Montag, 5. Juni 2017

die Hessen, die Oranje und der Keufelskopf ...

was haben die gemeinsam?

Das niederländische Königsgeschlecht geht auf den Ursprung in Oranien-Nassau zurück und auch die älteste Nationalhymne, je nach Definition, der Welt, bezieht sich auf die Herkunft aus dem Hause Oranien-Nassau, welches ja nun mal in Hessen liegt.




Nach 25 Jahren sind auch wir in Hessen angekommen, als Exil-Dresdner so zu sagen und seit der Geburt unseres Sohnes sind wir Holland-Liebhaber.


Fahren wir seit nunmehr 19 Jahren dahin und genießen es. Genießen sie. Sie sind so entspannt und ein bisschen verrück. Liebenswert verrückt.

Was macht man, wenn man ein altes Bettgestell hat? Man bastelt 4 Rädchen drunter und veranstaltet ein Bettenrennen über die Hauptstraße in Petten/Nordholland, zum Beispiel.
Oder, wenn im Winter die Grachten zugefroren sind, werden die Schlittschuhe angezogen und meilenweit darauf gelaufen.

Ein bisschen verrückt eben. Liebenswert verrückt.


Diese Verrücktheit hat Eric mit nach Deutschland in den Hunsrück 

gebracht, wie er auf seiner Web-Seite auch gleich zu verstehen gibt

"Gar nicht verrückt, ist auch nicht normal." (Christian Hottas)


Ja. Und wenn ich das gewusst hätte. Ja dann ...


Dann hätte ich vielleicht nicht so schnell auf den Anmeldeknopf gedrückt, sondern hätte hätte hätte ... Fahrradkette ;-(


Der Treppenmarathon war doch schon schwer genug und mit 10500 pos Höhenmeter ne Nummer für sich.

Nur das, was am Keufelskopf passieren sollte, würde alles bisher erlebte in den Schatten stellen.

Man kann immer einen weiteren Superlativ finden. Höher, schneller, weiter. Aber das ist schon lange nicht mehr mein Ziel.

Meine Ziele sind mehr der Genuss und das Erlebnis. Am wohlsten fühle ich mich im Wald, am Berg, in der Natur.
Nun ist aber Berg nicht gleich Berg.

Das alpine Gelände ist für mich ganz weit weg und nicht das, was ich möchte. Mein Schwerpunkt ist das Mittelgebirge, das Sauerland oder eben der Hunsrück.

Letztes Jahr der Ultra-Trail an der Saarschleife war sehr schön. Tolle Aussichten und landschaftlich ein Traum. Warum also dann nicht in die Nachbarschaft und da ein Läufchen wagen?

Also Anmeldung gedrückt und im Plan fixiert.

Den Track hat uns Eric mit der letzten Mail zugesandt und da hätte ich schon stutzig werden müssen, hab das aber ganz entspannt hingenommen. Tz, 3600 Höhenmeter. Trainiert habe ich dafür. Aber ...



Die letzte Woche der Vorbereitung war angebrochen und mit 2 kleinen entspannten Läufchen stand am Freitag nach getaner Arbeit das Herrichten der Schlafstelle an.




Den Space Shuttle gepackt, das Bettchen gebaut und vor der Abfahrt das übliche Carbo-Loading: 
Vollkornnudeln mit Gemüse standen auf dem Speiseplan und nach erfolgreicher Vernichtung machte ich mich auf den 3 stündigen Anreiseweg.


Die Baustellen und Autobahnerneuerungen machen die Fahrt um Frankfurt herum etwas anstrengend, aber ich habe es ohne verfahren geschafft und bin 23:00 Uhr in Reichweiler gelandet.


Dank der hervorragenden Orga, die sich bis zum Schluss des Events durchzog, war der Parkplatz schnell gefunden und der Stellplatz bezogen.

Mit den Gedanken an die Unterbrechung bei Rock am Ring und meinem GuteNachtBier schlief ich ein.



Die Gespräche der Einweiser weckten mich und um mich herum war der Platz immer noch leer.

Nach der Katzenwäsche und meinem Power-Müsli aus Chia, Obst und Haferflocken ging es zur Startnummerausgabe.

Hier sollte die vorgeschriebene Mitnahme nach Packliste und Herausgabe der Startnummer nur nach Vorlage des Ausweises erfolgen.

Zurück ans Auto, Beutelchen mit dem Finisher-Shirt wegbringen und wieder zurück :-(

Für 3,-€ Kaffee und Brötchen als letzte Stärkung, denn ohne Kaffee geht nichts.

Die Eigenversorgung in die bereitgestellten Kisten verteilt, ein paar nette Bekannte getroffen und dann war auch schon das Briefing fällig.


© Gabi Gründling
Kurz und knapp, mit hinweisen von Eric, wo ich das erste Mal mitbekam, das er Niederländer ist, und schon fiel der Startschuss.

Wie üblich bei den nun schon zahlreich absolvierten Utra-Teilnahmen, setzte sich das Feld sehr bedächtig in Marsch, denn sofort ging es bergauf, was sich bis zum Ziel in 85 km auch nicht mehr nennenswert ändern sollte.


