, ich


  • Ich stehe jetzt hier ...
  • Ich fahre jetzt hier ...
  • Ich gehe nicht zur Seite ...
  • Ich Grüße dich nicht ...
  • Ich bin die coolste Sau ...

Selten erlebe ich, dass geblinkt wird, Rücksicht auf Radfahrer genommen wird, Sicherheitsabstände eingehalten werden.
Es grenzt fast an versuchten Mord, was ich so alles auf dem Rad erleben muss.
Leute, 1,5 Meter sind fast Armbreit (beide Arme ausgestreckt sind in etwa 2 Meter). Die StVO sagt eindeutig , dass insbesondere an Gefahrenstellen und da, wo von einem Erschrecken des Radfahrers auszugehen ist, sogar 2 Meter Abstand zu halten sind!
Das Ausfahren aus einem Kreisverkehr ist mit Blinken anzuzeigen.
Bei Herannahen von Läufern ist das überqueren der abgesperrten Laufstrecke zu unterlassen.
Das Beleidigen der gegnerischen Mannschaft gilt als unsportlich.
Das bewerfen der unparteiischen ist Körperverletzung.

Es wird wirklich immer schlimmer! Oder empfinde ich das nur so?
Eure Meinung?
Eure Erfahrung?


Sport gemacht habe ich auch :-)

Montag habe ich nach Veröffentlichung des Blog und Monatsabschluss das kleine Loch zwischen Hecke schneiden und Abendessen doch noch mal für ne kleine Temporunde mit Kollege Drössiger genutzt und habe meine bisher schnellste Runde gedreht :-)



Daten gibt es wie immer beim Klick aufs Bild.

Dienstag wurde in Voraussicht des anstehenden Brocken-Marathon der Trainingsplan erstellt und auch gleich von abgewichen :-(
Das Intervalltraining habe ich durch ein Fahrtspiel in den Wald auf meinen Haus-Trail verlegt.



Was war das wunderbar: den ganzen Tag regen und angenehme Temperaturen versprachen wesentlich mehr Spaß, als beim Runden Laufen auf der Aschebahn.
Und genau das war es auch; ein Traum! Quer durch die Pfützen und durchs nasse Gras, durch Rinnsale den Berg hinunter, wo ich auch noch Uwe traf, mit dem ich dann ein paar km geminsam durch den Wald laufen konnt.
Die letzten 3 km forcierte ich das Tempo noch ein bisschen und gehe davon aus, für Sonnabend, den letzten Wettkampf in der Nordhessencup-Serie 2015 in Baunatal.

Mittwoch geht es wieder mit den Jungs vom SRC-Fritzlar in die Spur.
16:00 Uhr aufs Rennrad und ab mit Hr. Gnü, raus aus Zü :-)
In Richtung Wellen und über den Radweg zurück nach Fritzlar und den kleinen Abstecher über Rothelmshausen wie schon in der Vorwoche. Nur das mir heute der wilde Eber in Ungedanken och vor die Linse gesprungen ist :-)



nun gut; zu alt, zu zäh, fristet er sein Dasein hinter Maschendraht :-(

Pünktlich 17:00 Uhr machten wir uns zu dritt mit Harti und Rolf auf den Weg, die nordhessische Landschaft in Richtung Schwalm und Dillich etwas flacher abzufahren.
In Summe waren es dann doch 88 km und mit nem 28,x Schnitt nicht ganz so entspannt, wie erhofft :-)



Wie immer gibt es alle Daten beim Klick aufs Bild.

Donnerstag wurde der Trainingsplan für den Brock-Marathon laut Hr. Steffny aktiviert. Denn obwohl ich keine Zielzeit für diesen Landschaftslauf plane, ist es mit Plan doch etwas strukturiert. Und Struktur ist immer gut :-)
Somit startete ich mit einem 70 Minuten Dauerlauf und änderte unterwegs dieses in eine Tempodauerlauf über 14 km. Die Pace von 4:45/km konnte ich selbst über die Höhenmeter gut halten und zum Ende hin sogar noch etwas forcieren.



Das dürfte also auch am Sonnabend gut klappen, denn der letzte Lauf in der Nordhessencup-Serie für 2015 findet auf deutlich flacheren Niveau in Baunatal statt. Ich bin gespannt, ob ich das anvisierte Ziel erreichen werde ...
Daten wie immer: Klick!

Freitag ganz Easy ins Wochenende gerollt und die neuen Flitzerchen anschließend eingelaufen.



Lange habe ich mit mir gekämpft, ob ich mir den Schuh leiste. Aber irgendwann konnte ich nicht mehr widerstehen und musste zuschlagen. Und das, obwohl ich Bushido überhaupt nicht ab kann und seit seiner Auszeichnung ich es nur noch peinlich finde :-)))
Ich bin gespannt, ob der Trail-Schuh von LaSportiva namens "BUSHIDO" das hält, was er verspricht und werde berichten.


Was soll man denn dazu sagen?
Vielleicht ein "einfach geile Latschen ..." Das trifft es leider nur in ungefähr, denn dafür gibt es keine Worte. 
Das ist der mit Abstand beste Schuh, den ich je gelaufen habe. Suverän auf den Trails und überlegend auf Asphalt. Was alle anderen meiner Schuhe bisher nur einzeln als Stärke verbuchen konnten, vereint der La Sportiva "BUSHIDO", der Kämpfer, so zu sagen unter einem Dach.
Ist der Salomon SpeedCross3 auf anspruchsvollen Trails einfach Topp, muss er auf Asphalt passen. Der Brooks Cascadia9 ist dafür wieder besser geeignet,verlangt aber einiges an Trittsicherheit auf den Trails ab und muss sogar deutlich zurückstecken, wenn es matschig und rutschig wird.

