Samstag, 10. Oktober 2020

Seelentröster und Ursachenforschung ...

in der Reihenfolge 😉


Der Kuchen schmeckt und man kann an die Ursachenforschung.
Doch wie startet man? 😰
Am Anfang des Jahres?
Oder mit Beginn der Wettkampfabsagen?
Was ist die tatsächliche Ursache für die Entscheidung heute?

Wenn ich es auf Corona schieben würde, wäre es nur die halbe Wahrheit.

Sicher. Seit dem ist es mit der Motivation für Wettkämpfe nicht mehr weit her. Aber doch bin ich regelmäßig und fleißig am Trainieren. Wofür auch immer.

Wer die Zielplanung des Gnü verfolgt, weiß, dass in 2020 alles anders kam, wie geplant und wer so ein Orga-Freek ist wie ich, den wirft so ein ständiges hin und her wirklich aus der Bahn 😓

Unter uns: das geht mir auch so, wenn Kunden kurzfristig Termine absagen, was zum Glück sehr selten passiert, denn dann hänge ich ein bisschen in der Luft und die ganze Tagesplanung ist im Eimer.


Kyffhäuser --> abgesagt

Keufelskopf --> abgesagt

Müritzlauf --> abgesagt

ect pp

Für alle geplanten Läufe habe ich einen Trainingsplan aufgelegt, angefangen und letztlich abgebrochen und zerrissen.

Dann unsere Silberhochzeitsreise nach Teneriffa.

Pustekuchen 😭 

Doch zum Glück haben wir sehr schöne Tage auf Kreta genießen dürfen. Aber das Gejammer, welches mein Lieblingsmensch 💖 ertragen musste ...

Grausam.

Warum fange ich jetzt  aber von Kreta an?

Zum einen wegen der geplatzten Planung und zum anderen, passierte mir kurz vor unserer Reise das Missgeschick, was mich heute letztendlich zum Rennabbruch zwang 😱

Bei einem Lauf in meinem Versteck vor Idioten bin ich mit meinen flachen, ungedämpften, Fludern so unglücklich mit dem Ballen auf einem spitzen Stein gelandet, da hatte ich den ganzen Urlaub bei allen Strandbarfussspaziergängen Spaß mit 😟

Auf Kreta blieb mir zum Laufen nur Asphalt und die  Brooks Launch 5 halfen mir ganz gut beim abheilen.

Freitag, vorletzter Woche, dann Wiederholung 😲

Wie doof muss man dafür sein?

Ich bin ja so ein Platsch!

Diese Woche also mit Bedacht und schön gedämpft.

Bis Freitag natürlich nicht weg, aber wird schon ...


Am Samstagfrüh klingelt der Wecker 4:30 Uhr und es ist also wirklich Raceday. Ohne Absage. Ohne Verschiebung. Wirklicher realer Wettkampf. Kein Virtueller Lauf mit anschließender Urkundenzusendung.

Halte ich alles für Quatsch. Sorry. Dazu kann ich mich nicht motivieren und das mit Motivation soll heute auch noch eine Rolle Spielen.

5:30 Uhr startet Hotel Henry Richtung Vogelsberg, denn eine Übernachtung kam bei 1:30 h Anreise nicht in Betracht.

7:00 Uhr traf ich in Schotten ein.

Man kennt sich ja aus, und weiß, wo man, unter Einhaltung der Corona-Regeln, die Startunterlagen empfangen kann 😷

Ja, in diesen Zeiten ist die GPS-Uhr nicht mehr das wichtigste Utensil; nee. Mundschutz, Abstand und Akzeptanz diverser Einschränkungen. Aber die haben, scheint es, nicht alle.


Zurück am Hotel hieß es in das Laufdress springen und ab zum Start.

Da sah es aber wirklich sehr trostlos aus und zum ersten Mal kam so ein komisches Gefühl von Unlust auf ...


Vielleicht lag das auch an meiner Pastaparty? 😂😂😂


Aber das Selfie habe ich mir natürlich noch gegönnt.


