Dienstag, 10. April 2018

Etappe 3 ...

hieß Königsetappe mit 70 km und 1660 pos Höhenmetern, die es zu überwinden galt.

Das Wunder fing schon 4:20 Uhr an, als ich tatsächlich schmerzfrei, wenn auch verdammt müde, aus meinem "Himmelbettchen" stieg.
Müde. Okay.
Schwere Augen. Okay.
Schwere Beine. Okay.
Aber ich stand. Prima.

Katzenwäsche und ab zum Frühstück.
The same procedure as every time 😌
Teller mit Müsli und Kaffee und zurück ins Bett zu meinem halben Energie Cake.

5:50 Uhr zum Fahnenappell und Einweisung zur Strecke.

Bisschen verknittert und nicht gerade bester Laune komme ich runter und pflanze mich in das Sofa.



Eine Teilnehmerin bringt mich aber auf bessere Gedanke und zum Lachen, als sie zu den ganzen Negativmeldungen aller Teilnehmer sagt: "Ich will auch auf´n Arm!"
Wat geiler Spruch und mehr als passend 😂😂😂

6:00 Uhr Abmarsch mit Oli als Safty-Car und nach 1,5 km übernahm dies Thomas.
Nach 4 km hieß es Bahne frei, Kartoffelbrei 😁
Aber auf dieser Etappe hieß es in erster Linie: Haushalten.

Wieder übernahm Sven das Verstauen meiner Stirnlampe und ich durfte mich sogar revanchieren.



Der heute zu laufende Klingenpfad, ein 75 km langer Wanderweg rund um Solingen, sollte uns landschaftlich schon einiges zu bieten haben und mit den ausgeschriebenen 1660 Höhenmetern so und so.
Dies bekamen wir auch schon auf den ersten 20 km zu spüren, durften dabei aber auch mal einen wunderschönen Blick auf die Münstenger Brücke werfen.



Weiter ging es sehr trailig, mal bergauf, mal bergab und ziemlich schnell zog sich das Feld auseinander, wie jeden Tag.
Jeder lief und läuft nach seinem Gefühl, seiner Leistungsfähigkeit. Und das ist auch gut so.

Ich liebe es, mit mir allein zu sein, nicht reden zu müssen, nur meinen Gedanken und den Stimmen der vögel zu lauschen. Wenn diese nicht durch den Verkehrslärm überdröhnt werden 😟

Nach ca. 10 km hatten wir bereits den 1. VP erreicht und wie immer gab es alles, was das Läuferherz begehrt. Ich sag nur: pass auf, dass Du nicht zunimmst 😋




Heute kam aber noch eine wesentlich schlimmere Zwangspause bei km 27 hinzu 😕


Oli hatte es bereits angedroht, dass wenn die Schranke schließt, man 6-7 Minuten warten darf. Und wir durften warten 😒


Wir hatten auch das überlebt und weiter ging es auf dem Klingenpfad und dem Neanderlandsteig durch das schöne Ittertal.


Diesen bin ich schon mit meinem Freund Michael teilweise aus Velbert bis an den Baldeneysee gelaufen und konnte so in Erinnerungen schwelgen, sodass ich die anderen ziehen lies.
Aber so groß wurden die Abstände zwischen Sven, Raimund, Karsten, Gerald und Katja, der führenden Frau, nicht.


Es ging durch die Ogliser Heide.


Vorbei an wunderschönen Herrenhäusern.


Wieder an die Wupper nach Wipper Kotten


Und mit wunderschönen Weitsichten übers Bergische Land.


Ich sag ja: Man muss es sehen wollen 😌

Irgendwie hatten wir aber heute wohl unseren Tag des Missverständnisses 😕
Ich lief seit einigen Kilometern mit Rico zusammen und wir erreichten gemeinsam den VP bei km 52.
Nach kurzer Stärkung und Bedanken trabten wir wieder los und machten einen fatalen Fehler: Wir übersahen die Wegmarkierung der "Erwachsenenrunde" und nahmen stattdessen die Kinderstrecke. Die geht zwar auch über 5 Tage, aber mit "nur" 167 km nicht ganz so weit wie die unsrige.

Ja, wir folgten den Wegweisern, wenn auch den Falschen und erreichten verwundert und unter Applaus, aus der falschen Richtung kommend, die Jugendherberge nach 62 km 😟

Hier stimmt was nicht!

Mit Patrick kurzgeschlossen. 

Wir liefen im Umkreis der Jugendherberge noch 8 km und erfüllten so die vorgegebene Streckendistanz und die Höhenmeter.

Auf Rücksprache mit Oli versah er unsere Zielzeit mit einer Zeitstrafe und wir wurden wenigstens nicht disqualifiziert.
Ich danke euch von ganzem Herzen 💚


Der Puls blieb wieder unten, was mich sehr beruhigt.

Nach dem Schreck gab es heute ein extra großes Stück Kuchen, denn die Zeit bis zum Abendessen musste ja überbrückt und die Speicher gefüllt werden.


Mit Dirk bummelten wir zum Kuchenfassen und sahen uns noch ein bisschen in der fast menschenleeren Burg um und entdeckten das richtige Gefährt für die morgige Etappe, die mit "nur" 50 Kilometern aber den fast gleichen Höhenmetern zu Buche schlägt.


Nach einem ausgiebigen Abendessen mit Reis und Asia-Gemüse war der Tag abgelaufen und ich bin sehr gespannt, was der Tag morgen bringt, wenn es so weiter regnet, wie zur Zeit.


Einen Vorteil bringt es aber: der Start wurde von 6:00 Uhr auf 7:00 Uhr verschoben, was mir die Zeit gab, euch an unserer heutigen Etappe teilhaben zu lassen und hoffe euch hat der Klingenpfad ein bisschen gefallen.
Nur erleben muss man ihn Live und in Farbe 😊

Euch Danke ich ganz lieb, für das Lesen meines Blog und eure anerkennenden Worte, die mich bereits erreicht haben und verbleibe mit sportlichen Grüßen aus dem Bergischen Land
Euer Gnü aus Zü

Kommentare:

  1. Lieber Peter, es flutscht anscheinend, muss mir keine Sorgen machen ! Das Ziel winkt in der Ferne !!

    Was mich wundert, dass du noch in der Lage bist und vor allem aber auch Lust hast, dort gleich zu schreiben, was du erlebt hast, das würde mir im Traum nicht einfallen - Viel Glück weiterhin auf allen deinen Wegen. Sei froh, dass du nicht hier läufst, kalter Wind aus Ost und nur 4 Grad heute !

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    1. Dankeschön, liebe Margitta, aber dann ist's noch frisch im Kopf und es läuft einfach in die Finger, die es nur auf die Tasten klopfen müssen 😁

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  2. Schreck lass nach! Falsche Markierung genommen.... zum Glück alles gut ausgegangen!

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