Sonntag, 20. August 2017

Musik ...

ist eine Kunstgattung, deren Werke aus organisierten 
Schallereignissen bestehen ...
Quelle: Wikipedia



Auch für mich ist Musik prägend und hat einen wesentlichen Einfluss auf mein bisheriges Leben gehabt.
Meine erste LP von Udo Lindenberg zum Beispiel. "Wozu sind Kriege da?". Beeindruckend und heute so aktuell wie 1981.

"Ich spür' den Wind drehen, nachdem ich viel zu lange still stand.
Viel zu lang nichts mehr riskiert hab', mitten drin doch nur dabei.
....
Oh die Uhren stehen und die Beine schweben, das Beben in der Luft.

Und ich renn' und ich renn' und ich renn'
weil ich jetzt wieder weiß wer ich bin.
Und ich renn' und ich renn' und ich renn'

weil jetzt alles von vorn beginnt.
..."
Quelle Joris

So ähnlich fühlte ich mich. 😌
Das Schweben in der Luft ...

Nach dem Keufelkopf hatte ich dieses Gefühl mittendrin doch nur dabei zu sein und zog die Reißleine. Auch aus anderen Gründen. 😕

Ich brauchte Abstand. Ruhe. Keinen Plan und sagte den Thüringen-Ultra ab.
Stattdessen Urlaub und entspanntes Laufen oder radeln ohne Plan und Verpflichtungen. 

Mit einem verkürztem Plan, auf 7 Wochen, fing ich an, mich auf meine 3. Müritz-Umrundung vorzubereiten.
Und schon bei der Erstellung des Plans ging ich es "cooler" an, wusste ich doch, dass ich die Wochenkilometer selten oder gar nie erreichen würde. Machte mir aber wirklich keinen Stress, sondern dachte: was geht, geht.

Nach und nach kam die Lust am Laufen wieder und ich brachte es sogar, ohne das es im Plan stand, fertig, einen Doppeldecker von 40 und 60 km am Folgetag zu laufen.
Auch wenn man natürlich nach den 60 kaputt ist, wäre ich doch in der Lage gewesen am Folgetag noch was zu laufen. 😲

Die Müritz rückte immer näher und auch der Kopf wollte es wieder.

Orga-Talent, wie ich bin, konnte ich tatsächlich meine Vertiebskurverei mit der Anreise zur Müritz verbinden und machte mich am Donnerstag auf nach Hamburg, um mal endlich meinem Cousin einen Besuch abzustatten, am Folgetag mit einem Kundenbesuch verknüpft und Weiterfahrt in Richtung Waren mit Zwischenstopp zum nächsten Termin in Parchim auf halber Strecke 😃

Pünktlich 15 Uhr Landung in Waren an der Müritz. Hotel "Ingeborg" bezogen, wo ich sehr, sehr nett empfangen wurde.
Checkin und gleich die Rechnung beglichen, um am Lauftag das nicht machen zu müssen.
Sogar das Frühstück wurde kulanter weise auf 6:30 Uhr vorverlegt. Danke 😌 

Während der Anreise mit Max und Ingo Kontakt gehalten und nen Tisch zum Carbo-Loading reserviert.

Aber vorher? Natürlich Peter und Kuchen 😉

War die Anreise ab Parchim schon verdammt nass, sodass mein Rennrad im Auto bleiben musste, stand der Gnü mit Schirm und gar nicht Läuferkonform mit Schirm im Hafen 😨



Um mich herum wurde von den fleißigen Helfern der Start- und Zielbereich aufgebaut und es blieb nur zu hoffen, dass sich der Regen, wie versprochen, verziehen möge.



Irgendwie ist es so, als ob du nach Hause kommst.
Du fühlst dich sofort wohl und alles ist dir vertraut. Trotzdem muss ein Bild vom Hafen sein 😃




Weiter hinauf auf den Marktplatz führte mich der Weg, dem Kuchen entgegen 😂



Nachdem die ersten, gefühlten, 1000 kcal im Bäuchlein verschwunden waren gings zurück ins Hotel, denn nach der Fahrerei stand ein bisschen Bewegung auf dem Plan und Startunterlagen abholen.

