Freitag, 13. April 2018

Etappe 5 ...

ist abgelaufen oder Hans Peter im Glück 😊


Wobei der Tag nicht wirklich glücklich begann 😲

Wie sagt man so schön?
"Nichts ist so beständig, wie die Änderung."

Die letzte und 5. Etappe sollte 45 Kilometer und 1055 Höhenmeter betragen, aber Oli musste uns leider die Mitteilung machen, dass die Strecke auf Grund von verschiedenen Sperrungen geändert und auf die "Kinderrunde" mit 36 Kilometer reduziert werden muss 😭

Doof, echt doof, aber leider nicht zu ändern, was Oli aber ne schlaflose Nacht zusätzlich bereitet hatte.
Aber wir dürften gern, wer mag mag die 45 voll machen, um die 5 Ultras in die Datenbank zu bekommen.


7:00 Uhr starteten die Kinder- und die Erwachsenrunde gemeinsam zur 5. und  letzten Etappe der Bergischen 5.
Oli gab die Strecke nach knapp 1000 m frei und wir konnten es laufen lassen.

Das Profil versprach mit 1055 Höhenmetern ja nun nicht mehr ganz so anspruchsvoll zu werden, wie die letzten Tage. Aber wer den Oli und das Bergische Land kennt ...
Der nimmt die Trailstöcke, oder wie so Olis so schön sagt, die Stützräder mit 😂
Dafür durfte die Stirnlampe bereits ins Wochenende gehen.

Da es bei einigen Teams noch um ein erfolgreiches Finish ging, gaben einige Läufer richtig Gas und zogen davon.
Ein bisschen ließ aber auch bei mir die Kraft nach und meine linke Wade hatte auch noch zu muckern.

Irgendwo vorm 1. VP war Oli noch mit der Streckenmarkierung zu Gange so habe ich ihn wenigstens auch noch mal in meine verschwitzten Arme nehmen können.


Oli hat wieder, selbst auf der letzen Etappe, alles gegeben, damit auch ja niemand mit sauberen Schuhen nach Hause fahren muss 😒


Oder auch so:


Oder gern auch so:


Irgendwie aber immer so:


Also irgendwie gefühlt immer bergauf 😁

Den 1. VP erreichten wir bereits nach ca. 10 km und außer einem Becher Wasser hatte ich bei der Kälte irgendwie auch keinen Bock länger stehen zu bleiben.

Ich lief die letzte Etappe fast ausschließlich alleine und konnte so meinen Gedanken über den Weg, den ich im ersten Post zum Event beschrieben habe, nachhängen.

Den Weg studieren bedeutet,
sich selbst studieren.
Sich selbst studieren bedeutet,
sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen bedeutet,
in Harmonie zu sein mit allem, was uns umgibt.

Dogen Zenji
(Lehrer des japanischen Zen-Buddhismus)

Und in Harmonie war ich in der Tat.
Ich hatte seit Sonntag keine Nachrichten gehört, keine E-Mails gelesen, keinen Anruf gemacht und nicht einen Kilometer im Space Shuttle gesessen.
Alles vergessen.
Man erfreut sich an dem zwitschern der Vögel im Wald.
Man erfreut sich an der aufgehenden Sonne.


Man kann an Menschen denken, mit denen man ein Stück des Weges gegangen ist.

Mit Jens auf dem MTB vor 2 Jahren auf dem Bergischen Weg.


Mit meinem Freund Michael auf dem Neanderland-Steig vor 2 Jahren.


An Freunde denke und an mein Heim, was vielleicht mal am Pilgerpfad stehen wird.


An Menschen, die mich auf diesem Weg hier begleitet haben: Dirk, Sven, Andre, Karsten, Raimund oder auch Sören.
Schön, dass ich euch kennenlernen durfte hier im 💚 des Bergischen Landes.

Was hatten wir ein Glück.
Das Wetter spielte mit.
Es gab keine größeren Verläufe, außer bei Etappe 4, die einer von 50 km auf 71 ausdehnen musste 😲

Keiner hat sich verletzt.
Ein paar wenige mussten aufgeben, aus verschiedenen Gründen, die ich nicht wirklich kenne.
Letztlich alles prima.

Dann kam nach knapp 20 Kilometer VP2 und ich konnte meinen Hunger mit Pellkartoffeln, Ei und Waffel stillen. Dann aber schnell weiter, wegen der Zunahme 😄

Kilometer 30 und der letzte VP, an dem ich mir noch eine Cola und ne handvoll HARIBO gönnte und weiter.


Dann ...
es ging nen feuchten Weg runter. Was sehe ich da im Schlamm?
Ein Hufeisen 😤

Natürlich bückte ich mich,  und nahm es mit.
Gleich darauf entdeckte ich die letzte Jakobsmuschel dieses Laufes an einer Brücke.
Es überkam mich einfach und ich musste es tun:

Einen Kuß bekam dieses.
Einen Kuß bekam mein Hufeisen
Einen Kuß bekamen meine Trailstöcke und einen ich.

