Montag, 23. April 2018

Seitenwechsel ...

kann man es nennen ­čśë



Meine erste offizielle Ultra-Distanz und Wettkampf war der M├╝ritz-Lauf 2014 und damals fiel mir besonders auf, dass die (meist) Damen der Versorgungsst├Ąnde die 60 schon erreicht oder ├╝berschritten hatten, und ich fragte mich, was werden wird, wenn diese lieben H├Ąnde nicht mehr f├╝r uns da sein werden.

So war bei meinem letzten Zieleinlauf beim 13. S├Ąchsischen Mt. Everest klar, dass ich auch etwas von dem zur├╝ckgeben m├Âchte, was ich nun so oft von anderen erfahren durfte: Hilfe und Unterst├╝tzung.

Bei Ulf meldete ich mich dazu mehrmals, damit er mich auch nicht vergessen m├Âge ­čśâ und ich freute mich wie jeder Starter auf den 21. April 2018, dass der 14. S├Ąchsische Mt. Everest nun endlich starten m├Âge ­čśŹ

Ja. Auch wenn ich nicht aktiv als "Treppler" startete, war es doch fast so.

Ich verfolgte von vielen der gemeldeten Starterinnen und Startern die Vorbereitung und wenn man ehrlich ist, ist das Starterfeld schon eine kleine handvoll Extremisten. Ich m├Âchte das nicht ├╝bertreiben, aber als zweifacher Teilnehmer und wie auch die Homepage der Veranstaltung schreibt, ist dieser Wettkampf schon sehr speziell und geht doch sehr weit ├╝ber einen "normalen" Ultralauf hinaus, was auch immer an einem Ultra normal sein mag ­čśé

Hier lernst du dich vollkommen neu kennen und wirst ├╝berrascht sein, was du entdeckst.
Es ist nicht nur Kraft gefragt, Durchhalteverm├Âgen oder Ausdauer. Hierbei wird dir ALLES abverlangt, was du vorher noch nie kennengelernst hast.

Die Aufgabe ist es in 100 Runden den Mt. Everest zu bezwingen. Hei├čt 8848 pos. H├Âhenmeter. Aber nicht von einem Basislager aus. Sondern von H├Âhe des Meeresspiegel bis zum Gipfel. Das, so wage ich zu behaupten, hat noch kein Bezwinger des realen Mt. Everest geschafft.
Okay. Du ben├Âtigst keine Sherpas, keinen Sauerstoff, kein Lager. Du ben├Âtigst nur einen eisernen Willen.

Am Sonnabend trat ich die Reise zum 14. S├Ąchsischen Mt. Everest an und freute mich wie Bolle, nun endlich alle meine verr├╝ckten Treppenflitzer wieder zu sehen und neue kennen zulernen.
Ja, auch Neustarter sind so verr├╝ckt es zu versuchen, wie es auch immer wieder Wiederholungst├Ąter nach Radebeul an die Spitzhaustreppe zieht.

Dies Treppe entwarf Herr P├Âppelmann, um das Weingut Hof L├Âsnitz mit dem Spitzhaus zu verbinden und lehnte sich dazu an die Jahreszeiten und den Kalender an.

Die Treppe, die die Welt bedeutet (f├╝r einige wenigstens), hat 52 Abs├Ątze mit jeweils 7 Stufen was 397 macht. F├╝r die Schaltjahre wurden Extrastufen eingebunden, die allerdings f├╝r den metm (Mt. Everest Treppenmarathon) keine Rolle spielen und ausgelassen werden.
Somit kommt man auf der vermessen Strecke, eben bei besagten 100 Runden, auf die 8848 H├Âhenmeter, 39700 Stufen und der Doppelmarathondistanz. Wer dann noch nicht genug hat darf gern ein paar "Extrarunden" drehen und die 24 Stunden voll auskosten ­čśÇ

Warum aber verlangt das, was so einfach klingt, so viel von einem ab?
Nun ja. Es ist sehr einfach das Handtuch zu werfen, wenn du deinen bisherigen Horizont erreicht hast und deine Komfortzone beginnst zu verlassen, wenn du sie nicht schon lange verlassen hast, als du dich angemeldet hast, da man ja in jeder Runde, also nach rund 840 Metern, wieder am Start, dem Versorgungspunkt und am Ruhezelt vorbeikommt. Somit die Schwelle, aufzugeben, sehr niedrig ist, wenn du nicht ein harter Hund zu dir selbst bist ­čśŽ


Glaubt mir. Ich ├╝bertreibe es nicht. Nach meinen 2 Starts und dem Durchlaufen aller Klimazonen wei├č ich, wovon ich spreche.