Die Ausschreibung bereitete schon mal gedanklich auf 2% Asphalt vor, was ich ich sehr gut fand. Der Anteil von Single-Trails wurde mit über 60% ausgewiesen. Nur die Aussage eines Finishers aus 2013, "Ich kann keine Single-Trail mehr sehen.", konnte ich nicht nachvollziehen. Noch nicht. Aber ...


Die ersten 20 km verflogen regelrecht. Ich war in meinem Element. Trails vom feinsten und Single traf es auch. Stellenweise zu genau :-(

Einige der Trails waren wohl für Mountenbiker angelegt, dem Kurvenausbau nach zu urteilen und auch wir nutzen diese.

Die Ausschreibung wies ausdrücklich auf Semi-Autonom hin und es werde keine Eigenversorgung mitgenommen, die auch Nahrung beinhaltete, diese sei selbst zu schleppen.
Schleppen wollte ich nichts und so beschrenkte ich mich auf 2 Liter Iso in der Trinkblase, weitere 1,5 Liter deponierte ich bei VP39 und bei km71 sollten eine Cola und ein Espresso auf mich warten.
3 Tütchen meiner Nussmischung á 100 g, was in etwa 500 kcal entsprach und 2 Regel je 550 kcal waren im Rucksack verpackt. Ebenso eine Windjacke (wie überflüssig), mein Salomon-Faltbecher und das Erste-Hilfe-Paket inkl. Zeckenzange und Taschenmesser, weil ich auf die vom Veranstalter empfohlene lange Hose verzichtete.

Der Anfang ging aber noch relativ anständig. Auf einer stillgelegten Bahntrasse ging der Weg auf dem Jacobsweg entlang und ich musste an Jörg und Carmen denken, die diesen Weg gerade erst bis Santiago de Compostela gegangen sind.




Bei km24 der erste VP. Wasser. Nur Wasser. Also wuchs die Freude auf meine Cola bereits hier. Und das schon nach fast 3 Stunden. Oh man. Wenn ich gewusst hätte, das noch 9 vor mir liegen sollten :-(

Nach kurzer Rast und ein paar Becher des angebotenen Wassers mit ein paar Bissen in den Riegel machte ich mich wieder auf den Weg.


Weg? Welchen Weg? Manchmal konnte man einen Weg in dem Sinne des Wortes nur erahnen.






Aber noch war meine Stimmung gut und ich zückte hin und wieder mein Handy, um die Landschaft einzufangen, oder ein paar Läufer in meiner Nähe.






Es ging durch alte Steinbrüche, in denen in längst vergangenen Tagen nahe Freisen Achat abgebaut wurde.


Doch dann lies ein einziges Mal die Aufmerksamkeit zu Wünschen übrig und schwupp ...

Lag der Gnü mal wieder auf 179 cm des Weges. Das gerade verheilte Knie wieder blutig und, was viel schlimmer war, beim Sturz knallte mein rechtes Knie in die Wade des linken Beines. Oh ha. Das war ein Schmerz, der sich gewaschen hatte. Ein echt besch... Krampf, den ich aber durch ein kleines Dehnen und massieren weg bekam. Zum Glück!

Km39 und fast Halbzeit und den gleichnamigen Berg des Rennens, den Großen Keufelskopf erreicht.




Den Trinkrucksack wieder mit dem deponierten Iso aufgefüllt, kleiner Plausch mit den lieben Helfern, ein paar Happen meiner Nussmischung versucht zu verdrücken, aber irgendwie nichts rein bekommen. Es war ein einziger dicker Klumpen und selbst das runterspülen half nicht.

Also Tütchen zurück in den Rucksack, Nachricht an die Lieben zu Hause und weiter.



Unfassbar, aber inzwischen war ich wirklich schon über 5 Stunden unterwegs und meine leise Hoffnung, das Ding in 10 Stunden im Sack zu haben, zerschlug sich.

Wie sich auch meine Motivation zerschlug.

Jupp. Ich hatte keine Lust mehr. Mir ging es inzwischen wie dem Finisher aus 2013: ich kann keine Trails mehr sehen. Ich wollte nicht mehr. Krafttechnisch kein Thema, aber der Kopf hat zugemacht.


Diese unglaubliche Schwüle, die selbst im Wald unerträglich schien, die vergebliche Suche nach einem Bach, der erst viel später zu meiner Rettung wurde, das gerissene Schnürband, die zum xten Mal ausgeschütteten Schuhe ...


Lass es vorbei gehen, war mein einziger Wunsch. Doch aufgeben? Nein. Nie und nimmer. Ich war gesund, ich hatte Kraft und ich wollte diese Sche... Medaille.

Ich fahre doch keine 6 Stunden Auto, um ohne Medaille nach Hause zu kommen? Nein. Nicht der Gnü.
Also Wandertag!

Yes. Wer mich kennt, weiß, dass das lange dauert, bis ich soweit bin. Aber am 03.06. war ich nach 5 Stunden soweit und dachte an die Worte von Max: Wenn du nicht mehr laufen kann, gehe. Wenn du nicht mehr gehen kannst, krieche und dann krieche bis es wieder geht.

Gekrochen bin ich zwar nicht, aber Kilometer um Kilometer gegangen.

Ein paar Läufer sammelten mich ein und wir legten den einen oder anderen km gemeinsam zurück, bis man sich wieder voneinander trennte. Die jungen Wilden gaben Gas.