Denn da Gnü, das Weichei, am 10.10.2020, mit Handschuhen läuft, wird das Fotografieren unterwegs nicht einfach werden 😩

Und das mit dem Weichei ist dann auch das 3. Problem des heutigen Tages 😭

Kurz nach 8:00 Uhr erfolgte der Startschuss und die 66 Ultra-Läufer setzten sich 2 Stunden nach dem Start der XL-Ultras in Bewegung.

Leichter Niesel und Kalt ...

Für den Nachmittag war Sonne und Ende des Regens angemeldet. Doch das sollte der Gnü gar nicht mehr erleben. Also wenigstens nicht mehr im Rennen.

Das Feld zog sich ziemlich schnell auseinander, denn schon zu Beginn ging es den einen oder anderen Anstieg hoch und bis zum ersten VP, bei km 15, war ich ziemlich alleine. Eine Läuferin 100 Meter hinter mir und 2 Läufer kurz vor mir.

Am VP Wasser in den Faltbecher und einen Fruchtriegel in die Kippe und so machte ich mich nach der Läuferin an die Eroberung des Bilstein.

Aber was war das?

Als ich so in mich hinein hört, hörte ich was von: "mir ist kalt" und "ich habe keine Lust".
Was war denn hier los?

Komm, Gnü. Das geht gleich wieder.


Ich versuchte mir schöne Gedanke einzureden. Das ich schließlich auf dem Jakobsweg unterwegs sei und unser Haus an selbigem steht.

Aber irgendwie blieb dieses schöne Gefühl heute aus 😩

Auch der tolle Waldweg und der sich in den Bäumen verfangene Nebel konnte mich nicht aufmuntern.


Ich sah an meinem Handgelenk mein TeneriffaBlueTrail-Buff und musste an den Nebel nach dem VP Recibo Quemado denken und das Moos, was so gespenstig von den Bäumen hing ...
Ich will zurück.
Ich will auf Teneriffa sein.
Die Wärme spüren, die den Schweiß verdunsten lässt und deine Klamotten auf der Haut trocknet.
ich will ..

aufhören 😱

In dieser Träumereien passiert´s: wieder passe ich nicht auf und platsch; wieder traf mein Ballen einen spitzen Stein.
Der Schmerz schoss hoch bis ins Knie.

Pass doch auf!

Doch statt meinem Rat zu folgen; gleich nochmal und nochmal.
Gnü!!! Bist du Bescheuert? 😠

Jetzt geht das Kopfkino endgültig los:
noch 50 km.

soll ich es wagen?

Oder doch lieber am nächsten VP raus?

Der ist beim Hoherodeskopf. Noch ca. 4 km.

Die Klamotten triefen vor Nässe.

Die Hände sind eiskalt, trotz der Handschuhe die ich wegen der Nässe inzwischen auch schon ausgezogen hatte.

Der Kopf ist so was von ganz weit weg, heute 70 km laufen zu wollen.

Nee. Schluss. Raus. Ende.

An der Straßen steht eine Frau und achtet auf den Verkehr, wenn wir die Straße kreuzen wollen.

Ich frage Sie, ob eine Möglichkeit besteht abgeholt zu werden, oder erst am VP?
Sie klemmt sich sofort ans Telefon und fragt nach.

In heimatlichem Akzent meint sie, ich solle mich ins Auto setzen, es sei schließlich kalt.
Nein, meine ich, ich bin klatsch nass. Das müsse nicht sein. Sie bestand aber so sehr drauf, das kein Widerwort galt 😍

So sind se, de Ossis 💖

Keine 5 Minuten später war die Bergwacht vor Ort, der Gnü im Auto und winkend verabschiedete ich mich von der lieben Seele und Ihrer nassen Jacke, die ich als Sitzauflage nutzen durfte.

Keine 6 km später wieder in Schotten.

Ich meldete mich noch ganz brav beim Rennleiter ab und trottete zum Hotel Henry.

Tja. So schnell kann ein lange erhofftes Rennen vorbei sein und was noch viel schlimmer ist: ich bin noch nicht einmal sauer. Weder auf mich, noch auf´s Wetter, noch auf den doofen Stein, der da so bekloppt im Weg rumliegen musste.