Daten zum Lauf, wie immer ...

Da die Liebste erst am Abend heim kam, konnte ich gleich im Anschluss noch mal das Rennpferdchen für ne kurze Runde aus dem Keller befreien, das hat aber auch so was von gewiehrt :-)


Auch hier wieder einfach mal klicken :-))

Sonnabend startete einfach nur beschissen. Sorry.
Vieles ist in den letzten Wochen liegen geblieben, durch die Vorbereitung auf den Müritz-Ultra und in diesem Jahr sollte eigentlich die Kellertreppe einen neune Belag bekommen.
Nur so viel: nach 3 Stunden habe ich aufgegeben und an einer anderen Stelle angefangen. Mann oh mann, was haben die früher auch nen Mist hingelatzt :-(
Wenigst der Liebsten gefiel das Ergebnis nach 5 Stunden Arbeit und es scheint ein spätsommerfüllendes Programm zu werden :-((((

Meine Laune wurde in sofern nur durch den letzen anstehenden Wettkampf für die Nordhessencup-Serie 2015 am Sonnabend aufgeheitert und ich war froh endlich den Space Shuttle in Richtung Baunatal starten zu können.
Wie immer herrschte bereits reges Treiben, als ich eintraf und nach der Sommerpause war es auch ganz schön die vielen Bekannten wieder zu treffen und ein bisschen Fachsimpeln zu können.
Das Wetter verhieß beste Laufbedingungen und war schon fast zu kalt, nach der Hitze der letzten Wochen.

Pünktlich 16:40 Uhr erfolgte der Startschuss auf eine neue Stecke, die nicht wie in der Vergangenheit in mehreren Runden ausartetet, sondern nur ein 1-Runden-Kurs ist. Klasse!

Trotz Gegenwind und stürmischen Böen von vorn machte das Feld vom Start weg ordentlich Druck und die Favoriten hatten sich sehr schnell abgesetzt.
Ich hängte mich an meinen Gegner in der Gesamtwertung dran, hatte aber wirklich arg zu kämpfen, denn schließlich war die Müritz erst 2 Wochen her und ein Training hatte  noch nicht wirklich angefangen. Aber auch Torsten W. hatte zu kämpfen. Er lieferte sich einen verbitterten 2-Kampf wie ich von hinten gut beobachten konnte  und musste sich schließlich geschlagen geben. Er kam an seinem Kontrahenten nicht vorbei. Dafür konnte ich Meter um Meter gegen die beiden gut machen und auf den letzten km sogar doch einholen.

Mein Glück waren die 10-km-Wettkämpfer, welche auf den verbleibenden letzten etwa 4 km mit uns ins Ziel liefen. Gerade noch sah ich Gerhard T. auf die Strecke einbiegen, dicht gefolgt von Armin H., der meine Runden in Rotenburg gezählt hatte, und ich hatte also 2 starke Zugläufer, welche ich zwar nicht einholen konnte, doch aber gut nutzen konnte. Ich konnte den Abstand zu Torsten immer weiter ausbauen.
Die letzten Meter verflogen und ich sehnte das Ziel herbei. Die Oberschenkel machten langsam dicht und der leichte bergablauf machten es nicht einfacher.
Rechtskurve, rein ins Wohngebiet, Treppe hoch, Brücke, wieder runter, Stadion in Sicht, Ordner weisen den Weg. Links und gerade aus. 2 mollige Popos überholt, die nach den 5 km ebenfalls am Ende waren (ich wünsche euch, das ihr dabei bleibt) und entlang des Stadionzauns zum Hintereingang. In den Bereich der Umkleiden und durch den Tunnel. Blick zurück: Verfolger in Sicht!
Gas geben und durch die Diskobeleuchtung angetrieben mit hängender Zunge auf die Tartanbahn und Endbeschleunigung. 200, 100, 50. Finish. Armband an den Transponder und aus.
Oh ha. Selten so gekämpft und nach Blick auf die Uhr sehr, sehr zufrieden: 20 km (die Suunto meldet 18,5?) mit 1:20:31 h!
Somit dürfte ich nach Hochrechnung der Gesamtwertung auf Platz 4 auf der 20 km-Distanz landen. Unerwartet und überglücklich :-)

8. Lauf Nordhessencup-Serie 2015
Unterwegs hatte ich den einen oder anderen Läufer grüßen können, Fred, Gerhard und auch +Jens Nähler waren angetreten und mit Jens konnte ich im Ziel ein paar Worte wechseln, natürlich mit Photo :-))


Danke dafür.Ddir alles Gute und viel Erfolg in Berlin und Frankfurt. Man sieht sich im nächsten Jahr auf der Ultra-Distanz  :-))

Es wurde nicht wärmer und so macht eich mich schnell auf den Weg unter die warme Dusche und den Heimweg.

Sonntag wollte ich eigentlich ne 200er-Rennradrunde drehen, aber bei den herbstlichen Zuständen, die bereits bei der Brötchenholrunde herrschten, verflog die Lust und die Pläne wurden geändert. 


Standen da nicht neue Schuhe im Keller?
Jupp. Und die werden mich und Nordhessen heute kennen lernen.
Tasche gepackt, Liebste auf Arbeit geschickt (Gewerbeausstellung sei Dank) und ich saß im Space Shuttle auf dem Weg zum Edersee und einer tollen Idee im Kopf, den Kellerwaldsteig ein bisschen abzuhöppeln :-)

der Peterskopf
Da lag er vor mir: der Kellerwald. Ausgerollt wie grüner Samt und wartete nur auf mich :-)
Der Einstieg erfolgte in Affoldern.