Unweigerlich kam dieses Glücksgefühl.
Es überkam mich einfach so und die Tränen liefen über die verschwitzten Wangen.

Unglaublich, es gleich geschafft zu haben.
Unglaublich, wozu man in der Lage ist.
Unglaublich, welche Distanzen der Körper in der Lage ist zu erlaufen und welche Höhen und Tiefen man durchmacht. Mental, wie landschaftlich.
Und wie ich es schreibe, werden die Augen wieder feucht ...

Natürlich ist es nicht nur meine Leistung. Auch das Verständnis, was meine Frau und meine Familie mir entgegen bringt, auch wenn es schon sehr schwer ist manchmal.
Als ich mich für diesen Weg entschieden habe und zu dieser Herausforderung anmeldete, habe ich nicht gewusst, was auf mich zukommt, oder ob ich ihn beenden werden kann.

Der Winter war schwierig und hatte so manche Einheit vermasselt.
Heute kann ich aber, schon ein bisschen Stolz, sagen: Gnü, du hast es geschafft. Du hast das Bergische Land erlebt, genossen, verflucht, aufgesaugt, oder es dich 😄

Dann die letzten Meter zur Jugendherberge und das letzte Mal das Ortsschild passieren.


Mein Entschluss stand fest. Er hat sich auf den letzen, wenn auch noch mal harten Kilometern gefestigt: ich werde die 5 Ultras finishen und 275 Kilometer vollmachen. Nichts wird mich daran hindern. Ich bin doch kein:


😂😂😂
Nein.
Diese Chance kommt so schnell nicht wieder und diesen, meinen 1. Etappenlauf werde ich genau so abschließen, mit den Erwartungen ich ihn angetreten habe.

Also im Zieleinlauf bescheid gegeben und 9 km Schleife noch mal runter zur Sengbachtalsperre und mit einem letzten Bild vom Event wieder zurück.


Nach 5:06 h drückte ich zum letzten Mal die Stopptaste der Suunto und hatte tatsächlich das Ziel meiner Reise erreicht.

Die Etappen teilten sich wie folgt auf:

1. Tag: 50 km / 750 hm Eifgental 2. Tag: 60 km / 1350 hm Röntgenweg 3. Tag: 70 km / 1660 hm Klingenpfad 4. Tag: 50 km / 1600 hm WupperbergTrailMarathon 5. Tag: 45 km / 1045 hm Dhünntalsperre

In Summe 275 km mit 6500 Höhenmetern und ich beendete dies mit dem 8. Platz von 44 gemeldeten Starten, 10 Frauen und 34 Männern.


Nach dem Duschen ging es natürlich mit Dirk und Sven zum Carboloading, denn erst 16:00 Uhr gab es die Siegerehrung, Urkundenübergabe und Verlosung.


Was Oliver Witzke mit seinem Team da auf die Beine gestellt hat, war das mit Abstand am Besten, was ich bis jetzt erleben durfte. Sicher, es gab ein paar Abweichungen und die eine oder andere Improvisation, aber das wurde so toll gemeistert, dass es kaum auffiel.
Ich Danke euch ganz lieb und würde mich sehr freuen, wenn die Bergischen 5 ein fester Termin im Ultra-Kalender mit Start und Ziel und Unterkunft in der Jugendherberge Solingen-Burg werden.


Allen Finisherinnen und Finishern meinen herzlichen Glückwunsch, allen Siegern und Gewinnern der Verlosung ein Schulterklopfen und einses möchte ich all denen sagen, die das für eine unfassbare Leistung halten:
Aufgeben kannst du bei der Post 😁

Am Sonntag fällt der lange Lauf mal aus 😂 und ein paar Tage dürfen sich die Beinchen erholen, aber nicht zu lange, denn das nächste Ziel, Bilstein-Ultra, startet bereits in 22 Tagen und 22 Stunden.

Euch danke ich ganz lieb für das Lesen meines Blog, eure vielen anerkennenden Worte, die mich in den letzten Tagen erreicht haben und ich würde mich freuen, wenn man sich mal über den Weg läuft.

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Kommentare:

  1. Riesen Ding. Ich habe die letzten Tage deine Etappen - Berichte mit Bewunderung gelesen und möchte Dir hier noch liebe und herzliche Glückwünsche sagen.
    Was Du Dir vornimmt, ziehst Du durch. Klasse!
    Ligrü.Oliver

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    1. Das freit mich sehr, lieber Oliver, dass du meine Berichte gelesen hast.
      Wie ich schon schrieb:aufgeben kannst du bei der Post 😉

      Dankeschön für's lesen und kommentieren.

      LG
      Peter

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