Nur verwundert, wie schnell man die Motivation verlieren kann. 

Aber natürlich war es die beste Entscheidung auszusteigen, anstatt sich irgendwie noch 50 Kilometer vorwärts bewegen zu wollen. 
Wer weiß, wie dann das Ende ausgesehen hätte. Einmal falscher Ehrgeiz auf Teneriffa haben gereicht.

Nee. gut so.

Haken dran und Basta.

Ich denke, ich werde meine Wettkampfplanung mehr mit den Jahreszeiten abstimmen müssen.
Bisher waren für mich alle Sachen nach dem Oktober passe. Doch nun werde ich wohl das sogenannte off season schon mit Beginn des Oktober starten.
Du Weichei du!!!

Und?

Ist mir auch wurschd.

Denn noch so eine Startnummer mag ich nicht an die Wand hängen.


Auch wenn man eigentlich im Herbst sehr schöne Bilder machen kann 😍


Also werde ich dann mal bisschen Pausieren, das Füsschen schonen und schließlich habe ich in der kommenden Woche schon ein Projekt:

Renovieren des neuen Büros 😉

Ich Danke euch für´s Lesen meines Blog, die vielen lieben Worte, die mich erreicht haben und kann euch versichern, dass mein Mantra: "Aufgeben kannst du bei der Post" nicht auf Biegen und Brechen umgesetzt werden darf!

Mit sportlichen Grüßen

Euer Gnü aus Zü

Donnerstag, 3. September 2020

die offene Rechnung ...

oder
Ich hab noch einen Koffer in Berlin auf dem Teide 😏



Pläne machen und Vorsätze fassen bringt viele gute Empfindungen mit sich.

Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph, Philologe und Schriftsteller


Gute Vorsätze und Pläne sind wichtig.
Für mich auf jeden Fall.

Und noch was:
Etwas abzuhaken.
Auch das ist für mich wichtig.
Etwas als erledigt betrachten.

Dazu hat mich auch das Buch von Max Leonard "Laterne Rouge - Der letzte Mann der Tour de France" bestärkt.

Zitat aus dem Kapitel "Epilog" Seite 283:

"Du kannst es für deine Selbstachtung, für deine Mannschaftskameraden, für deinen DS (Directeur sportif), für deine Frau und deine Familie tun.
Wichtig ist, dass du es tust."

Ich habe die Bilder im Kopf nicht vergessen (können), wie ich meinen Lieblingsberg ohne Finishermedaille und ohne Urkunde verlassen musste 😪



Okay.
Ich bin, mehr oder weniger, gesund von ihm runtergekommen und doch habe ich immer noch die letzten 40 km im Kopf, die mir nach dem Fehltritt im Abstieg vom VP Rambleta fehlen.

Ich konnte meinen Lieblingsmenschen überzeugen unseren Urlaub auf meiner Lieblingsinsel Teneriffa zu verbringen und ich konnte meinen Plan, mir die letzten Kilometer zu holen, in nähere Betrachtung ziehen.
Es für die Selbstachtung zu Ende bringen.
Vielleicht kann das niemand verstehen, aber es ist fast unerträglich, die letzten "paar" km nicht im Sack zu haben 😪

In vielen schlaflosen Nächten ging es mir immer wieder durch den Kopf, wie ich mit meinem Trinkrucksack und dem Outfit von damals den Weg antreten werde.

Auch ohne der Nummer "203" auf dem Bein 😪



Auch wenn kein Zieltunnel existieren wird.


Aber der BlueTrail Spirit existiert 😊


Nun war es also so weit.
Die letzten Wochen vergingen und die Meldungen des RKI und den Auswärtigen Amtes wurden aufmerksam verfolgt.

48 h vor Abflug erfolgte der Web-Checkin mit einigen Hürden, bei deren Bezwingung mich aber unser Reisebüro, das Ratio Reiseland in Baunatal sehr gut unterstütze 👍
Herzlichen Dank nochmals dafür.

Der Mitwagen war gebucht, der Parkplatz in D´dorf reserviert und es galt nur noch die letzten Stunden zu ertragen.