Das Wetter der vergangen Tage und der Wetterbericht lie├čen auf ein perfektes Wettkampfwochenende hoffe und mir wurde bei den Meldungen der zu erwartenden Temperaturen mehr als warm um´s Herz.

2016 hatte ich neben meinem Durchfall auch noch ab 3:30 Uhr in der Nacht mit einsetzendem Regen zu k├Ąmpfen und 2017 durchliefen wir tats├Ąchlich alle Klimazonen.
Zum Start warm und angenehm, wurde es in der Nacht empfindlich kalt und kurz vorm Ende 16:00 Uhr setzte zum H├Âhepunkt auch noch Graupelschauer ein, was letztlich dazu f├╝hrte, dass alles, was meine Klamottenkiste hergab, benutzt wurde und im Einsatz war.



P├╝nktlich 14:30 landete ich in Radebeul und zum Briefing der Teilnehmer.
Ach war das eine Freude.
Ich war mindesten genau so aufgeregt wie die, die ihren Starterbeutel empfingen.



16:00 Uhr fiel dann der Startschuss und alles st├╝rzte sich zum ersten Mal in die Tiefe, um nach 397 Stufen, einem kurzen Aphaltst├╝ck und dem Umkreisen der Wendepylone wieder den selben Weg hinauf zu steigen.



Ich sag mal so: nach 2 Stunden und sahen so ziemlich alle besch... aus und ich war sehr dankbar mich nicht an der Hitzeschlacht beteiligen zu m├╝ssen, denn meins ist das Wetter jenseits der 20°-Marke f├╝r einen Lauf definitiv nicht.

Meine liebe Freundin Kerstin, mein liebes Renntier Tommy und ich, sowie viele andere helfenden H├Ąnde, hatten also die Aufgabe, euch liebe Starterinnen und Starter zu versorgen, zu verw├Âhnen, zu unterst├╝tzen und so gut es ging jeden Wunsch von den Augen abzulesen.
Das Verw├Âhnen wurde besonders Gunnar zuteil, der in jeder Runde von seiner Kerstin einen Kuss bekam, aber so weit wollte ich beim Anblick der verschwitzten Gesichter nun wirklich nicht gehen ­čśü



Ich versuche es mal so auszudr├╝cken:
es war eine ganz neue Erfahrung auch f├╝r mich.
So gern w├Ąre ich (nicht nur als Helfer) dabeigewesen.
Aber was man so als Helfer erleben darf ist ebenso emotional, wie selbst zu starten.
Wenn man es selbst schon mal erfahren und durchlebt hat, kann man schon fast Gesichtsausdr├╝cke ohne Worte deuten, wie es dem Starter/in geht, was er/sie ben├Âtigt oder ihn/sie einfach in Ruhe l├Ąsst.

Ich wei├č, dass nach 16 Stunden alles im Mund nur noch ein Klumpen ist, nichts mehr schmeckt, man sich und alle, die einen ansprechen, nur noch hasst. Man eigentlich nur noch alles hinschmei├čen will, die F├╝├če keinen Bock mehr haben, der Kopf schon lange abgeschaltet hat, das Zelt ruft und es so einfach w├Ąre, die Startnummer abzunehmen und dem K├Ârper nachzugeben.
Aber du tust es nicht. Du willst dieses Ding zu Ende bringen. Daf├╝r hast du trainiert. Darauf hat du hingearbeitet. Daf├╝r hast du auf so viel verzichtet. Hast Familientermine absagt, das Steak gegen Gem├╝se getauscht, dich diszipliniert, anderen gegen├╝ber dein Verhalten gerechtfertigt und Kopfsch├╝tteln geerntet.
Wof├╝r?
Um so einen Quatsch zu machen und am Ende des Tages als Finisher den Mt. Everest bezwungen, oder es wenigstens versucht zu haben.

Gestartet sind 65 M├Ąnner und 12 Frauen.
Ausgestiegen und den Gipfel erreicht haben wegen des Wetters viele der eigentlichen Favoriten nicht.