Die Vertrautheit zog sich selbst da weiter. Ich brauchte nicht mal mehr die Navi, um den Weg zu finden 😉

Im Hotel am Bahnhof wurde ich doch gleich von Andre angesprochen und kurz darauf hatten wir auch schon ne Kamera im Gesicht 😄



Unterlagen in den Rucksack und zurück ins Hotel laufen, duschen und Max treffen.

18:00 Uhr saßen wir zu viert in der Pizzeria am Hafen in Waren an der Müritz und hatten wie immer viel zu erzählen und von vergangen Läufen zu berichten, von DNF und Umentscheidungen, neuen Zielen und Plänen.

Mit etwas Verspätung kam Dirk in unsere Runde und auch Ingo hatte es irgendwann zu uns geschafft 😌



Irgendwie hätte ich ewig sitzen bleiben können. Ein sehr schöner Abend mit netten Gesprächen und doch waren wir nicht zum quasseln da, sondern hatten ja andere Vorhaben.

Die 75 km um die Müritz wollte jeder von uns laufen. Nur Andre musste krankheitsbedingt absagen.
Ingo wollte es unter 10 h schaffen und Dirk wollte mit Regine die Strecke in Angriff nehmen.
Max nicht so schnell, was bei ihm auch immer nicht so schnell heißen möge und mein geheimer Wunsch war endlich mal 6 zu haben. Also ne 6 vorm Doppelpunkt 😁 

Die Klamotten im Hotel hergerichtet und 22:00 Uhr hieß es:
Ruhe im Schiff, Licht aus!




6:30 Uhr Frühstück mit Max, Kalmotten in den Space Shuttle und diesen auf den Parkplatz an der Turnhalle gefahren.
Zu Fuß zurück in den Hafen und Gruppenbild 😀



Kersten, den alten Ultra-runner, gesichtet und dann, so langsam aber sicher, immer schlimmere Frostbeulen bekommen.
Zum Glück hat der Regen aufgehört, dafür hatten wir recht heftigen Wind, den ich unterwegs mehr als einmal verflucht habe 😠

Wie immer Ansprache von seiten der Orga und des Bürgermeisters und 8:00 Uhr viel endlich der langersehnte Startschuss.



Der Plan lautete 6:52 h bei ner Pace von 5:30/km, auf die ich im Training sehr sehr viel Wert gelegt hatte.
Keine Intervalleinheiten, nur hin und wieder Tempoläufe, die ich in der Vorbereitung gemacht habe. Denn der Fehler, der erste beiden Umrundungen, mit Pace teiweise sub 5:00/km oder gar 4:30/km, sollten dieses Jahr definitiv nicht passieren.

So trabte ich langsam los, immer ein Auge auf der Suunto. Bei km 5 etwa hatte ich ein, mir bekannt vorkommendes grünes Shirt an meiner Seite. Und siehe da: Martin, der mich am Rabenberg beim Sachsen Trail 2016 auf den letzten Kilometern eingesammelt hatte.
Ja das ist ja ne Freude. Kurzer Plausch und ich lies ihn vorbei.

Ich hatte ja in der Vorbereitung auch mal einen Lauf mit Kopfhörer versucht und an der Müritz wollte ich mit Musik laufen.
Echt? Geht ja gar nicht irgendwie. Ständig was anderes. Aus dem Ohr gerutscht, selbstständig laut mal leise, Lied davor, Lied danach.
Nach kurzer Zeit hatte ich es satt und zog die Stöpsel aus den Ohren und verstaute sie im Rucksack.

Stattdessen habe ich ganz konzentriert nach jeder Stunde ne Salztablette eingeworfen, meine Datteltüte aus dem Rucksack gefingert und immer wieder eine verputzt.