Doch dann ...


Ist genau das passiert ...

Der Traum vom zu Ende bringen (m)eines größten Traumes ist am 02.09.2020 um 19:37 Uhr geplatzt, als mich mein Bruder beim Abendessen über die Entscheidung des RKI und die Einstufung gesamt Spaniens inkl. der Kanaren zum Risikogebiet kalt erwischte, bevor ich die Nachrichten zu Ende lesen konnte 😱

Danach überschlugen sich natürlich die Ereignisse und alle Planung, alle Vorbereitung, alle Vorhaben sind im Ar***.

Es sollte schließlich auch für uns, meinen Lieblingsmenschen 💖 und mich, eine besondere Reise werden.
Der Lauf, mein Vorhaben, stand für mich zwar auf dem Plan, aber er war nicht der eigentliche Grund der Reise nach Teneriffa.
Der Hauptgrund war unser, um es in die Läuferwelt zu übertragen, unser gemeinsamer Einlauf in einen der schönsten und wichtigsten Zwischenstopps, VP so zu sagen: unser 25. Hochzeitstag 💕💕💕

Ja. So lange geht nun schon unser gemeinsamer Lauf über so manche Höhe und manches Tal. Gemeinsam haben wir vieles erreicht und geschafft. Ich bin sehr dankbar dafür.
Denn mich zu nehmen, wie ich bin, ist sicher nicht einfach und man braucht an manchem Tag bestimmt ein dickes Fell 😕
Danke mein Schatz, dass du mich erträgst 😘

Aber auch diese Planungen zu unserem besonderen Tag kann ich nun vorerst ad acta legen und wir werden sehen, was wir spontan mit unserem Urlaub anfangen.
Ich hoffe doch sehr und gehe fest davon aus, dass unser Reisebüro uns auch hier unterstützen kann und wir eine schöne Alternative finden.
Wenn auch nicht am Berg meiner schlaflosen Nächte, dafür in der Hauptsache mit meinem Lieblingsmenschen 💖

Ja. Nun ist das Geheimnis aus meinem letzten Post gelüftet und ein Traum, der seit nun genau 15 Monaten durch den Kopf geistert, muss weitergeträumt werden.

Aber auch hier ist es doch nahe liegend an eine Fügung des Schicksals zu glauben:
die Umsetzung des Vorhabens hätte fast auf den Tag genau 15 Monate nach dem Teneriffa Blue Trail stattgefunden.
Und mit einem kaputten Knie wollte ich dieses Mal nicht die Heimreise antreten 😉

Ich Danke allen die meinem Blog folgen und lesen, allen deren tröstenden Worte mich erreichten und hoffe irgendwann den Koffer Heim zu holen 😔

Bis dahin verbleibe ich mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü, nach einer weiteren schlaflosen Nacht 😵

Montag, 24. August 2020

ein Läufer ...

 der nicht läuft, bei dem läuft´s nicht 😩

So fühl man sich als Läufer wie abgeschoben auf´s Abstellgleis 😕Weggeworfen, wie ein paar ausgelatschte Schuhe, im Wald stehen gelassen, ausrangiert.

2019 ein Jahr voller Hindernisse und Rückschläge.
2020 wollte der Gnü wieder angreifen.

Zurückfinden zu alter Leidenschaft. Aber wie sagt man so schön? Leidenschaft ist es, wenn es Leiden schafft.

Und Leiden hat es genug geschafft.

Unzählige Trainingspläne angegangen.

Viele Wettkämpfe in der Planung gehabt und dann doch den Plan zerrissen. Den Wettkampf abgesagt oder gar nicht erst starten können.


2020 dann nun der Supergau, wenn man so will.

Die Wettkampfplanung aller dahin, im Winde verweht, im Vorhaben aufgelöst, abgesagt, verboten.


2020 einzig den Lahntallauf noch vor der Pandemie als Wettkampf, wie man es kennt, absolviert und dann einen nach dem anderen aus den Zielen gestrichen. Wat ein Mist. Ein riesen sch...