Irgendwo verlief ich mich und auch die mir folgenden hatten wohl einen Wegweiser übersehen. So suchten wir gemeinsam den Weg und der aufs Handy übertragene Track in Locus brachten uns wieder auf den Pfad zurück. 
Selbst mein Wanderschritt schien einigen noch zu schnell und so war ich wieder alleine unterwegs.

VP56. Ich hatte gedacht auch da etwas deponiert zu haben. Hatte ich aber doch nicht.

© Gabi Gründling
Ich glaube mein Gesicht spricht bände ...
Also weiter und dem netten Kollegen, der mir einen Schluck seiner Cola angeboten hat, dankend abgelehnt. Ist ja seine.

Jede Ablenkung in der Landschaft nahm ich dankend an und hielt sie im Bild fest.


sogar Treppen
Die, die mich gerade überholten jungen Wilden, hatte ich bei km 71 wieder ein und ich war happy endlich meinen Espresso und die Cola zu bekommen. Ich bin kein Fan von Cola, aber allein der Gedanke daran kann dir das Leben retten :-)

Espresso in den Kopf, Trinkblase zum letzen Mal aufgefüllt und Cola in die Hand. Die gibt es unterwegs und in Gedanken hieß es: ihr bleibt hinter mir!


Es wirkt echt Wunder, so ein Zuckerschock.
Der Gnü lief wieder :-)
Wenigstens ein paar Meter, wenn auch keine km, aber er lief. Hin und wieder hörte ich die Verfolger, aber es spornte mich an. Ich lief.


Die trüben Gedanken waren mit der Cola ausgeschieden und ich lief. Vorbei an einem Steinbruch, die letzten 2 Rampen, die wieder nur mit Hilfe eines Seils zu bewältigen waren. Noch ein Kontrollpunkt. Liebe Worte und weiter.
Vorbei an einer Hütte, in der ein paar Jugendliche grillten und feierten, ließ das Nahen des Ziel ahnen.

Aber wer die Holländer kennt ...
Es wäre ja zu einfach, den direkten Weg ins Ziel zu nehmen. Nein! Man kann ja noch eine "kleine" Runde ums Dorf laufen :-(

Noch mal hoch, noch mal links, wieder rechts, wieder bergab, wieder berghoch. Dann die bereits von anderen angekündigte "Beschwerde-Box".

:-))
Diese Holländer ...

Dann der Friedhof und wieder einen den ich hinter mir lassen konnte. Das hieß 5 eingesammelt, was mich mental noch mehr aufbaute.
Vergessen die Blase an der linken Ferse, die mich bereits seit km 45 zum Balettläufer hat werden lassen.

Vergessen der Schweiß, der seit dem Start in den Augen brannte.
Nur noch den Rucksack abwerfen, Schuhe aus und unter eine Dusche ...

Dann wirklich. Der letze Berg, noch 400 Meter, die mir sagten "gleich". 200. Ich sah den Zielbogen. Ich sah Claudi und Kuno sitzen. Ich hörte die Zuscheuer den vor mir einlaufenden klatschend begrüßen. 100. Ich wurde gesichtet. Es wurde geklatscht. Claudi kam mir ein Stück entgegen. Ich hatte es tatsächlich hinter mir.
Stopptaste an der Suunto gedrückt und ich von Claudi, hängte mir Eric, dieser verrückte Hund Niederländer, die in der Tat schwer erkämpfte aber mit Recht verdiente Medaille um den verschwitzen Hals.


Meiner Anmerkung zu seiner Verrücktheit widersprach er nicht, sonder lachte sehr. Ob ich denn nächstes Jahr zum 10. wieder dabei sei verneinte ich, weil ich bereits ein Date habe.
Erst in Bödefeld und dann an der Ruhrquelle :-)


Da ist der Lohn des Kampfes:

12:26:33 h
85 km
3600 Höhenmeter
Platz 21 gesamt
Platz 5 AK45

Gar nicht so schlecht, wenn ich an die zurückliegenden Stunden denke. Als ich schon fast nicht mehr daran glaubte, jemals anzukommen.

Allerdings: 4 Stunden nach dem Sieger. Irre. Alle irgendwie vollkommen verrückt :-)

Ich genoss das erste von 2 Weizen und so wie die Flasche auf war, war der Inhalt verdunsten.
Schnell zum Space Shuttle und unter die Dusche. Ich wollte einfach nur noch aus den nassen Klamotten.
Der vor mir eingelaufene Peter war so nett, mich mit zur Dusche in seinem Wagen zu nehmen und nach 30 min war der Gnü wieder ein sauberes Schweinchen.

Das letzte Mal einen Berg hoch (in Badelatschen) am heutigen Tag, die Tasche in das Auto gebracht, zum letzen Mal an das DGH und meine verdiente Lyonerpfanne mit dem 2. Weizen vernichtet.

Noch ein paar Worte mit Claudi und Kuno gewechselt, sich alles Gute für die nächsten Events gewünscht und ab in den Space Shuttle, auf den Heimweg.

Nicht ohne einen Entschluss gefasst zu haben: der Thüringen Ultra fällt aus!
Jawoll. Mein Kopf ist leer und ich muss erst einmal die Gedanken neu sortieren.

Juni und Juli werde ich das Laufen stark reduzieren und stattdessen ein bisschen durch Nordhessen (oder darüber hinaus) kurbeln.