Die f├╝hrende Frau habe ich ins Zelt begleitet und nach mehrmaligen Nachfragen den Notarzt geholt, der eine weitere Teilnahme untersagte, was trotzdem versucht wurde und mit einem Zusammenbruch auf der Strecke endete.

Katrin, die mit ihrem Start als mehrmalige Iron(Wo)man-Teilnehmerin auf Hawaii sicherlich an so manches gewohnt ist, musste hart k├Ąmpfen was letztendliches mit einem 2. Platz belohnt wurde.



Auch Carmen hat alle gegen und kann inzwischen auf einige Treppenerfahrung im In- und Ausland verweisen.
Gemeinsam mit J├Ârg hat sie viel trainiert und auch sie wurde mit einem Podestplatz belohnt.



J├Ârg hat stark gek├Ąmpft. Konnte den Gipfel aber trotz Strategiegespr├Ąch mit der der besseren H├Ąlfte leider nicht erreichen ­čś«



Iwi konnte als erste Frau erfolgreich ihren 3. Start finishen.



Viele der m├Ąnnlichen Favoriten mussten, wie schon geschrieben, dem Wetter Tribut zollen aber Petru stand nach 14:25 Stunden als Gewinner fest.



Ich m├Âchte allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, Finishern und Finisherinnen, allen die es versucht haben, mein aller h├Âhstes Lob aussprechen: das war der absolute Wahnsinn, was ihr da geleistet habt.
Ganz ehrlich: auch wenn ich nicht gelaufen bin, es war nicht minder emotional f├╝r mich. Ich musste so manches Tr├Ąnchen verstecken und selbst jetzt wird es ein bisschen feucht um die Nase ­čśŹ

Da es ein richtig guten Team war, wobei ich den Begriff Team gar nicht mag, denn er hei├čt ja Toll Ein Anderer Machts, war es richtig toll. Auch f├╝r uns. Es lief nicht alles zu 100%. Wichtig war aber, dass das die Treppler das nicht beeinflusste oder irritierte.

W├Ąhrend im K├╝chenzelt flei├čige H├Ąnde Brote schmierten, Kaffee kochten, Getr├Ąnkebeh├Ąlter f├╝llten und die L├Ąufer und L├Ąuferinnen im Inneren versorgten, taten wir dies drau├čen.







Spa├č hatten wir nat├╝rlich immer ­čśü
Ob wir nun euch versorgten, oder auch untereinander.






2019 wird es auch f├╝r mich (hoffentlich) wieder an den Start gehen. Denn so unglaublich anstrengend es ist und f├╝r viele unvorstellbar: bist du einmal mit dem Treppenvirus infiziert, bist du unweigerlich der Treppe verfallen.

Diese Emotionen sind unbeschreiblich. Dieser Zusammenhalt, den du nur hier erf├Ąhrst, nur hier erleben kannst.
Es ist nat├╝rlich ein Wettkampf, aber es kommt kein Wettkampfchrakter auf. Jeder hilft. Jeder hat ein liebes Wort f├╝r dich. Nicht nur vom Supporterteam. Nein auch untereinander, denn man begegnet sich schlie├člich in jeder Runde, bei jedem Auf- und Abstieg.

In dem Sinne freue ich mich wie verr├╝ckt, wenn endlich der 1. Oktober ist und die Anmeldung zum 15. S├Ąchsischen Mt. Everest ├Âffnet und der Gn├╝ aus Z├╝ den 3. Start angehen kann.
Wenn auch ein Ergebnis heute noch nicht mal ansatzweise, ├╝ber einen Ausgang nachgedacht werden kann. Aber so viel Mystik, wie die Treppe hat, ist einmalig.

2016: 111 Runden, einen Monat sp├Ąter 111 km in B├Âdefeld
2017: 118 Runden, KoBoLT nach 118 km DNF
2018: hatte am Morgen Br├Âtchen geholt und 3,33 € bezahlt; w├Ąre ich gestartet, was w├Ąre vielleicht raus gekommen bei meinem 3. Start?

Den 3. Platz hat einer mit 117 Runden geholt ...
Magie ...