Entspannt ging es die ersten Kilometer auf Wanderwegen, bevor wir diese hinter uns ließen und auf Asphalt wechselten.
Aber das wusste ich und trotzdem habe ich mich in diesem Jahr ganz bewusst für die Salomon S-LAB Sense Mantra, den Trailschuh, entschieden, weil ich da keine Einschränkungen erwartete, wenn der Fuß anschwillt im laufe des Laufes 😏


Obwohl ich auch die von der Orga empfohlene 0,5-Liter Softflask dabei hatte, griff ich an jedem WP zu einem Becher Wasser und einem Becher Cola. Und das bereits ab km 10 in Schwarzenhof, was sich im Rückblick als sehr positiv auszahlte.

Die übliche Nussmischung, aus Erdnüssen, Cashew, Mandeln und Cranberrys wollten nicht schmecken und so stieg ich auf die angebotenen Bananen um, wohl wissend, dass das zu wenig sein kann.


Ich lies den Blick immer mal wieder über die Landschaft schweifen, wenn es diese zuließ und trabte vor mich hin, ohne Notiz von dem zu nehmen, was sonst um mich herum geschah.

An den Einstiegspunkten der Staffeln war es wie immer etwas unruhig und manchmal kompliziert an die Verpflegungsstellen zu kommen, da von den "Sportfreunden" zugestellt 😒

Einige, die mich überholt hatten, konnte ich wieder einsammeln. Wie auch Martin 😉
Revanche für den Rabenberg.

Die letzten Kilometer werden immer zäh. Was aber definitiv nicht kam: der Drang gehen zu müssen. Prima. Es zeigte sich also ein Effekt der vielen ruhigen Läufe, auch wenn ich blöderweise an einigen Verpflegungspunkten zu lange stehen blieb und hintenraus langsamer wurde.
So sank die Pace von 5:20/km auf 5:30 und am Ende standen 5:40/km im Ziel, was meine Zielzeit von sub 6 h als verpasst darstellte.

Egal. Denn dafür fühlte ich mich richtig gut und konnte an allen VP und WP den lieben Helfern einen lockeren Spuch erwidern.

Zum Beispiel als an der Strecke ein Schild stand: "Lust auf Pause?".
Ich habe darum geben, dies abzudecken, wegen Demoralisierung, was zum lauten Lachen führte.

Am Campingplatz fragten zwei Jungs, ob ich ne kühle Dusche haben möchte, was ich mit dem Bedarf nach neuen Beinen ablehnte.


Und auch wenn man nun schon zum 3. Mal am Schloss Klink vorbei läuft, muss man doch das Handy zücken. 😔

Dann waren wir endlich in Waren angelangt und die letzten, dafür härtesten, 4 km brachen an.
Eine Straße, an dessen Beginn du schon siehst, wer am Ende der Woche einbiegen wird 😱

Doch selbst die bin ich durchgelaufen, was mich selbst schon ein bisschen verwundert hat 😃.

Und dann endlich die nette Helferin, die dir zuruft: "die letzten 700 Meter". "Dankeschön" zurück zwischen den Zähnen hervor gepresst und auf die Zielgeraden eingebogen.

Der Sprecher verhaspelt sich kurz und kündigt einen weiteren Staffelläufer an. Bemerkt aber noch den Fehler und dann kommt dein Name aus dem Lautsprecher.
Die Zuschauer applaudieren und dann ist es geschafft, wenn auch nicht so sehr ergreifend, wie bei meinem ersten Zieleinlauf.



Leider konnte mich meine Frau nicht begleiten, dafür stand die selbe Zeit auf der Anzeige


Es ist geschafft und René ist der Erste der mir gratuliert, natürlich nicht ohne die Frage: "Und. Nächstes Jahr wieder?"

Noch unter der Dusche stand fest: die bronzene Nadel für Umrundung Nr. 5 hole ich mir 😄

Glücklich und zufrieden mit vielen lieben Gesprächen im Zielbereich und Bier mit Max


lag ich nach der Vernichtung des Bieres (mit Alkohol 😋) auf der Massageliege und genoss diese Qual 😉

Am Ende des Tages zählt doch nicht die 6 vor dem Doppelpunkt, denke ich bei mir.
Ich bin so entspannt und ohne Druck um die Müritz, wie ich schon lange nicht mehr einen Wettkampf gelaufen bin.


Es steht für mich fest:
Wettkampf? Ja!
Kämpfen? Ja!