Tja, so ist das. Wenn du denkst es geht noch mehr, kommt irgendwo ein Dämpfer her :-(

Wer weiß, wozu es gut ist. Aber was zählt ist:
Wer sich bewegt, bewegt was!


Ud wenn es die Bilder im Kopf sind. 

Euch sage ich ganz lieben Dank für das Lesen meines Blog, freue mich, wenn ihr mir einen Kommentar oder Kritik hinterlasst und verbleibe mit sportlichen Grüßen

Euer Gnü aus Zü

Sonntag, 28. Mai 2017

ne runde Woche ...

mein Lieblingszitat, wenn auch schon in der letzten Woche benutzt :-)



Ja, und auf eine Menge an Distanzen kann ich diese Woche zurückblicken.



200.000 km hat mich mein Space Shuttle schon so ausgezeichnet zu Kunden gefahren. Hat mich zur Familie gebracht, in guten und in schlechten Zeiten. War mir Schlafplatz und Zufluchtsort für so manch verrückten Wettkampf, ob in Bödefeld oder im Erzgebirge. 
Dankeschön :-)



1000 Moves haben mich meine Suunto begleitet. 
Erst die Ambit2 Peak und seit März diesen Jahres der Nachfolger Ambit3 Peak.
Sie waren und sind mir Wegweiser im Kellerwald. Haben mich auf die Strecke zurückgeführt beim SaarschleifeTrail. Hat meinen Sturz 2016 mit dem Rennrad mit mir überlebt und ist ein ebenso treuer Begleiter, wie der Space Shuttle
Dankeschön :-)

Diese Woche Vatertag.
Was macht man, wenn man nichts mit dem Bollerwagen am Hut hat? Kein Freund des Trinkens und lallend durch die Gegend ziehend?
Genau. Mit Frau und Tochter einen genussvollen Tag in Kassel verbringen :-)


Space Shuttle in der Karlsaue, nahe des jährlichen Kassel-Marathon-Starts geparkt. Ob ich dieses Jahr teilnehmen kann? Nach jährlichem Start seit 5 Jahren schon fast eine Pflichtveranstaltung ;-)



Durch den Staatspark Karlsaue schlenderten wir, dieses Mal ohne Aufzeichnung via Suunto, bis in die Innenstadt und genossen den leckeren Kuchen im Café Nenninger.



Der Rückweg führte uns vorbei am Aufbau des parthenon of books der documenta14



Sehr interessant, wie viele Bücher es doch gab, die einmal verboten waren :-(

Und was macht Man(n), wenn man ohne Kopf und Brummschädel am Tag nach dem Vatertag erwacht und der Rest der Familie arbeiten muss?
Richtig. Ein "kleines" Läufchen.

Denn auch das ist eine runde Sache.
Nicht nur die geplante Strecke von 60 (!) km um meinen geliebten Edersee. Nein! Auch genau vor 6 Monaten, am 26.11.2016 bin ich um den See gelaufen mit der neuen Laufhose von CompresSport, die sich aber als nicht die beste Wahl herausstellte. Aber genau dafür war der Lauf ja gedacht. Als Test :-)

Nun wieder als Test. Dieses Mal aber als Test für den bevorstehenden Ultra am Keufelskopf.

Da dieser als Semi-Autonom vom Veranstalter ausgewiesen ist und die letzten beiden Info-Mails des Veranstalters auch noch einmal ausdrücklich darauf hinwiesen, waren die letzten Wochen dem Laufen mit Trinkrucksack geschuldet und nun ging es um die Auswahl der Verpflegung unterwegs.

Die Woche habe ich ein bisschen weniger getan, was man auch als Tapern bezeichnen könnte. Aber ganz ohne Bewegung?

Montag fand die Regeneration des Hitzelaufs vom Sonntag auf dem Rennrad statt.



Ich kreuzte immer wieder meine ebenfalls so sehr geliebte Strecke des Habitswald-Steiges und war echt am Überlegen, ob die Runde am Edersee oder diesen Weg. Nur der Habichtswald-Steig ist ein Punkt-zu-Punkt-Lauf und mich müsste jemand abholen. Auch war ich nicht sicher bis wohin ich es schaffen würde, denn verausgaben wollte ich mich schließlich auch nicht.

So waren es zum Schluss:
1:15 h
35 km
27 km/h
118 bpm HF
327 pos HM

Dienstag mal wieder eine Dienstreise. Wie Wortverwandt ;-)
Schön, wenn man unter Kollegen Gleichgesinnte hat, die nach einer Marathonsitzung auch ein bisschen die Füßchen ausschütteln wollen :-)

Peter hat meinen Wunsch in die Tat umgesetzt und die Strecke zur Dicken Douglasie ausgewählt. Danke.
Wir holten ihn ab und zu dritt machten wir uns auf den Weg durch den Amberger-Forst.



Geht natürlich nicht ohne Selfie und nicht ohne die Dicke zu umarmen :-)
Schließlich ist sie die dickste mit 4 Meter Umfang im Landkreis Amberg :-))




1:13 h
12 km
6:05/km
126 bpm HF
108 pos HM

Na wenn das mal nicht seeeeehr regenerativ war ;-)

Mittwoch wollte ich gern mit den Jungs vom SRC radeln, aber es wurde im Büro wieder länger und ich machte mich allein auf den Weg.