­čś▒­čś▒­čś▒

Euch danke ich von ganzem Herzen f├╝r das Lesen meines Blog, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlasst und verbleibe mit sportlichen Gr├╝├čen

Euer Gn├╝ aus Z├╝

Freitag, 13. April 2018

Etappe 5 ...

ist abgelaufen oder Hans Peter im Gl├╝ck ­čśŐ


Wobei der Tag nicht wirklich gl├╝cklich begann ­čś▓

Wie sagt man so sch├Ân?
"Nichts ist so best├Ąndig, wie die ├änderung."

Die letzte und 5. Etappe sollte 45 Kilometer und 1055 H├Âhenmeter betragen, aber Oli musste uns leider die Mitteilung machen, dass die Strecke auf Grund von verschiedenen Sperrungen ge├Ąndert und auf die "Kinderrunde" mit 36 Kilometer reduziert werden muss ­čśş

Doof, echt doof, aber leider nicht zu ├Ąndern, was Oli aber ne schlaflose Nacht zus├Ątzlich bereitet hatte.
Aber wir d├╝rften gern, wer mag mag die 45 voll machen, um die 5 Ultras in die Datenbank zu bekommen.


7:00 Uhr starteten die Kinder- und die Erwachsenrunde gemeinsam zur 5. und  letzten Etappe der Bergischen 5.
Oli gab die Strecke nach knapp 1000 m frei und wir konnten es laufen lassen.

Das Profil versprach mit 1055 H├Âhenmetern ja nun nicht mehr ganz so anspruchsvoll zu werden, wie die letzten Tage. Aber wer den Oli und das Bergische Land kennt ...
Der nimmt die Trailst├Âcke, oder wie so Olis so sch├Ân sagt, die St├╝tzr├Ąder mit ­čśé
Daf├╝r durfte die Stirnlampe bereits ins Wochenende gehen.

Da es bei einigen Teams noch um ein erfolgreiches Finish ging, gaben einige L├Ąufer richtig Gas und zogen davon.
Ein bisschen lie├č aber auch bei mir die Kraft nach und meine linke Wade hatte auch noch zu muckern.

Irgendwo vorm 1. VP war Oli noch mit der Streckenmarkierung zu Gange so habe ich ihn wenigstens auch noch mal in meine verschwitzten Arme nehmen k├Ânnen.


Oli hat wieder, selbst auf der letzen Etappe, alles gegeben, damit auch ja niemand mit sauberen Schuhen nach Hause fahren muss ­čśĺ


Oder auch so:


Oder gern auch so:


Irgendwie aber immer so:


Also irgendwie gef├╝hlt immer bergauf ­čśü

Den 1. VP erreichten wir bereits nach ca. 10 km und au├čer einem Becher Wasser hatte ich bei der K├Ąlte irgendwie auch keinen Bock l├Ąnger stehen zu bleiben.

Ich lief die letzte Etappe fast ausschlie├člich alleine und konnte so meinen Gedanken ├╝ber den Weg, den ich im ersten Post zum Event beschrieben habe, nachh├Ąngen.

Den Weg studieren bedeutet,
sich selbst studieren.
Sich selbst studieren bedeutet,
sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen bedeutet,
in Harmonie zu sein mit allem, was uns umgibt.

Dogen Zenji
(Lehrer des japanischen Zen-Buddhismus)

Und in Harmonie war ich in der Tat.
Ich hatte seit Sonntag keine Nachrichten geh├Ârt, keine E-Mails gelesen, keinen Anruf gemacht und nicht einen Kilometer im Space Shuttle gesessen.
Alles vergessen.
Man erfreut sich an dem zwitschern der V├Âgel im Wald.
Man erfreut sich an der aufgehenden Sonne.


Man kann an Menschen denken, mit denen man ein St├╝ck des Weges gegangen ist.

Mit Jens auf dem MTB vor 2 Jahren auf dem Bergischen Weg.


Mit meinem Freund Michael auf dem Neanderland-Steig vor 2 Jahren.


An Freunde denke und an mein Heim, was vielleicht mal am Pilgerpfad stehen wird.


An Menschen, die mich auf diesem Weg hier begleitet haben: Dirk, Sven, Andre, Karsten, Raimund oder auch S├Âren.
Sch├Ân, dass ich euch kennenlernen durfte hier im ­čĺÜ des Bergischen Landes.