Nicht die Startgebühr, die man vielleicht eingebüßt, umsonst gezahlt hat, nein.

Alle Hoffnung, allen Ehrgeiz, allen Fleiß, alle Disziplin, die man in die Vorbereitung hat einfließen lassen, waren umsonst.


Nun gut. Man geht als Läufer, der mit Sicherheit auch ein wenig unter Sucht leidet, so und so laufen.
Aber das Ziel ist doch immer sich mit anderen zu treffen. Freunde wieder zu sehen und dann die Leistung unter Beweis zu stellen.

Eine Urkunde und eine Medaille nach Hause bringen. Mit Stolz vorzeigen zu können, was man erreicht hat, weil man fleißig war und das eine oder andere leckere Steak nicht gegessen hat.

Nun gut. Beim Kuchen hört bei mir ja bekanntlich die Freundschaft auf. Auf den werde ich nie verzichten 😂


Aber doch ist´s ärgerlich.

Aber so ist im Kopf gereift, sich mal wieder ein wenig mehr mit dem Blog zu befassen und eine lange im Hinterkopf getragene Idee umzusetzen.

Nun kann ich das Ergebnis präsentieren:

Unter den Zielen sind nun alle, seit Start meiner Läufer-Leidenschaft, absolvierten Läufe chronologisch geordnet und absteigend sortiert 😊


Nach Jahren aufgeführt und dem Namen des Wettkampfes, mit Streckenlänge und ob abgelaufen, sind dort auch die dazugehörigen Urkunden verlinkt 😉

Vielleicht mag der eine oder andere (auch die weibliche Form) mal reinsehn und ein Statement hinterlassen!? Ich würde mich sehr darüber freuen.


Ja. Aber was geht nun im verbleibenden 2020 noch ab?

Das ist eine gute Frage 😏

Alle meine Vorhaben wurden COVID-19-bedingt abgesagt und ich denke, auch wenn das eine oder andere Bundesland noch keine abschließende Absage ausgesprochen hat, werden keine Wettkämpfe mehr stattfinden. Und so bleibt die Frage offen, ob man sich noch anmelden soll, oder ob man sich das sparen kann?


Mir bleibt nur die Hoffnung, dass mein ganz geheimes privates Vorhaben stattfinden kann.
Davon werde ich berichten, wenn es erledigt ist und ich kann euch versprechen, das wird spannend 😉

Mehr werde ich nicht verraten und wünsche allen von ganzem Herzen: bleibt gesund und ganz lieben Dank für das Lesen meines Blog und immer dran denken:
Wer sich bewegt, bewegt was!

Und wenn es nur verrückte Ideen sind 😉


Ich verbleibe mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Donnerstag, 16. Juli 2020

Vorhaben ...

Wenn ich etwas vorhabe, ist meist nichts dahinter.
Nur was ich hinter mir habe, hatte ich vor.

Heinz Rudolf Kunze


Das trifft es bei mir nicht wirklich. Und doch muss ich genau an die Worte von HRK denken, wenn ich das Jahr bisher betrachte 😟

Vor genau einem Jahr waren mein #Lieblingsmensch💕 und ich in unserer fast 2. Heimat Nordholland.
Ich fasste den Entschluss, nach dem doofen Unfall auf Teneriffa und den immer wieder aufkommenden Knie-Problemen, die Ultra-Trails sein zu lassen und wieder bei 0 anzufangen.

Die Absagen der geplanten Läufe, wie der Südthüringen Trail oder der Brockenmarathon, ließen zwar Wehmut aufkommen, aber nach überstandener OP und Neustart ins Laufen sowie dem Ergebnis in Marburg geben meiner Entscheidung Recht 😉


Auch eine fast unterbewusste Entscheidung hat sich als intuitiv Richtig herausgestellt.
Ich dachte beim Anblick der vielen Starter in Marburg, ich werde nicht mit 20 Mann unter der Dusche stehen bei den Meldungen im Radio über Infektionszahlen zum neuen Corona-Virus. Stattdessen stieg ich ins Auto und müffelte einsam vor mich hin.