Dafür hatte ich den Gegenwind ganz für mich alleine :-(

1:30 h
40 km
27 km/h
116 bpm HF
355 pos HM

Donnerstag Vatertag und nur einen kurzen BrötchenEinfangLauf.

0:58 h
10 km
5:35/km
136 bpm HF
141 pos HM

Und natürlich der Eingangs beschriebene Bummel durch Kassel.

Freitag der so lange ersehnte lange Lauf. 

Schnell nach dem Aufstehen und Frühstück mit der Liebsten, die leider arbeiten durfte, ein paar Erledigungen und beim 2. Frühstück mit dem Töchterchen, bevor sie die Uni und die Prüfung riefen, die übrigens sehr erfolgreich war,für den bevorstehenden Lauf gestärkt.
Das Wetter versprach nur das Beste und so fiel die Wahl auf das Trägershirt und kurze Trailshorts.

10:00 Uhr stand der Gnü am Startpunkt beim Wildpark am Edersee und drückte die Starttaste.


Rehbach
An unserem StandardEinkehrLokal Strandoase ging der Weg vorbei nach Bringhausen und ein paar Radausflügler begleiteten mich.

Wunderbare Luft, nicht zu heiß und ein fast kühler Wind ließen den bei mir so reichlich fliesenden Schweiß schnell trocknen und ich nahm den Buff vom Kopf.

Vorbei an der Banfebucht führte der Weg nach Asel-Süd.
Noch ist die Brücke von Wasser verdeckt. Aber lang wird es wohl in diesem Jahr nicht mehr dauern, bis das Edersee-Atlantis aus den Fluten auftaucht :-(


an der Banfe
Nach 25 km hatte ich das 1. Etappenziel, Herzhausen, erreicht.



Mein Plan, hier in einem Kaffee die Trinkblase aufzufüllen wurde leider durchkreuzt, da der Wasserhahn noch immer abgestellt war :-(

Also weiter. Nun heftig, aber das schönste Stück des Weges, bergauf.
Die letzten 25 km waren recht langweilig auf der Straße und mit den ganzen Ausflüglern, die zum Edersee wollten, auch nicht gerade vorteilhaft.

Hinter Asel-Nord tauchte ich in den Wald ein und folgte dem für mich schönsten Wanderzeichen.



Hier ist es so so so so schön, dass man sich wünscht, der Weg möge nie enden.



Einem Wanderpärchen konnte ich noch den Tipp, des versteckten Weges geben, weil ich sie gerade vor dem Trampelpfad überholt hatte.
Die Geheimtipps sind eben nicht immer verzeichnet. Zum Glück. Sonst sind es ja keine Geheimtipps mehr :-)

Dann der nächste wunderschöne Streckenabschnitt: Knorreichen-Steig.
Und auch mein schönster Sturz ;-(



Also das Stück Weg war genau 179 cm lang :-(
Zum Glück nichts passiert, außer dem kleinen Kratzer am Knie. Man muss auch mehr auf dem Weg achten und nicht immer um sich herum sehen. Wenn's doch aber so schee is ...



Wer mag, darf sich gern von meiner kurzen Sequenz bezaubern lassen.



Oder auch von dem, wenn auch nur sehr kurzen aber heftigem Anstieg, kurz vor der Halbinsel Scheid.

Herrlich und immer wieder mit so schönen Erinnerungen verbunden.
Sei es der Com-Lauf 2014, als Regine meine Hand griff, oder 2016, als ich mich im August gemeinsam mit Michael auf den Hollenlauf vorbereitete.

Auf der Halbinsel Scheid und der Möglichkeit des Ausstiegs angekommen, war der Entschluss schnell gefasst: weiter und nicht aussteigen.
Körperlich ging es mir gut, am Kiosk konnte ich meinen Durst mit einer Flasche ISO stillen und meine Trinkblase mit Wasser auftanken :-)



Und weiter ging der Weg.
Entlang der Uferrandstraße von Irren auf dem Motorrad begleitet und immer mal wieder ein paar Radfahrern auf dem Fuß- und Radweg ausweichend.


Aber die Ausblicke sind einfach so sensationell:


Blickrichtung Waldeck-West
  
Schloss Waldeck
Schloss Waldeck von der anderen Seeseite
Bis zur Sperrmauer war es auch schon ein kleiner Kampf, um mal Ehrlich zu sein.
Die Sonne brannte erbarmungslos auf mich herab und nur der Gegenwind brachte Abkühlung. Dafür aber auch rote Augen :-(

An der Sperrmauer in den nächsten Kiosk eingefallen und eine Flasche Cola auf Ex :-)


nicht mehr ganz frisch :-(
Die letzten 8 km lagen vor mir und damit auch der Brunnen auf der anderen Sperrmauerseite :-)
Juhu. Egal, was alle von mir gedacht haben mögen: mein Kopf verschwand augenblicklich darin und am liebsten wäre der Rest vom Gnü noch hinterher gesprungen :-)
Doch nein! So irre bin ich dann doch nicht und konzentrierte mich lieber auf die letzen Kilometer.

Es ging auf unserer sonntäglichen Standard-Runde unterhalb des Wildparks zurück zum Ausgangspunkt und ich musste, um bei der Wahrheit zu bleiben, den einen oder anderen Meter gehen.
Doch nicht schlimm, denn ankommen war das Ziel und keine Bestzeit.