Was hatten wir ein Gl├╝ck.
Das Wetter spielte mit.
Es gab keine gr├Â├čeren Verl├Ąufe, au├čer bei Etappe 4, die einer von 50 km auf 71 ausdehnen musste ­čś▓

Keiner hat sich verletzt.
Ein paar wenige mussten aufgeben, aus verschiedenen Gr├╝nden, die ich nicht wirklich kenne.
Letztlich alles prima.

Dann kam nach knapp 20 Kilometer VP2 und ich konnte meinen Hunger mit Pellkartoffeln, Ei und Waffel stillen. Dann aber schnell weiter, wegen der Zunahme ­čśä

Kilometer 30 und der letzte VP, an dem ich mir noch eine Cola und ne handvoll HARIBO g├Ânnte und weiter.


Dann ...
es ging nen feuchten Weg runter. Was sehe ich da im Schlamm?
Ein Hufeisen ­čśĄ

Nat├╝rlich b├╝ckte ich mich,  und nahm es mit.
Gleich darauf entdeckte ich die letzte Jakobsmuschel dieses Laufes an einer Br├╝cke.
Es ├╝berkam mich einfach und ich musste es tun:

Einen Ku├č bekam dieses.
Einen Ku├č bekam mein Hufeisen
Einen Ku├č bekamen meine Trailst├Âcke und einen ich.

Unweigerlich kam dieses Gl├╝cksgef├╝hl.
Es ├╝berkam mich einfach so und die Tr├Ąnen liefen ├╝ber die verschwitzten Wangen.

Unglaublich, es gleich geschafft zu haben.
Unglaublich, wozu man in der Lage ist.
Unglaublich, welche Distanzen der K├Ârper in der Lage ist zu erlaufen und welche H├Âhen und Tiefen man durchmacht. Mental, wie landschaftlich.
Und wie ich es schreibe, werden die Augen wieder feucht ...

Nat├╝rlich ist es nicht nur meine Leistung. Auch das Verst├Ąndnis, was meine Frau und meine Familie mir entgegen bringt, auch wenn es schon sehr schwer ist manchmal.
Als ich mich f├╝r diesen Weg entschieden habe und zu dieser Herausforderung anmeldete, habe ich nicht gewusst, was auf mich zukommt, oder ob ich ihn beenden werden kann.

Der Winter war schwierig und hatte so manche Einheit vermasselt.
Heute kann ich aber, schon ein bisschen Stolz, sagen: Gn├╝, du hast es geschafft. Du hast das Bergische Land erlebt, genossen, verflucht, aufgesaugt, oder es dich ­čśä

Dann die letzten Meter zur Jugendherberge und das letzte Mal das Ortsschild passieren.


Mein Entschluss stand fest. Er hat sich auf den letzen, wenn auch noch mal harten Kilometern gefestigt: ich werde die 5 Ultras finishen und 275 Kilometer vollmachen. Nichts wird mich daran hindern. Ich bin doch kein:


­čśé­čśé­čśé
Nein.
Diese Chance kommt so schnell nicht wieder und diesen, meinen 1. Etappenlauf werde ich genau so abschlie├čen, mit den Erwartungen ich ihn angetreten habe.

Also im Zieleinlauf bescheid gegeben und 9 km Schleife noch mal runter zur Sengbachtalsperre und mit einem letzten Bild vom Event wieder zur├╝ck.


Nach 5:06 h dr├╝ckte ich zum letzten Mal die Stopptaste der Suunto und hatte tats├Ąchlich das Ziel meiner Reise erreicht.

Die Etappen teilten sich wie folgt auf:

1. Tag: 50 km / 750 hm Eifgental 2. Tag: 60 km / 1350 hm R├Ântgenweg 3. Tag: 70 km / 1660 hm Klingenpfad 4. Tag: 50 km / 1600 hm WupperbergTrailMarathon 5. Tag: 45 km / 1045 hm Dh├╝nntalsperre

In Summe 275 km mit 6500 H├Âhenmetern und ich beendete dies mit dem 8. Platz von 44 gemeldeten Starten, 10 Frauen und 34 M├Ąnnern.


Nach dem Duschen ging es nat├╝rlich mit Dirk und Sven zum Carboloading, denn erst 16:00 Uhr gab es die Siegerehrung, Urkunden├╝bergabe und Verlosung.