Was dann folgte muss ich glaube nicht erzählen. Zu Präsent sind die Folgen.
Tausende Tote in Frankreich, Italien und Spanien. Jeder einzelne einer zu viel, zeigt es uns doch, was eine globalisierte Welt verursachen kann 😪

Es folgte Absage auf Absage und so manches Kopfkino wurde durch die Veranstalter beendet.
Ja. Ich bin ehrlich: ich hatte auch nicht auf jeden Lauf wirklich Lust. Aber das hat andere Ursachen.

Aber die Entscheidungen wurden mir abgenommen, auch wenn ich als Fußballgegner nicht alle als Richtig erachte.
Unsere Fußballmillionäre und der zu erzielende Umsatz aus der Sparte sind Grund genug, das freizugeben, während andere Bereiche nicht mehr ums Überleben kämpfen brauchen, sondern den Kampf inzwischen aufgeben mussten und noch weitere aufgeben werden müssen 😭

Aber, wie ich schon mal schrieb, soll das kein politischer Blog sein, sondern sich ums Laufen und den Weg zu neuen Zielen und Erfahrungen drehen.
Nun ist aber genau das der Grund, warum seit dem letzen Beitrag in meinem Blog so viel Zeit verstrichen ist.
Es gibt keine Events, keine Ziele, keine Erfahrungen 😔

Okay. Ich kann über die vielen Aktivitäten berichten, die ich erleben durfte.
Und erleben durfte ich wahrlich viel 😊

Wie viele andere auch hatte und habe ich Kurzarbeit, weil ja die Vertriebler die Pestverbreiter der Nation sind 😡
In vielen Unternehmen wurden Besuche von Externen untersagt, Schichtmitarbeiter und Bürokollegen getrennt, um nach Feierabend dann doch wieder als Fahrgemeinschaft Heim zu fahren 😂

Auch wurde mir berichtet, dass Ehepartner in gleichen Schichten getrennt wurden 😂😂😂
Ja. Und nachts haben die dann die Plastikscheibe in der Besucherritze?

Gut. Ich muss gestehen: auf der einen Seite waren viele Maßnahmen nachvollziehbar, wie Mundschutz und Abstand, auf der anderen auch überzogen, was die Anzahl von Kunden in Geschäften angeht oder die Berichte über Mitarbeitertrennungen.

Aber nun wieder nach Nordholland:
nicht nur die Wettkämpfe wurden abgesagt, natürlich auch Urlaube und geplante Reisen.
Wie auch unsere in die Türkei, worüber wir mehr als traurig waren 😢.
So kam die Idee, nach Abklärung der Möglichkeiten, unseren Urlaub in den Niederlanden zu verbringen.

Und auch da ist und war das Virus präsent. Aber, wie wir finden, maßvoller der Umgang damit.
Es gibt auch da die Abstandsregelungen und Mund-Nase-Schutz. Den aber nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Und?
Es geht!
Die Holländer sind eben irgendwie gut drauf. Auch wenn wir in Alkmaar die Auswirkungen der Pandemie an den geschlossenen Geschäften sehen mussten 😟





So, jetzt ist aber Schluss und es geht zurück zu den Zielen.
Wir lagen also am Strand und genau mein Bild vom Beginn diesen Beitrags entstand da und wenn ich damals gewusst hätte, dass daraus nichts werden wird ...

Dafür habe ich natürlich die unfreiwillige Urlaubszeit genutzt und einige Projekte im heimischen Garten endlich umgesetzt, die man so gern vor sich herschiebt 😏
Da müssen alte Baumaterialien entsorgt werden und vom Lieblingsmensch💕 angedachte Veränderungen realisiert werden.

Und dann natürlich Sport 😌
Wegen abgesagter Wettkämpfe hatte ich inzwischen den 3. Trainingsplan gelöscht und, was noch viel schlimmer war, ich hatte gar keine Lust mehr zu laufen.
Also zum Laufen schon, nur nicht mehr auf Wettkämpfe.
Aber dafür umso mehr Lust zum Radfahren. Und das habe ich wirklich ausgiebig gemacht.