Schmerzen? Nein!
Genießen? JAAAAA!




Ich bin sehr, sehr zufrieden und freue mich riesig auf das nächste Abenteuer mit Kerstin, Gunnar und Ingmar am Arber in nur 33 Tagen 😯 

Euch danke ich ganz herzlich für alle Glückwünsche die mich erreicht haben. Ob über Instagram, Facebook oder G+

Ich würde mich freuen, wenn ihr einen Kommentar hinterlasst, wünsche euch alles Glück der Welt und freue mich, wenn ihr weiter meinen Blog lest und mir zustimmt:
Wer sich bewegt, bewegt was!


Ich verbliebe mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 30. Juli 2017

Motivation ....

Mo·ti·va·ti·o̱n
Substantiv [die]
  1. 1.
    Haltung, in der die Motive1 einer Entscheidung oder Handlung zusammengefasst sind.

    "Die Motivation seines Handelns ist mir nicht klar."
  2. 2.
    Zustand, in dem man motiviert2 ist, etwas zu tun.

    "Hast du genug Motivation für diese schwierige Aufgabe ?"

Motivation ist wichtig und treibt uns an, Ziele zu erreichen, oder diesen zu folgen.


Ich habe meine Motivation nun vor mir hängen, so wie auch schon andere Zeilen, die mich motivieren an meinem Schreibtisch hängen 😉

Zum Beispiel meine Liste mit den 7 Punkten zum Erreichen persönlicher Ziele. Daraus 1.
Ziele klar definieren (Schreibe sie auf und kontrolliere sie am Schluss)

Genau aus dem Grund habe ich meine Ziele in meinem Blog fixiert.

Und das neue Ziel an meiner Wand wird der Teneriffa Blue Trail 2019 zu meinem 50. Geburtstag sein. 😎

Das ist vielleicht noch lange hin, aber Vorfreude und so 😊.

Bis dahin stehen erst mal ein paar andere Ziele im Plan und das nächste ist so weit nicht mehr weg: in 19 Tagen werde ich zum 3. Mal beim Lauf um Deutschland größten Binnensee, beim Müritz Lauf, starten.

Ich freue mich sehr auf die Müritz und alte Bekannte wieder zu treffen. Auch wenn die Vorfreude in dieser Woche etwas gedämpft wurde.
Lief die letzte Woche mit dem Doppeldecker richtig gut und du denkst es geht noch mehr, kommt sicher irgendwo der Dämpfer her.

Und der Dämpfer war eher das Gegenteil von Dämpfen, eher sehr flüssig in Form von einer Magen-Darm-Infektion. Einzelheiten erspare ich euch gern.

Der Montag war natürlich nach der Doppelbelastung ein Ruhetag und wurde eingehalten.

In der Nacht der Dämpfer, der den Lauf am Dienstag unmöglich machte 😭

Mittwoch Systemcheck IO und locker laufen sollte gehen. Ging genau 10 km. Dann rief ein Busch. Nach 14 km war Ende und ich musste die letzten km nach Hause gehen 😭

Donnerstag wieder alles IO und ich schlug mir die Idee, Laufen zugehen, gleich aus dem Kopf.
Dafür sattelte ich das Rennrad, denn das sollte doch wohl gehen, bzw. rollen.
Es rollte 😤

Ganz entspannt ging es mal wieder in "meinen" Chattengau und beinahe wäre es eine richtig gute Tour geworden, wenn...
Ja wenn Donar Rocker oder Radler währe 😞


Nein. Ist er nicht, sondern sorgte für ne Unterbodenwäsche beim Gnü 😒.
In Felsberg hatte ich die dunklen Wolken bereits durch und meine Klamotten waren es auch 😭


Aber gemacht ist gemacht und dabei konnte gleich ein Plan für den Freitag gemacht werden.
Denn diese Woche war Lauftechnisch eh "gelaufen".

Freitag 
Nach Erledigen und abarbeiten der Job-Aufgaben und Ziele (genau, auch diese schreibe ich auf), Bürotür zu, Kellertür auf und Rennrad raus.