Nach genau 6 Stunde und 5 Minuten (ja, ich habe 5 Minuten überzogen) landete ich am Space Shuttle und drückte die Stopp-Taste.



6:05 h
60 km
6:05/km
144 bpm HF
1076 pos HM

Und manchmal denke ich schon, dass ich ein bisschen verrückt bin. Ohne Wettkampf, einfach so. Und warum? Nicht weil ich muss. Nein! Weil ich es will und kann :-)

Das Fazit ist eindeutig, dass ich einen Plan für den Keufelskopf habe und wie ich meine Nahrungsaufnahme umsetzte :-)

Sonnabend #nevernotmove ist das Motto und nach Einkaufsbesorgungen und Gartenarbeit ein bisschen die Beinchen auf dem Rennrad ausgekurbelt.

Über Naumburg in Richtung Netzte bergauf, durch so tolle Landschaft :-)




Und auch da wieder das Schloss Waldeck am Horizont. Unweigerlich gingen die Gedanken an den gestrigen Lauf zurück.

Rentner. Rentner müsste man sein :-)

1:42 h
44 km
26 km/h
114 bpm HF
355 pos HM

Sonntag leckeres Frühstück mit der Liebsten auf Terrasse (wird ja auch Zeit).



und dann unser sonntäglicher Spaziergang am Edersee :-)

Ja. Uns gefällt es immer wieder und wird uns nie langweilig. Denn der See sieht jeden Tag anders aus und es gibt immer neues zu entdecken.


Segler an der Halbinsel Scheid zum Beispiel
Heute mal keinen Kuchen, dafür ein sehr leckeres Fischbrötchen :-))



So kamen wir auf
2:00 h
8,6 km
etwas gemütlicher, wie sonst.

Um die Woche dazu zu machen, wie der Post-Titel verhießen, nämlich rund, fehlten noch ein paar km und die holte ich mir natürlich.

Nach genüsslichem Kaffee und Keckschen, denn schlemmen muss sein, wurde der Trinkrucksack geschultert und Züschen zum letzen Mal für diese Woche verlassen.

Bei 31°C ist es nun wirklich nicht als Vergnügen zu bezeichnen und nur im Wald ist es auszuhalten. Aber der Keufelskopf wir ja auch nicht in der Eishalle stattfinden :-)

Die Kilometer bis Fritzlar waren OK, dann hieß es beißen :-(
Als einzige Abwechslung sei Nico zu erwähnen, der die Sreckensicherung beim heutigen Ederauen-Triathlon des TuS Fritzlar innehatten und gerade den letzen Läufer vorbei laufen lies sowie die 3. Blindschleiche in diesem Jahr, die ich im Wald fand :-)



Nr. 3
1:40 h
17 km
5:35/km
137 bpm HF

155 pos HM

Damit habe ich die Woche wirklich Rund abgeschlossen :-)



200.000 km mit dem Space Shuttle am Montag
1000 Moves mit Suunto am Montag
100 Lauf-km in der Woche am Sonntag
6 Monate nach der letzen Edersee-Umrundung die Wiederholung am Freitag
60 km Edersee-Umrundung am Freitag

120 km gekurbelt
100 km gelaufen
9 km gewandert

Schon irgenwie krass, wenn man sich's mal so überlegt, was man erreichen kann, wenn man sich bewegt.
Womit es bewiesen wäre:
Wer sich bewegt, bewegt was!


Und wenn es der Kilometerzähler ist. Sag ich's doch :-)

Euch sage ich ganz lieben Dank für's Lesen meines Blog und noch mehr, wenn Ihr mir einen Kommentar hinterlasst und wiederkommt.

Die nächste Woche wird es etwas weniger, bevor es am Freitag zum nächsten Ziel "Semi-Autonom" am Keufelskopf geht. Man bin ich gespannt ;-)

Bleibt alle schön und gesund.

Mit sportlichen Grüßen 
Euer Gnü aus Zü

Montag, 22. Mai 2017

DNF ...

ist manchmal doch eine Lösung.



Der Kalender ist voll mit schönen Veranstaltungen, auf die ich mich sehr freue und doch habe ich in dieser Woche eine Entscheidung getroffen, weil DNF zwar in der Regel nicht die einfachste Entscheidung ist, aber unter Umständen eine vernünftige.


Meine Schwerpunkte sind definitiv die langen Kanten. Und auch den Nordhessencup (NHC) habe ich im Plan stehen, der für mich in diesem Jahr nicht nur ein Wettkampf an sich ist, sondern auch eine Möglichkeit der Beteiligung am Spendensammeln.

So schwer mir es auch fiel; ich habe den NHC 2017 nicht beendet. Ich habe meinen Kalender bereinigt und die Termine des NHC gelöscht, weil ich mich zunehmend unter Druck gesetzt fühlte und Laufen als Stress empfand.
Die nächsten beiden Sonntage wären mit einer Fahrt dahin verbunden und ich sitze echt genug im Auto :-(

Und das ist es definitiv nicht wert, so dem Hobby ein Ende zu setzten. Zumal für mich der Ausdauersport eine neue, lebenswichtige, Bedeutung bekommen hat.

Das möchte ich heute (noch nicht) weiter kommentieren. Vielleicht später, wenn ich mit mir im Reinen dazu bin.