Die nächsten 7 km waren nicht einfach, aber einfach schön :-)
Stetig bergauf und mit tollen Trails genau das, was die La Sportiva "BUSHIDO" verdient hatten.


Am Staubecken angekommen offenbarte sich eine Wunderbare Sicht über die Landschaft.

ins Waldecker Land
Ich schlug den Weg in Richtung Tannendrisch ein, den ich letztes Jahr mit +Jana Melath +Andreas Spernol  und +Michael Mankus schon mal gelaufen bin. Allerdings wollte ich heute keine 60 km auf die Uhr bringen. 30-34 sollten reichen.

Ach, was war es schön im Wald. Hin und wieder ein paar Wanderer, ein Mountenbiker und sonst nichts. Nichts, außer dem gleichmäßigem Atmen und den Schritten auf der Waldautobahn.


Ein neues Zuhause hätte ich auch gefunden. "My Home is my Schwamml!" wie der Bayer zu sagen pflegt und dieser Apparillo hätte mich bestimmt auch noch satt gemacht. Ich ließ ihn aber stehen und folgte der Navigation auf der Uhr.
Nächster Stopp, wie anvisiert, Quernst-Kirche.


Die Aussicht war heute einfach großartig. Bis nach NRW und seinem höchsten Berg, dem Lnagenberg, mit 843 m üNN konnte man blicken.


Ein Stück davor das hessische Willingen und das Upland. Wunderbar und so schön habe ich das noch nie gesehen. Schade, dass man auf Bildern die Situation nur bedingt einfangen kann :-(

Ich lief wieder los, aber fast in die falsche Richtung. Irgendwie hatte ich einen Fehler im System nach so viel Aussicht, und war froh die Wanderer nach dem Weg gefragt zu haben, sonst wären es doch noch 60 km geworden :-(

Also Return und (leider) fast den selben Weg wieder zurück.

Kellerwald-Runde
Daten bit es wie immer beim Klick auf das Bild.


Wieder am Staubecken oberhalb der Staumauer  angekommen, ein letzter Blick über das Waldecker Land und es hieß die letzten 7 km bergab zum Auto.
Unterwegs noch mal eben den Bauch vollgeschlagen mit super leckeren Brombeeren von Mutter Natur, lieben Dank, und dann hatte ich das Auto erreicht.

Das Fazit aus dem Lauf:
1. Wald macht glücklich
2. der La Sportiva "BUSHIDO" ist meine neuer Lieblingsschuh
3. das beste aus dem Tag gemacht
4. Beine aua
5. Peter fertig

Aber das war richtig³ x richtig³ schön.

Das war sie dann auch, die Woche des Herrn Gnü aus Zü mit vielen vielen Erlebnissen, einem guten Ergebnis des letzten Wettkampfes und wieder über 100 gelaufenen Kilometern.
Damit startet die Vorbereitung auf Marathon N°11 am Brocken und auch wenn das Genuss wird, weil Landschaftslauf, heißt es wieder: "Wer sich bewegt, bewegt was!"
Und das haben die beiden molligen Popos am Sonnabend auch verstanden und ich wünsche ihnen sehr, dass sie dranbleiben. So wie es viele tun, um Gesund zu bleiben, Gesund zu werden oder einfach aus Spaß an der Freude. Es muss ja auch nicht jeder so nach Plan trainieren, wie ich das tue. Aber es hilft :-))

In diesem Sinne, bleibt dran und vielen Dank für das Lesen meines Blog, kommt bitte wieder und ich freue mich über JEDEN Kommentar, denn sie sind das Salz in der Suppe, wie meine liebe +ultraistgut Ostsee zu sagen pflegt.

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Montag, 31. August 2015

Früher ...

war alles besser :-(

Quatsch!
Ich bin ein positiv denkender Mensch. Mein Glas ist halb Voll und nicht halb Leer.
Das Wetter ist auch meistens gut.
Aber was sich da anbahnt, ist schon wirklich Humbug.

Mein wohl ältester Leser sagt immer wieder, wie schwer wir es doch heute hätten, im Job zu bestehen. Früher sei vieles einfacher gewesen. Vielleicht ist das so. Ich kann es nicht beurteilen, weil ich im Heute lebe und nicht im Früher :-)

Allerdings ändern sich die Zeiten.
1. Beispiel:
Ich habe einem Kunden, der eine Anlage bei mir gekauft hat, die Betriebsanleitung in elektronischer Form per Email zugesandt, damit er das Papier nicht einscannen muss. Ist soweit doch ganz nett und ein Kundenvorteil, weil Zeiteinsparung.
Er antwortet: Als Lean-Beauftragter dürfte ich eigentlich keine Dankesmail schreiben. 
Mehr habe ich nicht mehr gelesen :-(

2. Beispiel:
Am Mittwoch sind wir wieder einmal mit der Radgruppe durch Nordhessen gedonnert. Am Abend übertrug ich die Bilder in die Cloud und verteilte den Link hierzu. 
Einer, wirklich nur einer, sagte Danke, und gab Rückmeldung dass die Bilder angekommen und der Link funktioniert hat.