Ederseeumrundung 😁
War ich doch letzte Woche erst laufend herum, so ist die kurbelnde Umrundung eine Ewigkeit her.
Donar blies und pustete, als ob er mich vom Rad holen wöllte, aber in Anbetracht des bevorstehenden Urlaubs in Nordholland, war das gutes Training, ihm zu trotzen 😵

Ein paar extra Kurven nahm ich mit, denn das Ziel hieß km 100+.
Über Geismar und den Radweg durch die Ederauen ging es nach Affoldern. 
An der Sperrmauer vorbei und den Autos auf der Uferrandstraße auf den Radweg ausgewichen, hieß es auch hier wieder besondere Rücksichtnahme auf die Hobbypedalisten, die so sicher zu sein scheinen 😞

Schloss Waldeck hoch oben
In Niederwerbe ging es hinauf nach Basdorf vorbei an der Sommerrodelbahn, die mit Coffee for free für Biker warb. Bin ich Biker? Sicher. Aber ob das andere auch so sehen. Sie meinen sicher die, die die Reste der Dinosaurier verbrennen 😩

Weiter ging der Weg mit Ziel Herzhausen. Da sollte Pause sein. Eher nicht. Und die Entscheidung war richtig 😤


Sehr lecker, du Fresssack 😎
Ein Stück hätte ja auch gereicht, aber der sah so lecker aus und wie ich schon sagte: ohne Kuchen geht gar nicht. Der gehört in die Liste der Grundnahrungsmittel aufgenommen 😂

Nach kurzer, aber leckerer Rast in der Sonne, ging´s auf in den Kellerwald.
Über Schmidtlohtheim und Kirchlotheim hinauf nach Frankenau, dem höchsten Punkt der Tour mit 481 m üNN.


Ist schon schön, wenn man abseits der Motorradstrecken auf Radwegen allein sein kann.


Ab Frankenau ging die Fahrt rasant abwärts durchs Wesetal nach Frebershausen, Gellershausen, Kleinern nach Giflitz.

Auf dem Radweg ging es zurück nach Fritzlar und einer Kleiner Umweg über Haddamar brachte mich zu meiner Punktlandung und zu Erfüllung meines Vorhabens km 100+ 😊


Da waren wir doch mal sehr zufrieden und der Magen-Darm-Infekt hat auch kapituliert 😏

Sonnabend wie immer Brötchen einfangen.

Seit der inzwischen 4. oder 5. Bäcker in unserem Örtchen das Handtuch geworfen hat, ist das Ziel Fritzlar. Das kann man mit dem Stinker machen, oder aber mit dem Rad.
Ich nahm das MTB, denn die Neuanschaffung, Gepäckträger und Tasche, mussten schließlich mal getestet werden.


Ging richtig gut, nur ein bisschen zu klein die Box, oder wir zu verfressen 😪

Ein bisschen Pflege an Haus und Hof standen auf dem Plan und nach 4 h in gebückter FugenAuskratzHaltung war ich bedient und schnürte die Schuhchen.

Nichts wildes und keine Experimente nach der Woche, dachte ich und machte mich lieber mal wieder auf den Weg die Grenze des Fürstentum Waldeck zu kontrollieren.


Das war genau die richtige Entscheidung.
Stille und dieser wundervolle Duft, den der Wald verströmt, wenn es Nachts geregnet hat, sind unbeschreiblich.

Ein bisschen Pfützen ausweichen und dem einen oder anderen Wasserloch, denn geregnet hatte es in den letzten Tagen ja nun wirklich genug.
Mein Messbecher zeigte von Randvoll bis 10 Liter in der letzten Woche so ziemlich, was los war 😞

Kurz vorm Heimatlichen Ziel noch den Kollegen ins Gras gescheucht.


Die Runde lief ganz ok, wenn es auch zum Schluss hin schon etwas zäh waurde.


So stand der Sonntag vor der Tür und mit ihm mein letzter langer Dauerlauf vor der Müritz-Umrundung 😲
Ob das geht?, dachte ich mir am Morgen. Aber Versuch macht kluch, sag ich immer.
Trinkrucksack gepackt und ab ...