Also wird sich vorerst wieder stressfrei auf den nächsten Ultra konzentriert und der ist in bereits 14 Tagen fällig.


Die letzte Woche stand im Fokus des Laufens mit Trinkrucksack und da ich keine Einschränkungen, außer beim Tempo, feststellen konnte, habe ich mich in dieser Woche zwar auf die Mitnahme des Rucksacks so doch ohne die 2 Liter Wasser beschränkt.


Wie komme ich aber auf das Bild in der Einleitung?

Nun ja; so ganz kann ich mir die 85 km Semi-Autonom noch nicht vorstellen.
Mir fehlen irgendwie lange Einheiten und die 28 km vergangenen Sonntag sind ja nicht wirklich der Rede wert. Doch Distanz ist eben, was dein Kopf draus macht. Ich bin gespannt und werde das Ding schon schaukeln laufen :-)

Montag habe ich das Rennrad aus dem Keller befreit. Nicht ganz unfreiwillig, habe ich doch tatsächlich total verschwitzt, dass der Space Shuttle zur Inspektion musste :-(


Also Auto abgeliefert und mit dem MTB heim geradelt :-)





0:26 h

10 km
114 bpm HF
60 pos Hm

Am Nachmittag musste der Space Shuttle ja auch wieder zurück und so mit dem Rennrad den Weg zurückgelegt.




Endlich konnte auch mal die Sommerkluft angelegt werden. Ich dachte schon, das Trikot bleibt dieses Jahr ungenutzt :-(





1:36 h

42 km
119 bpm HF
430 pos Hm

später war ich mit wieder Daheim und sehr froh so ein Raumwunder fahren zu dürfen :-)


Dienstag Laufen :-)

Aber erst Brötchen verdienen und lange im inspizierten Space Shuttle ins bergische Land fahren.
Auch wenn es zum Schluss des Tages wieder 400 km waren, so ist die Fahrt in die Stadt der Schwebebahn immer mit freudigen Erwartungen verbunden, denn in 2018 werde ich ja hier meinen ersten Etappenlauf bei den Bergischen 5 absolvieren. Oh man. Ick freu mir, wa?! ;-)

Am Abend aber erst einmal die Inov8 Mudclaw300 an die Füsschen und ab in den Wald




Das war einfach wunderschön. Ein Lauf durch die Kinderstube von Mutter Natur.

Nachdem ich Züschen auf dem Volkmarser-Weg verlassen hatte und im Helenental in Richtung Haddamar lief, erschreckte ich 2 Fuchskinder beim Spielen und kurz darauf scheuchte ich ein Waschbärkleines auf einen Baum :-)



Vielleicht kann man den Fellkneul in der Mitte des Bildes erkennen.




Wenn so ein Schattenmann durch den Wald schnauft :-)

Würde ich auch flüchten :-)

1:43 h

19 km
5:27/km
136 bpm HF
311 pos Hm

Mittwoch freute ich mich schon den ganzen Tag aufs Rennrad zu kommen, denn ich wollte unbedingt mal wieder mit den Jungs vom SRC-Fritzlar eine Runde drehen und nicht nur Beitrag im Verein zahlen :-(

An dieser Stelle mal Danke an Harti für die Überarbeitung der Web-Seite.



Nach getaner Arbeit im wunderschönen Sauerland (eigentlich wäre ich auch gern hier ne Runde heim gelaufen) saß ich 17:00 Uhr auf dem Drössiger und nahm Kurs auf Fritzlar.
Ehrlich? Hätte ich gewusst, was mich erwartet, wäre ich direkt zum Treffpunkt gefahren :-(


Harti, Wolfgang und ich fuhren in Richtung Wabern um Ralf entgegen zu rollen. Zu viert ging es bei nervendem Wind durch gelbe Rapsfelder durch Nordhessen.




Durch die Schwälmer Schweiz ging es in Richtung Ostheim und weiter nach Hombergshausen.




Für die einen ist es eine tote Gegend. Für mich und viele andere Radler, einfach traumhaft still und stressfrei (manchmal).

Kaum ein Auto, was uns überholte oder entgegen kam sind ein deutlicher Vorteil, wenn es ums Radeln geht.

Wir streiften Homberg und die Jungs wollten Borken noch mitnehmen.




Aber um Ehrlich zu sein, wie ich ja im letzten Post schrieb, war ich echt am Limit.

Die Runde hat doch mehr geschlaucht und die zurückgelegten Anstiege waren letztlich auch nicht ohne.

Wolfgang war so nett und lies mich immer schön im Windschatten fahren, sodass wir gemeinsam in Geismar eintrafen, wo er sich verabschiedete und ich die letzen 5 km allein und langsam nach Hause trampelte.