Ich bin auf neuen Wegen zu unsere Tochter über den Eisenberg nach Niederaula geradelt 😲




Von da zurück auf neuen Wegen nach Homberg/Efze.



Bin mit dem MTB durch meinen Kellerwald auf Teilen des Urwaldsteiges 😍




Durch´s Sauerland auf NRWs 2. höchsten Berg 😲





Mit meinem Lieblingsmenschen💕 habe ich natürlich auch was unternommen 😊
Wir haben uns endlich für die Anschaffung eines elektrifizierten Rades entschieden und schon können wir gemeinsam Nordhessen erkunden.

Für mein Duracell-Häschen ist es einfach nicht möglich mit mir zusammen zu fahren. Zum einen gibt es hier kaum eine Möglichkeit flach zu fahren und zum anderen sind die Distanzen zu groß.
Also ist ein e-Bike eine gute Sache.

Der Anfang ist gemacht und mein Duracell-Häschen ist inzwischen schon mal der Anstifter auf eine Rad-Tour, was mich mehr als nur freut 💕💕💕

Natürlich sind wir auch in den Niederlanden geradelt und haben es endlich mal nach Texel geschafft 😊





Irgendwie musste ja der Kuchen, die Fritijes und die anderen leckeren Sachen verbrannt werden 😃

So kommen in 2020 bereits 4.500 km auf dem Rad zusammen und ich bin, wenn man Strava glaubt, meinem geplanten Ziel von 5.000 Rad-km bereits 1.888 km voraus 😱
Auch das Laufen läuft wieder besser (was ein Wortspiel 😁).
Auch da stehen bereits 1500 km auf der Habenseite, allerdings 99 km im Rückstand zum Ziel 3.000 km 😕

Das ist eigentlich irgendwie egal und nach den letzten Meldungen aus Rauschenberg und dem stattfindenden Burgwald-Märchen-Marathon kommt tatsächlich wieder Lust auf, sich nach einem Trainingsplan akribisch auf einen Wettkampf vorzubereiten.

Die 2. Woche dazu ist bereits im Gange und lediglich zu den Intervallen kommt keine Lust auf.
Stattdessen werde ich diese wohl wider in den Wald auf mehr oder weniger anspruchsvolle Anstiege verlegen 😌

Letzte Woche habe ich seit langer langer Zeit mal ein Intervalltraining nach Plan durchgezogen.
Aber:
1. muss ich dann noch mal mit dem Auto los 😔
2. ist´s so lustig auch nicht 😉

Dann lieber in den Wald, die Ruhe genießen und das eine oder andere Reh aufscheuchen 😍

Das war aber ein langer Beitrag. Der letzte ist ja auch schon lange her und wenn man´s sich mal wieder vom Herzen geschrieben hat, stellt man fest, dass die Worte vom Eingang so doch gar nicht passen.

Wenn ich etwas vorhabe, ist meist nichts dahinter.
Nur was ich hinter mir habe, hatte ich vor.

Bei mir ist doch immer irgendwie immer was dahinter.
Ich bin nicht der Typ, der Ziel- und Planlos in den Tag leben kann, auch wenn das manchmal mich selbst schon nervt.
Aber man könnte ja am Ende des Tage sagen: hätte ich doch, wären wir doch ...

Okay, der Plan ruft und ich bin dann mal weg: Laufen.

Euch danke ich von ganzem Herzen für das Lesen meines (langen) Beitrags und hoffe doch sehr, den einen und die andere bald mal wieder im wahren Leben zu treffen. Denn das ist das, was mich am traurigsten macht: die fehlenden sozialen Kontakte. Die Privaten, wie die mit Kunden 😔
Wie sagt dazu schon mein Mantra?
Wer sich bewegt, bewegt was!

Alles klar?

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Mittwoch, 18. März 2020

Vertrieb ...

kommt zwar von vertreiben, hat aber nichts mit dem Zeitvertreiben zu tun.


Ja. Es ist schon eine schwierige Zeit, mit neuen Herausforderungen, neuen Organisationsaufwendungen und sicher auch neuen Sichtweisen auf nie wirklich hinterfragte Dinge.
Und doch auch eine Zeit mit neuen Chancen.