Ich finde das sehr Traurig.
Früher hatten wir keine Blogs, Facebooks und Google+. Wir hatten Freundschaftsbücher und Poesiealben.
Mein Lieblingsspruch dadrin:
2 Schlüssel führen in jedes Herz,2 kleine, niedliche, blanke.Pass auf, dass du sie nie verlierst. 
Sie heißen "Bitte" und "Danke".
Dem Ärger Luft gemacht und vielleicht zum Nachdenken angestoßen, denn auch im Supermarkt muss ich immer wieder feststellen, mit welcher Scheißlaune Verkäuferinnen an der Kasse oder am Wurststand konfrontiert werden. Schämt euch!

Sport habe ich natürlich auch gemacht und versucht die Beinchen nach dem Müritz-Ultra am Sonnabend still zu halten: geht nicht!

Bereits am Dienstag mussten diese ihren Willen durchsetzten und nach den ersten Metern war es ganz OK  :-)

Die Daten gibt es beim Klick aufs Bild.

Der Mittwoch stand unter dem lange ausgesetzten Training mit den Jungs vom SRC-Fritzlar. Diese Woche sollte es mal wieder klappen und ich machte mich beizeiten auf, um noch mal ein paar km extra zu sammeln, denn lange wird es nicht mehr gehen; es wird zeitiger dunkel :-(


auf der Staumauer
Auf der Staumauer positionierten wir uns für ein Gruppenbild, welches ich leider zum Start vergessen hatte. Freundlicherweise lieh und die nette Hundebesitzerin ihre Hand zum Auslösen; in Zeiten von Selfies ja keine Selbstverständlichkeit mehr :-(

In lustiger Schnuddelrunde ging es hin zum See, der nun fast auf dem Trockenen liegt :-(


auf der Uferrandstraße
Die beiden Hügelchen im Wasser, kurz über dem Geländer, sind eigentlich ca 5 Meter unter Wasser. Dafür konnte ich schön den Abend einfangen, bevor es ab Affoldern zur Sache ging und Gerhard uns richtig einheizte :-)

Blick in Richtung Halbinsel Scheid

Auch hier selbstverständlich --> Klicken für Infos

Donnerstag Laufen! Aber bitte keinen Asphalt, haben die Füssschen gerufen und die Salomons schielten auch schon ganz übel gelaunt aus dem Regal herüber. OK. Sollt euren Willen haben!
Wieder einmal, seit einer gefühlten Ewigkeit, den Haustrail unter die Füße genommen und besser hätte auch nicht kommen können; leichter Nieselregen setzte ein. Wundervoll! Minimal angezogen mit Trägershirt spürte ich jeder einzelnen der warmen Tropfen. Wunderbar.


on the trail again

Auch hier wie immer die Daten beim Klick aufs Bild :-)

Freitag nach getaner Gartenarbeit den Kollegen Drössiger, seines Zeichens Rennrad, aus dem dunklen Keller befreit und zu einer kurzen, aber schmerzvollen Runde durch den Chattengau getrieben.


Mit einem 28,9-Schnitt bei 337 Höhenmetern tat die Auffahrt nach Lohne richtig weh, aber ich habe den Streikwillen der Oberschenkel gebrochen. Keine Chance!
Daten auch wider beim Klick aufs Bild.

Den Tag haben die Liebste und ich bei einem neuen Lieblingsitaliener ausklingen lassen und einem romantischen Besuch beim nackten Mann ;-))


am Herkules

Sonnabend das übliche: Einkaufen, Garten, Vorbereitungen für das nächste Bauprojekt ... 
Vor dem Familien-Grillen dann natürlich noch mal Platz für die Steaks gemacht ;-)



Die Kette rechts, das Herz links und Sonne in den Speichen ging es etwas ruhiger durch den Habichtswald. Dabei kreuzte ich so manche Stelle des gleichnamigen Steiges, welchen ich 4 Wochen zuvor mit +Michael Kloß abgelaufen bin. Leute, die Zeit rennt und in 6 Wochen geht es schon wieder zum nächsten Marathon auf den Brocken :-)



Die Runde findet ihr ...
Na klar beim Klick aufs Bild.

Sonntag startete wie üblich mit dem Gang zum Bäcker bei angenehmen 20°C und Sonnenschein. Unterwegs reifte der Plan zu ... Na klar: einer kleinen Sonntagsmorgentour :-)))

Also, Brötchentüte deponiert, Zettel zum Verbleib des Herrn Gnü hinterlassen und für 10:00 Uhr Rückkehr angemeldet, Kollege Drössiger aus dem Keller, Montur über, Helm auf die Waffel und Start auf der Suunto gedrückt.
"Der Straße sehr lange folgen!" meinte die eingebaute Navi und der Gnü verließ das schlafende Städtchen in Richtung Geismar mit Ziel Edersee.


Mühlenallee

Was natürlich Kopf-Susi nicht ahnen kann:
Nebel im Edertal,
schlechte Tourenwahl!
Kurzerhand umprogrammiert und andere Richtung im Edertal, da sah es besser aus: War es auch :-)


Richtung Geismar

So ging die Tour an der Eder entlang in Richtung Wabern, weiter nach Gudensberg und mit ein paar Schleifen wieder in Richtung Züschen.
Super schön und ein toller Start in den Tag und das mit 30km/h bei fast 45 km meine schnellste Tour in diesem Jahr :-)

Die komplette Tour wie immer beim Klick auf das Bild.



Wie vereinbart 10:00 Uhr zurück und gemeinsames Frühstück mit Tagesplanung.
Bei gemeldeten 34°C blieb nicht wirklich viel Spielraum und wir machten uns auf den Weg zum Edersee, um die letzten Pfützen zum Baden zu nutzen.

Leider erinnerte es eher an einen Wüstenaufenthalt, als an den sonst so geliebten See.