Langsam? Nun j aauch nicht wirklich denn im Schnitt 28 km/h waren nicht ganz so langsam :-)

3:03 h

80 km
120 bpm HF
700 pos Hm



Angekommen, dusch und ab in die Heja :-(


Donnerstag war die Regeneration abgeschlossen und der Gnü bereit zum Laufen




Die Brooks Cascadia an die Füsschen und ab in den Wald

1:24 h
16 km
5:17/km
142 bpm HF
314 pos Hm

Ja, ich gestehe. Ich habe in der Vorwoche glaube ich genug am Berg getan und versuchen lieber mal wieder etwas Tempo rein zubringen. Irgendwie habe ich mein Grundtempo auf der Treppe verloren :-(
Ich war schon mal schneller und die Ergebnisse der Wettkämpfe geben mir Recht.
50 km Lahntal-Lauf: langsamer
6h-Lauf Nürnberg: weniger km
Kyffhäuser Berglauf: langsamer

Nun gut. dafür kann ich aber mit Fug und Recht behaupten: ich kann länger :-)

Freitag ist kurz zusammengefasst: nichts :-(
Es schüttet bereits seit dem Morgen, wie aus Eimern und lässt auch nicht mal kurz nach :-(

Sonnabend dafür Ausgleich.
Kleinen Morgenlauf und Brötchen eingefangen.



Ein paar dunkle Wolken hängen noch über dem Chattengau, aber es war so herrlich frische Luft :-)

1:13 h
15 km
5:00/km
140 bpm HF
138 pos Hm

Ja, wenn ich will, scheint's auch schneller zu gehen. Nur die sub 5:00/km fallen mir sehr schwer.

Am Nachmittag, nach getaner Gartenarbeit hat mich die bessere Hälfte sogar noch mal aufs Rennrad gelassen. Danke


1:07 h
30 km
122 bpm HF
324 pos Hm


Dann war's aber auch gut, denn am Sonntag sollte noch was langes folgen.

Sonntag versprach der Sommer mal auszubrechen und an den Edersee hatten wir mal irgendwie keine Lust. So konnte ich in der prallen Mittagssonne den Trinkrucksack aufsetzten und brach zu meinem langen Lauf auf.
In der letzten Woche war die Gesamtlaufleistung sehr zufriedenstellend, nur fehlte mir ein langer Lauf. 110 km sind gut, nur für den Keufelskopf ...

Also führte mich der Weg mal wieder über den Asphalt in Richtung Lohne in den Chattengau.
Die Region hat was. Vulkankegel prägen sie und ich mag es sehr.

Wartenberg bei Kirchberg
Hinter Lohne ging der Weg nach Gleichen und weiter nach Gutensberg. Um meiner Frau die Sorge um mich zu nehmen, sendete ich jeder Stunde meinen Standort.

Von Gutensberg ging der Weg entlang des Goldbachs nach Maden und weiter nach Obervorschütz auf dem Radweg.
Hier folgte ich dem Ars Narura in Richtung Oberstes Holz nach Cappel.


Immer wieder wird man von "Sporlern" im PKW überholt, die in den Wald fahren zu müssen, um zu laufen :-(
Komisch!

Am Waldparkplatz angekommen stand ein Läufer mit einer Kopfwunde da und warnte vor einem angriffslustigen Greifvogel. Upps. Das hatte ich doch schon mal :-(
Mich verschonte er, oder wenigstens habe ich keinen gesehen und kam unbeschadet in Cappel an.

Leider musste ich hier bis Niedervorschütz auf der Straße laufen und mich über so manchen geistlosen Verkehrsteilnehmer aufregen. 1,5 Meter scheint keiner einschätzen zu können.

Nun, irgendwann hatte ich es geschafft und kam auf den Radweg nach Wabern.

Am Bahnhof die nächste Meldung an das Basecamp.


Ab hier wurde es wirklich hart und geht in die Motivationstrainingsanalen ein. Kerzengeradeaus mit Sicht fast bis Fritzlar über die folgenden 7 km :-(

Auch die habe ich irgendwie überstanden und erinnerten mich sehr stark an die Müritz-Umrundung. Upps. Die habe ich ja auch noch vor dieses Jahr.

In Fritzlar musste ich das kühle Nass der Eder genießen und mir den Schweiß von Kopf und Armen waschen. Schee wars :-)

Die letzten 10 km waren schon eine kleine Herausforderung und nur Winni, den ich in Geismar traf, haben mir den Weg versüßt.

Irgenwie habe ich es wirklich geschafft und bin nach 

3:39 h
40 km
5:30/km
141 bpm HF
349 pos Hm

in Züschen gelandet.
Die Trinkblase war leer und es zeigt mir, dass ich mich wirklich mehr dazu zwingen muss ausreichend zu trinken. Hat mir in der Vergangenheit auch weniger ausgemacht. Aber die Gewichtskontrolle auf der Waage gaben mir Recht und der Keufelskopf, als auch die Müritz-Umrundung, werden nun mal größtenteils in der prallen Mittagshitze gelaufen.


So stehen dann folgende km in der Habenliste:
162 km geradelt
90 km gelaufen

Na wenn ich damit mal nicht sehr zufrieden bin. Vor allem mit den Rad-km. Es tut mir und meinem Rücken sehr gut.

So bleiben mir noch 2 Wochen, bis das große Abenteuer Semi-Autonomie startet und viel kann ich nicht mehr tun. Obwohl. Die nächste Woche hat doch nur 3 Arbeitstage und am Freitag habe ich Urlaub. Hmmm :-)

In diesem Sinne sage ich euch mal wieder ganz lieb Danke für's Lesen meines Blog, freue mich über einen Kommentar wenn es euch gefallen hat oder ihr Kritik los werden wollt und kann euch nur immer wieder ans Herz legen:
Wer sich bewegt, bewegt was!
Und sei es nur das Wasser auf dem Rücken :-(

Ich verbleibe mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus zü