Die ganze Welt, also die die uns regieren will, spricht von Verlagerung der Arbeitsplätze ins Home-Office.
Ja. Das ist sicher eine Möglichkeit, die Pandemie einzudämmen, zu verlangsamen, die Ansteckungsgefahren zu reduzieren.

Auch eine gute Gelegenheit, den Job des Außendienstes in ein anderes Licht zu rücken.

Wie sehen denn die meisten meinen/unseren Job 🤔
So, wie sie uns in aller Regel eben sehen: im Anzug und Krawatte, mit Firmenwagen, Firmenhandy und meist mit Kunden beim Essen 😉

Ja. Stimmt. Auch das gehört dazu.
Wenn die meisten der Kollegen zu Hause bei ihren Lieben sind, mit den Kindern, mit den Ehepartnern, Familienleben haben dürfen, sitzen wir in irgendeiner Gaststätte und reden bis tief in die Nacht, bei der einen oder anderen Flasche Wein, über den Job, die nächsten Herausforderung und Projekte.

Und am nächsten Morgen 8:00 Uhr wieder geschniegelt und gebügelt geht's weiter. Egal, ob du gerade Kopfschmerzen hast und der letzte Wein schlecht war 🤣

Dann kommst du irgendwann nach Hause, in dein Home-Office und auch da geht's weiter.
Denn das besprochene muss fixiert werden, aufbereitet, zusammengefasst.
Auch der nächste Tag kommt. Die nächsten Termine und ab ins Hamsterrad 🥴

Und die eigenen Herausforderungen nicht zu vergessen 😱
Der Trainingsplan hängt provozierend an der Wand, die Uhr tickt und der Countdown zum nächsten Wettkampf zählt unnachgiebig rückwärts.
Egal Kopfschmerz, egal Lustlosigkeit, egal Müdigkeit.

Und doch ist es genau das, was ich will. Das ist mein Leben, mein Job.
Vertrieb.
Ich liebe es!
Sorry, goldenes M 🤣
Vertreiben von Kopfschmerz, Lustlosigkeit und Müdigkeit.
Vertrieb von Produkten und Lösungen für meine, unsere Kunden.
Denn sie sind es, die meine Startgebühr, meine neuen Laufschuhe, meine Hobbys finanzieren.

Doch was hat COVID-19 damit zu tun 🤔

Wenn jetzt alle die, denen es möglich ist, ins Home-Office verbannt werden, wird vielleicht unser Job im Außendienst in neues Licht gerückt werden.
Es wird auf einmal klar, das eine ganze Menge Selbstmotivation dazugehört.
Nicht eben noch ein bisschen am Frühstückstisch sitzen zu bleiben.
Oder mal eben die Spülmaschine auszuräumen, oder noch schnell den Staubsauger durch die Wohnung zu schieben, einzukaufen oder oder oder.
Ja. Jedes negative hat eine gute Seite. Hoffe ich doch wenigstens.

Und liebe Regierung: 
vielleicht merkt ihr nun, dass wir zwar Willens sind und auch gemeinsam diese Herausforderung bestehen werden und wollen.
Nur ihr müsst uns und der Wirtschaft nicht erklären, wie man sich organisiert.
Ihr müsst verdammt noch mal dafür Sorge tragen, dass die Infrastruktur dafür da ist.
Das schnelles Internet existiert.
Oder auch Ladesäulen für eure priorisierte e-Mobility aufgestellt werden können, ohne das jeder Pups und Feuerstein ein Hindernis darstellt.


Aber das soll kein Mecker-Beitrag werden.
Ich möchte nur appellieren, sich zusammenzureißen, gemeinsam diese Krise ohne Mord und Totschlag wegen Toilettenpapier zu überstehen, denn wenn wir eh zu Hause sind und uns mehrfach täglich die Händewaschen sollen ...
🤣🤣🤣

In dem Sinne.
Habt euch lieb, aber nicht zu nah und bleibt meinem Blog gewogen.

Mit sportlichen Grüßen aus dem Home-Office
Euer Gnü aus Zü