Wüste Gobi in Nordhessen

Der Blick rüber nach Scheid macht es vielleicht etwas deutlicher:


andere Uferseite: Scheid

Hier fehlen mal so an die 20 Meter würde ich schätzen. Da muss es lange regnen denken wir und machten uns beizeiten wieder vom Acker.

Die neue Woche startetet mit einem Montag-Morgen-Lauf und dem letzten Lauf für diesen Monat.

Damit gehen nun aber auch die Vorbereitungen auf die letzten Events in diesem Jahr los. Wobei ich dafür nicht den Mega-Plan im Kopf habe.
Den Brocken will ich einfach finishen und den Twistesee-Marathon im November testen, da hier so viele immer wieder nicht ankommen. 
Davor steht am kommenden Sonnabend der letzte Lauf in der Norhessencup-Serie an und ich will ja noch ein paar Plätze gut machen :-)



Damit ist eine nicht sehr ernst genommene Regeneratioswoche abgelaufen und der August gleich mit.
Die Woche schlägt mit nur 23 km zu Buche. Dafür stehen 208 Rennrad-km auf der Habenseite.


August 2015
Ganz nebenbei habe ich am Mittwoch bei der Abfahrt, von Schloss Waldeck runter zum Edersee, auch noch einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt: 81,7km/h. Bitte nicht darüber nachdenken. Helm kann man da glaube ich auch schon weglassen :-(

Was bleibt ist zu hoffen, dass ich mit eingangs erwähnten Sprüchlein mal wieder zum Nachdenken angeregt habe, so wie ich auch hoffe den einen oder anderen zur Bewegung motiviert zu haben. Denn eins steht fest: Wer sich bewegt, bewegt was!

Ich danke allen für das Lesen meines Blog, freue mich auf eure Kommentare und noch mehr, wenn ihr wiederkommt.

Bis dahin bleibt gesund und keep on running

Euer Gnü aus Zü

Dienstag, 25. August 2015

Von Erwartungen und Zielen ..

die einen plane ich und kontrolliere sie am Ende und das andere ist das, was sich daraus ergibt.
Am Ende müssen sie leider nicht immer deckungsgleich sein :-(


So startete ich zum Ende des Jahres 2014 mit der Planung für 2015 anhand meines "Läufers-Wunsch-Zettels".
Da 2014 der 1. offizielle Ultra-Lauf um die Müritz mit 3 Wochen verletzungsbedingtem Trainingausfall stattfand, musst also 2015 ein erneuter Versuch her. Denn Sub 7 Stunden wollte ich das Ding schon finishen.

8 Wochen Training standen im Trainingsplan und penibel haben Michael und ich diesen abgelaufen :-)
Trainingsplan 2015 Müritz
  • Lange Läufe
  • kurze Läufe
  • schnelle Läufe
  • Depri Läufe :-(
  • runners-high Läufe
  • mal hier
  • mal da 
  • Kassel und Velbert
  • und vor allem heiße Läufe
Und von letzteren hatten wir genug in diesem Sommer :-(



So war der Trinkrucksack auch gar nicht mehr aus dem Training wegzudenken :-)

Die Wetterprognose verhieß schon Wochen vor dem Start keine Änderung und obwohl ich ohne ihn um die Müritz laufen wollte, entschied ich mich in der vorletzten Nacht doch für ihn, so traurig wie er zugesehen hat, während ich die Kiste packte :-)
Ich konnte den Blick vom Kollegen Trinkrucksack einfach nicht ertragen und muss heute gestehen: nur gut!



Die vorletzte Nacht konnte ich gut schlafen und nachdem Abschließen des Büros am Freitag machte ich mich mit meinen wenigen Habseligkeiten auf den Weg.




5 Stunden einsame Autofahrt, da meine liebe Frau in diesem Jahr nicht mit konnte, machten es auch nicht einfacher und der zu erwartende Freitagsverkehr nicht minder.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich tuckerte nach Susis geheis quer durch die Magdeburger Börde und hatte also wunderbaren Heimatkundeuntericht :-)




Durch Havelberg ging es über den namengebenden Fluss und durch diese schönen Alleen, wie sie wohl nur im Osten unseres schönen Landes zu finden sind.



Irgendwie schaffte ich es doch mit lautem mitträllern und Energy-Drink in Waren an der Müritz zu landen.



Zimmer beziehen im Hotel "Zur goldenen Kugel" und schon stand ich in Laufklamotten vor der Tür, um 1. die Beine von der Fahrt zu lockern und 2. die Startunterlagen laufend abzuholen. Schließlich sind wir zum Laufen hier :-)

Der Weg war nicht weit und auch bekannt und nach 1000 Metern stand ich schon vor der Startnummernausgabe und hielt meine Unterlagen in der Hand. (Das reimt sich sogar :-))



Wie das dann immer so ist, trifft man völlig unbekannte Menschen, die aber alle das selbe Ziel verfolgen: einmal rum. Ob als Wiederholungstäter, oder Debütant. Ich lernte Matthias aus Lüneburg kennen der auch als Wiederholungstäter antrat und sein Ziel bei 6:30 angesetzt hatte. Also ähnlich wie ich und schon kam man ins Gespräch über dies und das, Trainingsverlauf, Umfang, Prognose ...

Auf einmal kam Rene, vom Orgateam, mit dem ich ja regen Kontakt im Vorfeld während unseres Urlaubes auf Teneriffa hatte. Natürlich auch dann gleich ein Mega-Hallo und Foto.



Ich brachte die Unterlagen zurück ins Hotel und lief noch eine kleine Runde weiter an der Müritz entlang.