Inzwischen ist diese Runde so etwas wie ein Standard geworden und ich kann jederzeit Änderungen vornehmen.
Es ging vorbei am Hasenberg nach Lohne.


Die Sonne drückte ordentlich, aber ich dachte, an der Müritz kann´s genau so werden, wie ich nun bereits bereits 2 x erleben durfte.

Nach bereits 12 km machte sich eine Erschöpfung bemerkbar, die ich eigentlich erst bei 20-25 erwartet hätte. Aber Zähne hoch und Kopf zusammengebissen und weiter.

In Gudensberg ging der Weg nach Maden entlang am Goldbach, der sein erfrischendes Nass für mich bereithielt.

Ein halbes Brötchen in den Bauch, denn schon beim Frühstück hatte ich gar keinen Hunger heute. Vielleicht war auch das der Grund, der Mattheit. Schlecht geschlafen hatte ich außerdem.


Alt wie ein Baum ... trällerte ich vor mich hin und wünschte es heute zu schaffen. Aber nein!

In Obervorschütz kam die erste Änderung: nicht nach Wabern und die 40k anvisieren, sondern hinter dem Obersten Holz in Cappel abbiegen und "nur2 35k.

Schon den kleinen Anstieg zum Forst musste ich durch Gehpausen unterbrechen.
Na wenigstens entdeckte ich noch dieses Prachtexemplar:


Eine Wespen- oder Tigerspinne. Der Zeichnung nach zu urteilen ein Weibchen. In Natura ca. 2,5 cm und saß wartend in ihrem Netz am Wegesrand. Nicht weiter störend ging es weiter.

Zwischen Obermöllrich und Zennern hielt Mutter Natur eine Köstlichkeit für mich bereit , die natürlich liebend gern annahm 😛.


Der Rest des Weges zog sich wie Kaugummi und als Lauf-Novize würde ich jetzt zweifelnd zusammenbrechen, ob des nahenden Ziels 75 km um die Müritz zu schaffen.
Ultra entscheidet sich am Tag des Ultra 😌
Es kann im Training Bombe laufen und dafür im Rennen bescheiden. Dann ist´s mir andersherum lieber 😑.

Bis zur Tanke habe ich mich noch zusammengerissen und da eine Pause eingelegt.
Aber weder der rote Bulle, der dir Flügen verleihen soll, noch das braune zuckerhaltige Wundermittel verhalfen dem Gnü wieder zum Leben 😞


Also Entschluss gefasst und mit Sohnemann verabredet, der mich in Fritzlar mit Heim nehmen musste.
Die letzten km mehr gegangen, als gelaufen und als ich die Stufen zum Ziegenberg erklommen hatte und den Dom vor mir sah, war ich echt am Ar...


Die nächste Tanke hielt wieder eine Zuckerinfussionslösung für mich bereit und die letzen Meter zum Treffpunkt wurden gegangen.
Stopp und aus und vorbei 😭


Na gut. fast 30 km und das mit den Wiedrichkeiten dieser Woche. Belassen wir´s dabei 😖

Die Woche steht damit wie folgt auf der Habenseite:


156 km gekurbelt 
60 km gelaufen
17 km Brötchenkurierdienst 

Es bleibt noch eine Woche, bevor wir noch ein paar Tage am Meer genießen werden und zu Retten ist nun eh nichts mehr.
Was kommt kommt, was nicht kommt bleibt ...

Damit ist also wieder eine Woche geschafft.
Ich danke euch ganz herzlich für das Lesen meines Blog. Freue mich sehr, wenn ihr mir einen Kommentar, oder auch Kritik hinterlasst und hoffe, dass ihr wiederkommt.

Kommt gut durch die neue Woche und immer fein dran denken:
Wer sich bewegt, bewegt was!
Und wenn es die Ziele im Kopf sind, die ihr hoffentlich aufgeschrieben und an die Wand gehangen habt 😊

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Montag, 24. Juli 2017

Wenn du denkst ...

es geht noch mehr ...
kommt irgendwo der Dämpfer her 😠



Es ist immer eine Gratwanderung, auf der wir uns bewegen:

Extreme Läufe
Lange Läufe
Entfernte Läufe
Alles versuchen wir unter einen Hut zu bekommen.
Schmieden Pläne.
Entwerfen Pläne.
Überdenken Pläne.
Werfen Pläne über den Haufen.