Was Oliver Witzke mit seinem Team da auf die Beine gestellt hat, war das mit Abstand am Besten, was ich bis jetzt erleben durfte. Sicher, es gab ein paar Abweichungen und die eine oder andere Improvisation, aber das wurde so toll gemeistert, dass es kaum auffiel.
Ich Danke euch ganz lieb und w├╝rde mich sehr freuen, wenn die Bergischen 5 ein fester Termin im Ultra-Kalender mit Start und Ziel und Unterkunft in der Jugendherberge Solingen-Burg werden.


Allen Finisherinnen und Finishern meinen herzlichen Gl├╝ckwunsch, allen Siegern und Gewinnern der Verlosung ein Schulterklopfen und einses m├Âchte ich all denen sagen, die das f├╝r eine unfassbare Leistung halten:
Aufgeben kannst du bei der Post ­čśü

Am Sonntag f├Ąllt der lange Lauf mal aus ­čśé und ein paar Tage d├╝rfen sich die Beinchen erholen, aber nicht zu lange, denn das n├Ąchste Ziel, Bilstein-Ultra, startet bereits in 22 Tagen und 22 Stunden.

Euch danke ich ganz lieb f├╝r das Lesen meines Blog, eure vielen anerkennenden Worte, die mich in den letzten Tagen erreicht haben und ich w├╝rde mich freuen, wenn man sich mal ├╝ber den Weg l├Ąuft.

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Euer Gn├╝ aus Z├╝

Mittwoch, 11. April 2018

Etappe 4 ...

ist geschafft ­čśî

Ich kann es selbst fast nicht glauben, was der K├Ârper leisten kann, wenn man es ganz fest vor hat und daran arbeitet, seine Ziele zu erreichen.

Auch wenn der Start um 1 Stunde auf 7:00 Uhr verschoben wurde, da es am gestrigen Nachmittag mit regnen begann und Gott Donar uns seine Blitze mit kr├Ąftigen Gedr├Âhn zur Erde sandte ­čś▒ war der innere Wecker auf 4:40 programmiert und Herr Gn├╝ kroch noch verknitterter aus dem Bettchen.


Auch wenn die K├Ârperfunktionen bisschen tr├Ąge sind, ist es doch erstaunlich, dass nach nun 180 Kilometern nichts wirklich weh tat.

Gestern Abend hatte ich lediglich eine Schrecksekunde, als der linke Wadenansatz anfing zu streiken, aber am Morgen konnte ich doch wieder ohne meinen Rollator zum Fr├╝hst├╝ck ­čśé

Die heutige Ertappe sollte ├╝ber 50 Kilometer und mit 1700 H├Âhenmetern gr├Â├čtenteils dem WupperbergTrailMarathon folgen. Nachdem Oli in der Ausschreibung St├Âcke weder genehmigt noch verboten hatte, wurde nachtr├Ąglich die Benutzung gestattet, was mich heute mehrfach umdisponieren lies.
Windjacke Ja/Nein?
St├Âcke Ja/Nein?

Letzten Endes entschied ich mich gegen die Windjacke und f├╝r die St├Âcke, was sich jetzt als sehr kluge Entscheidung best├Ątigen l├Ąsst.

Nach kurzer Ansprache, heute von Patrick, weil Oli noch mit der Ausschilderung besch├Ąftigt war, setzte sich der inzwischen schon etwas m├╝dere Haufen in Bewegung.


Andreas ├╝bernahm heute die F├╝hrungsrolle und gab uns nach knapp einem Kilometer die Bahn frei.

Um es kurz zu machen: das war genau meins ­čśŹ­čśŹ­čśŹ
Es war genau die Art von Strecke, die mir am meisten liegt und Spa├č bereitet.

Es ging in der Tat abwechselnd auf und ab. Anspruchsvolle Aufstiege und teilweise halsbrecherische downhills ­čŚ╗

Aber ich konnte es nat├╝rlich nicht lassen, an dem einen oder anderen Punkt das Telefon zu z├╝cken und die Landschaft einzufangen. Denn heute blieben wir fast jeglicher Zivilisation fern ­čśë


In H├Âhrath streiften wir die Sengbachtalsperre.


Erklommen den Lukasweg oberhalb der Wupper, die uns nun schon seit Tagen begleitet und ├╝ber die wir sprichw├Ârtlich mehrfach gegangen sind ­čśŐ


Oben kamen wir zum R├╝denstein, ein Denkmal am Rand von Leichlingen zu Solingen, das der Sage nach f├╝r den R├╝den den Jungherzog Robert von Berg, der bei der Jagt von Pferd st├╝zte und durch die Intelligenz seines Hundes gerettet werden konnte.