Im Hafen kam mir dann  +Guıdo Strauß mit Sohnemann entgegen und nach kurzen Hallo und Erkundigung nach dem Rest der Truppe machte ich mich zum Frischmachen auf ins Hotel, schließlich hatten wir für 18:00 Uhr einen Tisch zum Synchronpicken reserviert :-))

Wie verabredet trafen wir uns alle im TuttiFrutti (wenn das mal kein guter Anfang ist :-)) und es war, als wären wir nie auseinander gegangen im letzten Jahr.



So saßen wir in bekannter Runde mit +Guıdo Strauß +Michael Kloß +Max Bisanz +immer bergauf und +Thomas Klähn und (leider ohne Account) Andre und hatten natürlich eine Menge zu erzählen, über die bekannten Themen :-)))

So hätte es bleiben können und ich hatte irgendwie keine Lust die Tafel aufzuheben, aber wir hatten ja was vor und so machten sich schließlich gegen 21:45 Uhr auch die Letzten auf den Heimweg und ins Bett.

Ich bereitete natürlich noch die Klamotten für den nächsten Morgen vor, so wie man das beim Bund mal gelernt hat :-))


Alarmstuhl gepackt :-)
Der Wecker klingelte nach einer grausamen Nacht pünktlich 6:25 und ich quälte mich aus den Federn.



Kurzes, selbst mitgebrachtes Power-Müsli-Frühstück, ein Brötschn und 2 Kaffee und schon war ich auf dem Weg zum nur 200 Meter entfernten Start.
Und wer hier so etwas wie Hektik und Tausende von Menschen erwartet, wird schnell auf den Boden der Ultra-Tatsachen zurück geholt: 126 Ultra-Maratonis sind recht überschaubar und somit gibt es auch keine Hektik und Gedrängel, nein hier läuft alles eher etwas Tiefenentspannt :-)

Die coole Gang traf sich im Hafen zum letzem Schulterklopfen und Gruppenfoto und wir machten uns auf den Weg zum Startbereich.


coole Truppe
Kurze Ansprache vom Bürgermeister, Erwähnung  und Lob an die Organisatoren des nun schon zum 15. Male stattfindenden Laufes "around Germany´s biggest lake" und pünktlich 8:00 Uhr setzten sich die ganz Harten in Bewegung, um die 75 km um Deutschlands größten Binnensee unter die Laufschuhchen zu nehmen. 
Nur unser fliegender Holländer legte ein Tempo vor, dass die Meisten nur mit Kopfschütteln bewerten konnten und schnell hatte sich das Feld in die fast konstant bleibende Form gebracht. Hier versucht keiner vordere Plätze oder freie Laufbahn zu finden, die hast du ohne zutun, denn keiner der angetretenen Ultras ist hier, um zu experimentieren.  Jeder hat sich nach Plan und auf ein bestimmtes Ziel vorbereitet und somit recht schnell im Feld positioniert.

Michael, +Ulf kühne , der am Morgen noch zu uns gestoßen war, und ich trabten gemeinsam nebeneinander her, denn unser (noch für realistisch gehaltenes) Ziel hieß ca. 6:45 Stunden und das hieß eine Pace von 5:20/km auf den nächsten 75 km.
Mit Verpflegungspausen und anderen Päuschen gerechnet beschleunigten wir auf 5:05-5:10/km und hatten somit immer noch genug Luft, um die Zeit mit Quasseln ein bisschen zu vertreiben.

Allerdings setzten die über die gesamte Strecke nicht abreißenden Beschwerden recht früh ein. Noch nie, wirklich nie, hatte ich während eines Wettkampfes Probleme mit dem Magen oder anderen menschlichen Bedürfnissen. Nur heute war es einfach nicht einfach :-(

Bereits bei km 15 meldete sich der Darm und ich beschleunigte deutlich unter 5:00/km, um einen kleinen Vorsprung herauszulaufen. Ab nach rechts, Hose runter, abbutze und weiter. Pipi-Pausen hatte ich auch schon 2 hinter mir und irgendwie hörte das grummeln im Magen nicht auf.
Der Verpflegungsplan wurde kurzerhand über den Haufen geworfen und ich hielt mich nur noch an mein Gel aller 10 km, welches ich im Rucksack gut positioniert und griffbereit hatte.

Rene war immer wieder an der Strecke unterwegs, um die Läufer zu fotografieren. Er hatte auch uns immer wieder gut erwischt. Hier noch mal ganz lieben Dank dafür :-)


Rene in Action :-)
vor VP1 bei km 10,6
Wir liefen bis km 40 sehr gut zusammen, Michael, Ulf und ich.


Dream-Team :-)
Kurz vor Röbel setzte sich dann Michael ab und der Abstand wurde immer größer. Was los? Was tut er? Wir hatten von Anfang an geplant, dass jeder sein Rennen läuft und keine Rücksicht genommen wird. Was geht, geht!
Also Winke, winke und alles Gute. Seine Frau sollte uns mit dem Rad entgegenkommen und kurz vor Röbel war es dann halt so weit. Ich winkte beiden noch mal zu und weg waren sie. Ob es gut geht? Ich wünschte es ihm sehr. So blieben Ulf und ich zurück und liefen zusammen weiter.