Ja.

Auch das. 
Ich auch.

Nach dem Keufelskopf war der Kopf zu.

Zuviel, was da drin rum geisterte, was mir das Laufen zur Qual anstatt zum Genuss werden lies.

So lies ich die Schuhe im Keller stehen und saß mehr auf dem Rennrad, welches sich darüber sehr freute 😉




Der anschließende Urlaub war so ziemlich das Beste, was mir passieren konnte, denn der Kopf ist wieder frei und der Dämpfer überstanden.

Die Teilnahme am Thüringen Ultra hatte ich gestrichen und der nächste Start, um Deutschlands größten Binnensee, passte hervorragend zum Profil in Lanzarote.

Entgegen des eigentlichen Plans packte ich die Laufklamotten doch ein und genoss es einfach, am Abend zwischen Strand oder Pool und Abendessen an der Promenade entlang zu dösen, ohne Ziel und Vorgabe.

Ich versuchte mein Glück auch mal im Freiwasser, aber als die Strandaufsicht mir dies, wegen des geringen Wasserstandes nach meinen Versuchen und meinem Trinkwasserbauch, verboten, lies ich auch das sein und werde im Leben NIE versuchen Triathlet zu werden 😖

3 Wochen in der Vorbereitung auf den Müritz-Lauf sind geschafft und die letzte Woche hatte was ganz besonderes im Hintkopf.

Seit Ewigkeiten freute ich mich auf eine ganz besondere Rennradtour ins Sauerland, aber wie ich bereits veröffentlichte, ist der Gott des Donners, Donar, nicht der Rocker und auch kein Radler 😲

So mussten die Rocker beim Rock am Stück in Geismar mal wieder schwimmen lernen und ich "durfte" meine 2xxer-Rennrad-Runde von Züschen/Hessen über Züschen/Winterberg und zurück streichen.

Aber so ganz ohne was besonderes, wenn mich meine Frau schon mal alleine lässt?
Nie! 😏

Die Runde, auf der ich mit dem MTB den Waldweg vermessen habe, mit den Laufschuhen ablaufen. Das wäre doch was. MTB ist eh viel zu gefährlich für mich 😏.



Die doch etwas anspruchsvollere Strecke ging über Geismar hinter dem Festivalgelände entlang, mit starken Gitarrenriffs 👌 nach Fritzlar.


Hinter Fritzlar tauchte ich in den Stadtwald ein und folgte dem Ars Natura in Richtung Bad Wildungen.

Den Wanderweg der Kunst quere ich doch des öfteren und auch beim Kyffhäuser Berglauf werde ich immer wieder an ihn erinnert, denn den Wanderweg X8 läuft man auch da entlang. Wo sich früher die Adeligen halt so rum trieben 😊

Wie das dann so ist, wenn man in den "Flow" kommt; man verpasst schon mal nen Abzweig und lernt neue Wege kennen 😊.



Glücklich und zufrieden erreichte ich den heimatlichen Herd, auf dem Herr Sohnemann sogar was für den Papa mit gekocht hatte 😚. Braver Junge 😊.




Irgendwie lief das so gut, dass ich ne ganz verrückte Idee bekam:
Am Sonntag nen "Doppeldecke" durchziehen 😝

Wat dat schon wieder?
Sonnabend ausgefallene Radtour. Dafür 40 km und am Sonntag noch einen drauf setzen.

Jupp.
Idee spukte durch den Kopf und schon wurde das fest gemacht!

Sonntag Trinkrucksack gepackt, bzw. neu aufgefüllt. Paar Riegel und 2 Bananen rein. Iso-Pulver zum Nachfüllen ins Tütchen und 9:30 Uhr stand der Gnü in Rehbach am Start.


Das einzige, was wirklich sehr schlimm war, bzw. ist, ist der Wasserstand im See 😳
1 5-tel ist ja mal nix und die Urlauber können einem schon Leid tun.