Und konnten dann kurz von VP2 bei km 20 wieder den Blick in die Ferne schweifen lassen


Hoch und runter ging es heute in der Tat genug und zwischendurch darf man auch mal an sich zweifeln, ob man das noch wie lange kann ­čś»


Aber es ging, denn ich hatte heute das unsagbare Gl├╝ck, mich bei Karsten, Sven und Raimund anzuh├Ąngen.
Das war eine sehr gro├če Hilfe, denn sie gingen taktisch sehr klever die Strecke an, weil sie den WupperbergTrailMarathon schon mehrfach gelaufen waren und so einen Gro├čteil der Strecke kannten.


An der alten Korkenziehertrasse folgten wir den alten Bahnschienen, und erreichten kurze Zeit sp├Ąter VP4, der nun mal absolut keine W├╝nsche offen lie├č ­čśî


Von Wasser, Cola, Apfelschorle ├╝ber Kracker, Chips, Kurke, Paprika, weiter mit gekochtem Ei und Pellkartoffeln, liebevoll mundgerecht portioniert, muss man zu sehen, wieder los zu kommen, sonst platzt man ­čśâ
Danke euch noch mal ganz lieb, dass ihr den Weg f├╝r uns aus der Pfalz auf euch genommen habt, uns so zu verw├Âhnen ­čśŹ
Es wurde eben nicht zu viel versprochen, was die Qualit├Ąt Oliver Witzkes Veranstaltungen angeht!!!

Aber wir hatten ja noch "nur" 10 km vor der Brust und auf denen kam ich dann f├╝r heute doch noch an meine Grenze und musste mir mal kurz mit einem lauten "LMAA" Luft machen.
Dieses Auf und Ab ist super, aber die letzten 3 flachen Kilometern saugten den letzten Willen aus mir heraus. Da konnte auch ein weiterer Anblick der M├╝ngstener Br├╝cke, heute mal von unten, auch nichts mehr ├Ąndern ­čśę


Okay, die Jungs haben auf mich wirklich R├╝cksicht genommen und vorm letzten Anstieg von Unterburg nach Oberburg, zum Zieleinlauf an der Jugendherberge Solingen-Burg, auf mich gewartet.

Nach 6:15:36 h durfte ich die Stopptaste an der Suunto dr├╝cken und es folgte das erste Finisher-Foto der ganzen Veranstaltung, da ich sonst immer allein einlief.


Danke euch noch mal, dass ihr mich so sch├Ân den Berg hochgezogen habt und dass Raimund mir so viel ├╝ber seine Heimat erz├Ąhlt hat ­čśî

Nach der K├Ârperpflege gab es nat├╝rlich?


Kuchen. Jawoll.
Aber vorher musste erst einmal was gesundes sein ­čśâ


Ganz lecker Burgfladen mit Buchweizenboden, Champignons und Lauch mit K├Ąse ├╝berbacken und dazu ein sehr leckeres Bergisches Landbier ­čśő

Die Zusammenfassung der Etappe 4 sieht dann wie folgt aus:


Wenn ich mal ganz ehrlich sein darf:
ein bisschen Wehmut kommt schon auf, wenn ich daran denke, dass morgen nun bereits die letzte Etappe ansteht und danach mein erster Etappenlauf schon abgelaufen sein wird.

Na ja, alles hat eine Ende nur der Trailstock hat 2 und morgen stehen noch 45 Kilometer zum "auslaufen" mit 1045 H├Âhenmeter zur D├╝hnntalsperre auf dem Plan, um die 275 km mit den 6500 H├Âhenmeter vollzumachen.

Der Bericht dazu wird wahrscheinlich erst am Freitag erfolgen, denn die Heimfahrt steht auch auf dem Plan nach der Siegerehrung und der Verlosung, auf die wir schon alle sehr gespannt sind ­čśë

Euch Danke ich ganz lieb, f├╝r das Lesen meines Blog und eure anerkennenden Worte, die mich bereits erreicht haben und verbleibe mit sportlichen Gr├╝├čen aus dem Bergischen Land
Euer Gn├╝ aus Z├╝