Ich hatte mein Telefon zwar dabei, wollte mich in diesem Jahr allerdings mehr auf den Lauf, als auf Bilder konzentrieren, aber Ulf war ein wahrer Zwitscherer. Ständig dran und ich konnte es nicht lassen und musste das festhalten:



Es gibt immer einen der schneller oder verrückter ist, gelle?! :-)))

Dann passierte das dümmste, was dir passieren kann: Ich griff bei dem Verpflegungspunkt in Röbel nach dem falschen Becher und schüttete mir eine Cola in den Hals. Oh ha, die Rache folgte bei km 55 mit wundervollen Magenkrämpfen. Auch noch nie erlebt. So hatte ich also heute das volle Programm: Durchfall, Magankrämpfe und die pralle Sonne, welche nun auf uns hernieder brannte und mit unbarmherzigen 26°C das Laufen nicht einfacher machten. 
Ab sofort wurde die Taktik geändert. Es ging deutlich langsamer weiter und jeder Wassereimer, der angeboten wurde, diente der Erfrischung über den ganzen Körper, auch wenn das Wasser durch die Hose bis in die Schuhe lief. Es hieß für mich ab dem Moment wirklich nur noch beißen und gesund ankommen. Vielleicht noch sub 7:00 h aber je länger diese Magenattacken anhielten, umso ungewisser wurde das.

Ulf blieb hinter mir zurück und schickte mich von dannen, obwohl ich ihn immer wieder versuchte mitzureisen.
Auch andere Läufer sammelte ich unterwegs wieder ein. Heute hatten einige mit diesen widrigen Umständen zu kämpfen. Die, die am Start noch fröhlich schnatternd hinter uns her liefen und beizeiten überholten, blieben hinter mir. Einer lehnte am Baum und brachte gerade alles wieder raus. Andere waren nur noch am wandern. Von daher konnte ich also mit meiner Verfassung noch zufrieden sein.

Bei km 60 liefen 2 von hinten auf. Locker mit 6:00/km und ich hängte mich die nächsten paar km dran. Aber selbst das hielt ich nicht mehr durch und lies sie wieder ziehen.
Wenig später überholte ich allerdings einen der beiden wieder und kam an den letzen VP in Klink. Tee, Cola und Wasser, 2 x Melone und 3 Becher über den Kopf, Arme gekühlt und weiter.

Vorbei am Schloss Klink und dem dringenden Bedürfnis in die Müritz springen zu wollen, fand doch auch heute wieder eine Hochzeit vor fantastischer Kulisse statt und ich musste unweigerlich lachen:
Saßen wir gestern Abend beim Essen und Max berichtete aus 2014 von einer Hochzeit und einer meinte "als du vorbei kamst haben sie geheiratet, wenn wir kommen scheiden sie sich schon wieder!" Also weniger wegen der Scheidung, war doch mehr der zeitliche Abstand zwischen Max und uns gemeint :-)))

Aber das Lachen verging mir ganz schnell, denn es schloss sich nach der Lachattacke eine Niesattacke an, welche weniger lustig war. Irgendwann war auch die überstanden und ich kämpfe mich weiter. Und Kampf war es wahrlich. Die letzten km eines solchen Laufes können so schwer werden, vor allem wenn dich nun auch noch die Städteläufer in dem Tempo überholen, was du sonst bei Wettkämpfen selbst läuft. Aber heute ...

Nur noch ankommen und stehenbleiben. 2014 war Guido mein rettender Begleiter und las mir die Motivationen aus unserem Hangout vor. In diesem Jahr war ich einsam und machte mich auf den Trail zwischen Klink und Waren. Jeder Schritt schmerzte und die 2. Zehe am linken Fuß hatte schon vor einer Ewigkeit kapituliert. Ich wollte gar nicht wissen, wie die aussieht :-(

Dann der Weg entlang der B192 auf einem schmalen Pfad, wo dir entgegenkommende Radfahrer nicht mal Platz machen können :-(
Egal. Ich kann mich nicht mehr aufregen! Ich will ins Ziel. Zähne zusammengebissen und nur noch einen Fuß vor den anderen. So habe ich schon sehr lange nicht mehr gelitten.
Keine Sau vor mir, keine von hinten, keine zum dranhängen.
Ultra-Läufer sind einsame Menschen :-(

Waren!
Endlich!
Ein letztes mal gehen!
Die letzten 3 km vor der Brust.
Die letzten, wohl schwersten, km vor der Brust trifft es eher.

Eine schnurgerade lange Straße, ohne Schatten, ohne Menschen, ohne Motivation und du glaubst, gleich zu sterben. Über, echt übel.
Weiter!

Ich denke an das Nummernschild, über welches Ulf und ich von 6 Stunden noch gelacht haben:
LDS = Lauf Du Sau!

Und ich laufe. Jawoll. 
Noch 2 km
Noch 1 km
Die ersten Helfer des Orga-Teams kündigen dich an und warnen die Menschen auf dem Radweg "Achtung! Ultra-Läufen! Platz da!"

Jawoll. Ich bin Ultra-Läufer. Einige Fragen tatsächlich im Vorbeilaufen, welche Länge ich gelaufen sein. Ich presse ein "75" zwischen den Zähnen hervor und kann den Blick im Nacken spüren. 
Jawoll! Ich habe diese Müritz umrundet, zum 2. Mal. Mein Ziel sub 7:00 h hatte ich zwar vor 20 Minuten endgültig über den Haufen geworfen, aber ich habe es geschafft. Das, was die meisten, die hier spazieren, wohl nicht mal mit dem Rad versuchen würden, habe ich gleich geschafft.

Noch 500 Meter.
Musik.
Menschen.
Leben.
Laufen.
Laufend (er)leben!