Was soll ich sagen? Ansonsten ein perfekter Tag 😊
Eine leichte Brise kühlt und die Sonne brannte nicht so vom Himmel, wie in den letzten Wochen.

Bis zur Brücke Asel kamen mir kaum Menschen entgegen, was sich allerdings ab da schlagartig änderte.

Brücke Asel von Süden her

Brücke Asel von Nord her
Ja, es ist schon was besonderes, wenn das Edersee-Atlantis auftaucht.
Und doch kann man zornig werden 😒

Rücksicht?
Fehlanzeige!


Autofahrer, die nicht blicken, wenn sie ausweichen und der Nachfolger nicht weiß, was los ist. 
Fuß- und Spaziergänger, die genau so Rücksichtslos sind.
Rad- und Hobby-Pedalisten, bei denen einem Angst und Bange werden kann.

So war ich froh, dass ich unbeschadet Herzhausen erreichte und wieder in "meinen" Wald eintauchen konnte 😊

Brücke Herzhausen
Ich folgte dem UE-Zeichen des Urwaldsteiges und war wieder mit mir allein.


So mancher Blick auf den See stimmt schon sehr nachdenklich und macht traurig. Denn was sonst blau schillert, liegt in grün vor und unter mir 😭

Nach ca. 25 km erreichte ich den wohl schönsten Abschnitt der Runde: den Knorreichen-Stieg.


Leider sind es nur 3 km Single-Trail, aber die sind dafür traumhaft schön.


Nach 4 km wird es noch mal anstrengend und man zieht sich mehr hinauf, anstatt man läuft.


Dann ist das wichtigste Etappenziel erreicht: Halbinsel Scheid.
Hier ist die erste wirkliche Chance auszusteigen.
Also Systemcheck und Entscheidung fällen.

Wie sage ich immer so schön?
Aufgeben kannst du bei der Post!


Also weiter und die nächsten 20 km an der Uferrandstraße in Richtung Sperrmauer.

Was soll man dazu scheiben?
Man schwelgt in den Erinnerungen des so eben erlaufenen und versucht den Asphalt unter den Füßen zu vergessen.

Der eine oder andere Blick entschädigt auch hier wieder für die vielen Rücksichtslosen 😒
Fußgänger zu viert nebeneinander, sodass Radfahrer nicht vorbei kommen, geschweige denn Läufer überholen können.
Glatzköpfige Porschefahrer, die mit ihrem Potenzverstärker anderen zeigen müssen, was sie für coole Typen sind. Kinder, die es schon von ihren Eltern vorgelebt bekommen, wie man sich nicht verhält 😳

Und am Morgen wird stundenlang im Radio über die Rettungsgasse diskutiert 😳
Dabei fängt es doch schon im Alltag an: Rücksichtnahme ...

Genug geärgert und die letzten 8 km wieder abseits der Überlaufenen Wege, wo alle ihre Jack-Wolfskin-Draußen-Zu-Hause-Flatrate-Klamotten präsentieren müssen.


Ein letzter Blick hinauf zu Schloss Waldeck, bevor es durch die Bäume verdeckt sein wird und meine letzten 5 km schon schwer werden.
Aber vielleicht ist das normal.

Nach 56 km konnte ich die Stopp-Taste drücken und muss gestehen, ein klein wenig Stolz zu sein, auf den absolvierten Doppeldecker.

Die Woche kam so folgendes zusammen:

KW29/2017
140 km gelaufen mit allein 1200 pos hm am Sonntag
115 km gekurbelt

Und heute, wo ich die Zeilen schreib muss ich sagen: 
es geht blendend. Nichts tut weh, keine Müdigkeit in den Beinen und doch wird heute pausiert für die nächste Herausforderung:
Meinem 3. Start around the Germanys biggest Lake um die Müritz in 25 Tagen und 14 Stunden.

So. Nun sind doch mal wieder ein paar mehr Zeilen zusammengekommen und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlasst.

Vielen Dank fürs Lesen meines Blog, bleibt alle Gesund und Rücksichtsvoll.
Und immer daran den Denken:
Wer sich bewegt, bewegt was!


Mit sportlichen Grüßen
euer Gnü aus Zü