Es ist, als kommt man aus einer anderen Welt zurück in die Zivilisation. Es ist unglaublich, wie sich das anfühlt. Menschen, die dir zujubeln. Rufe.
"Klasse, Peter!"
Hey, aus den Augenwinkeln nehme ich +René Kloberdanz aus der Com wahr. Er war als Städteläufer auf der Strecke und ich hätte mich sehr gefreut, ihm die Hand zu geben, leider konnte er nicht warten :-(

Dann endlich. 
Noch 100 Meter
Noch 50 Meter
Zieltunnel und Zeiterfassungsmatte. Stopp!
Stopp auf der Suunto
Stopp im Hirn
Stopp für die Beine
Stehenbleiben
Endlich!


Finished :-)
7:02:31 Stunden für den Lauf um Deutschlands größten Binnensee.

Medaille um den Hals und Glückwünsche.
Kamera im Gesicht, Rene dahinter: "Peter, erste Eindrücke!"



Eine Antwort konnte ich nicht liefern :-(
Mein Gesicht auf dem Foto beim Zieleinlauf sagt glaube ich alles.

Aber heute?
In Summe OK. Geschafft. Gesund und Munter. Ohne nennenswerte Blessuren und wohlauf. So wie zum Glück alle anderen auch. Obwohl ich nach dem Duschen und der Massage noch mal Ängste ausstehen musste, denn +Guıdo Strauß fehlte noch.

Über WhatsApp hatte er uns informiert, dass er noch 5 km vor sich hatte. Nach Hochrechnung sollte er also wenigsten nach 1 Stunde im Ziel sein. War er aber nicht. 
Ich stand am Zieleinlauf und versuchte mit ihm zu schreiben. Keine Antwort.
In Badelatschen bin ich die Stecke zurück gelaufen. Guido suchen. Entgegenkommende Läufer nach ihm gefragt. Ja, man hat ihn "laufend" gesehen. Wenigstens was. Dann endlich Nachricht von Guido: "Krämpfe, keine Chance mehr zu laufen, noch 800 Meter."
Ich bin ihm weiter entgegen gegangen, denn Martina hatte mich geben, ihn gesund wieder mitzubringen!
Dann hatte ich ihn. Gemeinsam sind wir die letzten Meter zum Ziel gegangen. Immer wieder Krämpfe ertragend hat auch Guido das Ziel erreicht.
Als wir in den Bereich den Zieltunnels kamen, kam Michael zu uns und wir haben das getan, was ich am Vortag bereits prophezeit habe:


gemeinsam ins Ziel
Wir waren alle endlich im Ziel!
Wir haben alle gefinisht. Alle mehr oder weniger glücklich und einzig Michael in geplanter Zeit. Großartig. Herzlichen Glückwunsch noch mal an alle.



Auch wenn ich mein mir gestecktes Ziel nicht erreicht habe, habe ich mich doch zu 2014 um 2 Plätze in der Alterklassenwertung verbessert und in der Gesamtwertung sogar um 7 Plätze.

Und wenn man die Zahl derer betrachtet, die nicht finishen konnten, ist glaube ich für 2015 immer noch das Beste erreicht.
104 Finisher
22 nicht ins Ziel gekommene sagt alles.

Die Daten in allen Details findet der geneigte Leser gern hinter dem Link!

Was mir noch am Herzen liegt, ist die hervorragende Organisation des Müritz-Lauf zu erwähnen. Diese, durch ihre Streckenlänge und durch den Nationalpark führende Strecke, Veranstaltung zu organisieren ist keine leichte Aufgabe.
Ich habe mich im Massagezelt bei den lieben Helfern natürlich für das Getränkereichen bedankt und sie meinten: "Ihr seid doch gelaufen"
Genau. Wir sind gelaufen. Aber eben nur das. Ihr habt es uns ermöglicht, durch eure wochenlange Vorarbeit und euren Fleiß.
Wir reisen an, Laufen, reisen ab. 
Ihr baut auf, schleppt Tische, Bänke, Kisten, versorgt uns und unsere wehwehchen, flitz hierhin und dahin. Tut und macht und eigentlich solltet ihr eine Medaille bekommen.
DANKE!!!

Was kommt als nächstes?
Nichts. Füße hoch und Regeneration. Wenigstens in dieser Woche.
Denn am 5.  September heißt es letzter Lauf in der Nordhessencup-Serie 2015 und im Oktober steht der Marathon auf den Brocken an :-)
Man hat ja Ziele, auch wenn man manchmal vom Plan abweichen muss :-(


Für den Müritz-Lauf hießen das 873 km in Summe und nur 10 weniger, als im Plan standen. Vielleicht waren es auch genau die, die gefehlt haben, um das Ziel zu erreichen? Dazu kamen 1088 km auf dem Rennrad.

Was bleibt ist natürlich noch der Dank an meine Frau, die den ganzen Stress tapfer erträgt und mir den Rücken freihält, auch wenn es hin und wieder Reiberein gibt, aber das gehört wohl dazu und nun wird es deutlich ruhiger. Denn um ehrlich zu sein: ein bisschen zuviel des Guten war es mit Sicherheit die letzten 8 Wochen :-(

Aber! Wer sich bewegt, bewegt was! gilt auch hier und wird mich als mein Mantra nicht verlassen und gehört zu meiner Einstellung, ob im Job, in der Familie oder dem Laufen.

Versucht es mal. Ihr werdet es feststellen!

So danke ich allen, die wieder einmal fest an mich geglaubt haben, mich in der ganzen Zeit motiviert und unterstütz haben.
Danke für das Lesen meines Blog und ich freue mich natürlich sehr auf eure Kommentare.
Macht´s gut und bis bald

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü